Design, Verarbeitung und Lieferumfang
Optisch orientiert sich der DEEBOT X12 OmniCyclone sichtbar am Design des Vorgängers, wirkt durch die dunklere Farbgebung jedoch etwas moderner und hochwertiger. An der Front des Roboters sitzen die beiden neuen FocusJet-Düsen, die hartnäckige Verschmutzungen vor dem eigentlichen Wischvorgang gezielt mit Wasser und Reinigungslösung vorbehandeln sollen.
Direkt daneben hat ECOVACS die Sensoren für Navigation und Hinderniserkennung platziert, womit das Gerät ohne den klassischen LiDAR-Turm auf der Oberseite auskommt. Die Bauhöhe bleibt mit 9,8 Zentimetern vergleichsweise flach, was dem Roboter insbesondere bei niedrigen Möbeln zugutekommt.

ECOVACS setzt weiterhin auf den OZMO Roller, spendiert der Wischwalze in Version 3 aber ein deutlich größeres Format als noch beim Vorgänger. Mit einer Breite von rund 27 Zentimetern deckt die Walze einen Großteil der Gerätebreite ab und kann zusätzlich seitlich ausfahren, um näher an Wände und Möbelkanten heranzukommen. Zusätzlich schützt ein seitlicher Filzstreifen empfindliche Oberflächen vor Kratzern.

Für die Schmutzaufnahme kommt die neue ZeroTangle 4.0 Hauptbürste zum Einsatz. Das überarbeitete Bürstendesign soll Haare und Tierhaare effizienter zum Saugkanal transportieren und Verwicklungen reduzieren. Unterstützt wird das System von einer einzelnen Seitenbürste, die Schmutz gezielt zur Hauptbürste führt. Auch beim Fahrwerk hat ECOVACS nachgelegt. Der integrierte Allradantrieb soll die Überquerung von Türschwellen, Teppichkanten und anderen Hindernissen bis 2,4 Zentimeter und Doppelschwellen bis 4 Zentimeter ermöglichen.

Wie schon bei früheren Modellen fällt auch die OmniCyclone-Station des X12 vergleichsweise groß aus. Auf einer Grundfläche von 38 × 49,3 cm und bei einer Höhe von 46,5 cm integriert sie Frisch- und Abwassertank, die automatische Staubentleerung sowie die Reinigung und Trocknung der Wischwalze. Zudem dosiert sie Reinigungsmittel selbstständig.
Statt den Schmutz in einem Einwegbeutel zu sammeln, landet dieser in einem beutellosen Auffangbehälter. Das vermeidet zusätzlichen Müll, erfordert bei der Entleerung jedoch etwas mehr Kontakt mit dem aufgenommenen Schmutz. Ein Modell mit Wasseranschluss statt Wassertank gibt es hier übrigens nicht.

Die Verarbeitung hinterlässt insgesamt einen sehr guten Eindruck. Spaltmaße sind gleichmäßig, bewegliche Komponenten sitzen sauber in ihren Führungen und auch die Station wirkt stabil konstruiert.
Der Lieferumfang des DEEBOT X12 OmniCyclone fällt überschaubar aus. Neben dem Saug- und Wischroboter selbst gehören die OmniCyclone-Station, Netzkabel, Bedienungsanleitung sowie zwei unterschiedliche Reinigungslösungen zum Paket. Während eine Lösung für die reguläre Bodenreinigung vorgesehen ist, soll die zweite speziell bei hartnäckigen Verschmutzungen zum Einsatz kommen.

Einrichtung und erste Kartierung
Die Einrichtung erfolgt über die ECOVACS HOME App, die für Android und iOS im jeweiligen Store erhältlich ist. Nach dem Scannen des QR-Codes unter der Geräteabdeckung führt die Anwendung Schritt für Schritt durch den Kopplungsprozess. Einschränkungen gibt es lediglich beim WLAN. Der DEEBOT unterstützt ausschließlich 2,4-GHz-Netze sowie kombinierte 2,4-/5-GHz-Netzwerke. Die Verbindung mit einem reinen 5-GHz-WLAN ist weiterhin nicht möglich.

Bevor der X12 OmniCyclone seine ersten Reinigungsaufträge ausführt, erstellt er zunächst eine Karte der Wohnung. Die Raumaufteilung erkannte er im Test erstaunlich treffsicher und genauer als viele Konkurrenzmodelle. Lediglich Teppiche werden nicht sofort erkannt, sondern erst nach mehreren Reinigungsvorgängen automatisch in die Karte übernommen. Die Kartierung selbst war nach wenigen Minuten erledigt. Anschließend können Räume geteilt oder zusammengeführt, Sperrzonen definiert und Reinigungs- sowie Teppichbereiche individuell angepasst werden.

