HUAWEI FreeClip 2: Design, Tragekomfort und Lieferumfang
Die HUAWEI FreeClip 2 fühlen sich anfangs etwas ungewohnt an, weil sie eben nicht ins Ohr gehen, sondern sich darum legen. Vorne sitzt die kleine Lautsprechereinheit, hinten ein Gegengewicht und dazwischen eine flexible Spange, die alles am Ohr hält.
Beim Tragen sind sie angenehm unaufdringlich, denn durch das offene Design sitzt eben nichts im Gehörgang, was drücken könnte. Umso länger man sie trägt, umso eher vergisst man auch, dass man sie gerade trägt.

Gleichzeitig merkt man aber, dass sie nicht ganz so sicher sitzen wie normale Earbuds. Für den besten Klang richtet man sie ab und zu leicht nach, gerade wenn sie beim Bewegen ein bisschen verrutschen. Links und rechts gibt es hier übrigens nicht. Beide Earbuds sind gleich und beim Tragen wird automatisch erkannt, welcher Earbud wo sitzt.
Optisch sind die FreeClip 2 alles andere als dezent. Es gibt sie in Schwarz, Weiß, Blau und Rose Gold. In Zusammenarbeit mit Les Néréides hat HUAWEI außerdem eine Limited Edition mit Schmuckaufsätzen herausgebracht, die an den Earbud gesteckt werden. Das zeigt ziemlich klar, in welche Richtung HUAWEI die FreeClip 2 denkt.

Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Die Materialien fühlen sich hochwertig an, das Case ist angenehm kompakt und mit IP57 sind die Hörer auch gegen Wasser gut geschützt.
Beim Lieferumfang bleibt es dagegen schlicht. Neben den Hörern und dem Ladecase ist nichts weiter dabei, nicht einmal ein Ladekabel. Das reicht zwar aus, wirkt für den Preis aber etwas knapp.
HUAWEI FreeClip 2: Funktionen und Bedienung
Statt kleiner Touchflächen gibt es hier mehr oder weniger freie Flächen zum Tippen. Man kann an verschiedenen Stellen am Hörer tippen und muss nicht genau einen Punkt treffen. Das funktioniert meistens gut, auch wenn ich ab und zu nochmal tippen musste, weil der erste Versuch nicht erkannt wurde.
Neu ist die Lautstärkeregelung per Wischgeste. Die funktioniert direkt auf der Rückseite ziemlich zuverlässig und fühlt sich nach kurzer Eingewöhnung ganz natürlich an. Zusätzlich gibt es Gesten wie Nicken oder Kopfschütteln, um Anrufe anzunehmen oder abzulehnen.

Über die App lassen sich weitere Funktionen steuern, darunter die Touchgesten und ein 10-Band Equalizer, womit sich der Klang ein Stück weit anpassen lässt. Die Verbindung selbst war im Test größtenteils stabil und Multipoint ist auch dabei, sodass man gleichzeitig mit zwei Geräten verbunden bleiben kann.
HUAWEI FreeClip 2: Klang und Alltag
Beim Klang muss man sich zuerst klar machen, was die Huawei FreeClip 2 überhaupt sein wollen. Das sind offene Earbuds. Man hört also immer auch die Umgebung mit. Gespräche, Verkehr oder Durchsagen sind ständig präsent. Wer Abschirmung sucht, ist hier komplett falsch.
Dafür ist der Klang für diese Bauweise überraschend ordentlich. Im Vergleich zur ersten Generation wirkt alles deutlich voller. Vor allem im Bass ist mehr Substanz da, als man bei offenen Hörern erwarten würde. Natürlich fehlt der Druck, den man von klassischen In-Ears kennt, aber für den Alltag reicht das absolut aus.
Mit gut sitzenden Hörern klingt Musik angenehm ausgewogen. Stimmen kommen klar rüber und haben genug Wärme, sodass Podcasts oder Musik gut verständlich bleiben. Auch bei verschiedenen Genres wirkt nichts extrem überbetont. Gleichzeitig merkt man aber die Grenzen. Feinere Details gehen schneller verloren und bei komplexeren Songs wirkt das Ganze etwas weniger präzise.
Im Alltag passt das Konzept trotzdem ziemlich gut. Für nebenbei hören, unterwegs oder im Büro funktioniert es, weil man eben nicht komplett abgeschottet ist. Sobald es aber lauter wird, übernimmt die Umgebung schnell die Kontrolle. Dann muss man die Lautstärke erhöhen oder akzeptieren, dass Musik eher im Hintergrund läuft.

HUAWEI FreeClip 2: Telefonie und Akkulaufzeit
Bei Anrufen liefern die Huawei FreeClip 2 eine solide, aber keine überragende Leistung. In ruhiger Umgebung wird man klar verstanden und auch die Stimmen auf der anderen Seite kommen ordentlich durch. Wird die Umgebung lauter, merkt man aber schnell die Grenzen. Wind und Verkehr werden zwar reduziert, verschwinden aber nicht komplett. Für kurze Calls unterwegs reicht das, für längere Gespräche würde ich eher zum Handy greifen.
Die Akkulaufzeit ist dafür ein echter Pluspunkt. Rund neun Stunden mit den Hörern selbst und insgesamt bis zu 38 Stunden mit dem Case sind im Alltag mehr als entspannt. Ich musste sie selten aktiv laden, weil sie einfach lange durchhalten. Vollgeladen wird über USB-C in ungefähr 40 Minuten. Rund 10 Minuten Laden reicht für etwa 3 Stunden Musik. Kabelloses Laden ist auch möglich, dauert aber wesentlich länger.








