UGREEN NASync DH4300 Plus Langzeittest: Das unkomplizierte NAS für Privatanwender

Veröffentlicht von Christian Matenar am 31. August 2026

Statt möglichst viele Funktionen in ein Gehäuse zu pressen, konzentriert sich das NASync DH4300 Plus auf das, was die meisten Privatanwender tatsächlich brauchen. Viel Speicher, ordentlich Leistung, 2,5-Gigabit-Ethernet und eine inzwischen erstaunlich erwachsene Software, die wenig Aufwand verlangt.

8.8

Unsere Bewertung
UGREEN NASync DH4300 Plus Review Hero

Design und Verarbeitung

UGREEN verzichtet auf die klassische breite Front mit sichtbaren Festplatteneinschüben und stellt das Gehäuse hochkant. Die vier HDDs werden von oben eingesetzt und verschwinden unter einer magnetischen Abdeckung. Dadurch fällt das DH4300 Plus für ein 4-Bay-NAS angenehm kompakt aus und benötigt mit seinen 155 × 155 × 215,7 Millimetern nur wenig Stellfläche. Auch die Verarbeitung passt. Das matte Gehäuse wirkt sauber, die Belüftung funktioniert und selbst nach sechsmonatigem Dauerbetrieb gab es keine Aussetzer.

UGREEN NASync DH4300 Plus von vorne

Zu den Anschlüssen auf der Rückseite gehören ein 2,5-Gigabit-LAN-Port, USB-A und HDMI mit bis zu 4K-Ausgabe. Vorne befinden sich die Einschalttaste, die Laufwerk-LEDs und ein USB-C Anschluss. Statt werkzeuglos gesteckt, werden die 2.5" oder 3.5" Festplatten hier in die Halterung geschraubt. Schrauben und Schraubendreher liegen entsprechend bei. Für den Test habe ich vier WD Red Plus mit jeweils 4 TB Speicher verbaut. Maximal unterstützt werden bis zu 128 TB Speicherkapazität.

UGREEN NASync DH4300 Plus Anschlüsse hinten
Die Anschlüsse auf der Rückseite sind gut zugänglich.

Hardware und Leistung

Angetrieben wird das NASync DH4300 Plus von einem Rockchip RK3588. Der ARM-Chip kombiniert vier leistungsstarke Cortex-A76-Kerne mit vier sparsamen Cortex-A55-Kernen. Dazu kommen eine Mali-G610-GPU und eine NPU mit 6 TOPS. UGREEN verbaut außerdem 8 GB LPDDR4X-RAM sowie 32 GB eMMC-Speicher für das Betriebssystem.

Dateifreigaben, Backups, Fotoverwaltung und kleinere Serverdienste bringen den RK3588 nicht sonderlich ins Schwitzen. Die Hardware besitzt genug Reserven, damit sich das System auch dann noch schnell anfühlt, wenn mehr als nur ein SMB-Share darauf läuft. Grenzen setzt UGREEN allerdings bei der Erweiterbarkeit. Der Arbeitsspeicher ist fest verlötet, interne M.2-Steckplätze fehlen und auch ein zweiter Netzwerkanschluss ist nicht vorhanden.

UGREEN NASync DH4300 Plus HDDs
Die Festplatten werden von oben eingesetzt.

Die Einrichtung selbst ist unkompliziert. Über die UGREEN-App oder Weboberfläche wird das NAS im Netzwerk erkannt, anschließend lassen sich Speicherpool, RAID und Benutzer Schritt für Schritt anlegen. Unterstützt werden Basic, JBOD sowie RAID 0, 1, 5, 6 und 10, womit UGREEN die klassischen Konfigurationen abdeckt.

Mit vier 4-TB-Festplatten im RAID 5 konnte ich durchschnittlich rund 280 MB/s beim Lesen und 245 MB/s beim Schreiben erzielen. Bei vielen kleinen Dateien sinkt die Geschwindigkeit erwartungsgemäß, wobei ein SSD-Cache hier durchaus hätte Vorteile bringen können. Der Stromverbrauch mit vier HDDs liegt bei rund 8 Watt im Idle und etwa 25 Watt bei intensiven Schreibvorgängen.

