Tivique LX15 Pro im Test: Der Office-Laptop für Sparfüchse?

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 30. April 2026

Acemagic kennt man vor allem von günstigen Mini-PCs mit ordentlich Leistung fürs Geld. Mit dem Tivique LX15 Pro versucht man sich jetzt auch an einem klassischen Laptop. Für rund 350 Euro gibt es hier ein 15,6-Zoll-Notebook mit Ryzen 3 4300U, 16 GB RAM und 512 GB SSD. Wie sich das im Alltag anfühlt, haben wir ausprobiert.

7.3

Unsere Bewertung
Tivique LX15 Pro Review Hero

Tivique, Acemagic und die Sache mit den Modellnamen

Der Tivique LX15 Pro wird auch unter dem Namen Acemagic LX15 Pro verkauft. Acemagic kennt man vor allem aus dem Mini-PC-Bereich, wo die Marke seit einiger Zeit Geräte mit ordentlichem Preis-Leistungs-Verhältnis anbietet.

Dass der Hersteller nun auch Laptops verkauft, ist deshalb nicht völlig abwegig. Technisch ist der Sprung von Mini-PC zu Notebook kleiner, als man zunächst denkt, denn mobile AMD- oder Intel-Plattform, vieles davon kennt Acemagic bereits.

Wichtig ist aber, dass LX15 Pro nicht gleich LX15 Pro ist. Das Gerät wird mit verschiedenen Hardwarekonfigurationen angeboten. Das hier getestete Basismodell nutzt den AMD Ryzen 3 4300U. Gegen Aufpreis gibt es Varianten mit Ryzen 5 7430U oder Ryzen 7 5700U. Wer kauft, sollte also sehr genau auf die CPU achten, denn unter nahezu gleichem Namen können deutlich unterschiedliche Geräte stecken.

Verpackung und Lieferumfang

Geliefert wird der Tivique LX15 Pro unspektakulär in einem braunen Pappkarton. Das passt zur Preisklasse und ist völlig in Ordnung. Im Karton liegen das Notebook, ein 65 Watt Netzteil sowie ein separates Kleeblatt-auf-Schuko-Netzkabel.

Tivique LX15 Pro Logo
Mittig das große Tivique-Logo. Nicht beleuchtet.

Geladen wird nicht über USB-C, sondern über einen klassischen DC-Hohlstecker. Funktional ist das zwar kein Problem, USB-C mit Power Delivery hätte das Gerät im Alltag aber deutlich universeller gemacht.

Da die Tastatur standardmäßig im US-englischen QWERTY-Layout ausgeführt ist, legt Tivique dünne Gummiauflagen bei. Damit lässt sich das Layout optisch auf Deutsch, Französisch, Spanisch oder UK-Englisch anpassen.

Tivique LX15 Pro Windows 11
Windows 11 ist hier bereits vorinstalliert und aktiviert.

Gehäuse, Verarbeitung und Haptik

Das Gehäuse besteht aus anthrazitfarbenem Kunststoff. Es wirkt schlicht und unauffällig, was ich bei einem günstigen Office-Notebook positiv sehe. Fingerabdrücke bleiben darauf kaum sichtbar zurück.

Die Materialqualität ist allerdings klar in der Einstiegsklasse angesiedelt. Der Kunststoff fühlt sich nicht billig im schlimmsten Sinne an, aber eben auch nicht hochwertig. Beim Drucktest gibt das Gehäuse sichtbar etwas nach. Besonders verwindungssteif ist das LX15 Pro also nicht.

Tivique LX15 Pro Aufkleber
Die Aufkleber lassen sich nicht rückstandslos entfernen.

Ein kleiner, aber ärgerlicher Punkt betrifft die Aufkleber links auf der Handballenauflage, denn die lassen sich kaum rückstandslos entfernen. Bei einem günstigen Gerät ist das kein Drama, aber es hinterlässt keinen guten Eindruck.

Das Scharnier ist recht straff. Beim Öffnen muss man den unteren Teil des Notebooks festhalten, einhändiges Öffnen ist praktisch nicht möglich. Dafür öffnet das Scharnier sauber und hält das Display stabil genug in Position.