ECOVACS HOME App Funktionen
Die ECOVACS HOME App präsentiert sich insgesamt übersichtlich und einfach zu bedienen. Reinigungsmodi, Saugstufen, Wischintensität, Zeitpläne oder Kartenverwaltung sind logisch strukturiert und auch ohne Vorkenntnisse leicht zu finden.
Bei den Reinigungsmodi stehen die klassischen Optionen wie Saugen, Saugen und Wischen oder Wischen nach dem Saugen zur Verfügung. Zusätzlich können Saugstufe, Wasserzufuhr, Reinigungsgeschwindigkeit sowie die Anzahl der Durchgänge angepasst werden. Die verfügbaren Einstellungsmöglichkeiten fallen insgesamt umfangreich aus, reichen jedoch nicht ganz an den Funktionsumfang aktueller Spitzenmodelle von Roborock oder Dreame heran. Insbesondere individuelle Raumprofile mit unterschiedlichen Reinigungsparametern lassen sich nur eingeschränkt konfigurieren.
Mit dem AI Agent führt ECOVACS eine neue KI-Funktion ein, die Reinigungsaufgaben automatisieren und über eine Chat- oder Sprachschnittstelle bedienbar machen soll. Im Test hinterließ die Funktion jedoch keinen ausgereiften Eindruck. Über die Chat-Oberfläche antwortete "YIKO-GPT", wie ECOVACS den Assistenten nennt, häufig mit dem Hinweis, der Roboter sei offline, obwohl eine Verbindung bestand. In anderen Fällen wurden Eingaben schlicht nicht verstanden. Noch problematischer war die Sprachsteuerung. Deutsche Sprachbefehle wurden fehlerhaft als englischer Text transkribiert und konnten deshalb nicht verarbeitet werden. Ganz klassisch und ohne diese Probleme unterstützt der X12 auch die Einbindung in Alexa, Google Assistant, Siri sowie Matter-fähige Smart-Home-Systeme.
Neben den Reinigungsfunktionen bietet der X12 OmniCyclone einige sinnvolle Extras. So berücksichtigt der Haustiermodus typische Tierbereiche wie Futterplätze bei der Reinigung und soll Haustieren aktiv ausweichen. Ebenfalls an Bord sind eine Kindersicherung sowie eine Fernzugriffsfunktion über die integrierte Kamera. Damit lässt sich der Roboter bei Bedarf als mobile Überwachungskamera nutzen und per App durch die Wohnung steuern. Die Bildqualität genügt, um nach dem Rechten zu sehen oder Haustiere im Blick zu behalten, erreicht aber nicht das Niveau einer Überwachungskamera. Für Fahrten bei Dunkelheit steht eine kleine LED-Leuchte zur Verfügung, deren Ausleuchtung auf kurze Distanzen beschränkt bleibt.
Navigation und Hinderniserkennung
Für die Navigation setzt der DEEBOT X12 OmniCyclone auf ECOVACS AIVI 3D 4.0 Technologie mit verschiedenen Abstandssensoren, einer RGB-Kamera sowie integrierter Lasernavigation. Während der Reinigung geht der X12 OmniCyclone recht systematisch vor. Zunächst fährt er die Raumränder ab, bevor die verbleibende Fläche in gleichmäßigen Bahnen gereinigt wird.
Auffällig ist die eher dynamische Fahrweise. Der Roboter bewegt sich zügig durch die Wohnung, beschleunigt und bremst teilweise jedoch sehr abrupt. Gelegentlich bleibt er für einen Moment stehen, analysiert seine Umgebung und setzt die Fahrt anschließend fort. Besonders in Bereichen mit vielen Möbeln oder Hindernissen fällt dieses Verhalten auf.
Bei der Hinderniserkennung hinterlässt der X12 OmniCyclone insgesamt einen ordentlichen, aber keinen perfekten Eindruck. Typische Alltagsgegenstände wie herumliegende Socken, Kleidungsstücke oder Ladekabel erkannte und umfuhr er im Test meist zuverlässig. Allerdings neigt der X12 OmniCyclone gelegentlich zur Selbstüberschätzung.
Er unterschätzte mehrfach seine eigene Bauhöhe und versuchte Bereiche zu befahren, die eigentlich zu niedrig waren. So zwängte er sich beispielsweise unter eine Toilettenschüssel und zog sich dabei Kratzer am Kunststoffdeckel zu. In solchen Fällen hilft letztlich nur das Anlegen einer Sperrzone in der App.

