OnePlus Pad 4: Design und Verarbeitung
Beim Design orientiert sich OnePlus stark am Vorgänger. Das Pad 4 besitzt erneut ein sehr flaches Aluminiumgehäuse mit geraden Seiten, abgerundeten Ecken und gleichmäßigen Displayrändern.
Mit einer Dicke von nur knapp 5,9 Millimetern wirkt das Tablet ausgesprochen elegant. Es ist sogar dünner als der seitlich befestigte Eingabestift. Trotz der schlanken Bauweise fühlt sich das Gehäuse stabil an und gibt auch bei stärkerem Druck kaum nach. Materialwahl und Verarbeitung passen damit zum Premiumanspruch.

Unsere Farbvariante Dune Glow bewegt sich je nach Lichteinfall zwischen dunklem Gold, Kupfer und Bronze. Die Oberfläche sieht hochwertig aus, zieht Fingerabdrücke und Schlieren allerdings relativ schnell an. Alternativ gibt es das Tablet in der Farbe Sage Mist, einem sanften Grün.
Die größte Besonderheit des OnePlus Pad 4 ist gleichzeitig seine größte ergonomische Herausforderung. Mit einer Displaydiagonale von 13,2 Zoll gehört es zu den größten Android-Tablets. Das sorgt für enorm viel Arbeitsfläche, macht das Gerät aber weniger handlich als kompaktere Modelle.
Mit rund 672 Gramm ist das Pad 4 zwar nicht außergewöhnlich schwer für seine Größe, längere Zeit einhändig halten möchte man es trotzdem nicht. Beim Lesen, Zeichnen oder Anschauen längerer Videos empfiehlt sich eine Ablage oder ein Case mit Standfunktion.

Die Lautstärketasten sind abhängig von der Ausrichtung nicht immer bequem erreichbar. Zudem liegt der USB-C-Anschluss nicht exakt mittig in der Gehäuseseite. Das ist funktional unproblematisch, fällt bei dem ansonsten sehr symmetrischen Design aber auf.
Deutlich störender ist der fehlende Fingerabdrucksensor. Das Tablet wird entweder per PIN, Passwort oder Gesichtserkennung entsperrt. Letztere ist bequem, aber weniger sicher und kann nicht für alle Apps oder Freigaben verwendet werden. Bei einem Premium-Tablet dieser Preisklasse ist dieser Verzicht nur schwer nachvollziehbar.
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OnePlus Pad 4: Display
Mit einer Auflösung von 3.392 × 2.400 Pixeln werden Texte, Fotos und Benutzeroberflächen gestochen scharf dargestellt. Selbst kleine Schriften bleiben sauber lesbar, was sich insbesondere bei Webseiten, Dokumenten und umfangreichen Tabellen bemerkbar macht.
Durch die 13,2 Zoll fühlt sich das Pad 4 wie ein mobiles Arbeitsdisplay an. Zwei oder drei Anwendungen lassen sich sinnvoll nebeneinander öffnen, ohne dass deren Inhalte sofort zu schmal werden. Beim Zeichnen oder Bearbeiten von Bildern bleibt genügend Platz für Werkzeugleisten und die eigentliche Arbeitsfläche.
Das Seitenverhältnis von 7:5 ist dabei ein guter Kompromiss. Im Querformat steht mehr vertikaler Raum zur Verfügung als bei einem klassischen 16:9-Display. Dokumente, Webseiten und kreative Apps profitieren davon. Gleichzeitig ist das Tablet im Hochformat nicht so schmal wie viele Breitbildmodelle.
Bei Filmen und Serien sorgt das Format allerdings für vergleichsweise große schwarze Balken. Das Bild selbst bleibt groß, die gesamte Displayfläche wird bei typischen Breitbildinhalten jedoch nicht ausgenutzt.

Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 144 Hz. Animationen, Scrollbewegungen und das Navigieren durch OxygenOS wirken dadurch ausgesprochen flüssig. Die vollen 144 Hz stehen allerdings nicht in jeder App oder jedem Spiel zur Verfügung. Viele Inhalte laufen mit 120 Hz oder 60 Hz, was im Alltag trotzdem geschmeidig aussieht.
OnePlus setzt weiterhin auf IPS statt OLED. Farben stellt das Panel kräftig und weitgehend natürlich dar. Auch die Blickwinkelstabilität ist gut. Das Display eignet sich damit nicht nur für Streaming, sondern auch für die Bearbeitung von Bildern oder Illustrationen, bei denen eine verlässliche Farbdarstellung wichtig ist. Lediglich bei dunklen Bildinhalten bietet OLED sichtbar mehr Kontrast.
Die Helligkeit wurde gegenüber dem Vorgänger leicht erhöht und erreicht laut OnePlus bis zu 1.000 Nits. In Innenräumen ist das mehr als ausreichend. Auch draußen auf dem Balkon oder im Schatten bleiben Inhalte gut erkennbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung machen sich die spiegelnde Oberfläche und die Grenzen des LCD-Panels jedoch bemerkbar.
OnePlus Pad 4: Leistung und Gaming
Im OnePlus Pad 4 arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5 und damit ein aktueller High-End-Chip von Qualcomm. Der gehört zu den schnellsten Plattformen im Android-Bereich und kann seine Leistung im großen Tabletgehäuse besonders gut ausspielen.
Im Alltag reagiert das Tablet praktisch ohne Verzögerung. Apps starten schnell, aufwendige Webseiten laufen flüssig und auch große Dateien oder hochauflösende Bilder bringen das System nicht ins Stocken.
Seine Stärken zeigt das Pad 4 vor allem beim Multitasking. Mehrere parallel geöffnete Apps, schwebende Fenster und ein geteilter Bildschirm werden ohne sichtbare Leistungseinbrüche dargestellt. Während unseres Tests konnten wir im Browser recherchieren, gleichzeitig ein Dokument bearbeiten und nebenbei einen Messenger oder Musikstream geöffnet lassen.

Auch kreative Anwendungen profitieren von der hohen Leistung. Illustrationsprogramme, Bildbearbeitung und selbst einfaches 3D-Modelling liefen flüssig. Eingaben mit dem Stift wurden unmittelbar umgesetzt, und beim Zoomen oder Drehen größerer Projekte traten keine auffälligen Verzögerungen auf.
Für Gaming bietet das OnePlus Pad 4 ebenfalls enorme Reserven. Anspruchsvolle Android-Spiele laufen mit hohen Grafikeinstellungen und stabilen Bildraten. Das Tablet erwärmt sich bei längerer Last zwar punktuell auf der Rückseite, wird aber nicht unangenehm heiß.
Die maximal möglichen 144 Bilder pro Sekunde werden von den meisten Spielen allerdings nicht unterstützt. Viele Titel sind auf 60 oder 120 FPS begrenzt. Teilweise waren vorhandene Einstellungen für höhere Bildraten nicht nutzbar. Die Hardware wäre leistungsfähig genug, das Android-Spieleangebot schöpft sie aber noch nicht vollständig aus.
Ähnlich sieht es bei größeren Produktiv- und Kreativanwendungen aus. Die Leistung des Snapdragon-Chips ist kaum das Problem. Häufig fehlen vielmehr professionell optimierte Apps, die sie tatsächlich nutzen.
OnePlus bietet das Tablet mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher sowie mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher an. Der interne Speicher arbeitet mit schnellem UFS 4.1.
Für Streaming, Surfen und gelegentliches Multitasking reichen 8 GB RAM aus. In einem High-End-Tablet mit starkem Produktivitätsfokus wirkt diese Ausstattung trotzdem knapp bemessen. Wer das Pad 4 mehrere Jahre nutzen oder regelmäßig viele Apps parallel öffnen möchte, sollte zur Version mit 12 GB RAM greifen.
OnePlus Pad 4: Software und Multitasking
Auf dem OnePlus Pad 4 läuft OxygenOS 16 auf Basis von Android 16. Die Tablet-Version ist gut an das große Display angepasst, wirkt aufgeräumt und kommt mit deutlich weniger unnötigen Apps aus als manche Smartphone-Oberflächen. Nur an einigen Stellen fehlt der Benutzeroberfläche noch ein wenig Feinschliff.
Die größte Stärke ist Open Canvas. OnePlus erlaubt damit, mehrere Apps flexibel nebeneinander oder überlappend anzuordnen. Zwei Apps lassen sich per Geste im geteilten Bildschirm öffnen. Eine dritte Anwendung kann über die Taskleiste ergänzt werden. Zusätzlich stehen schwebende Fenster zur Verfügung. Je nach Anordnung können bis zu fünf Apps gleichzeitig geöffnet sein.

