Einleitung
Mit der Teufel CINEBAR 22 Surround Power Edition will Teufel echtes Heimkino ohne AV-Receiver ermöglichen. Als modulares System ist die CINEBAR 22 in mehreren Varianten erhältlich. Der Einstieg beginnt mit der CINEBAR 22 samt T6-Subwoofer ab 599,99 Euro UVP, darüber folgen stärkere Ausführungen mit größerem Subwoofer und optionalen Rear-Lautsprechern.
Für den Test haben wir uns die Surround Power Edition näher angesehen. Sie kombiniert die Soundbar mit dem kräftigen T10 Wireless-Subwoofer sowie zwei kabellosen EFFEKT 2 Rear-Lautsprechern und arbeitet damit als vollständiges 7.1-System. Getestet wurde in einem 25 m² großen Heimkino mit Beamer und typischer Sofa-Position vor der Leinwand.

Design und Verarbeitung
Die Soundbar bleibt optisch zurückhaltend und fügt sich problemlos in nahezu jedes Heimkino-Setup ein, egal ob unter einem Fernseher oder, wie in unserem Test, unter einer Beamer-Leinwand. Gummifüße auf der Unterseite sorgen für Standfestigkeit, alternativ ist aber auch eine Wandmontage über eine Schlüssellochhalterung auf der Rückseite möglich.
Front und Seiten der 100 × 7,8 × 14,7 cm großen CINEBAR 22 werden von einem umlaufenden Metallgitter geschützt, das stabil wirkt und dem System eine hochwertigere Anmutung verleiht als reine Kunststofflösungen vieler Konkurrenzmodelle.

Unterbrochen wird die Front lediglich durch das integrierte LED-Display, das Informationen zu Eingang, Lautstärke oder Klangmodus anzeigt. Im abgedunkelten Heimkino bleibt es gut ablesbar und lässt sich bei Bedarf dimmen.
Auf der Oberseite sitzt ein Touch-Bedienfeld für grundlegende Funktionen wie Lautstärke, Wiedergabe und Quellenwahl. Auf Eingaben reagiert das Bedienfeld zuverlässig, im Alltag erfolgt die Steuerung jedoch überwiegend über die mitgelieferte Fernbedienung. Diese ist logisch aufgebaut und beschriftet, wirkt haptisch allerdings weniger hochwertig als das eigentliche Lautsprechersystem. Eine Beleuchtung hat die Fernbedienung nicht.

Verarbeitung und Materialqualität bewegen sich insgesamt auf einem guten Niveau innerhalb der Preisklasse.
T10 Subwoofer
Der T10 Subwoofer ist mit seinen 35,1 × 48,3 × 38 cm und 15,6 kg Gewicht der Bolide im Trio. Das Gehäuse besteht aus dickwandigem MDF, das wahlweise schwarz oder weiß foliert ist. Die Signalübertragung erfolgt kabellos per Funk, sodass lediglich ein Stromanschluss erforderlich ist. Das Netzkabel ist nicht abnehmbar, sondern fest integriert.
Mit den mitgelieferten Schraubfüßen lässt er sich entweder als Down-Firing-Subwoofer (Membran strahlt zum Boden) oder als Front-Firing-Subwoofer (Membran strahlt in den Raum) betreiben, wodurch sich die Bassabstrahlung an Raum und Aufstellort flexibel anpassen lässt.

EFFEKT 2 Satelliten
Die Rear-Speaker sind erstaunlich kompakt (ca. 16 cm hoch) und lassen sich so ideal auf Stativen (M6 Gewinde) oder per integrierter Schlüssellochhalterung an der Wand montieren. Auch hier dominieren Kunststoff und Metallgitter, allerdings ist die Verarbeitungsqualität nicht zu beanstanden.
Genauso wie beim T10 erfolgt auch hier die Signalübertragung kabellos per Funk. Die Stromversorgung übernimmt jeweils ein abnehmbares, zweipoliges Netzkabel mit C7-Anschluss.