Auch bei festen Hindernissen agiert der Roboter nicht immer besonders feinfühlig. Stuhlbeine, Blumentöpfe, Fußleisten oder ähnliche Objekte werden zwar erkannt, häufig verlässt sich der X12 OmniCyclone aber zusätzlich auf seinen Stoßfänger und korrigiert die Route erst nach leichtem Kontakt. Das führt zwar selten zu ernsthaften Problemen, wirkt in dieser Preisklasse jedoch nicht ganz zeitgemäß. Je nach Einrichtung kann es dadurch vorkommen, dass gerade leichtere Gegenstände verschoben werden.
Überzeugender fällt die Teppicherkennung aus. Teppiche werden zuverlässig erkannt, automatisch in die Karte übernommen und auch bei späteren Änderungen korrekt behandelt. Wird ein Teppich entfernt oder an eine andere Stelle verlegt, passt der Roboter die Kartendaten entsprechend an und behandelt die Fläche nicht dauerhaft als Teppichzone.
Reinigung im Praxischeck
Saugleistung im Alltag
Die Reinigungsleistung fällt insgesamt gut aus, hebt sich jedoch nicht in dem Maße von der Konkurrenz oder sogar vom Vorgänger ab, wie es die technischen Daten (22.000 Pascal) vermuten lassen.
Auf Hartböden geht der X12 OmniCyclone gründlich vor und saugt typische Verschmutzungen wie Staub, Flusen und Krümel zuverlässig weg. Vereinzelt konnte im Test aber beobachtet werden, dass gerade Wollmäuse beim Überfahren von Türschwellen oder Teppichkanten wieder verloren gehen. Das trat nicht bei jeder Reinigung auf, kam jedoch häufig genug vor, um aufzufallen.

Erkennt der X12 OmniCyclone einen Teppich, hält er kurz an, fährt die Abdeckung vor die Wischwalze und erhöht automatisch die Saugleistung. Haare und oberflächlicher Schmutz werden dabei zuverlässig aufgenommen. Bei tiefsitzendem Schmutz erreicht er jedoch nicht ganz das Niveau der aktuell stärksten Modelle. Haare haben sich übrigens in der neuen ZeroTangle 4.0 Hauptbürste seltenst verfangen.
Wischleistung als größte Stärke
Die eigentliche Paradedisziplin des X12 OmniCyclone ist das Wischen. Bereits der Vorgänger gehörte hierbei zu den besten Modellen am Markt und auch der X12 OmniCyclone liefert eine entsprechend starke Vorstellung ab.
Die Wischwalze wird über ihre gesamte Breite gleichmäßig befeuchtet und hinterlässt weder trockene Stellen noch sichtbare Schlieren oder Wasserpfützen auf dem Boden. Auf Fliesen, Vinyl und Laminat entfernte der X12 OmniCyclone selbst eingetrocknete Kaffeeflecken, Abdrücke, Staubfilme und typische Küchenverschmutzungen meist nach zwei bis drei Überfahrten.

Bei größeren Mengen Flüssigkeit oder stark konzentrierten Verschmutzungen stößt allerdings auch der X12 OmniCyclone an die Grenzen aktueller Wischroboter. Gelangen beispielsweise verschüttete Getränke oder andere feuchte Verschmutzungen auf den Boden, können Räder, Seitenbürste und andere Bauteile zunächst damit in Kontakt kommen, bevor die Wischwalze den Bereich vollständig gereinigt hat.
Dadurch lässt sich nicht immer verhindern, dass Schmutz unbeabsichtigt verteilt wird. Das ist allerdings kein spezielles Problem des ECOVACS-Modells, sondern betrifft ebenso viele Geräte mit rotierenden Mopps.
Auch die Kantenreinigung gelingt überzeugend. Die Walze fährt an sich schon sehr nah an Ränder heran und der seitliche Filzschutz nimmt entlang von Sockelleisten zusätzlichen Staub und feine Verschmutzungen auf. Allerdings verschmutzt dieser Filzstreifen schnell und sollte regelmäßig kontrolliert beziehungsweise gereinigt werden.

