Lofree Flow 2: Design und Verarbeitung
Die Lofree Flow 2 bleibt auf den ersten Blick ganz klar eine Lofree. Sie verzichtet auf RGB-Beleuchtung, auffällige Gaming-Elemente oder überladene Zusatzfunktionen und setzt stattdessen auf ein modernes, schlichtes Design mit erwachsener Anmutung. Erhältlich ist die Tastatur in drei Größen mit 68, 84 oder 100 Tasten, womit Lofree kompakte ebenso wie nahezu vollständige Layouts abdeckt.
Der größte Unterschied zur Flow Lite zeigt sich beim Gehäuse. Statt auf Kunststoff setzt Lofree bei der Flow 2 auf ein stabiles Aluminiumgehäuse, das aus einem einzigen Aluminiumblock gefräst wird. Die Tastatur fühlt sich dadurch kühl, fest und hochwertig an, steht satt auf dem Tisch und gibt auch bei kräftigerem Druck kaum nach. Nichts knarzt, nichts wackelt und insgesamt vermittelt die Flow 2 genau das Premium-Gefühl, das man von einer Tastatur dieser Preisklasse erwartet.

Auf der Rückseite sitzen zwei ausklappbare Metallfüße, mit denen sich der Winkel verändern lässt. Flach liegt die Flow 2 bereits angenehm auf dem Tisch, mit ausgeklappten Füßen bekommt sie eine etwas klassischere Schreibposition. Eine Handballenauflage ist wegen der niedrigen Bauweise nicht zwingend nötig, kann bei längeren Schreibsessions aber trotzdem angenehm sein.
Weniger gelungen ist die Platzierung des USB-C-Anschlusses. Er sitzt nicht hinten, sondern rechts an der Seite. Im kabellosen Betrieb fällt das nicht weiter auf. Sobald ein Kabel steckt, wirkt die Lösung aber unpraktisch. Das Kabel läuft seitlich weg und kann je nach Schreibtischaufbau stören, vor allem wenn rechts neben der Tastatur die Maus liegt.
Direkt darunter befindet sich eine Touch-Bar. Sie ersetzt den klassischen Drehregler und steuert durch darüberwischen die Lautstärke oder mit gedrückter Fn-Taste die Bildschirmhelligkeit. Optisch passt sie gut zum schlanken Design, im Alltag habe ich sie aber nur selten genutzt. Die Bedienung ist in Ordnung, aber nicht so direkt und präzise wie bei einem echten Regler. Unter Windows ändert sich die Lautstärke nur in Zweierschritten. Für Freunde gerader Zahlen ist das nett, für feines Nachregeln eher weniger.

Lofree Flow 2: Einrichtung, Nutzung und Software
Verbunden wird wahlweise per USB-C, Bluetooth 5.3 oder 2,4-GHz-Funk, womit sich die Flow 2 flexibel am Desktop-PC, Notebook, Tablet oder Smartphone nutzen lässt. Sie ist mit macOS, Windows, iOS, iPadOS und Android kompatibel. Unter Linux wurde sie im Test ebenfalls problemlos als normale Tastatur erkannt.
Gut gelöst ist der Wechsel zwischen Mac und Windows. Lofree legt passende Keycaps für beide Systeme bei, sodass sich Command, Option, Alt und Windows korrekt beschriften lassen. Wer regelmäßig zwischen den Betriebssystemen wechselt, muss also nicht mit falschen Sondertasten leben. Der Wechsel des Modus erfolgt direkt per Tastenkombination auf der Tastatur.

