Verarbeitung, Design und Handhabung

Der Hohem iSteady M7 gehört zu den umfangreich ausgestatteten Smartphone-Gimbals und richtet sich vor allem an ambitionierte Content-Creator, Vlogger und mobile Filmemacher. Anders als viele kompakte Modelle setzt Hohem auf eine robuste Konstruktion mit leistungsstarken Motoren, zahlreichen Bedienelementen und einer abnehmbaren Touchscreen-Fernbedienung. Das macht den M7 zu einem vielseitigen Werkzeug für anspruchsvollere Videoaufnahmen, bringt allerdings auch ein entsprechend hohes Eigengewicht mit sich.
Mit rund 629 Gramm ohne Stativ zählt der iSteady M7 nicht gerade zu den Leichtgewichten seiner Klasse. Hinzu kommt das eingesetzte Smartphone, wodurch bei längeren Aufnahmen durchaus ein spürbares Gewicht zusammenkommt. Die Konstruktion aus widerstandsfähigem Verbundmaterial macht einen soliden Eindruck. Praktisch sind die separaten Achsenverriegelungen, mit denen sich die Motoren für den Transport fixieren lassen. Eine integrierte, 193 Millimeter lange Verlängerungsstange erweitert die Aufnahmemöglichkeiten, etwa für bodennahe Perspektiven, Gruppenaufnahmen oder ungewöhnliche Kamerawinkel.
Die Smartphone-Halterung nimmt Geräte mit einer Breite zwischen 58 und 90 Millimetern und einer Dicke von 6,9 bis 12,5 Millimetern auf. Dank einer maximalen Traglast von 500 Gramm eignet sich der Gimbal auch für größere Flaggschiff-Smartphones und zusätzliche Ausrüstung wie Mikrofone oder Aufstecklinsen. Allerdings sollte vor dem Einsatz geprüft werden, ob das jeweilige Smartphone einschließlich Schutzhülle und Zubehör innerhalb der zulässigen Abmessungen bleibt. Die Bedienung erfolgt über physische Tasten, Joystick und ein seitliches Einstellrad. Letzteres ermöglicht unter anderem die Steuerung von Zoom und Fokus. Die zahlreichen Funktionen erfordern zunächst etwas Eingewöhnung, zumal einzelne Tasten mehrfach belegt sind und die mittlere Taste im Einstellrad nicht besonders bequem erreichbar ist.
Stabilisierung und kreative Aufnahmemöglichkeiten

Im Inneren arbeitet ein mechanisches 3-Achsen-Stabilisierungssystem mit Hohens iSteady-9.0-Algorithmus. Es gleicht unerwünschte Bewegungen entlang der Schwenk-, Roll- und Neigeachse aus und soll dadurch auch beim Gehen, Laufen oder bei dynamischen Kamerabewegungen für ruhige Videoaufnahmen sorgen. Gerade bei schwereren Smartphones spielt die hohe Motorleistung ihre Stärken aus. Entscheidend bleibt allerdings eine sorgfältige Ausbalancierung des Smartphones, bevor der Gimbal eingeschaltet wird.
Eine Besonderheit ist die unbegrenzte 360-Grad-Drehung um die Schwenkachse. Dadurch lassen sich fließende Rundumbewegungen und sogenannte Inception-Aufnahmen realisieren, bei denen die Kamera kontrolliert um ihre optische Achse gedreht wird. Auch die großzügige Neigebewegung eröffnet Spielraum für bodennahe Aufnahmen und ungewöhnliche Perspektiven. Über die A/B-Funktion lassen sich zudem definierte Kamerapositionen anfahren. Das ist insbesondere für wiederholbare Bewegungsabläufe und Zeitrafferaufnahmen interessant.
Die Kombination aus mechanischer Stabilisierung, flexiblen Achsen und zusätzlichen Steuerungsmöglichkeiten macht den iSteady M7 zu einer interessanten Lösung für Nutzer, die mehr als einfache Smartphone-Videos aufnehmen möchten. Dennoch ersetzt auch ein leistungsfähiger Gimbal keine bewusste Kameraführung. Abrupte Richtungswechsel und starke vertikale Bewegungen können weiterhin sichtbar bleiben, da ein 3-Achsen-System nicht sämtliche Bewegungen des Kameramanns mechanisch kompensiert.
KI-Tracking und abnehmbare Touchscreen-Fernbedienung

