Esslinger VexelLine: Einleitung
Vor dem Esslinger VexelLine stand bei mir ein IKEA TROTTEN im Büro. An sich kein schlechter Schreibtisch, denn er ist stabil, schlicht und per Kurbel sogar höhenverstellbar. Genutzt habe ich die Funktion trotzdem kaum. Nicht, weil sie schlecht funktionierte, sondern weil man eben jedes Mal kurbeln musste.
Beim Esslinger VexelLine reicht dafür ein Tastendruck. Das allein macht allerdings noch keinen besonderen Schreibtisch. Elektrisch höhenverstellbare Modelle gibt es inzwischen von IKEA, FlexiSpot und unzähligen weiteren Herstellern.

Esslinger setzt deshalb nicht nur auf Motoren und Speicherplätze, sondern auf ein möglichst geschlossenes Arbeitsplatzsystem. Dazu gehören eine große integrierte Kabelbox, mehrere Tischplattengrößen, verschiedene Farbkombinationen und passendes Zubehör vom Monitorarm bis zur PC-Halterung.
Getestet habe ich den VexelLine mit weißer Tischplatte und grauem, zweistufigem Gestell.
Esslinger VexelLine: Drei Pakete, drei Lieferwege
Tischplatte, Gestell und Kabelwanne werden getrennt mit DHL und DPD verschickt. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar, denn so lassen sich teure Speditionskosten vermeiden. Der Nachteil ist allerdings, dass die Pakete nicht unbedingt gleichzeitig ankommen.
Bei mir waren Tischplatte und Kabelwanne schon da, während das Gestell noch unterwegs war. Mit dem Aufbau konnte ich deshalb erst einmal nicht loslegen.
Die Tischplatte kam ordentlich geschützt. Am zusammengeklebten Eckenschutz aus Schaumstoff blieben einige Klebereste hängen, die ließen sich aber mit wenig Aufwand und ohne sichtbare Rückstände entfernen. Dazu kam etwas Staub auf der weißen Oberfläche, der nach einmaligem Abwischen verschwunden war. Beschädigungen, tiefe Kratzer, schlecht gesetzte Bohrungen oder andere Mängel gab es nicht.
Esslinger VexelLine: Aufbau ohne größere Hürden
Nach dem Auspacken liegt zunächst ein stattlicher Stapel aus Metallteilen, Kabeln, Schrauben und Abdeckungen auf dem Boden. Die Montage ist trotzdem gut zu bewältigen.
Esslinger sortiert die Schrauben nach Buchstaben und verpackt sie in getrennten Tütchen. Die Anleitung greift diese Kennzeichnung bei jedem Schritt auf. Dadurch entfällt das übliche Rätselraten, welche der fast identisch aussehenden Schrauben gerade gemeint ist.

Die Anleitung führt verständlich durch die einzelnen Schritte. Hier und da gibt es kleinere Übersetzungsfehler, die jedoch nicht dafür sorgen, dass man ratlos vor dem Gestell sitzt. Das benötigte Werkzeug liegt bei. Ein eigener Akkuschrauber beschleunigt die Arbeit, notwendig ist er nicht.
Zunächst wird der zentrale Rahmen zusammengesetzt und an die Breite der Tischplatte angepasst. Danach folgen Hubsäulen, Füße, Motoren, Netzteil und Kabelbox. Die beiden Motoren werden über vorbereitete Steckverbindungen mit dem Netzteil verbunden, das später unter der Tischplatte sitzt.

Das Bedienelement kann links oder rechts montiert werden. Diese Freiheit erspart später unnötige Kompromisse, etwa wenn auf einer Seite ein Schrank steht oder die Steuerung mit der bevorzugten Hand erreichbar sein soll.
Alleine brauchte ich rund 45 Minuten. Der eigentliche Aufbau funktioniert ohne Hilfe, allerdings sollte beim Umdrehen und Aufstellen des fertigen Tisches eine zweite Person mit anpacken. Der fertige Tisch ist nämlich kein Leichtgewicht!
Esslinger VexelLine: Drei Größen und zwölf Farbkombinationen
Esslinger bietet den VexelLine in 140 × 80 Zentimeter, 160 × 80 Zentimeter und 180 × 80 Zentimeter an. Die Tischplatten stehen in Weiß, Schwarz, Beige und Nussbaum zur Wahl. Beim Gestell gibt es Schwarz, Weiß und Grau. Insgesamt entstehen daraus zwölf Farbkombinationen.
Mein Testmodell mit weißer Platte und grauem Gestell wirkt ruhig, modern und passt gut in hell eingerichtete Arbeitszimmer. Die abgerundeten Ecken lockern die große Fläche etwas auf und lassen den Schreibtisch weniger wuchtig wirken.