UGREEN NASync DH4300 Plus HDD LEDs
Vorne befinden sich Hinweis-LEDs zu den einzelnen Platten.

Akustisch hält sich das NAS ebenfalls zurück. Der Lüfter ist kaum das Problem, hörbarer sind die üblichen Zugriffsgeräusche der HDDs.

UGOS Pro

Die Oberfläche erinnert an einen klassischen Desktop und zeigt Speicher, Netzwerk, Systemauslastung sowie den Zustand der eingebauten Laufwerke übersichtlich an. Beim Funktionsumfang reicht UGREEN noch nicht ganz an Synology DSM oder QNAP QTS heran. Backups, Synchronisation, Time Machine, Medienverwaltung, Fernzugriff und Smartphone-Sicherung sind aber vorhanden. Auch Docker ist integriert, allerdings setzt die ARM64-Plattform kompatible Container voraus und die 8 GB RAM lassen nur wenig Luft nach oben.

UGREEN UGOS Homescreen
UGREEN UGOS Homescreen

Gut gefallen hat mir vor allem die lokale Fotoverwaltung ganz ohne Cloud. Bilder werden direkt auf dem NAS nach Personen, Motiven und Aufnahmeorten analysiert. Die Gesichtserkennung funktionierte mit meiner Sammlung ordentlich und erkannte Personen teilweise auch dann wieder, wenn sie nicht frontal in die Kamera blickten. Auch Suchbegriffe wie "Hund", "Auto" oder "Berge" lieferten brauchbare Ergebnisse.

Wer das NAS als Medienserver plant, kann unter anderem H.264, H.265, VP9 und AV1 bis 8K mit 60 Bildern pro Sekunde hardwareseitig dekodieren. Dazu kommt HDMI 2.1, womit es sich direkt an einen Fernseher oder Monitor anschließen lässt.

UGREEN UGOS App Store
UGREEN UGOS App Store

Anders als bei vielen Modellen der DXP-Serie ist das DH4300 Plus nicht für alternative Betriebssysteme wie Unraid oder TrueNAS vorgesehen. Aufgrund der ARM-Plattform gibt es keinen klassischen BIOS-Zugang, weshalb UGREEN ausdrücklich davon abrät, UGOS durch ein anderes Betriebssystem zu ersetzen.

NASync DH4300 Plus

8.8

POSITIV

Kompakte und stabile Bauweise des Gehäuses

Einfache Einrichtung und moderne UGOS Pro Oberfläche

Hohe Übertragungsgeschwindigkeiten dank 2,5-GbE-Schnittstelle

Lokale KI-Bilderkennung ohne Datenschutzbedenken

Attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis

NEGATIV

Arbeitsspeicher ist fest verlötet

Keine Unterstützung für NVMe SSD

Festplattenmontage nicht werkzeuglos

FAZIT

Nach mehr als sechs Monaten hat sich das UGREEN NASync DH4300 Plus bei mir als zuverlässiges 4-Bay-NAS erwiesen. Die Hardware gehört zwar nicht mehr zur Spitze der NASync-Serie, für Backups, Fotoarchive und die zentrale Dateiablage bietet sie aber weiterhin mehr als genug Leistung.

Auch UGOS Pro hat sich in dieser Zeit gut entwickelt. Das Betriebssystem läuft stabil, bringt die wichtigsten NAS-Funktionen mit und lässt sich über Docker flexibel erweitern. Besonders praktisch finde ich die lokale Fotoverwaltung, vor allem bei größeren Bildsammlungen. Synology und QNAP bieten zwar weiterhin das umfangreichere Software-Ökosystem, für viele typische NAS-Aufgaben fällt dieser Vorsprung inzwischen aber deutlich weniger ins Gewicht.

Die Schwächen liegen fast ausschließlich bei der Erweiterbarkeit. Der RAM ist verlötet, NVMe-Steckplätze fehlen und ein anderes Betriebssystem ist nicht vorgesehen. Wer sowieso nur Dateien sichern, Fotos verwalten und ein paar Dienste betreiben möchte, dürfte sich daran allerdings kaum stören.

PREISVERGLEICH

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Price icon 379,00€

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