Tivique LX15 Pro Scharnier
Das Scharnier macht einen insgesamt stabilen Eindruck.

Anschlüsse

Tivique LX15 Pro Anschlüsse auf der linken Seite
Anschlüsse auf der linken Seite.

Die Anschlussausstattung ist für die Preisklasse ordentlich. Links befinden sich:

  • Kensington-Lock ja
  • Ladeanschluss DC-Hohlstecker
  • USB-C (USB 3.2 Gen 1)
  • HDMI 1.4
  • USB-A (USB 3.2 Gen 1)

Rechts gibt es:

  • USB-A 2× USB 3.2 Gen 1
  • microSD Kartenleser
  • Audio 3,5-mm-Klinke für Kopfhörer/Mikrofon
Tivique LX15 Pro Anschlüsse auf der rechten Seite
Anschlüsse auf der rechten Seite.

Die Menge an USB-Anschlüssen ist erfreulich. HDMI 1.4 ist eher Basisniveau und auch dass es keine USB-C Lademöglichkeit gibt, sind hier die größten Knackpunkte. Für einen externen Full-HD-Monitor reicht HDMI 1.4 zwar aus, bei höheren Auflösungen und Bildwiederholraten wird es aber schnell eingeschränkt. Wobei gesagt sein muss, dass sich der Ryzen 3 4300U auch kaum für mehr eignet.

Einen LAN-Port gibt es nicht. In dieser Geräte- und Preisklasse ist das aber auch nicht ungewöhnlich.

Tastatur und Touchpad

Die Tastatur ist eine Full-Size Tastatur mit Nummernblock. Für Office, Tabellen und einfache Texte ist das praktisch. Das Grundlayout ist allerdings US-QWERTY. Wer blind tippt, kann Windows einfach auf Deutsch stellen und sich daran gewöhnen. Wer aber auf die Beschriftung angewiesen ist, muss zur Gummiauflage greifen.

Diese Auflagen sind dünn und sitzen brauchbar, verändern aber das Tippgefühl. Es wird weicher, etwas schwammiger und weniger direkt. Für gelegentliche Nutzung ist das noch akzeptabel, wer aber täglich viele Seiten Text schreibt, wird sich vermutlich eine Tastatur direkt im QWERTZ-Layout wünschen. Eine Sache, die der Tastatur außerdem fehlt, ist eine Hintergrundbeleuchtung.

Tivique LX15 Pro mit Gummiauflage
Die Gummiauflage liegt kaum sichtbar auf der Tastatur.

Das Touchpad ist schön groß, aber nicht besonders hochwertig. Windows-Gesten funktionieren grundsätzlich, Klicks fühlen sich aber nicht sehr präzise an. Für längeres Arbeiten würde ich eine externe Maus empfehlen.

Display

Tivique verbaut ein unbekanntes 15,6 Zoll IPS-Panel mit 1920 × 1080 Pixeln und 60 Hz. Damit bekommt man zumindest die richtige Grundausstattung mit Full HD, IPS statt TN und keine völlig unbrauchbaren Blickwinkel.

Tivique LX15 Pro Bezel
Die Bezel fallen angenehm schlank aus.

Im Alltag wirkt das Display reaktionsfreudig und für Office, Browser, YouTube und einfache Bildbetrachtung reicht es völlig aus. Die Farbabstimmung ist allerdings sichtbar warm. Daran muss man sich erst gewöhnen. Über den AMD-Grafiktreiber lassen sich Farbtemperatur, Sättigung und Kontrast noch etwas anpassen, was auch empfehlenswert ist.

Die Helligkeit reicht für Innenräume aus. In einem Büro oder helleren Arbeitszimmer kann man gut arbeiten. Im Dunkeln lässt sich die Helligkeit weit genug reduzieren, sodass das Panel nicht unangenehm blendet.

Im Freien ist das Display dagegen nur eingeschränkt nutzbar. Bei Sonne sollte man sich definitiv ein schattiges Plätzchen suchen.

