Nothing Headphone (a) im Test – So gut ist der günstige Over-Ear für Reisen!

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 1. April 2026

Mitternacht in Frankfurt, Boarding nach Bangkok. Zwölf Stunden Flug, wenig Schlaf und jede Menge Zeit für Musik, Filme und Podcasts. Genau hier müssen Kopfhörer liefern. Statt nur ein paar Stunden im Büro zu testen, habe ich die Nothing Headphone (a) direkt auf eine mehrwöchige Reise geschickt.

9

Unsere Bewertung
Nothing Headphone (a) Review Hero

Headphone (a): Der Flug beginnt

Am Gate angekommen, greife ich in den Rucksack und ziehe die Headphone (a) aus der mitgelieferten Tragetasche. Statt eines stabilen Hardcases, wie man es von den Headphone (1) (hier zum Test) kennt, legt Nothing hier einen Beutel bei.

Der schützt zwar vor Kratzern und Staub, vermittelt aber nicht gerade das Gefühl, dass die Kopfhörer im Gepäck besonders gut aufgehoben sind. Für den schnellen Transport reicht es, im vollgepackten Rucksack hätte ich mir aber etwas mehr Schutz gewünscht.

Nothing Headphone (a) stehend frontal
In Schwarz, Weiß, Pink und Gelb erhältlich.

Während ich im Boarding-Bereich sitze, wird schnell klar, dass Nothing bei den Headphone (a) kaum etwas am Grundkonzept verändert hat. Die leicht eckigen Ohrmuscheln, der verstellbare Bügel und die mit Memory-Foam gefüllten Ohrpolster entsprechen weitgehend dem, was man schon vom größeren Modell kennt.

Auffällig ist vor allem die neue Farbpalette. Neben Schwarz und Weiß bringt Nothing mit Pink und Gelb deutlich mehr Farbe ins Spiel, wodurch die Kopfhörer weniger technisch und insgesamt etwas entspannter wirken.

Beim Material verzichtet Nothing auf Aluminium und setzt stattdessen größtenteils auf Kunststoff. Das wirkt im Zusammenspiel mit den Farben stimmig und nicht billig, auch wenn man den Unterschied merkt. Die Verarbeitung ist trotzdem solide, nichts knarzt oder wirkt instabil, es kommt nur etwas weniger Premium-Feeling auf.

Nothing Headphone (a) left Markeriung
Im Bügel markieren „Left“ und „Right“ die Ausrichtung, allerdings nicht in Blindenschrift.

Mit 310 Gramm sind die Headphone (a) rund 20 Gramm leichter als die Headphone (1), gehören aber weiterhin nicht zu den leichtesten Over-Ears.

Noch bevor das Boarding beginnt, setze ich sie zum ersten Mal richtig auf. Der Anpressdruck ist sofort spürbar. Die Kopfhörer sitzen fest auf dem Kopf und schirmen schon ohne aktiviertes ANC erstaunlich viel von der hektischen Geräuschkulisse am Gate ab.

Das sorgt für eine gute Grundisolierung, hat aber auch eine Kehrseite. Unter den großen ohrumschließenden Polstern kommt kaum Luft an die Ohren. Gerade bei längeren Sessions oder warmen Temperaturen kann es darunter schnell warm werden.

Als das Boarding aufgerufen wird und ich über die Gangway ins Flugzeug gehe, sind die Headphone (a) bereits eingeschaltet. Ein kurzer Dreh am Roller, die Lautstärke passt und der eigentliche Test kann beginnen.

Nothing Headphone (a) Ohrpolster
Die Ohrpolster sind leider nicht austauschbar.

Headphone (a): ANC im Langstreckentest

Kaum hat der Airbus seine Reiseflughöhe erreicht, beginnt der Teil des Fluges, den jeder kennt. Das monotone Dröhnen der Triebwerke, ein stetiges Rauschen der Klimaanlage und das gelegentliche Klappern von Trolleys im Gang.

Ein Druck auf den Roller aktiviert die Active Noise Cancellation (ANC) und plötzlich rückt das tiefe Brummen der Triebwerke deutlich in den Hintergrund. Komplett verschwindet es natürlich nicht, aber das konstante Dröhnen wird so weit gedämpft, dass Musik oder Filme deutlich entspannter wirken. Gerade bei ruhigen Tracks oder Podcasts merkt man, wie viel angenehmer die Kabine plötzlich klingt.