Anschlüsse, Ausstattung und Einrichtung
Die Verbindung zum Zuspieler erfolgt primär über HDMI mit eARC, wodurch sich Lautstärke und Ein-/Ausschalten komfortabel über die TV- oder Beamer-Fernbedienung steuern lassen. Zusätzlich steht ein weiterer HDMI-Eingang zur Verfügung, etwa für Spielekonsolen oder Streaming-Boxen. Dieser unterstützt 4K-Passthrough inklusive HDR, Dolby Vision und 3D-Signalen.
Als weitere Anschlüsse gibt es einen optischen Digitaleingang, einen analogen Cinch-Eingang und einen AUX-Anschluss. Auf WLAN, Ethernet, AirPlay, Chromecast oder integrierte Streamingdienste verzichtet Teufel hingegen vollständig. Lediglich Bluetooth 5.3 mit AAC-Unterstützung für kabelloses Musikstreaming ist vorhanden.
Eine Companion-App existiert ebenfalls nicht. Sämtliche Einstellungen erfolgen direkt über das On-Screen-Menü der Soundbar beziehungsweise über die Fernbedienung. Dadurch bleibt die Bedienung zwar angenehm unkompliziert und frei von Softwarepflege, andererseits fehlen Komfortfunktionen, wie etwa WLAN-Streaming, was in dieser Preisklasse mittlerweile häufig zum Standard gehört.
Einrichtung und Pairing
Gerade für ein vollständiges 7.1-System ist die Einrichtung angenehm simpel. Da Subwoofer und Satelliten kabellos per Funk angebunden sind, entfällt das sonst übliche Verlegen von Lautsprecherkabeln quer durchs Wohnzimmer.
Im Testaufbau stand die Soundbar zentral unter der Leinwand, der T10 Subwoofer leicht seitlich versetzt neben dem Lowboard. Die beiden EFFEKT 2 Satelliten wurden hinter der Sitzposition auf Ohrhöhe platziert.
Das erste Pairing wird über eine entsprechende Pairing-Taste am T10 Subwoofer beziehungsweise an den Satelliten gestartet. Das Koppeln dauert nur wenige Sekunden und danach verbinden sich alle Komponenten automatisch beim Einschalten.
Wahrnehmbare Verzögerungen zwischen Soundbar, Subwoofer und Rear-Lautsprechern traten im Test nicht auf. Bild und Ton bleiben jederzeit sauber synchron. Die Reichweite gibt Teufel selbst mit 15 Metern an.
Technik und Klangkonzept
Die Soundbar arbeitet mit acht integrierten Treibern, die unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Klangbilds übernehmen. Zentral sitzt ein koaxial aufgebauter Center-Kanal, bei dem Hoch- und Mitteltöner auf einer Achse angeordnet sind. Dadurch bleiben Stimmen unabhängig von der Sitzposition stabil im Bildzentrum verankert, was insbesondere bei dialoglastigen Filmen und Serien von Vorteil ist.
Links und rechts unterstützen zusätzliche Mittelton-Treiber sowie Hochtöner die Frontkanäle. Für den Tiefton- und Grundtonbereich kommen sogenannte Racetrack-Treiber zum Einsatz, deren ovale Bauform trotz flacher Gehäusehöhe eine größere Membranfläche mit mehr Volumen ermöglicht.
Seitliche Side-Firing-Breitbandtreiber strahlen Schall bewusst zu den Raumseiten ab und nutzen Reflexionen von Wänden und Decke, um eine breitere Klangbühne mit räumlichen Eindruck zu erzeugen.

Unterstützend kommt Teufels Dynamore Ultra Technologie zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Signalverarbeitung, die Front- und Seitenkanäle gezielt erweitert, um Surroundeffekte auch ohne klassische Lautsprecheranordnung zu verstärken. Die Funktion lässt sich bei Bedarf zuschalten und beeinflusst insbesondere die wahrgenommene Breite der Klangbühne.
Gleichzeitig aktiviert das System bei entsprechenden Inhalten automatisch virtuelle Erweiterungen wie Dolby Atmos Virtualizer oder DTS Virtual:X, wodurch ein dreidimensional wirkender Klangraum simuliert wird.
Dolby Atmos und DTS:X werden zwar unterstützt, allerdings verzichtet die CINEBAR 22 auf nach oben abstrahlende Upfiring-Speaker. Höheninformationen entstehen daher ausschließlich virtuell über Signalverarbeitung und seitliche Schallreflexionen im Raum und nicht etwa über einen physischen Überkopfkanal, wie bei dedizierten Atmos-Systemen.
Über das integrierte Klangmenü lässt sich das System zudem vergleichsweise umfangreich an Raum und Hörposition anpassen. Neben klassischen Höhen- und Bassreglern stehen verschiedene Klangprofile, Dynamic Range Compression (DRC) zur Reduzierung von Lautstärkespitzen sowie ein Upmix-Modus zur Verfügung, der Stereoquellen auf alle Lautsprecher verteilt und so ein vollwertiges Surroundfeld erzeugt.

Zusätzlich können Subwoofer und Rear-Lautsprecher individuell kalibriert werden. Pegel einzelner Kanäle lassen sich per Testton angleichen, während Distanzangaben zwischen Hörplatz und Lautsprechern vom System in entsprechende Laufzeitkorrekturen umgerechnet werden. Dadurch bleibt das Klangbild auch bei nicht ideal symmetrischer Aufstellung räumlich stimmig.
Der T10 Subwoofer übernimmt parallel den kompletten Tieftonbereich. Sein 250 mm Aluminium-Tieftöner arbeitet in einem Bassreflexgehäuse mit integrierter Class-D-Endstufe und sorgt für den nötigen Tiefgang unterhalb der Fähigkeiten der Soundbar selbst. Die EFFEKT 2 Satelliten ergänzen das System schließlich als echte Rear-Kanäle mit eigenem Zwei-Wege-Aufbau aus Hoch- und Mitteltönern.

