ALLPOWERS R600: Design und Verarbeitung
Mit ihren 5,8 Kilogramm Gewicht gehört die R600 zu den Geräten, die man tatsächlich noch problemlos mit einer Hand transportiert. Während größere Powerstations häufig eher den Charakter eines tragbaren Akkukoffers besitzen, erinnert die R600 eher an eine kompakte Werkzeugbox.

Die Abmessungen von 285 × 195 × 190 Millimeter sorgen dafür, dass sie problemlos im Kofferraum, Wohnmobil oder unter dem Schreibtisch Platz findet. Der klappbare Tragegriff macht dabei einen stabilen Eindruck und verschwindet bei Bedarf vollständig in der Gehäuseform.
Optisch orientiert sich auch ALLPOWERS an einem eher nüchternen Design mit viel Hartplastik. Gleichzeitig ist sie robust und steckt auch den ein oder anderen Stoß ohne Folgen weg. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

ALLPOWERS R600: Anschlüsse, Display und App
ALLPOWERS hat praktisch alles verbaut, was man sich in dieser Größenklasse wünschen kann:
- 2x Schuko-Steckdosen mit 600 Watt Dauerleistung
- 2x USB-C mit jeweils 100 Watt Power Delivery
- 2x USB-A mit bis zu 18 Watt
- 12-Volt-Kfz-Ausgang
- 2x DC5525-Ausgänge
- 15-Watt-Qi-Ladepad

Besonders die beiden USB-C-Ports stechen heraus. Während viele Hersteller in dieser Klasse maximal einen 100-Watt-Port verbauen, lassen sich hier beispielsweise ein MacBook und ein zweites Notebook gleichzeitig mit voller Leistung laden. Die USB-C-Ports arbeiteten dabei absolut unauffällig, was bei Ladeelektronik ein Kompliment ist.
Auch die beiden Steckdosen überzeugten im Test. Notebook-Netzteile, Akkuladegeräte, Kühlboxen und kleinere Elektrowerkzeuge liefen problemlos. Die ausgegebene Sinuswelle ist sauber genug für empfindliche Elektronik und zeigte in unseren Praxistests keinerlei Auffälligkeiten.
Überblick verschafft das Display an der Gehäusefront. Akkustand, Ein- und Ausgangsleistung sowie die verbleibende Laufzeit lassen sich auch aus größerer Entfernung und bei Sonnenschein gut ablesen.

Neben dem Display gibt es eine App, die über Bluetooth verbindet und mit der sich alle Parameter bequem vom Smartphone aus überwachen, aber auch steuern lassen. Die App wirkt zwar nicht ganz so ausgereift wie die von EcoFlow oder Bluetti, erfüllt aber ihren Zweck. Aufgrund der Bluetooth-Verbindung sollte man sich jedoch nicht weiter als etwa zehn Meter von der Powerstation entfernen.
ALLPOWERS R600: Kapazität und Leistung
ALLPOWERS verwendet ein Akkunetz aus LiFePO4-Zellen, die auf 299 Wh Kapazität kommen. Je nach Ausgang konnten in verschiedenen Tests zwischen 225 und knapp 294 Wh nutzbare Energie entnommen werden. Die besten Werte erreichte die Powerstation über USB-C, während die Verluste an den 230-Volt-Steckdosen naturgemäß etwas höher ausfielen.
Ein modernes Notebook lässt sich etwa zwei- bis viermal vollständig laden. Smartphones spielen ohnehin in einer anderen Liga und können problemlos über viele Tage versorgt werden.

Sinn macht die R600 vor allem bei typischen Camping-Anwendungen. Eine Kompressor-Kühlbox läuft mehrere Stunden, LED-Beleuchtung sogar über einen kompletten Abend hinweg. Auch Router, Kameras, Drohnenakkus oder kleine Monitore bringen die Powerstation nicht ins Schwitzen. Größere Verbraucher wie Kühlschränke längere Zeit darüber zu betreiben, sollte man gleich verwerfen.
Mit 600 Watt Dauerleistung eignet sich die R600 vor allem für Elektronik, Kühlboxen, Ladegeräte, Fernseher oder kleinere Elektrowerkzeuge. Die kurzfristige Spitzenleistung von bis zu 1.200 Watt hilft beim Anlaufen von Geräten mit erhöhtem Einschaltstrom. Leistungsstarke Verbraucher wie Wasserkocher, Kaffeemaschinen oder Heizlüfter liegen dagegen außerhalb des vorgesehenen Einsatzbereichs.
ALLPOWERS R600: Laden
Statt Netzteil und Kabel mitnehmen zu müssen, reicht bei der ALLPOWERS R600 ein normales Kaltgerätekabel. Dabei lädt sie überraschend schnell mit deutlich über 300 Watt und teilweise sogar mehr als 400 Watt Ladeleistung. Je nach Ladeprofil war die Powerstation im Test nach etwa einer bis maximal anderthalb Stunden wieder vollständig einsatzbereit.
Über den XT60-Eingang akzeptiert die R600 auch Solarmodule mit bis zu 220 Watt Eingangsleistung, lädt damit aber entsprechend langsamer als über die Steckdose.

Natürlich hat die hohe Geschwindigkeit ihren Preis, denn die Lüfter werden beim Schnellladen deutlich hörbar. Wer maximale Ruhe möchte, kann über die App einen langsameren Lademodus wählen. Dann sinkt zwar die Ladeleistung, gleichzeitig arbeitet die R600 aber deutlich angenehmer.






