Narwal Flow 2 Test: Premium-Saugroboter mit besonders breiter Wischwalze

Aktualisiert von Christian Matenar am 26. Juni 2026

Der Narwal Flow 2 überzeugt im Test vor allem auf Hartböden. Sein Track-Mop wischt stark, die Basisstation nimmt viel Arbeit ab und die Bürste blieb auch nach rund vier Wochen frei von Haaren. Ganz ohne Lernkurve läuft der Premiumroboter aber nicht.

8.4

Unsere Bewertung
Narwal Flow 2 Review Hero

Narwal Flow 2: Einleitung

Der Flow 2 ist Narwals Flaggschiffmodell für 2026 und spielt preislich klar in der Premiumklasse. Bei einer UVP von 1.299 Euro darf man also erwarten, dass hier mehr passiert als nur ein bisschen Saugen und gelegentliches Wischen.

Für den Test lag mir der Narwal Flow 2 mit Standard-Basisstation vor. Das zusätzlich erhältliche Jahrespaket mit Ersatz- und Verbrauchsmaterialien war nicht Teil des Testpakets. Darin enthalten sind zusätzliche Verbrauchsteile wie Mopps, Filter, Staubbeutel, Bürsten und Reinigungsmittel die, wie der Name schon sagt, den Saugroboter ein Jahr lang versorgen.

Meine Wohnung besteht überwiegend aus Hartböden. Im Wohnzimmer liegt Laminat, im Flur Fliesen. Einen festen Teppich habe ich nicht. Das ist für die Einordnung wichtig, weil Narwal CarpetFocus stark bewirbt. Diese Funktion konnte ich deshalb nicht so ausführlich testen wie jemand mit mehreren Teppichen oder Läufern im Haushalt.

Für mich war es außerdem der erste ausführliche Test eines Saugroboters, da diese Sparte normalerweise von anderen Kollegen abgedeckt wird. Entsprechend unvoreingenommen bin ich an den Narwal Flow 2 herangegangen.

Prime Day Alert

Zum Prime Day gibt es den Narwal Flow 2 für 999 Euro. Damit liegt der Saugroboter deutlich unter seiner UVP von 1.299 Euro und wird als Premium-Modell spürbar attraktiver.

Zum Prime Day Deal

Narwal Flow 2: Design und Verarbeitung

Der Roboter selbst wirkt sauber verarbeitet, die Form ist rund und die Oberfläche bleibt flach, ohne Turm. Mit 9,5 Zentimetern Gerätehöhe fährt der Flow 2 unter viele Möbel, allerdings nicht unter besonders flache Sofas oder Sideboards.

Die Basisstation ist deutlich auffälliger als der Roboter selbst. Sie ist groß und braucht ihren festen Platz. Einfach irgendwo in eine Ecke quetschen sollte man sie nicht, weil der Roboter sauber ein- und ausfahren muss. Dafür übernimmt die Station aber auch einiges. Sie lädt nicht nur, sondern saugt den Staub ab, wäscht den Track-Mop, trocknet ihn mit warmer Luft und verwaltet Frisch- sowie Schmutzwasser. Frischwasser nachfüllen und Schmutzwasser leeren muss man natürlich trotzdem noch.

Narwal Flow 2 Basisstation
Die Basisstation ist farbig beleuchtet und sieht dadurch spacig aus.

Auch die Verarbeitung der Station passt zur Preisklasse. Klappen, Tanks und Zubehör sitzen ordentlich. Die Station wirkt nicht billig, bleibt aber ein sichtbares Haushaltsgerät. Wer wenig Platz hat, sollte vor dem Kauf wirklich überlegen, wo sie stehen kann.

Einrichtung und erste Fahrten

Die Einrichtung läuft über die Narwal Freo App. Der Roboter wird mit dem WLAN verbunden, erstellt eine Karte der Wohnung und legt anschließend die Räume an. Die Kartierung funktionierte bei mir grundsätzlich ordentlich. Trotzdem würde ich den Flow 2 nicht direkt nach dem Auspacken unbeaufsichtigt durch die Wohnung schicken.