Webcam und Lautsprecher

Oberhalb des Displays sitzt eine 1 MP Webcam mit 1280 × 720 Pixeln. Die Qualität ist erwartbar einfach und reicht für kurze Videocalls, aber nicht mehr. Positiv ist die mechanische Abdeckung, die per Schieber rechts neben der Kamera aktiviert wird.

Tivique LX15 Pro Webcam Privacy Shutter
Die Webcam ist mit einem mechanischen Privacy-Shutter ausgestattet.

Die Lautsprecher sitzen links und rechts im Gehäuse. Sie reichen für Systemtöne, YouTube und einfache Videocalls. Klanglich sollte man aber mit wenig Bass, begrenzter Lautstärke und einer eher dünnen Wiedergabe rechnen.

Innenaufbau und Hardware

Die Unterseite lässt sich über 11 Schrauben öffnen. Das ist erfreulich unkompliziert. Unter der Kunststoffabdeckung befindet sich zusätzlich ein eingeklebtes Gitter als Staubschutz.

Tivique LX15 Pro Gitter
Ein zusätzliches Gitter dient als Staubfänger.

Im Inneren sieht man den 54,72 Wh Akku, links und rechts die kleinen Lautsprecher sowie die eigentliche Hardware. Positiv fällt auf, dass Tivique nicht alles verlötet hat.

Verbaut sind:

  • 512 GB KEYWA KY510 M.2 SATA SSD (2 Slots)
  • WLAN Realtek RTL8821CE
  • RAM 1× 16 GB DDR4-2666 SO-DIMM (2 Slots)
  • Akku 54,72 Wh

Der freie RAM-Slot ist einer der größten Pluspunkte. Ab Werk läuft der Speicher nur im Single Channel, was besonders die integrierte Radeon-Grafik ausbremst. Mit einem zweiten passenden 16 GB DDR4 SO-DIMM-Modul lässt sich Dual Channel aktivieren.

Tivique LX15 Pro RAM-Slots
Hier die beiden RAM-Slots.

Die SSD ist eine M.2 SATA-SSD und keine NVMe-SSD. Realistisch sind also grob 450 bis 550 MB/s beim Lesen und etwas weniger beim Schreiben. Für Alltag und Office reicht das, moderne NVMe-SSDs sind aber deutlich schneller.

Tivique LX15 Pro SSD-Slot
Hier der Akku, die SSD und rechts daneben der zweite M.2-Slot.

Ryzen 3 4300U

Der AMD Ryzen 3 4300U ist kein neuer Prozessor mehr, aber für ein günstiges Notebook weiterhin interessant. Er besitzt 4 Kerne, aber kein SMT, also nur 4 Threads. Das unterscheidet ihn deutlich von größeren Ryzen-Modellen wie dem 4500U, 5500U oder 5700U.

Ryzen 3 4300U Hardware Info
Ryzen 3 4300U Hardware Info

Für einfache Alltagsaufgaben reicht die Leistung, bei stärkerem Multitasking merkt man aber die Grenze. Viele Browser-Tabs, Windows-Updates im Hintergrund und parallel noch eine größere Installation können das System ausbremsen.

Im Vergleich zu den sehr günstigen Intel-N100-, N95- oder N97-Geräten fühlt sich der Ryzen 3 4300U im Alltag aber oft erwachsener an, vor allem wenn genug RAM vorhanden ist.

WLAN und Bluetooth

Beim Funkmodul setzt Tivique auf den Realtek RTL8821CE. Der unterstützt Wi-Fi 5 / 802.11ac und Bluetooth 4.2. Für Surfen, Streaming und Office reicht Wi-Fi 5 aus. Wer aber hohe WLAN-Geschwindigkeiten, bessere Stabilität oder moderne Standards wie Wi-Fi 6 erwartet, bekommt sie hier nicht.

Auch Bluetooth 4.2 ist eher alt. Maus, Tastatur und Kopfhörer funktionieren, aber Reichweite und Effizienz sind nicht auf aktuellem Niveau.

Benchmarks und Gaming

Der Ryzen 3 4300U liegt bei der Leistung über klassischen Billig-CPUs wie Celeron, N4020, N5100 oder älteren Atom-Derivaten. Gegen moderne Ryzen-5- oder Core-Ultra-Notebooks hat er aber keine Chance. Ein Ryzen 5 7430U oder Ryzen 7 5700U im gleichen Gehäuse ist stärker, aber eben auch teurer.

