xTool O1 Omni im Ersteindruck: Wird UV-Druck das nächste große Maker-Thema?

Veröffentlicht von Christian Matenar am 2. Juli 2026

Der xTool O1 Omni soll nahezu jedes Material bedrucken und kombiniert dafür mehrere Druckverfahren in einem Gerät. Wir waren beim xTool Event in Berlin vor Ort und konnten den neuen O1 Omni erstmals live erleben.

xTool O1 Omni News Hero

UV-Druck kommt in den Maker-Bereich

Bislang hatten wir xTool vor allem im Bereich der Lasercutter und Lasergravierer auf dem Schirm, zuletzt mit dem von uns getesteten xTool F2 (hier zum Test). Auf dem Event in Berlin hat xTool nun eine neue Produktkategorie vorgestellt. Der xTool O1 Omni ist kein weiterer Laser, sondern ein UV-Drucker, der auf möglichst viele Materialien ausgelegt ist.

Farbe, Weißdruck, Glanz, Struktur und fühlbare Reliefs landen damit direkt auf Holz, Acryl, Metall, Glas, Kunststoff oder Keramik. Aus Rohlingen werden in kurzer Zeit personalisierte Produkte, Prototypen, Schilder, Gehäuse, Geschenke oder Kleinserien.

Der O1 Omni geht damit in eine Richtung, die für Maker und kleine Kreativwerkstätten ziemlich spannend werden könnte. Nach 3D-Druck und Lasercuttern könnte UV-Druck in den kommenden Jahren das nächste große Thema im Maker-Bereich werden.

xTool O1 Omni kompakt
Für einen UV-Objektdrucker fällt der O1 Omni noch recht kompakt aus.

Was kann der xTool O1 Omni bedrucken?

Der O1 Omni ist im Kern ein UV-Objektdrucker. Anders als ein normaler Tintenstrahldrucker bedruckt er kein Papier, sondern fertige Werkstücke. Die Tinte wird direkt auf die Oberfläche aufgetragen und unmittelbar mit UV-Licht ausgehärtet, wodurch sie nicht erst ins Material einzieht, sondern direkt auf der Oberfläche haftet.

Bedrucken lassen sich unter anderem Acryl, Holz, Metall, Glas, Kunststoff, Keramik und Leder. Je nach Oberfläche werden Weiß, Farbe und Klarlack in verschiedenen Schichten aufgetragen. Nimmt man beispielsweise transparentes Acryl oder dunklen Kunststoff, wird Weiß häufig als Grundierung gedruckt, damit Farben kräftig wirken. Klarlack sorgt für Glanz, Schutz oder einzelne Hervorhebungen.

xTool Print life into anything
"Print life into anything"

Auch Reliefdruck ist möglich. Der O1 Omni kann laut xTool Strukturen mit bis zu 7 mm Höhe aufbauen. Dafür werden mehrere Tintenschichten übereinander gedruckt, womit das Ergebnis nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar wird. Je stärker ein Relief aufgebaut wird, desto mehr Tinte und Zeit werden allerdings benötigt.

Drei Versionen im Überblick

xTool bringt den O1 Omni in drei Varianten auf den Markt. Die Unterschiede betreffen vor allem Druckköpfe, Tintenkanäle und Materialfokus.

ModellSingle UV EditionDual-Head UV EditionUV + DT Fabric Edition
ZielgruppeEinstieg in UV-Druck auf festen MaterialienFortgeschrittener UV-Druck mit SpezialeffektenUV-Druck plus Textildruck
Druckkopf1x Epson F10802x Epson F10802x Epson F1080
Auflösung720 x 1440 dpi720 x 1440 dpi720 x 1440 dpi
TintenkanäleCMYKWVCMYKWV + RW/FW/FR/FYUV: CMYKWV
Fabric: CMYKWW
WeißtinteStandard-Weißhartes Weiß und flexibles WeißUV-Weiß und Doppel-Weiß für Textil
EffektfarbenKlarlackKlarlack, fluoreszierendes Rot, fluoreszierendes GelbKlarlack bei UV, Textilkanäle bei DT
Materialfokusharte Materialien wie Acryl, Holz, Metall, Glas und Keramikharte und flexible Materialien wie Acryl, Holz, Leder, Canvas und Kunststoffharte Materialien sowie Textilien wie Baumwolle und Polyester
Arbeitsfläche330 x 122 mm / 330 x 420 mm330 x 122 mm / 330 x 420 mm330 x 122 mm / 330 x 420 mm
DTG-Platte: 300 x 390 mm
Reliefhöhebis 7 mmbis 7 mmbis 7 mm
Vision-System1440 x 1200 dpi1440 x 1200 dpi1440 x 1200 dpi
Positionierungsgenauigkeit±0,2 mm±0,2 mm±0,2 mm
Vorbestellerpreis1.549 Euro2.499 Euro2.549 Euro
UVP2.299 Euro3.099 Euro3.199 Euro