Das wohl interessanteste Merkmal des Hohem iSteady M7 ist die Kombination aus magnetischem KI-Tracker und abnehmbarer Fernbedienung. Der separate AI Vision Sensor verfügt über eine eigene Kamera und erkennt neben Personen und Gesichtern auch Tiere und andere Objekte. Die Besonderheit: Das Tracking funktioniert unabhängig von der Hohem-App. Dadurch lassen sich Motive auch bei Verwendung der normalen Smartphone-Kamera oder kompatibler Drittanbieter-Apps wie Instagram und TikTok automatisch verfolgen.
Die Motivauswahl erfolgt wahlweise über die Touchscreen-Fernbedienung oder über unterstützte Handgesten. Letztere ermöglichen beispielsweise das Starten und Stoppen der Verfolgung, ohne den Gimbal direkt berühren zu müssen. Der Tracker arbeitet laut Hersteller in einem Abstand zwischen 0,5 und 7 Metern. Damit eignet sich das System besonders für Solo-Creator, die sich selbst aufnehmen, Produktpräsentationen durchführen oder während einer Aufnahme frei vor der Kamera bewegen möchten.
In den Handgriff ist eine abnehmbare Fernbedienung mit 1,4 Zoll großem Touchscreen integriert. Über sie lassen sich verschiedene Gimbal-Funktionen aus bis zu 10 Metern Entfernung steuern. Zusätzlich steht eine Live-Vorschau zur Verfügung, deren Übertragungsreichweite bei maximal 7 Metern liegt. Hier gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: Das Display zeigt das Bild der integrierten KI-Tracking-Kamera und nicht den tatsächlichen Bildausschnitt der Smartphone-Kamera. Die Vorschau eignet sich somit vor allem zur Motivkontrolle und weniger zur präzisen Beurteilung der späteren Aufnahme. Auch eine deutlich erkennbare Aufnahmeanzeige direkt auf dem Display wäre bei der Fernsteuerung hilfreich.

Der magnetische Tracker besitzt außerdem ein integriertes Fülllicht mit einstellbarer Farbtemperatur von 2.700 bis 6.500 Kelvin sowie 360 RGB-Farben. Damit lassen sich Gesichter bei schwachem Umgebungslicht aufhellen oder kleinere kreative Lichteffekte erzeugen. Für aufwendige Ausleuchtungssituationen reicht die kompakte LED allerdings nicht aus. Als jederzeit verfügbare Zusatzbeleuchtung ist sie dennoch eine praktische Ergänzung.
Akkulaufzeit und Ausstattung im Alltag

Die Energieversorgung übernimmt ein integrierter Lithium-Ionen-Akku mit 3.200 mAh beziehungsweise 23,04 Wh. Hohem gibt unter optimalen Bedingungen eine Laufzeit von bis zu zwölf Stunden an. Dieser Wert gilt allerdings nur bei ausbalanciertem Smartphone und ohne zusätzliche Funktionen. Mit aktiviertem KI-Tracking reduziert sich die Betriebsdauer auf ungefähr acht Stunden. Wird gleichzeitig das integrierte Fülllicht mit maximaler Helligkeit genutzt, bleiben lediglich drei bis vier Stunden übrig. Gerade bei längeren Drehs sollte man diesen deutlich höheren Energieverbrauch berücksichtigen.
Über den USB-C-Anschluss lässt sich der Akku innerhalb von ungefähr drei Stunden aufladen. Zusätzlich kann der iSteady M7 als mobile Stromquelle für das eingesetzte Smartphone dienen. Diese Powerbank-Funktion ist insbesondere bei längeren Videoaufnahmen nützlich, verkürzt allerdings die verbleibende Laufzeit des Gimbals. Für mehrstündige Drehs empfiehlt es sich deshalb, die Stromversorgung entsprechend einzuplanen.
Zum Lieferumfang der Standardausführung gehören neben dem Gimbal ein magnetischer KI-Tracker mit integriertem Fülllicht, ein Ladekabel und eine Transporttasche. Zusätzlich bietet Hohem verschiedene Sets mit weiterem Zubehör an, darunter Schnellwechselstative, Mikrofone und zusätzliche Videoleuchten. Wer den Gimbal überwiegend stationär für Livestreams oder Selbstaufnahmen nutzen möchte, profitiert besonders von einem passenden Stativ.
Preislich bewegt sich der iSteady M7 im gehobenen Segment der Smartphone-Gimbals. Im offiziellen Hohem-Shop wird das Modell derzeit für 269,99 US-Dollar angeboten, während es im deutschen Handel bereits ab rund 240 Euro erhältlich ist (Stand: Oktober 2026). Wer sich für den Gimbal interessiert, findet weitere Informationen und die verfügbaren Ausstattungsvarianten auf der offiziellen Produktseite von Hohem. Für Gelegenheitsnutzer, die hauptsächlich Urlaubsvideos oder Familienaufnahmen erstellen möchten, dürfte ein kompakteres und günstigeres Modell ausreichen. Ambitionierte Smartphone-Filmer erhalten mit dem iSteady M7 dagegen ein vielseitiges Werkzeug mit hoher Traglast, umfangreicher Fernsteuerung und App-unabhängigem KI-Tracking.