Die ersten Fahrten waren bei mir etwas abenteuerlich. Nicht so, dass der Roboter komplett versagt hätte. Aber man merkt schnell, dass auch ein Premiumgerät seine Umgebung erst kennenlernen muss.

Narwal Flow 2 Kameras
Der Flow 2 navigiert mit Hilfe dieser beiden Kameras.

Ein Beispiel war mein TV-Unterschrank. In der Mitte befindet sich ein offenes Fach, in dem zunächst nichts stand. Der Flow 2 hielt diesen Bereich offenbar für befahrbar, hob sich auf seine Rollen und fuhr tatsächlich hinein. Hinten ging es aber nicht weiter, weil dort Wand und Steckdosenleiste im Weg waren. Ich musste ihn also manuell wieder befreien. Nachdem ich den Bereich blockiert hatte, versuchte er es nicht mehr.

Nach einigen Anpassungen in der Wohnung wirkte er nicht mehr so orientierungslos, sondern kam gut zurecht. Wer die Wohnung zumindest ein bisschen vorbereitet und auch herumliegenden Kleinkram wie Kabel oder Steckdosenleisten unzugänglich macht, muss später deutlich weniger eingreifen.

Die Erkennung von Hindernissen erfolgt hier übrigens durch zwei nach vorne gerichtete 1080p-Kameras und viel Sensorik. Ohne Cloud und rein lokal über die Gerätehardware kann er bis zu 200 Objekte zuordnen, mit Verbindung zur Cloud sind es deutlich mehr. Ein direkter Live-Zugriff, um beispielsweise das Geschehen zu Hause zu überwachen, ist über die App möglich.

Narwal Flow 2 Videobild
Das Live-Videobild wird über die 1080p Kamera aufgenommen.

App und Bedienung

Die App selbst bietet viele Einstellungen. Räume lassen sich einzeln zur Reinigung auswählen, Sperrzonen können gesetzt werden, Saug- und Wischintensität lassen sich anpassen und Zeitpläne sind ebenfalls möglich. Dazu kommt der Freo-Modus, bei dem der Roboter lernt und selbst entscheidet, wie er reinigen soll.

Im Grunde ist das erst einmal bequem. Man startet den Roboter und lässt ihn einfach machen. Trotzdem war der Freo-Modus bei mir nicht immer die beste Wahl, denn gerade am Anfang hatte ich den Eindruck, dass die Automatik bei schwieriger Verschmutzung nicht sauber genug entscheidet.

Besser lief es mit der Einstellung, bei der der Flow 2 zuerst saugt und danach wischt. Diese Reihenfolge brachte bei mir die saubereren Ergebnisse. Erst wird trockener Schmutz aufgenommen, danach fährt der Roboter feucht drüber.

Die App selbst wirkt noch nicht ganz rund. Manche Begriffe sind etwas holprig übersetzt und einige Menüpunkte muss man erst suchen. Im Vergleich zur wirklich sehr guten Hardware muss Narwal die Software noch etwas optimieren.

Reinigungsleistung

Saugleistung auf Hartboden

Narwal gibt für den Flow 2 bis zu 31.000 Pa Saugleistung an. Auch wenn es mein erster Saugroboter-Test ist, weiß ich von den Kollegen, dass man sich auf die reinen Zahlenwerte nicht verlassen sollte.

Narwal Flow 2 Staubbehälter
Der Staubbehälter kommt mit integriertem Filter.

Auf meinen Hartböden machte der Flow 2 allerdings einen starken Eindruck. Staub und Krümel hat er mit einem Rutsch weggesaugt. Bei Ecken und sehr engen Bereichen bleibt der Flow 2 aber ein runder Saugroboter. Er fährt zwar nah an Kanten entlang, kommt aber trotz Seitenbürste nicht perfekt in jede Ecke. Wenn er die Seitenbürste ausfahren könnte, was er übrigens nicht kann, würde ihm das vermutlich besser gelingen.