Die Single UV Edition ist der Einstieg. Sie arbeitet mit einem Epson-F1080-Druckkopf und nutzt CMYK, Weiß und Klarlack. Gedacht ist sie für harte Materialien wie Holz, Acryl, Metall, Glas oder Keramik. Wer vor allem Schilder, Plaketten, Handyhüllen, Schlüsselanhänger oder kleine Objekte bedrucken möchte, bekommt hier die günstigste Variante.

Die Dual-Head UV Edition nutzt zwei Epson-F1080-Druckköpfe. Zusätzlich zu CMYK, Weiß und Klarlack kommen hartes Weiß, flexibles Weiß sowie fluoreszierendes Rot und Gelb hinzu. Hartes Weiß ist für starre Oberflächen gedacht, flexibles Weiß für Materialien, die gebogen oder belastet werden. Das ist etwa bei Leder, Canvas oder weicheren Kunststoffen relevant. Die fluoreszierenden Tinten sind für Effekte unter Schwarzlicht gedacht.

Die UV + DT Fabric Edition ist die vielseitigste Variante. Sie kombiniert UV-Druck mit Textildruck. Neben harten Materialien lassen sich damit auch Baumwolle, Polyester und weitere Stoffe verarbeiten. Dafür unterstützt das Gerät DTG und DTF. Wer also nicht nur Acrylschilder oder Becher, sondern auch Shirts, Hoodies oder Taschen bedrucken möchte, braucht diese Version.

UV-Druck, UV-DTF, DTG und DTF

Beim direkten UV-Druck wird das Motiv direkt auf das Material gedruckt. Beispiele sind Acrylplatten, Holzobjekte, Metallplättchen oder Handyhüllen. Der zu bedruckende Gegenstand muss dafür in den O1 Omni passen.

xTool O1 Omni Druck auf Münze
Auch Metalloberflächen lassen sich mit dem xTool O1 Omni direkt bedrucken.

UV-DTF funktioniert anders. Das Motiv wird zuerst auf eine spezielle Folie gedruckt und anschließend auf das Zielobjekt übertragen. Nach dem Übertragen bleibt im Idealfall nur das Motiv auf der Oberfläche zurück. Eine klassische transparente Stickerkante gibt es dabei nicht in derselben Form wie bei normalen Aufklebern.

DTG steht für Direct to Garment. Dabei wird direkt auf das Textil gedruckt. Das eignet sich besonders für Baumwolle und hochwertige Stoffe, bei denen der Druck möglichst weich wirken soll.

DTF steht für Direct to Film. Hier wird das Motiv zuerst auf eine Transferfolie gedruckt und anschließend mit Hitze auf das Textil übertragen. Das Verfahren ist flexibler bei verschiedenen Stoffen und eignet sich auch für Polyester oder Mischgewebe. Der Druck fühlt sich je nach Motiv stärker wie ein Transfer an, ist dafür aber vielseitig einsetzbar.

xTool O1 Omni Untersetzer
Bedruckte Untersetzer als typisches Beispiel für kleine personalisierte Produkte mit dem O1 Omni.

Ausrichtung über CIS Vision System

Ein wichtiger Teil der Vorführung war, wie der O1 Omni Objekte erfasst. xTool verwendet dafür einen CIS (Contact Image Sensor), der eher wie ein Scanner arbeitet und nicht wie eine einfache Kamera. Die Auflösung liegt bei 1440 × 1200 Pixel und die Positioniergenauigkeit gibt xTool mit ±0,2 mm an. Das Objekt wird dadurch verzerrungsarm dargestellt, was für eine saubere Ausrichtung des Motivs besonders wertvoll ist.

xTool O1 Omni Kante
Die Farbschichten liegen spürbar auf der Oberfläche und bilden eine klare Kante.