Im Test erwies sich die Funkverbindung erwartungsgemäß als beste Wahl. Sie reagiert schnell, stabil und mit einer Polling Rate von bis zu 1000 Hertz praktisch ohne spürbare Verzögerung. Kabelgebunden funktioniert die Tastatur ebenfalls zuverlässig und bietet sich an, wenn der Akku geladen werden muss oder man dauerhaft maximale Stabilität bevorzugt.
Als dritte Verbindungsmöglichkeit gibt es Bluetooth, das vor allem dann nützlich ist, wenn mehrere Geräte gleichzeitig genutzt werden. Die Flow 2 kann per Tastenkombination (Fn + 1, 2 oder 3) zwischen drei verschiedenen Bluetooth-Profilen wechseln, sodass sich etwa Notebook, Tablet und Mini-PC parallel anbinden lassen.
Auf dem Papier unterstützt die Tastatur VIA, womit sich Tasten neu belegen, Ebenen anpassen und Makros erstellen lassen. Mit der Tastatur im deutschen ISO-Layout funktionierte das allerdings nicht. Das Problem liegt offenbar an fehlenden Konfigurationsprofilen, die Lofree aktuell noch nicht für diese Version bereitstellt. Auch der eigene Lofree Key Mapper half nicht weiter. Lofree bietet ihn sowohl als Online-Version, ähnlich wie VIA, als auch als Windows-Programm an. In beiden Fällen wurde die Tastatur im Test nicht erkannt. Damit bleiben die beworbenen Anpassungsmöglichkeiten beim deutschen Layout vorerst Theorie.
Lofree Flow 2: Tippgefühl und Alltagserfahrung
Lofree verbaut in der Flow 2 seine neuen Cloud-Series-Switches, die es in drei Varianten gibt. Surfer ist linear und auf schnelle, möglichst unauffällige Eingaben ausgelegt. Void ist ebenfalls linear, aber leiser abgestimmt und damit für ruhige Arbeitsumgebungen gedacht. Unser Testgerät war mit Pulse-Switches ausgestattet. Das sind taktile Low-Profile-Switches, die beim Drücken einen spürbaren Widerstand geben. Am ehesten lassen sie sich mit Cherry MX Brown vergleichen, nur flacher und direkter.
Der taktile Punkt ist klar spürbar, aber nicht kratzig oder laut. Dadurch tippt sich die Flow 2 kontrollierter als mit linearen Switches, bleibt aber deutlich schlanker und schneller als eine normale mechanische Tastatur mit hohen Tastenkappen. Jeder Anschlag hat einen kleinen Widerstand, der beim Schreiben hilft, die Taste bewusster zu treffen. Wer viel schreibt, dürfte das mögen. Für schnelle Spieleingaben fühlen sich lineare Switches wie Cherry MX Red oder Lofrees Surfer etwas gleichmäßiger an, beim Texten bieten die Pulse aber mehr Rückmeldung.

Klanglich sind die Pulse-Switches ruhiger als klickende Schalter und weniger hell als viele klassische Cherry-MX-Brown-Tastaturen. Das Aluminiumgehäuse und die Dämpfung der Flow 2 geben dem Anschlag einen festen, satten Charakter. Ganz leise sind sie nicht. Wer spät abends tippt oder im geteilten Büro möglichst wenig auffallen möchte, sollte eher zur Void-Variante greifen.
Die Keycaps bestehen aus PBT und PC im Double-Shot-Verfahren. Ihre Oberfläche fühlt sich leicht matt an, bietet genug Grip und wirkt hochwertiger als einfache ABS-Kappen. Die Beschriftung ist lichtdurchlässig, sodass die weiße Hintergrundbeleuchtung sauber durchscheint. Die Helligkeit lässt sich in mehreren Stufen anpassen, außerdem stehen verschiedene einfache Leuchteffekte zur Auswahl. Durch die etwas größere Tastenfläche lassen sich die Tasten gut treffen, was besonders bei längeren Texten angenehm auffällt.

Im Vergleich zur Flow Lite (hier unser Test) fühlt sich die Flow 2 fester und direkter an. Die Lite tippt weicher und etwas federnder, während die Flow 2 mehr Stabilität vermittelt. Wer ein sehr sanftes, fast schwebendes Tippgefühl sucht, könnte die Flow Lite sogar bevorzugen. Wer Wert auf Präzision, Stabilität und ein insgesamt hochwertigeres Auftreten legt, wird mit der Flow 2 besser bedient.
Lofree Flow 2: Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit hängt bei der Lofree Flow 2 stark von Größe, Verbindung und Beleuchtung ab. Die größeren Modelle mit 84 und 100 Tasten besitzen einen 3.000 mAh Akku, die kompakte 68er-Version kommt mit 2.000 mAh. Ohne Beleuchtung nennt Lofree bis zu 120 Stunden bei den größeren Varianten und bis zu 90 Stunden beim kleinen Modell. Mit aktiver Beleuchtung sinkt die Laufzeit deutlich.

Im Alltag reicht der Akku dennoch problemlos für mehrere Arbeitstage. Wer die Beleuchtung nur gelegentlich nutzt oder ganz deaktiviert, muss selten ans Kabel. Mit dauerhaft aktiver Beleuchtung sollte man eher mit einigen Tagen als mit mehreren Wochen rechnen. Aufgeladen wird per USB-C, was technisch sauber funktioniert, durch die seitliche Position des Anschlusses aber nicht die eleganteste Lösung ist.






