Xiaomi 17 im Test: Thailand sieht durch diese Kamera noch besser aus!

Aktualisiert von Timo Altmeyer am 20. Juni 2026

Bangkok ist kein Ort für langweilige Smartphones. Zwischen Neonlicht, plötzlichem Regen, stickigen Nachtmärkten und langen Tagen auf Koh Lanta musste das Xiaomi 17 sowohl als Kamera, Reisebegleiter und Alltagsgerät ständig liefern. Genau deshalb war Thailand der perfekte Ort für diesen Test!

9.1

Unsere Bewertung
Xiaomi 17 Review Hero

Xiaomi 17: Klein, leicht, reisetauglich

Das Xiaomi 17 setzt weiterhin auf ein Format, das in der Oberklasse fast schon selten geworden ist. Mit seinen 6,3 Zoll bleibt es angenehm kompakt, liegt leicht in der Hand und lässt sich selbst einhändig entspannt bedienen. Im Vergleich zum Xiaomi 15 (hier unser Test) ist das Gehäuse sogar minimal geschrumpft.

Xiaomi 17 Vorderseite mit Display
Das Xiaomi 17 ist eines der kleinsten und handlichsten Android-Smartphones derzeit.

Das Gewicht bleibt mit rund 191 Gramm zwar praktisch identisch, verteilt sich aber so gut, dass das Smartphone nochmal leichter wirkt, als es eigentlich ist. Es zieht nicht an der Hosentasche, stört nicht beim langen Laufen und verschwindet fast schon unauffällig im Alltag. Genau das lernt man allerdings nicht bei einem kurzen Hands-on im klimatisierten Presseraum zu schätzen, sondern erst nach mehreren Wochen auf Reisen.

Mein Testgerät kam in Venture Green, vermutlich die schönste Farbe der Serie. Je nach Licht wirkt das Grün mal dunkel und elegant, mal fast schon tropisch hell. Besonders draußen in der Sonne oder unter Bangkoks Neonlichtern verändert das Smartphone ständig seinen Look. Dazu kommen ein sauber verarbeiteter Aluminiumrahmen und eine matte Glasrückseite, die einen hochwertigen Eindruck hinterlässt und selten Fingerabdrücke sammelt.

Xiaomi 17 Rückseite in Venture Green
Neben Ice Blue ist Venture Green eine der Special-Farben des Xiaomi 17. Alternativ gibt es klassisches Schwarz.

Statt eines wabbeligen TPU-Cases legt Xiaomi eine transparente Hartplastik-Hülle bei, die zwar stabil wirkt, aber auch etwas billig aussieht. Thailand zeigte auch ziemlich schnell die Kehrseite eines solchen Cases. Feiner Sand sammelt sich gerne rund um die Kamera und hinterlässt nach ein paar Tagen die ersten kleinen Kratzer auf der Hülle. Das Smartphone selbst nahm mir das dagegen nicht übel. Dank IP68-Zertifizierung waren Regen, feuchte Luft, Bootstouren und jede Menge Sand erstaunlich wenig problematisch.

Xiaomi 17 Rahmen oben
Cleaner Aluminiumrahmen, bei dem lediglich die Antennenstreifen sichtbar sind.

Dann sind da noch die kleinen Details, die man erst im Alltag bemerkt. Xiaomi hat den IR-Blaster direkt im Kameramodul versteckt, wodurch der obere Rahmen sauber bleibt. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor versteckt sich hinter dem Display und gehört zu den besten im Android-Bereich. Selbst mit leicht nassen Händen nach Pool, Meer oder tropischer Hitze entsperrte das Xiaomi 17 fast immer sofort.

Xiaomi 17 Display: Gemacht für Thailand

Bangkok kann für Smartphone-Displays eine überraschend harte Prüfung sein. Tagsüber brennt die Sonne auf die Straßen, nachts konkurrieren unzählige Neonreklamen um Aufmerksamkeit. Dazwischen liegen Bootstouren, Strände und spontane Google-Maps-Sessions mitten im Freien. Das Xiaomi 17 fühlte sich in keiner dieser Situationen fehl am Platz an.

Mit bis zu 3.500 Nits Spitzenhelligkeit gehört das OLED-Panel zu den hellsten Displays, die man aktuell in einem Smartphone bekommt. Der Bildschirm bleibt auch dann noch ablesbar, wenn die Sonne auf dem Deck einer Fähre nach Koh Phi Phi erbarmungslos herunterbrennt. Wo andere Displays anfangen zu spiegeln oder sichtbar an Kontrast verlieren, bleibt das Xiaomi 17 erstaunlich souverän.