Sehr positiv fielen mir nach rund vier Wochen Nutzung die Bürsten auf. Bis auf etwas Staub hat sich kein Haar oder Krümel darin verfangen.

Narwal Flow 2 Bürste
Die Bürste ist sehr einfach zu warten.

Saugleistung auf Teppichen

CarpetFocus habe ich nur am Rande betrachtet, weil in meiner Wohnung keine festen Teppiche liegen. Erkennt der Roboter einen Teppich, soll er die Saugleistung um das 4,2-fache erhöhen, den Mopp um 12 Millimeter anheben und den Luftstrom über eine adaptive Druckplatte näher an die Teppichfasern bringen.

So soll zumindest in der Theorie auf Teppichen stärker gesaugt werden, während der Mopp möglichst keinen Kontakt zum Flor bekommt.

FlowWash-Wischsystem mit Track-Mop

Statt zwei runder Wischmopps oder einer Wischwalze nutzt der Flow 2 einen sogenannten Track-Mop. Das ist ein umlaufendes Wischband, das eine größere, gleichmäßigere Kontaktfläche zum Boden bietet und sich gleichzeitig mit 60 °C warmem Wasser ständig selbst reinigt. Die Abgabe erfolgt über 16 Düsen, ein Schaber streift den Schmutz ab und ein 12 N Anpressdruck drückt das Wischband kräftig auf den Boden.

Narwal Flow 2 Wasserspur
Das Wischbild ist gleichmäßig, ohne Wasserflecken.

Das klingt erst einmal alles sehr technisch und nach viel Marketing, aber im Test hat das Wischen wirklich sehr gut funktioniert. Leichte Verschmutzungen wie Schuhabdrücke im Flur, Staubfilm auf glatten Böden oder kleine Spritzer rund um die Küche waren meist schon nach einer Überfahrt weg. Bei eingetrockneten Flecken, etwa von Kaffee, Sauce oder klebrigen Rückständen, brauchte der Flow 2 ein paar Anläufe mehr, bekam die Stellen am Ende aber ebenfalls sauber.

Auch wenn die Seitenbürste nicht ausfahrbar ist, hat Narwal zumindest beim Wischsystem an die Randreinigung gedacht. Der Track-Mop kann ein Stück zur Seite ausfahren. In echte Ecken kommt er dadurch zwar nicht besser, entlang von Sockelleisten wischt er aber näher an den Rand heran.

Narwal Flow 2 Moppwalze ausfahrbar
Die Moppwalze fährt seitlich raus, um Fußleisten besser zu reinigen.

Dass der Narwal Flow 2 ordentlich Schmutz vom Boden holt, sieht man spätestens am Schmutzwassertank. Nach der Reinigung ist das Wasser entsprechend dunkel und riecht auch so, wie man es nach einer gründlichen Wischrunde erwarten würde.

Der Schoko-Cappuccino-Test

Einen härteren Test habe ich mit Schoko-Cappuccino gemacht. Das war bewusst keine einfache Verschmutzung. Die Mischung ist dunkel, klebrig und wird schnell schmierig. Genau daran sieht man aber gut, wie ein Roboter mit schwierigerem Schmutz umgeht.

Beim ersten Versuch lief der Flow 2 im Freo-Modus. Er sollte also selbst entscheiden, wie er saugt und wischt. Das Ergebnis war ehrlich gesagt nicht schön. Die Verschmutzung wurde sichtbar verteilt, und der Roboter selbst sah danach ordentlich eingesaut aus. Der Track-Mop, die Unterseite und der Bereich um die Reinigung hatten einiges abbekommen.

Narwal Flow 2 nach Nutzung
So sieht der Saugroboter nach mehreren Tagen Nutzung aus.

Das lag weniger daran, dass der Flow 2 grundsätzlich schlecht wischt. Das Problem war eher die Reinigungsstrategie. Wenn so eine Mischung zu früh mit Wasser und Bewegung verteilt wird, entsteht schnell eine schmierige Fläche. Genau das passierte hier.