Die Platte besteht aus MDF mit matter Oberfläche, die leicht zu reinigen ist. Fingerabdrücke sind auf Weiß kaum zu sehen, dunkler Staub fällt dagegen schneller auf. Nach einem Monat Nutzung waren weder Kratzer noch Druckstellen oder andere sichtbare Gebrauchsspuren zu erkennen.
Alle drei Tischplatten sind 80 Zentimeter tief. Der Bildschirm steht dadurch nicht direkt hinter der Tastatur und vor dem Monitor bleibt noch Raum für Unterlagen, Notebook oder andere Arbeitsgeräte.

Die passende Breite hängt vom eigenen Setup ab. Auf 140 Zentimetern lässt sich ein klassischer Arbeitsplatz mit einem großen Monitor oder zwei kompakteren Displays einrichten. 160 Zentimeter lassen mehr Luft für Lautsprecher, Notebook, Ladegeräte und etwas Dekoration. Die 180-Zentimeter-Version ist vor allem für breite Multi-Monitor-Setups oder Arbeitsplätze, an denen neben dem PC regelmäßig weitere Geräte stehen, interessant.
Auf meinem Tisch fanden Monitor, Mini-PC, Arbeitsgeräte und Deko Platz, ohne dass die Fläche überladen wirkte. Einen großen Anteil daran hat die Kabelbox, weil Steckdosenleisten und Netzteile weder auf der Tischplatte noch sichtbar darunter liegen. Erreichbar ist sie über eine Klappe von oben und unten. Im Inneren finden bis zu fünf Steckdosenleisten nebeneinander Platz.
Allerdings nimmt die Abdeckung einen Teil der hinteren Tischkante ein. Monitorarme und anderes Zubehör mit Klemmhalterung lassen sich deshalb nicht an jeder beliebigen Position befestigen. Vor der Montage lohnt es sich, grob zu planen, wo der Monitorarm sitzen soll, wie die Kabel verlaufen und welche Geräte direkten Zugriff auf die hintere Öffnung benötigen.
Esslinger VexelLine: Stabiler Stand und leise Motoren
In normaler Sitzhöhe steht der VexelLine sehr ruhig. Beim Tippen, Bewegen der Maus und leichten Abstützen an der Tischkante gibt die Konstruktion kaum nach und auch der am Monitorarm befestigte Bildschirm blieb weitgehend ruhig.
Esslinger nennt für den Tisch eine Traglast von bis zu 120 Kilogramm. Für einen Arbeitsplatz mit mehreren Monitoren, Rechner, Lautsprechern und weiterem Zubehör sollte das ausreichend Reserve bieten.

Je weiter ein höhenverstellbarer Tisch nach oben fährt, desto stärker wirken die ausgefahrenen Säulen als Hebel. Beim VexelLine nimmt die Bewegung im Stehen etwas zu, bleibt aber im normalen Rahmen. Vollkommen bewegungslos bleibt in maximaler Höhe kaum ein Modell.
Die Höhenverstellung übernehmen zwei Motoren. Der Tisch fährt gleichmäßig hoch und herunter, ohne sichtbar zu ruckeln oder an einer Seite vorauszulaufen. Dabei bleibt er angenehm leise. Zu hören ist lediglich ein dezentes Summen der Motoren. Sobald die gewünschte Höhe erreicht ist, stoppt die Platte sauber, ohne nachzuschwingen.
Trifft der Tisch beim Verstellen auf Widerstand, reagiert der Anti-Kollisionsschutz und stoppt die Bewegung automatisch.
Esslinger VexelLine: Touchpanel mit vier Speicherplätzen
Gesteuert wird der Tisch über ein Touchpanel an der Vorderkante. Das Display zeigt die Höhe in Zentimetern inklusive Nachkommastelle an.
Vier Speicherplätze stehen zur Verfügung. Für mich reichten bereits zwei, davon eine Position zum Sitzen und eine zum Stehen. Die übrigen Plätze können für eine zweite Person, eine niedrigere Schreibposition oder eine bestimmte Höhe für Videocalls genutzt werden. Wer die Höhe lieber manuell festlegt, nutzt die Auf- und Ab-Tasten.

Am Controller befindet sich links ein USB-C Anschluss. Darüber lassen sich Smartphone, Kopfhörer oder kleinere Geräte laden. Für größere Verbraucher ist der Anschluss jedoch nicht gedacht.
Eine akustische Erinnerung weist auf Wunsch nach einer festgelegten Zeit darauf hin, die Position zu wechseln. Der Tisch fährt dabei nicht selbstständig hoch oder herunter, sondern gibt lediglich einen Signalton aus. Für mich persönlich ist das eher eine nette Spielerei als ein wirklich genutztes Feature.
Esslinger VexelLine: Zwei- oder dreistufiges Gestell?
Der VexelLine ist mit einem zwei- und einem dreistufigen Gestell erhältlich.
Das zweistufige Modell deckt ohne Tischplatte einen Bereich von 70 bis 120 Zentimetern ab. Beim dreistufigen Gestell sind es 60 bis 125 Zentimeter.