Xiaomi 17 Display bei Sonne
Selbst bei knallender Sonne bleibt das Display sehr gut lesbar.

Auch die Bildqualität überzeugt. Farben wirken kräftig, ohne künstlich auszusehen, Schwarztöne sind OLED-typisch tief und HDR-Inhalte profitieren von Dolby Vision und HDR10+. Die schmalen und flachen Displayränder sorgen zusätzlich dafür, dass das Xiaomi 17 moderner wirkt, als es seine kompakten Abmessungen vielleicht vermuten lassen.

Hinzu kommt eine adaptive Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz, die unauffällig im Hintergrund arbeitet und dafür sorgt, dass sich das Scrollen jederzeit flüssig anfühlt. Ein kleines Detail am Rande, das sich in Thailand oft als nützlich erwiesen hat, ist "WetTouch". Nach einem Regenschauer in Bangkok oder mit feuchten Händen nach dem Sprung ins Meer reagierte das Display genauso wie mit trockenen Händen.

Xiaomi 17 Performance: Schneller geht aktuell kaum

Während der Thailandreise gab es keinen Moment, in dem das Xiaomi 17 der Flaschenhals gewesen wäre. Google Maps navigierte zuverlässig durch das Verkehrschaos Bangkoks, die Kamera startete ohne spürbare Verzögerung und selbst größere Fotobibliotheken mit mehreren tausend Aufnahmen ließen sich schnell durchsuchen und bearbeiten. Genau so sollte sich ein modernes Flaggschiff anfühlen.

Snapdragon 8 Elite Gen 5

Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, aktuell einer der leistungsstärksten Smartphone-Chips überhaupt. Unterstützt wird er von 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und wahlweise 256 oder 512 GB schnellem UFS-4.1-Speicher. Apps starten mit dieser Kombination praktisch sofort und Multitasking funktioniert ohne Verzögerungen. Dank USB 3.2 Gen 1 sind zudem auch größere Foto- und Videosammlungen schnell auf den Rechner übertragen.

Beeindruckend ist vor allem, wie viel Leistung Xiaomi in dieses vergleichsweise kleine Gehäuse packt. Auf den langen Flügen nach Thailand und zurück mussten deshalb auch einige anspruchsvollere Spiele als Zeitvertreib herhalten. Genshin Impact, Call of Duty Mobile oder Diablo Immortal liefen selbst mit hohen Grafikeinstellungen flüssig und ohne störende Framedrops. Wer möchte, kann das Xiaomi 17 problemlos als Gaming-Smartphone nutzen, wenn auch der Bildschirm kleiner ausfällt als bei anderen Flaggschiffgeräten.

Wärmeentwicklung

Ganz ohne Kompromisse klappt das allerdings nicht. Wärme bleibt der natürliche Gegner jedes kompakten High-End-Smartphones und das Xiaomi 17 bildet hier keine Ausnahme.

Sehr deutlich wurde das während einer Rollerfahrt auf Koh Lanta. Das Smartphone navigierte per Google Maps in einer kabellosen Ladehalterung, nutzte mobile Daten und lief bei hoher Displayhelligkeit in der prallen Sonne. Nach wenigen Minuten deaktivierte das Gerät zunächst das kabellose Laden, kurz darauf erschien eine Temperaturwarnung. Die Nutzung war weiterhin möglich, die thermischen Reserven waren unter diesen Bedingungen jedoch schnell erschöpft.

Xiaomi 17 im Schatten
Im Schatten bleibt das Xiaomi 17 deutlich entspannter.

Beim Fotografieren, Filmen oder Spielen trat dieses Verhalten dagegen nicht auf. Das Gehäuse wurde zwar spürbar warm, vor allem rund um das Kameramodul, aber nie unangenehm heiß. Erst die Kombination aus direkter Sonneneinstrahlung, Navigation, Mobilfunk und induktivem Laden bringt das Kühlsystem an seine Grenzen. Größere Smartphones haben hier aufgrund ihres zusätzlichen Platzangebots schlicht physikalische Vorteile.

In Deutschland dürfte das nur an wirklich heißen Sommertagen relevant sein. Bei Temperaturen jenseits der 38 Grad in Thailand zeigte sich jedoch, dass die Kompaktheit des Xiaomi 17 unter Extrembedingungen eben ihren Preis hat.

