Design und Verarbeitung
Beim ersten Anlegen fällt sofort auf, wie kompromisslos Huawei beim Gehäuse vorgeht. Die Uhr ist groß, präsent und will genau das auch sein. Das achteckige Gehäuse aus amorpher Legierung auf Zirkoniumbasis vermittelt bereits beim ersten Kontakt ein hohes Maß an Stabilität. Zusammen mit der nanokristallinen Keramiklünette und dem Saphirglas entsteht ein sehr robuster Eindruck, ohne dass die Uhr grob oder klobig wirkt.

Mit rund 80,5 Gramm ohne Armband bringt die Watch Ultimate 2 spürbares Gewicht mit. In der Praxis verteilt sich dieses jedoch ausgewogen über das Handgelenk. Auch bei Bewegung oder längerer Nutzung kippt oder stört die Uhr nicht. Das Fluorelastomerarmband liegt angenehm auf der Haut und eignet sich gut für längere Outdoor Einsätze. In der blauen Variante sorgt das zusätzliche Titan Armband für einen deutlich edleren Auftritt, der die Uhr auch im Alltag gut tragbar macht.
Das 1,5 Zoll LTPO AMOLED Display gehört zur Oberklasse. Die hohe Auflösung sorgt für sehr scharfe Darstellungen, die maximale Helligkeit von bis zu 3500 Nits macht sich vor allem draußen bemerkbar. Karten, Trainingsdaten und Statusanzeigen bleiben selbst bei direkter Sonne sehr gut ablesbar.

Bedienung und Software
Die Bedienung kombiniert Touchscreen, drehbare Krone und zwei zusätzliche physische Tasten. Gerade bei Outdoor-Aktivitäten zeigt sich dieser Ansatz als praktisch. Menüs lassen sich präzise steuern und selbst mit Handschuhen oder bei Nässe bleibt die Uhr bedienbar.
Die Kopplung mit der HUAWEI Health App klappt auf Anhieb. Die App ist übersichtlich aufgebaut und bereitet auch komplexere Daten verständlich auf. Höhenprofile, Trainingsbelastung, Schlafanalysen oder HRV-Werte werden sinnvoll eingeordnet und nicht unnötig überladen dargestellt.
Outdoor- und Expeditionsmodus
Eine der Kernfunktionen der HUAWEI Watch Ultimate 2 ist der Expeditionsmodus. Routen lassen sich importieren, farbige Offline-Karten vorab herunterladen und Wegpunkte markieren. Das neue Antennendesign mit Dual-Frequenz-GNSS sorgt selbst in anspruchsvollen Umgebungen für eine sehr präzise Positionsbestimmung.
Besonders sinnvoll sind die automatischen Höhenwarnungen ab 2.500 Metern. Das ist kein Feature für den Alltag, zeigt aber klar, für welche Zielgruppe diese Uhr entwickelt wurde. Im Expeditionsmodus sind Laufzeiten von bis zu 40 Stunden möglich, was für längere Touren realistisch nutzbar ist.

Tauchgänge mit Unterwasserkommunikation
Wichtig vorab: Weder der Golfplatz-Modus noch die realen Tauchfunktionen konnten im Rahmen dieses Tests praktisch genutzt werden. Die Bewertung dieser Bereiche basiert daher auf Bedienkonzept, technischer Umsetzung und Software-Integration.
Auch ohne praktischen Tauchgang hinterlässt die Smartwatch auf dem Papier einen sehr durchdachten Eindruck. Zertifizierungen nach ISO 22810 und EN 13319, eine maximale Tauchtiefe von 150 Metern sowie die sonarbasierte Unterwasserkommunikation heben die Ultimate 2 deutlich von klassischen Smartwatches ab.
Unter Wasser Nachrichten oder Symbole austauschen zu können klingt zunächst wie eine Spielerei, kann in bestimmten Situationen aber durchaus hilfreich sein. Die Darstellung relevanter Tauchdaten ist klar strukturiert und sehr gut ablesbar. Der eingesetzte Bühlmann-ZHL-16C-Algorithmus ist ein etablierter Standard und vermittelt Vertrauen in die Berechnungen.

Sportmodi und Spezialfunktionen
Über 100 Sportmodi decken nahezu alle gängigen Aktivitäten ab. Der neue Golfmodus mit über 17.000 Golfplatzkarten weltweit ist sehr umfangreich umgesetzt. Zoombare 3D-Ansichten, Entfernungsangaben und Schlagdaten wirken nicht wie ein reines Zusatzfeature, sondern wie ein eigenständiger, professioneller Modus.
Hinzu kommt die Action-Kamera-Integration, womit sich per Gestensteuerung Videos starten lassen, während Trainingsdaten später als Overlays genutzt werden können. Für Outdoor Sportler und Content Creator ist das ein praktisches Zusatzfeature.
Gesundheit und X-TAP-Sensor
Der neue X-TAP-Sensor erweitert die Datenerfassung über das klassische Handgelenk hinaus. Messungen an den Fingerspitzen erhöhen die Präzision, insbesondere bei der Blutsauerstoffmessung. Health Glance liefert innerhalb von 60 Sekunden einen kompakten Überblick über mehrere Gesundheitskennzahlen.
EKG-Messungen, HRV-Analysen, Schlaftracking inklusive Atemaussetzer-Erkennung sowie das erweiterte Monitoring des emotionalen Wohlbefindens sind sinnvoll integriert. Die Darstellung bleibt sachlich und unterstützend, ohne unnötig zu alarmieren.

Smartwatch-Funktionen im Alltag
Dank integrierter eSIM funktioniert die Watch Ultimate 2 vollständig unabhängig vom Smartphone. Telefonate, Musikstreaming, Navigation und NFC-Zahlungen lassen sich direkt über die Uhr erledigen. Die Sprachqualität bei Anrufen ist überzeugend, die KI-Geräuschunterdrückung arbeitet zuverlässig.
Gestensteuerung, AppGallery-Support und Musikfunktionen machen die Uhr auch im Alltag angenehm flexibel. Trotz der Vielzahl an Spezialfunktionen wirkt sie nicht überladen.

Akkulaufzeit und Laden
Im Standardmodus sind bei Kopplung mit Android realistisch bis zu 4,5 Tage Laufzeit möglich, mit iOS etwas weniger. Der Energiesparmodus verlängert die Laufzeit deutlich. Für spezielle Szenarien wie Tauchen, Expedition oder Golf gibt Huawei klare und nachvollziehbare Laufzeitangaben.
Das kabellose Schnellladen erweist sich im Alltag als echter Komfortgewinn. Bereits 15 Minuten Ladezeit reichen, um wieder einen ganzen Tag durchzukommen.
Preis und Varianten
Die Ultimate 2 wird in zwei Ausführungen angeboten, die sich nicht nur optisch, sondern auch im Lieferumfang unterscheiden. Technisch sind beide Versionen identisch.
Die schwarze Variante ist mit einem Fluorelastomerarmband ausgestattet und liegt preislich bei 859 Euro. Der blauen Variante liegt neben dem farblich abgestimmten Fluorelastomerarmband ein Titan-Armband bei, das die Uhr ein Stück weit edler erscheinen lässt. Entsprechend fällt auch der Preis höher aus und liegt bei 959 Euro.