Die Bedienung läuft wie bei den anderen xTool Geräten über xTool Studio, was den gezeigten Ablauf während der Vorführung recht vertraut machte. Das Objekt wird auf die Druckfläche gelegt, optisch erfasst und anschließend in der Software angezeigt. Großes Rumgefummel mit Nachmessen, manuellem Ausrichten oder selbst gebauten Schablonen war während der Vorführung kein Thema.

Aussparungen, wie sie z. B. bei einer Handyhülle vorkommen, erkennt die Software übrigens automatisch. Für zylindrische Oberflächen wie Becher, Flaschen und ähnliche Formen gibt es einen Rotationsaufsatz. Das Objekt wird eingespannt und während des Drucks gedreht. Möglichen Versatz oder Verzerrungen gleicht CIS ebenfalls automatisch aus.

xTool Rotary für dem O1 Omni
Zylindrische Objekte können per Rotary bedruckt werden.

Tinte und Wartung

Die Wartung übernimmt "Smart Cycle 2.0", das Austrocknen der Farbe und Verstopfen der Düsen möglichst verhindern soll. Die Weißtinte wird im Gerät gerührt und zirkuliert, der Druckkopf bekommt einen Feuchtigkeitsschutz. Reinigung und Steuerung lassen sich außerdem per App aus der Ferne anstoßen und im Urlaubsmodus kann das Gerät auch mehrere Tage unberührt stehenbleiben.

Großes Thema bei UV-Druck sind die Tintenpreise, allerdings fallen die bei xTool eher moderat aus:

TinteFarben / VarianteMengeEinführungspreisSpätere UVP
UV-TinteCyan, Magenta, Gelb, Schwarz, Weiß125 ml14,99 €20,99 €
UV-LacktinteLack125 ml16,99 €23,99 €
UV-FluoreszenztinteGelb oder Rot125 ml20,99 €29,99 €
UV-Weißtinte für Textil- und HartmaterialienWeiß290 ml25,99 €35,99 €
DT-TextiltinteCyan, Magenta, Gelb, Schwarz125 ml13,99 €19,99 €
DT-Textil-WeißtinteWeiß290 ml23,99 €32,99 €

Konkrete Verbrauchsangaben stehen bislang zwar noch aus, ein normaler UV-Druck einer 60 x 60 Millimeter Fläche ohne Weißunterlage sollte mit den obigen Preisen aber noch unter 5 Cent liegen. Teuer wird es erst, sobald Weiß, Klarlack oder Relief ins Spiel kommen. Dann wird nicht mehr nur eine Farbschicht aufgetragen, sondern der Drucker baut mehrere Ebenen übereinander auf.

Weitere xTool-Geräte auf dem Event

Auch wenn der O1 Omni die Hauptrolle spielte, zeigte xTool in Berlin weitere Geräte aus dem eigenen Sortiment. Dazu gehörten verschiedene Lasergravierer und Lasercutter, die den bisherigen Kern des Herstellers bilden.

xTool M2 Berlin Event
Neben dem neuen O1 Omni zeigte xTool auch bekannte Geräte aus dem eigenen Laser-Portfolio, darunter den xTool M2.

Ebenfalls ausgestellt waren der xTool Apparel Printer und die xTool WonderPress. Der Apparel Printer ist ein DTF-System für Textildruck. Motive werden auf Transferfolie gedruckt, mit Pulver versehen, erhitzt und später auf Textilien übertragen. xTool bewirbt das Gerät als One-Click-DTF-Workflow mit Shaker- und Ofensystem, der Druck, Pulverauftrag, Schütteln und Aushärten zusammenführt.

Die WonderPress ergänzt diesen Bereich als modulare Transfer- und Heißpressenlösung. Sie arbeitet mit bis zu 100 kg Anpressdruck und einem Temperaturbereich von 80 bis 210 °C. Neben klassischen Transfers auf Shirts oder Taschen sind je nach Modul auch 3D-Forming und ein Kreativofen-Modul vorgesehen. Damit lassen sich beispielsweise gebogene Objekte, Phone Cases, Badges oder DTF-Folien weiterverarbeiten.

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