Konnektivität

Auch bei der Konnektivität gibt sich das Xiaomi 17 keine Blöße. Das Smartphone unterstützt praktisch alle relevanten Mobilfunkstandards und Frequenzbänder weltweit, sodass es sowohl in Deutschland als auch auf Reisen problemlos eingesetzt werden kann. In Thailand funktionierte die lokale eSIM auf Anhieb und lieferte vielerorts sogar schnellere und stabilere Verbindungen, als man sie aktuell aus Deutschland gewohnt ist.

Gleichzeitig blieb die deutsche SIM-Karte für Banking-Apps, Messenger und SMS-TANs aktiv. Ergänzt wird das Ganze durch moderne Standards wie Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0, sodass es während der gesamten Reise keinerlei Einschränkungen bei der Konnektivität gab.

Xiaomi 17 Software: HyperOS 3

HyperOS 3 basiert auf Android 16 und wirkt ausgereifter als viele Xiaomi-Oberflächen vergangener Jahre. Die Zeiten, in denen MIUI mit unzähligen Menüs, doppelten Apps und fragwürdigen Designentscheidungen auffiel, scheinen endgültig vorbei zu sein. Xiaomi orientiert sich mittlerweile stärker an den großen Plattformen, ohne dabei die eigene Identität komplett aufzugeben.

Im Alltag fühlt sich HyperOS eher unaufgeregt an. Die Oberfläche reagiert schnell, Animationen wirken flüssig und auch nach mehreren Wochen intensiver Nutzung gab es keine Abstürze oder größere Softwareprobleme.

An vielen Stellen merkt man, dass Xiaomi das eigene Ökosystem stärker zusammendenken möchte. Die Integration mit Tablets, Windows-PCs oder anderen Xiaomi-Geräten funktioniert inzwischen besser als noch vor einigen Jahren. Wer bereits weitere Xiaomi-Produkte besitzt, profitiert davon am meisten. Für alle anderen bleibt HyperOS aber auch als eigenständiges System ohne Hürden nutzbar.

Ganz frei von alten Xiaomi-Gewohnheiten ist HyperOS allerdings nicht. Neben dem Google Play Store bringt Xiaomi weiterhin den hauseigenen Mi Store mit. Dadurch existieren zwei App-Stores parallel auf dem Gerät, was gelegentlich für Überschneidungen sorgt. Teilweise verlaufen Googles Dienste und Xiaomis eigene Angebote etwas ineinander, wodurch nicht immer sofort klar ist, welche Plattform gerade eine App oder Empfehlung bereitstellt.

Dazu kommt ein wenig vorinstallierte Bloatware, die auf einem Flaggschiff dieser Preisklasse eigentlich nicht notwendig wäre. Die meisten Anwendungen lassen sich zwar entfernen, hinterlassen aber dennoch einen etwas unnötigen Beigeschmack.

KI-Funktionen

Natürlich kommt auch Xiaomi inzwischen nicht mehr ohne KI aus. HyperAI bündelt zahlreiche Funktionen, darunter Schreibassistenten, Zusammenfassungen, Übersetzungen, Bildbearbeitung und die mittlerweile fast obligatorische Gemini-Integration von Google.

Häufig genutzt habe ich den direkt in HyperOS integrierten KI-Übersetzer. Statt erst eine zusätzliche App öffnen zu müssen, lassen sich gesprochene Gespräche und Texte direkt über die Systemfunktionen übersetzen. Das funktioniert recht gut, ist aber noch nicht perfekt. Möchte man Speisekarten, Hinweisschilder oder andere Texte per Kamera erfassen, muss weiterhin auf Lösungen wie Google Übersetzer oder Google Lens zurückgegriffen werden.

Update-Versprechen

Beim Update-Versprechen hinkt Xiaomi den anderen Big Playern wie Google oder Samsung noch etwas hinterher. Versprochen werden vier große Android-Updates sowie sechs Jahre Sicherheitsupdates. Das ist zwar deutlich besser als noch vor wenigen Jahren und für die meisten Nutzer völlig ausreichend, erreicht aber nicht die mittlerweile sieben Jahre Software-Support, die Google und Samsung in der Oberklasse anbieten.