Bei unregelmäßigen Geräuschen, etwa wenn der Servicewagen durch den Gang rollt oder eine Durchsage aus den Lautsprechern kommt, stößt auch das ANC der Headphone (a) an seine Grenzen. Solche Geräusche werden zwar abgeschwächt, bleiben aber hörbar. Für diese Preisklasse ist die Leistung dennoch mehr als ordentlich und für Reisen absolut ausreichend.

Nothing Headphone (a) Ohrmuschel
Die Ohrmuschel dichtet gut ab, das ANC erledigt den Rest.

Während der Flug langsam in den Nachtmodus übergeht und die Kabinenbeleuchtung gedimmt wird, arbeitet das ANC unaufdringlich vor sich hin. Es entsteht kein Druckgefühl auf den Ohren, wie man es von manch aggressiveren ANC-Kopfhörern kennt. Man merkt eher, dass der Lärm langsam aus dem Raum gezogen wird.

Als ich irgendwann mitten über dem Indischen Ozean den Transparenzmodus teste, funktioniert auch der erwartungsgemäß. Die Geräusche aus der Kabine kommen wieder durch, Stimmen wirken natürlich und nicht künstlich verstärkt. Praktisch, wenn man kurz mit der Flugbegleitung spricht, ohne die Kopfhörer abzusetzen. Spätestens bei "Chicken or Beef?" will man schließlich nichts verpassen!

Der eigentliche Überraschungsmoment kommt allerdings beim Blick auf den Akkustand. Nach mehreren Stunden Musik, Podcasts und Film mit aktiviertem ANC zeigt sich dort kaum Bewegung. Dazu gleich mehr.

Headphone (a): Soundtrack über den Wolken

Auf Langstreckenflüge hat man Zeit, Musik wirklich zu hören. Keine kurzen Testtracks wie im Büro, sondern ganze Alben, Podcasts und Filme am Stück.

Schon bei den ersten Songs fällt auf, dass Nothing hier einen etwas anderen Klangcharakter verfolgt als beim größeren Modell. Die Headphone (a) klingen lebendiger und direkter. Bei "Midnight City" von M83 breiten sich die Synthflächen angenehm weit aus, während der Beat sauber darunter arbeitet. Die Bühne wirkt insgesamt offener als beim Vorgänger, der manchmal etwas kompakter klang.

Auch beim Bass merkt man schnell, wohin die Reise geht. Tracks wie "Bad Guy" von Billie Eilish oder "Blinding Lights" von The Weeknd profitieren von einem kräftigen, aber kontrollierten Tieftonbereich. Kickdrums haben genug Druck, ohne dass der Bass alles andere überlagert. Gerade bei moderner Pop- und Elektronikmusik macht das richtig Spaß.

Nothing Headphone (a) auf Kopf
Zwischen den Inseln unterwegs: Motorlärm im Hintergrund, Musik im Vordergrund.

In den Mitten bleiben Stimmen gut verständlich. Bei "Flowers" von Miley Cyrus oder Podcasts während des Flugs stehen Vocals klar im Vordergrund, ohne künstlich hervorgehoben zu wirken. Das sorgt für einen insgesamt sehr entspannten Klangcharakter, der auch über mehrere Stunden nicht anstrengend wird.

Die Höhen sind dagegen eher zurückhaltend abgestimmt. Details sind vorhanden, wirken aber etwas weicher als bei stärker Hi-Fi-orientierten Kopfhörern. Bei akustischen Tracks wie "Fast Car" von Tracy Chapman fehlt manchmal ein kleines bisschen Textur in Gitarren oder Percussion. Im Alltag fällt das jedoch kaum negativ auf, weil die Abstimmung insgesamt eher auf Musik als auf analytische Präzision ausgelegt ist.

Nach einigen Stunden Film, Musik und Podcasts merkt man vor allem, dass die Headphone (a) nicht jedes Detail sezierend herausarbeiten wollen. Sie sind eher der Typ Kopfhörer, der Musik einfach angenehm und unterhaltsam klingen lässt. Auf einem Nachtflug irgendwo zwischen Europa und Asien ist genau das eigentlich die bessere Wahl.

Nothing Headphone (a) Transportbeutel
Der Beutel schützt vor Staub und Spritzwasser, bietet aber kaum Schutz gegen Druck oder Stöße.