FocusJet im Alltag
Neu beim X12 OmniCyclone ist der sogenannte FocusJet. Erkennt der Roboter eine stärkere Verschmutzung, besprüht er die betroffene Stelle zunächst mit Wasser und Reinigungslösung, bevor die Wischwalze darüberfährt. Dadurch sollen insbesondere eingetrocknete Flecken besser gelöst werden.
Grundsätzlich funktioniert das auch. Im Test wurden auffällige Verschmutzungen wie Ketchup auf hellen Fliesen zuverlässig erkannt und anschließend entfernt. Die Erkennungsrate hängt allerdings stark vom Kontrast zwischen Fleck und Bodenbelag ab. Während rote Verschmutzungen auf hellen Oberflächen kaum Probleme bereiteten, tat sich das System mit dunklen Flüssigkeiten auf dunklen Böden deutlich schwerer. Kaffee auf grauem Vinyl wurde beispielsweise nicht zuverlässig erkannt.
Insgesamt arbeitete die Erkennung im Test weniger zuverlässig als erwartet. Viele Flecken wurden überfahren, ohne dass die FocusJet-Funktion überhaupt aktiviert wurde. Die Vorbehandlung kam damit deutlich seltener zum Einsatz, als die Funktion vermuten lässt. Hinzu kommt, dass die eingesprühte Reinigungslösung kaum Zeit zum Einwirken erhält. Zwischen dem Besprühen und dem anschließenden Überfahren mit der Wischwalze vergehen meist nur wenige Sekunden.
Wird FocusJet aktiviert, zeigt sich zudem ein weiterer Nachteil. Der Roboter versprüht Wasser und Reinigungslösung vergleichsweise großzügig vor sich auf den Boden. Dabei gelangen regelmäßig Spritzer auf die Frontpartie des Geräts. Im Test führte das nach mehreren Reinigungsvorgängen zu sichtbaren Rückständen. Insbesondere bei kalkhaltigem Leitungswasser können sich dort mit der Zeit unschöne Kalkflecken und Ablagerungen bilden, die regelmäßig entfernt werden müssen.

Man sollte die Funktion aber auch realistisch betrachten. Frisch verschüttete Flüssigkeiten gehören nicht zu den typischen Verschmutzungen, die man einem Saugroboter überlässt. In solchen Situationen greift man meist direkt zum Tuch, bevor der Roboter die Flüssigkeit mit seiner Wischwalze über eine größere Fläche verteilt.
Geschwindigkeit und Akku
Mit durchschnittlich 84 Minuten für die Reinigung unserer 75 Quadratmeter großen Testwohnung arbeitet der X12 OmniCyclone nicht außergewöhnlich schnell. Die benötigte Zeit bewegt sich im Mittelfeld aktueller Premium-Saugroboter und fällt angesichts der gründlichen Wischleistung angemessen aus.
Der 4.000 mAh Akku bietet dabei ausreichend Reserven, um mittelgroße Wohnungen auch bei aktivierter Wischfunktion ohne Zwischenladen vollständig zu reinigen.
OmniCyclone-Station und Wartung
Nach der Reinigung wird der Staubbehälter des Roboters automatisch entleert. Die Absaugung arbeitet dabei kräftig genug, um Staub, Haare und gröbere Verschmutzungen in den Sammelbehälter der Station zu transportieren. Das Entleeren selbst fällt erwartungsgemäß recht laut aus.
Der größte Unterschied zu klassischen Absaugstationen zeigt sich bei der Wartung. Während ein Staubbeutel oft nur alle paar Wochen oder Monate ausgetauscht werden muss, verlangt das beutellose System etwas mehr Aufmerksamkeit. Der Auffangbehälter muss regelmäßig geleert und gelegentlich auch von feinem Staub befreit werden. Dabei kommt man zwangsläufig stärker mit dem aufgenommenen Schmutz in Kontakt als bei einer geschlossenen Beutellösung. Für Allergiker bleibt ein klassischer Staubbeutel daher weiterhin die komfortablere Lösung.

In Haushalten mit Haustieren können Staubbeutel durch große Mengen an Haaren deutlich schneller gefüllt sein und müssen entsprechend häufig ersetzt werden. Das verursacht laufende Kosten, die beim beutellosen System vollständig entfallen. Das ist langfristig günstiger und nachhaltiger, wenn auch nicht ganz so sauber in der Handhabung wie eine klassische Beutelstation.

Auch die Reinigung der Wischwalze erfolgt vollautomatisch. Nach jedem Wischvorgang wird sie gründlich ausgespült und anschließend mit warmer Luft getrocknet. Unangenehme Gerüche traten im Test nicht auf. Wie bei allen Wischrobotern sammeln sich jedoch mit der Zeit Schmutzreste in der Reinigungswanne der Station. Diese lässt sich mit wenigen Handgriffen entnehmen und unkompliziert säubern.

Insgesamt hält sich der Wartungsaufwand in Grenzen. Neben dem Nachfüllen des Frischwassertanks und dem Leeren des Schmutzwasserbehälters beschränken sich die regelmäßigen Arbeiten vor allem auf die Reinigung des Filzstreifens an der Walze sowie die gelegentliche Leerung des Zyklonbehälters.