Mit der Einstellung "erst saugen, dann wischen" funktionierte es deutlich besser. Der Flow 2 nahm zunächst mehr Schmutz trocken auf, bevor Wasser ins Spiel kam. Dadurch wurde weniger verteilt, und das Ergebnis war sichtbar sauberer.

Übergänge und Schwellen

Bei mir wurde vor allem der Übergang zwischen Wohnzimmer und Flur interessant. Im Wohnzimmer liegt Laminat, im Flur Fliesen, dazwischen sitzt eine glatte Leiste mit ungefähr Laminathöhe. Eigentlich also genau so eine Stelle, die ein Roboter mit Kletterfunktion schaffen sollte.

Narwal Flow 2 Schwellen
Schwellen überfährt er laut Narwal mit bis zu vier Zentimetern

Der Flow 2 probierte es auch. Er hob sich an, stellte sich auf die Rollen und arbeitete sich hoch. Das Problem war am Ende aber nicht die Höhe, sondern die glatte Oberfläche. Die Räder fanden auf der Leiste zu wenig Grip.

Gelöst habe ich das ziemlich pragmatisch mit einem griffigen Klebeband, ähnlich wie Skateboard-Griptape. Auch wenn Narwal hier von vier Zentimetern Hindernisüberwindung spricht, können Oberfläche, Winkel und Grip letztendlich entscheidend sein.

Basisstation

Nach der Reinigung fährt der Roboter zurück, der Staub wird abgesaugt, der Track-Mop wird mit bis zu 100°C gewaschen und anschließend mit 60°C warmer Luft getrocknet.

Die Absaugung der Station ist deutlich hörbar, läuft aber nur kurz. Die Trocknung ist ruhiger, dauert allerdings auch einige Stunden. Direkt neben dem Sofa würde ich die Station nicht aufstellen. In einem Flur, Hauswirtschaftsbereich oder an einer weniger störenden Wand passt sie besser.

Narwal Flow 2 Reinigerkartusche
Unter den Wassertanks befindet sich die Kartusche mit Reinigungsmittel.

Narwal hat auch an eine automatische Reinigerdosierung gedacht. Der Reiniger kommt in speziellen Kartuschen. Man muss also nichts selbst abmessen oder nach Gefühl dosieren, ist dafür aber auf Narwals Kartuschensystem angewiesen, was Folgekosten verursacht.

Flow 2

8.4

POSITIV

Sehr starke Wischleistung auf Hartböden

Beste Ergebnisse mit "erst saugen, dann wischen"

Hohe Saugleistung

Bürste nach rund vier Wochen Nutzung ohne Haare

Möbel, Kabel und Hindernisse nach der Einlernphase zuverlässig erkannt

Standard-Basisstation mit Staubabsaugung, Moppwäsche und Trocknung

Automatische Reinigerdosierung

NEGATIV

Problemstellen müssen anfangs beobachtet werden

Glatte Übergänge können trotz Kletterfunktion schwierig sein

Freo-Modus bei schwieriger Verschmutzung nicht immer sinnvoll

App wirkt nicht überall sauber übersetzt

Ecken und sehr enge Bereiche bleiben eine typische Schwäche

FAZIT

Der Narwal Flow 2 hat mich vor allem beim Wischen überzeugt. Er fährt sauber, erkennt Hindernisse gut, die Bürste bleibt frei von Haaren und der Track-Mop holt sichtbar Schmutz vom Boden.

Ganz blind starten und vergessen würde ich ihn aber nicht. Vor allem am Anfang sollte man die Wohnung einmal auf typische Problemstellen prüfen. Niedrige Möbel, glatte Schwellen und schwierige Übergänge können ihn ausbremsen. Klebriger oder schmierig werdender Schmutz ist im falschen Modus schnell verteilt. Sind solche Stellen vorbereitet und die passenden Einstellungen gewählt, arbeitet der Flow 2 im Alltag deutlich zuverlässiger.

Auf Hartböden ist der Flow 2 richtig stark. Leichte Verschmutzungen entfernt er meist schnell, bei hartnäckigeren Flecken funktioniert “erst saugen, dann wischen” klar besser als die Automatik.

PREISVERGLEICH

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