Headphone (a): Landung, Lobby und der Blick auf den Akku

Als das Flugzeug schließlich in Bangkok landet und ich die Headphone (a) kurz vor dem Aussteigen ausschalte, werfe ich aus Neugier einen Blick in die Nothing X App. Nach fast zwölf Stunden Flug mit durchgehend aktiviertem ANC, mehreren Filmen, Musik und Podcasts steht der Akkustand noch bei 85 Prozent. Das wirkt im ersten Moment fast absurd und ist gleichzeitig einer der größten Vorteile dieser Kopfhörer.

Nothing gibt bis zu 75 Stunden Laufzeit mit ANC und sogar 135 Stunden ohne Geräuschunterdrückung an. Nach diesem Flug erscheinen diese Zahlen plötzlich deutlich realistischer. Während viele Over-Ear-Kopfhörer nach 30 bis 40 Stunden wieder ans Ladegerät müssen, scheinen die Headphone (a) den Akkustand kaum ernsthaft zu verlieren.

Nothing Headphone (a) Bügel
Der Bügel verteilt den Druck gleichmäßig, straff bleibt er trotzdem.

Später in der Hotel-Lobby, während ich auf den Check-in warte und noch kurz durch meine Mails gehe, laufen die Kopfhörer entspannt weiter, ohne hektisches Laden mit Powerbank oder Steckdose in der Lobby. Das ist letztlich auch der größte Komfortfaktor der langen Laufzeit. Man vergisst schlicht, dass der Kopfhörer überhaupt geladen werden muss.

Falls der Akku doch einmal knapp wird, gibt es noch die Schnellladefunktion. Fünf Minuten am USB-C-Kabel liefern bis zu acht Stunden Wiedergabe ohne ANC beziehungsweise fünf Stunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Eine kurze Ladepause am Laptop oder im Hotelzimmer reicht also, um wieder mehrere Stunden Musik hören zu können.

Kabelloses Laden gibt es zwar nicht, angesichts dieser Laufzeiten fällt das allerdings kaum ins Gewicht.

Headphone (a): Bedienung unterwegs

Die Headphone (a) setzen wie schon die Headphone (1) nicht auf Touchgesten, sondern auf mechanische Bedienelemente, was sich unterwegs als Vorteil erweist. Während viele Touchflächen bei Bewegung oder Regen schnell ungenau reagieren, lassen sich die physischen Bedienelemente der Headphone (a) problemlos blind bedienen.

Nothing Headphone (a) Bedientasten
Oben der Roller, darunter der Paddle. Oben rechts die schwarze Multifunktionstaste.

Der Roller für die Lautstärke sitzt am Rahmen der rechten Ohrmuschel. Ein kurzer Druck pausiert die Wiedergabe, ein Dreh verändert die Lautstärke. Direkt darunter sitzt der Paddle-Schalter, mit dem sich Tracks und Podcasts überspringen oder vor- und zurückspulen lassen, ohne das Smartphone aus der Tasche kramen zu müssen. Dazu kommt noch eine frei belegbare Taste auf der Außenseite der Ohrmuschel.

Was im Alltag allerdings fehlt, ist eine automatische Wiedergabepause. Nimmt man die Kopfhörer ab, läuft die Musik einfach weiter. Gerade unterwegs oder auf Reisen hätte eine Trageerkennung hier gut ins Gesamtpaket gepasst.

Headphone (a): Konnektivität

Bangkok ist ein guter Ort, um die Konnektivität eines Kopfhörers zu testen. Morgens Musik im Hotelzimmer vom Laptop, später Podcasts auf dem Smartphone im Skytrain, zwischendurch ein Anruf, idealerweise ohne ständig neu koppeln zu müssen.

Hier machen die Headphone (a) im Alltag einen guten Job. Sie unterstützen Bluetooth 5.4 sowie die üblichen Codecs AAC und SBC, zusätzlich aber auch LDAC für hochauflösende Audioübertragung. Wer ein kompatibles Android-Gerät nutzt, kann Musik damit mit bis zu 24-bit/96 kHz übertragen. Im Alltag bleibt die Verbindung stabil, egal ob im Hotel, in der Bahn oder draußen in der Stadt.

Nothing Headphone (a) Anschlüsse
Einschalttaste, Akku-Pairing-LED, USB-C und 3,5 mm Klinke.

Die Multipoint-Verbindung der Headphone (1) ist auch hier mit dabei, wodurch die Kopfhörer gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden sein können. So läuft etwa Musik vom Laptop weiter, während ein eingehender Anruf vom Smartphone automatisch übernommen wird.

Neben Bluetooth lassen sich die Headphone (a) auch kabelgebunden nutzen. Dem Lieferumfang liegt sowohl ein 3,5 mm Klinkenkabel als auch ein USB-C-Kabel bei.