Auf den ersten Blick fallen die zusätzlichen fünf Zentimeter am oberen Ende auf. Der größere Unterschied liegt jedoch unten, denn die dreistufige Version fährt zehn Zentimeter weiter herunter, wovon vor allem kleinere Personen profitieren können.
Für meine Körpergröße (1,81 Meter) reichte das zweistufige Modell völlig aus. Wer möglichst viel Spielraum möchte oder eine niedrige Sitzposition benötigt, sollte zum geringfügig teureren dreistufigen Gestell greifen.
Esslinger VexelLine: Zubehör aus einem System
Esslinger bietet rund um den VexelLine verschiedene Ergänzungen an. Dazu gehören unter anderem Monitorarme, eine PC-Halterung, Steckdosenleisten, eine Fokusleuchte und weiteres Schreibtischzubehör.
Der Vorteil liegt in der Abstimmung. Farben, Befestigungen und Abmessungen passen zum Tisch. Wer einen kompletten Arbeitsplatz aufbauen möchte, muss nicht mehrere Hersteller miteinander kombinieren. Günstig ist das Zubehör allerdings nicht. Da der VexelLine selbst bereits im oberen Preisbereich liegt, kann ein vollständig ausgestattetes Setup schnell deutlich teurer werden. Nicht jedes Zubehörteil überzeugte mich außerdem gleichermaßen.

Esslinger Monitorarm
Der Monitorarm arbeitet mit einer Gasfeder und lässt sich in Höhe, Neigung und Drehung stufenlos verstellen. Unterstützt werden Monitore zwischen 1 und 9 Kilogramm mit VESA 75 × 75 oder 100 × 100 Millimetern. Die VESA-Platte wird per Quick Release eingesetzt, was die Montage deutlich erleichtert.
Montiert wird der Arm per Tischklemme an Platten zwischen 10 und 70 Millimetern Stärke. Der Bildschirm lässt sich um 360 Grad drehen und weit zur Seite schwenken. Ein einstellbares Limit begrenzt den Schwenkweg in Richtung Wand, damit der Monitor nicht versehentlich dagegenstößt.

Auch die Kabelführung ist sauber gelöst. Die Leitungen laufen durch Clip-Abdeckungen entlang des Arms und durch einen ausziehbaren Kanal im unteren Segment. Sie bleiben damit nah am Gestell und hängen bei Bewegungen nicht lose über der Tischplatte.
Im Test ließ sich der Monitor schnell ausrichten und flexibel positionieren. Bei meinem schwereren Display hätte die Gasfeder allerdings mehr Gegendruck vertragen. Die Spannung kann über eine Schraube erhöht werden, doch selbst bei fester Einstellung wirkte der Bildschirm in einigen Positionen etwas lockerer als erwartet.
Der Monitor sank zwar nicht unkontrolliert ab und grundsätzlich funktionierte der Arm zuverlässig, die angegebene Belastungsgrenze von 9 Kilogramm würde ich dennoch nicht vollständig ausreizen. Für leichtere und mittelschwere Displays bietet der Arm viel Bewegungsfreiheit, eine ordentliche Kabelführung und eine angenehm unkomplizierte Montage.
Esslinger PC-Halterung
Die PC-Halterung wird direkt am Tischgestell befestigt und fährt bei jeder Höhenverstellung mit. Der Rechner bleibt dadurch auf derselben Höhe wie die Tischplatte. Kabel zwischen PC, Monitor und Zubehör werden beim Wechsel zwischen Sitzen und Stehen weder gespannt noch unnötig lang geführt.

Esslinger gibt eine Traglast von bis zu 40 Kilogramm an und die 250 Millimeter breite Auflagefläche bietet auch größeren Towern genügend Halt. Länge und Ausrichtung lassen sich an das jeweilige Gehäuse und die Platzverhältnisse anpassen. So kann der PC etwa so montiert werden, dass Anschlüsse und Einschaltknopf gut erreichbar bleiben.
Da mein Mini-PC bereits auf der Tischplatte stand, habe ich die Halterung kurzerhand für mein NAS genutzt. Grundsätzlich eignet sie sich aber auch als kleine Seitenablage, etwa für Snacks oder Getränke.
Esslinger Steckdosenleiste
Die passende Steckdosenleiste verschwindet vollständig in der Kabelbox und versorgt dort mehrere Geräte zentral mit Strom. Sie bietet sechs Schutzkontakt-Steckdosen, drei USB-A-Anschlüsse und einen USB-C-Port mit bis zu 18 Watt.

Mit knapp 48 Zentimetern ist die Leiste vergleichsweise lang, findet in der geräumigen Kabelbox aber problemlos Platz. Gegenüber einer beliebigen Mehrfachsteckdose liegt der Vorteil vor allem in der einheitlichen Optik und den direkt integrierten USB-Anschlüssen. Technisch bleibt sie ansonsten eine solide, aber recht konventionelle Steckdosenleiste.