In der Praxis funktioniert eine Kombination aus Browser, Textverarbeitung und Messenger besonders gut. Statt ständig zwischen Apps zu wechseln, bleiben Recherche, Dokument und Kommunikation parallel sichtbar. Das große 7:5-Display bietet dafür genügend Platz.
Nervig ist nur die eher durchwachsene Situation bei Android-Tablet-Apps, was aber allgemein gilt und nicht OnePlus anzukreiden ist. Manche Anwendungen bieten eine durchdachte Oberfläche für große Displays, andere sind nur vergrößerte Smartphone-Versionen. Bei professionellen Kreativprogrammen bleibt das iPad im Vorteil. Anwendungen wie Procreate, Final Cut Pro oder DaVinci Resolve sind unter Android nicht verfügbar.
Mit O+ Connect lässt sich das Tablet mit einem Windows-PC oder Mac verbinden. Dateien können drahtlos zwischen den Geräten übertragen werden. Das ist beispielsweise praktisch, wenn Fotos, Dokumente oder Zeichnungen auf mehreren Geräten bearbeitet werden.

Auch eine Nutzung als zusätzlicher PC-Bildschirm ist möglich. Für einfache Inhalte funktioniert das ordentlich. Bei präzisen Stifteingaben oder schnellen Bewegungen ist die Verzögerung jedoch spürbar. Über USB kann die Latenz reduziert werden, die Verbindung erwies sich im Test aber nicht immer als vollkommen zuverlässig.
Wie lange OnePlus das Pad 4 mit Updates versorgt, ist noch nicht konkret bestätigt. Beim Vorgänger waren es drei Jahre Android-Updates, weshalb wir auch hier von einem ähnlichen Zeitraum ausgehen.
OnePlus Pad 4: KI-Funktionen
OnePlus integriert mehrere KI-Werkzeuge direkt in OxygenOS. In der Notizen-App können Texte erstellt, umgeschrieben oder zusammengefasst werden. Lange Webseiten und Dokumente lassen sich über die Seitenleiste analysieren und anschließend als kurze oder ausführliche Zusammenfassung speichern.
Der AI Recorder transkribiert Sprachaufnahmen und erstellt auf Wunsch eine Zusammenfassung. Das kann bei Meetings, Vorlesungen oder gesprochenen Notizen hilfreich sein.

Handschrift und einfache Skizzen lassen sich ebenfalls weiterverarbeiten. Das Tablet kann handgeschriebene Inhalte in digitalen Text umwandeln oder aus groben Zeichnungen Tabellen und Diagramme erstellen.
In der Galerie stehen zusätzliche Werkzeuge zum Entfernen von Objekten und Reflexionen, zum Nachschärfen von Bildern oder zum automatischen Anpassen des Bildausschnitts bereit.

Nicht jedes Ergebnis ist perfekt, die Funktionen sind aber sinnvoll in vorhandene Apps integriert und können im Alltag tatsächlich Zeit sparen.
OnePlus Pad 4: Lautsprecher
Das Audiosystem besteht aus insgesamt acht Lautsprechern, darunter vier Tieftöner und vier Hochtöner. Für ein derart dünnes Tablet fällt der Klang überraschend kräftig aus.
Filme, Serien und Videos klingen räumlich und klar. Stimmen bleiben gut verständlich, während Musik und Effekte genügend Volumen besitzen. Einen echten tiefen Bass kann das flache Gehäuse zwar nicht liefern, gegenüber vielen anderen Tablets wirkt die Wiedergabe dennoch voller.

Auch die maximale Lautstärke ist hoch genug, um einen größeren Raum zu beschallen. Ganz aufgedreht verliert der Klang etwas an Wärme. Im normalen Lautstärkebereich zählt das OnePlus Pad 4 aber zu den klanglich stärkeren Android-Tablets.
Die beste Stereoabbildung ergibt sich im Querformat. Das passt zur üblichen Nutzung für Filme, Spiele und produktive Anwendungen.
OnePlus Pad 4: Kamera
Auf der Rückseite befindet sich eine 13-Megapixel-Kamera, die Videos mit bis zu 4K bei 30 Bildern pro Sekunde aufnimmt. Für Videocalls ist eine 8-Megapixel-Frontkamera zuständig.