Klangqualität
Heimkino
Im Heimkino fühlt sich die CINEBAR 22 Surround Power Edition klar am wohlsten. Bereits nach wenigen Minuten wird deutlich, dass das System primär auf Film- und Serienwiedergabe ausgelegt ist und genau dort seine größten Stärken ausspielt.
Effekte lösen sich deutlich besser vom Bildschirm als bei klassischen 2.1- oder 3.1-Soundbars und verteilen sich nachvollziehbar im Raum. Vorbeifliegende Objekte, Umgebungsgeräusche oder atmosphärische Soundkulissen werden sauber nach hinten erweitert, wodurch ein überzeugender Surround-Eindruck entsteht.

Die beiden EFFEKT 2 Satelliten leisten hierbei einen entscheidenden Beitrag. Anders als bei rein virtuellen Lösungen entsteht tatsächlich hörbarer Klang hinter der Sitzposition. Gerade bei Actionszenen oder Gaming-Inhalten sorgt das für deutlich mehr Immersion, ohne dass die Rear-Kanäle künstlich überbetont wirken.
Ein großer Pluspunkt bleibt die Sprachverständlichkeit. Der Center-Kanal hält Dialoge konstant präsent, selbst wenn Musik, Effekte und Bass gleichzeitig stark gefordert werden. Stimmen bleiben klar ortbar und gehen auch bei hohen Lautstärken nicht im Gesamtmix unter.
Über die vier Klangmodi lässt sich das System zudem gut an unterschiedliche Nutzungsszenarien anpassen. Neben einem neutralen Standardprofil stehen unter anderem ein Sprachmodus, ein Musikmodus sowie ein Nachtmodus zur Verfügung. Letzterer reduziert Dynamikspitzen und Bassanteile spürbar, wodurch Dialoge auch bei geringer Lautstärke verständlich bleiben. Höhen und Bass lassen sich zusätzlich manuell anpassen.
Eine zentrale Rolle im Klangbild übernimmt der T10 Subwoofer. Gerade in Actionszenen oder bassintensiven Filmsoundtracks entwickelt das System ein spürbares Heimkino-Erlebnis, bei dem tieffrequente Effekte nicht nur hörbar, sondern regelrecht körperlich wahrnehmbar werden. Der Bass geht dabei deutlich unter die Haut und versetzt je nach Lautstärke sogar Möbel, Boden und angrenzende Wände in leichte Vibrationen.

Trotz dieser enormen Leistungsreserven arbeitet der Subwoofer überraschend kontrolliert. Der Tiefton wirkt selten überladen oder undefiniert, sondern bleibt präzise strukturiert und sauber in das Gesamtklangbild integriert.
Im Heimkinoraum oder Wohnzimmer entsteht so ein kinotypisches Fundament, das deutlich über typische Soundbar-Systeme hinausgeht. Wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, sollte unbedingt ein gewisses Maß an Rücksicht auf Nachbarn einplanen und zur späten Stunde lieber auf den Nachtmodus wechseln. Das vorhandene Basspotenzial ist mehr als ausreichend!
Musik
Bei der Musikwiedergabe zeigt sich die CINEBAR 22 erwartungsgemäß etwas weniger spezialisiert als im Heimkino, liefert insgesamt aber eine solide Performance für ein Soundbar-basiertes Surroundsystem.
Im Stereo-Betrieb entsteht eine breite Klangbühne, die sich deutlich über die gesamte Breite der Soundbar hinaus erstreckt. Stimmen werden sauber wiedergegeben und bleiben gut verständlich im Vordergrund, während Instrumente nachvollziehbar voneinander getrennt bleiben. Besonders bei Pop und Rock profitiert das System vom kräftigen Grundtonfundament.
Der T10 Subwoofer sorgt auch hier für ein sattes Bassfundament, das Musik spürbar Druck verleiht. Je nach Genre kann der Tiefton jedoch dominant wirken, weshalb eine leichte Reduzierung des Subwoofer-Pegels oder der Wechsel in den Musikmodus sinnvoll sein kann.

Für reine Stereo-Musik empfiehlt es sich zudem, die Surroundverarbeitung beziehungsweise Dynamore Ultra moderat einzusetzen oder zu deaktivieren. Dadurch wirkt die Wiedergabe natürlicher und weniger künstlich aufgeweitet.
Audiophile Feinzeichnung oder die Präzision klassischer Stereo-Lautsprecher erreicht das System erwartungsgemäß nicht. Als Allroundlösung für Filme, Serien und gelegentliche Musikwiedergabe liefert die CINEBAR 22 Surround Power Edition jedoch ein insgesamt stimmiges und angenehm druckvolles Klangbild.