Tivique LX15 Pro PCMark10
PCMark10
Tivique LX15 Pro Cinebench R23
Cinebench R23
Tivique LX15 Pro 3DMark
3DMark

Gaming ist mit dem Tivique LX15 Pro nur sehr eingeschränkt möglich. Die integrierte Radeon Vega Grafik des Ryzen 3 4300U ist grundsätzlich brauchbarer als viele alte Intel-iGPUs, wird hier aber durch den Single-Channel-RAM nochmal ausgebremst.

Spiele wie ältere Strategiespiele, Hades, Stardew Valley, Terraria, Minecraft mit niedrigen Einstellungen oder ältere Klassiker sind möglich. Anspruchsvollere Titel brauchen 720p, niedrige Details und viel Geduld.

Akku und Lautstärke

Der Akku ist mit 54,72 Wh ordentlich dimensioniert. Realistisch sind etwa 5–7 Stunden bei Office-Arbeiten mit geringer Helligkeit, Videostreaming liegt bei etwa 4 Stunden und unter Last fällt die Laufzeit schnell unter 3 Stunden.

Mit einer typischen Leistungsaufnahme von rund 15 Watt ist die CPU sehr sparsam ausgelegt, was die Anforderungen an die Kühlung deutlich reduziert. Im Alltag bleibt das Gerät deshalb oft angenehm unauffällig. Bei einfachen Aufgaben wie Surfen, Office oder Videostreaming läuft der Lüfter entweder sehr leise oder schaltet sich phasenweise sogar komplett ab.

Unter Last dreht der Lüfter etwas mehr auf, bleibt aber auch noch vergleichsweise leise, mit leichtem Rauschen.

LX15 Pro

7.3

POSITIV

Zwei M.2-SATA-Slots für Speichererweiterung

Zwei DDR4-SO-DIMM-Steckplätze

Full-HD-IPS-Display statt TN

Vele Anschlüsse (4× USB, HDMI, microSD)

Ausreichend Leistung für Office, Surfen und Streaming

Leiser Betrieb im Alltag

Gehäuse gut zugänglich

Webcam mit mechanischer Abdeckung

NEGATIV

Tastatur nur mit Gummiauflage lokalisiert

Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung

Touchpad eher mittelmäßig

Keine NVMe SSD

WLAN-Modul veraltet

Kein Laden über USB-C (nur DC-Hohlstecker)

FAZIT

Für rund 350 Euro bekommt man ein vollwertiges Office-Notebook mit 16 GB RAM und brauchbarer Ryzen-CPU. Gleichzeitig wirkt das Gesamtpaket stellenweise so, als hätte man hier vorhandene Komponenten möglichst effizient zusammengewürfelt. Ältere CPU, SATA-SSD, einfaches WLAN-Modul und Single-Channel-RAM ergeben ein System, das funktioniert, aber eben nicht optimal ausbalanciert ist. Der Laptop tut im Alltag zuverlässig seinen Job, fordert dafür aber an vielen Stellen Kompromissbereitschaft.

Genau deshalb lohnt sich auch der Blick über den Tellerrand. In der Preisregion um 350 Euro sind gebrauchte bzw. refurbished Business-Geräte wie das Lenovo ThinkPad T14 oft die spannendere Wahl. Diese bieten zwar nicht immer die gleiche Speicherausstattung, punkten dafür aber mit deutlich besserer Verarbeitung, hochwertigeren Displays und insgesamt ausgereifter Technik.

Trotzdem hat der Tivique seine Daseinsberechtigung. Wer ein neues Gerät mit Garantie, moderner Optik, leisem Betrieb und direkt nutzbarer Ausstattung ohne Bastelaufwand sucht, bekommt hier ein unkompliziertes Gesamtpaket. Gerade für Einsteiger, Schüler oder als günstiger Zweit-Laptop ist der LX15 Pro deshalb kein schlechter Deal, solange man weiß, worauf man sich einlässt.

PREISVERGLEICH

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