Die Hauptkamera erfüllt typische Tablet-Aufgaben zuverlässig. Dokumente, Whiteboards und kurze Notizen lassen sich gut lesbar fotografieren. Bei ausreichend Licht entstehen ordentliche Aufnahmen mit brauchbarer Schärfe.
Die Frontkamera liefert eine ausreichende Qualität für Videokonferenzen und private Anrufe. Das Vorschaubild wirkt teilweise etwas weich, die endgültige Darstellung ist aber akzeptabel.
Für ein produktiv ausgerichtetes Tablet wäre eine hochwertigere Frontkamera wahrscheinlich sinnvoller gewesen als die bessere Kamera auf der Rückseite. Im Alltag erfüllen beide ihren Zweck, ersetzen aber keine gute Smartphone-Kamera.
OnePlus Pad 4: Zubehör
OnePlus bietet für das Pad 4 ein Keyboard Cover, ein normales Folio Case und den Stylo Pro an. Alle drei Zubehörteile müssen separat gekauft werden. Das Zubehör erweitert die Einsatzmöglichkeiten sinnvoll, ist aber keine Voraussetzung, um die wichtigsten Stärken des Pad 4 zu nutzen.

Das Keyboard Cover verwandelt das Tablet in einen kompakten Arbeitsplatz. Die Tasten sind ausreichend groß, besitzen einen klaren Druckpunkt und eignen sich auch für längere Texte. Das integrierte Touchpad reagiert präzise und unterstützt die wichtigsten Gesten.
Eine Besonderheit ist die eigene AI-Taste. Zweimal drücken erstellt einen Screenshot, der direkt an Mind Space weitergeleitet und dort per KI ausgewertet werden kann. Hält man die Taste gedrückt, startet stattdessen eine Sprachaufnahme, die anschließend ebenfalls in Mind Space landet und dort weiterverarbeitet wird.
Die Tastenbeleuchtung aktiviert sich automatisch, sobald man zu tippen beginnt. Etwas heller dürfte sie allerdings ausfallen. Einen eigenen USB-C-Anschluss besitzt das Keyboard nicht, weshalb das Ladekabel direkt am Tablet angeschlossen werden muss und seitlich aus dem Gerät ragt.

Der Stylo Pro reagiert präzise und mit geringer Verzögerung. Zwei mitgelieferte Spitzen sind für Schreiben und Zeichnen ausgelegt. Zusätzlich simulieren Vibrationen und Geräusche das Gefühl verschiedener Schreibwerkzeuge. Über Berührungs- und Druckgesten lassen sich Werkzeuge wechseln oder weitere Funktionen aufrufen.
Das normale Folio Case ist im Alltag wahrscheinlich das praktischste Zubehör. Es schützt das Tablet, bietet mehrere Aufstellwinkel und sichert den magnetisch befestigten Stift.

Akku und Laufzeit
Der Akku besitzt eine Kapazität von 13.380 mAh und ist damit rund zehn Prozent größer als beim Vorgänger. Angesichts des großen Displays und des leistungsstarken Prozessors ist diese Kapazität auch notwendig.
In der Praxis hält das OnePlus Pad 4 bei gemischter Nutzung aus Streaming, Surfen, Schreiben und Multitasking mehrere Tage durch, sofern es nicht permanent verwendet wird. Bei intensiver täglicher Nutzung muss es entsprechend früher an die Steckdose.

Besonders gut ist die Standby-Laufzeit. Bleibt das Tablet mehrere Tage ungenutzt im WLAN, verliert es nur wenige Prozentpunkte.
Geladen wird mit bis zu 80 Watt SuperVOOC. Trotz der hohen Ladeleistung benötigt der riesige Akku von 0 auf 100 Prozent rund eineinhalb Stunden. Erfreulich ist der Lieferumfang, denn ein passendes 80-Watt-Netzteil sowie ein USB-A-auf-USB-C-Kabel im typischen OnePlus-Rot liegt bei.