Headphone (a): Nothing X App

Die Nothing X App gehört nach wie vor zu den übersichtlichen Begleit-Apps für Kopfhörer und bleibt auch bei den Headphone (a) angenehm frei von unnötigem Schnickschnack.

Die wichtigsten Funktionen sind schnell erreichbar. ANC-Stufen, Transparenzmodus, Low-Latency-Modus oder Spatial Audio, das im Gegensatz zum Headphone (1) allerdings ohne Headtracking auskommt, lassen sich so direkt umschalten. Der Equalizer bietet neben einfachen Presets wie "Balance", "Mehr Bass" oder "Mehr Höhen" auch einen erweiterten Mehrband-EQ für Feintuning.

Während am Pool eher entspannter Pop oder Lo-Fi läuft, darf es abends beim Spaziergang durch die Straßen von Sukhumvit ruhig etwas mehr Bass sein. Ein kurzer Wechsel des EQ-Profils genügt und der Klang passt wieder zur Umgebung.

Auch die Steuerung von Roller, Paddle und der Multifunktionstaste lässt sich in der App anpassen. Die frei belegbare Multifunktionstaste kann etwa den Sprachassistenten starten, zwischen EQ-Profilen wechseln und sogar die Kamera des Smartphones auslösen. In Verbindung mit Nothing Phones kommen weitere Funktionen dazu, etwa direkter Zugriff auf ChatGPT oder bestimmte Systemfeatures.

Besonders angenehm ist dabei, dass alle Einstellungen direkt im Kopfhörer gespeichert werden. Hat man einmal seine bevorzugte Konfiguration gefunden, bleibt sie auch erhalten, wenn man später zwischen Laptop, Smartphone oder Tablet wechselt.

Headphone (a)

9

POSITIV

Hervorragende Akkulaufzeit (bis zu 135 Stunden)

Dynamischer Klang mit breiter Bühne

Präzise Bedienung mit Roller und Paddle

Gute App mit starkem Equalizer

LDAC, USB-C-Audio und Klinke an Bord

Stabiles ANC für Alltag und Reisen

NEGATIV

Kein Hardcase, nur einfacher Kunststoffbeutel

Kein Auto-Pause (keine Trageerkennung)

Ohrpolster werden schnell warm

Ohrpolster nicht wechselbar

FAZIT

Nach mehreren Tagen zwischen Flugzeug, Skytrain, Boot und Hotelzimmer haben sich die Headphone (a) als ziemlich entspannter Reisebegleiter erwiesen. Sie sind vielleicht nicht die audiophilsten Kopfhörer auf dem Markt, treffen aber genau die richtige Balance aus Klang, Ausstattung und Alltagstauglichkeit.

Der Sound macht Spaß, besonders bei moderner Pop-, Hip-Hop- und Elektronikmusik. Die Bühne wirkt offener als beim Vorgänger, der Bass hat Druck, ohne alles zu überdecken, und Stimmen bleiben klar verständlich. Wer absolute Detailauflösung sucht, wird bei manchen Hi-Fi-Kopfhörern zwar noch etwas mehr Feinzeichnung finden, im Alltag passt die Abstimmung der Headphone (a) aber erstaunlich gut.

Das ANC erledigt seinen Job zuverlässig, gerade auf Reisen. Flugzeugrauschen, Bahnfahrten oder der Lärm einer Großstadt werden deutlich gedämpft, ohne dass ein unangenehmer Druck auf den Ohren entsteht. Gleichzeitig bleibt der Transparenzmodus praktisch, wenn man zwischendurch kurz mit der Umgebung interagieren muss.

Die größte Überraschung bleibt allerdings die Akkulaufzeit. Nach einem zwölfstündigen Flug nach Bangkok mit aktivem ANC standen noch rund 85 Prozent Akku auf der Anzeige, was im ersten Moment fast unglaubwürdig wirkt. Der ständige Blick auf den Akkustand fällt damit quasi weg.

Natürlich gibt es auch ein paar kleinere Schwächen. Die Kopfhörer sind weiterhin nicht besonders leicht, der kräftige Anpressdruck ist Geschmackssache und ein richtiges Transportcase fehlt. Auch eine automatische Wiedergabepause beim Absetzen hätte ich mir gewünscht.

PREISVERGLEICH

amazon.de
Price icon 159,00€
nothing.tech
159,00€

Hinterlasse hier deinen Kommentar