Xiaomi 17 Kamera: Gebaut für genau solche Reisen

Thailand ist für Smartphone-Kameras ein dankbares, aber gleichzeitig gnadenloses Testfeld. Morgens Sonnenaufgang am Strand, mittags grelle Sonne über dem Meer, nachmittags schattige Tempelanlagen und abends die Neonlichter Bangkoks. Kaum ein Ort bietet in so kurzer Zeit so viele unterschiedliche Licht- und Motivsituationen.

Genau deshalb war die Kamera für mich einer der spannendsten Aspekte des Xiaomi 17. Während der Reise entstanden mehrere tausend Fotos und Videos, von Street Photography in Bangkok über Landschaftsaufnahmen auf Koh Phi Phi bis hin zu spontanen Schnappschüssen auf Nachtmärkten oder während der Bootsfahrten entlang der Andamanensee.

Xiaomi 17 Kamerasetup
Drei 50 MP Kameras bilden das Kamerasetup des Xiaomi 17.

Auf dem Papier setzt Xiaomi weiterhin auf drei 50 MP Kameras mit Leica-Unterstützung. Viele Smartphones besitzen oftmals eine starke Hauptkamera und zwei Kameras, die eher als Datenblatt-Füllmaterial dienen. Beim Xiaomi 17 hatte ich dagegen selten das Gefühl, eine bestimmte Brennweite meiden zu müssen.

Hinzu kommt ein Vorteil, der sich nur schwer messen lässt. Durch das kompakte Gehäuse hatte ich das Smartphone häufiger in der Hand als viele größere Flaggschiffe. Es verschwand nicht in der Tasche und musste nicht ständig umständlich verstaut werden. Viele der besten Bilder entstanden deshalb nicht, weil ich bewusst fotografieren wollte, sondern weil das Xiaomi 17 zufällig genau in diesem Moment zur Hand war.

Hauptkamera

Xiaomi setzt hier auf einen 50 MP Light-Fusion 950 Sensor im 1/1,31-Zoll-Format. Für ein Smartphone dieser Größe ist das bemerkenswert viel Sensorfläche. Unterstützt wird die Kamera von einer lichtstarken f/1.67 Blende und optischer Bildstabilisierung.

Bereits die ersten Aufnahmen in Bangkok machten deutlich, dass Xiaomi die Bildabstimmung im Vergleich zum Vorgänger weiter verfeinert hat. Fotos wirken scharf, ohne künstlich überschärft auszusehen. Feine Strukturen in Tempelfassaden, Marktständen oder den zahllosen Stromleitungen der Stadt bleiben erhalten, ohne dass die Software versucht, jedes Detail aggressiv herauszuarbeiten.

Gut gefallen hat mir der Dynamikumfang. Thailand ist voller extremer Kontraste. Mittags wechseln sich gleißend helle Fassaden und nahezu schwarze Schatten innerhalb weniger Meter ab. Das Xiaomi 17 bewältigt solche Situationen erstaunlich souverän. Helle Wolken brennen selten aus, während dunkle Bildbereiche trotzdem ausreichend Zeichnung behalten.

Hier einige Aufnahmen bei Tag, sowohl mit 23 Millimeter Brennweite (1-fach Zoom), als auch 46 Millimeter Brennweite (2-fach Zoom) aufgenommen:

Typisch Leica ist außerdem die Farbcharakteristik. Wer möchte, kann zwischen Leica Vibrant und Leica Authentic wechseln. Während Vibrant die Farben etwas kräftiger darstellt, wurde Authentic schnell zu meinem Standardmodus. Gerade bei Street Photography in Bangkok oder den Sonnenuntergängen auf Koh Lanta entstehen dadurch Bilder mit einer angenehmen Natürlichkeit. Das Wasser bleibt türkis, die Neonlichter bleiben bunt, wirken aber nie überzogen.

Nachts gehört die Hauptkamera zu den besten Smartphone-Kameras, die ich bislang in dieser Größenklasse genutzt habe. Das Xiaomi 17 hält Lichtquellen gut unter Kontrolle, reduziert Bildrauschen effektiv und bewahrt trotzdem die Atmosphäre einer Szene. Gerade auf den Nachtmärkten Bangkoks entstanden Aufnahmen, die erstaunlich nah an dem wirkten, was ich tatsächlich gesehen habe, und nicht an einer übermäßig aufgehellten HDR-Version der Realität.

Hier einige Aufnahmen, die bei Dämmerung bzw. Nacht aufgenommen wurden:

Interessant ist auch, wie zurückhaltend Xiaomi mittlerweile bei der Bildverarbeitung geworden ist. Frühere Xiaomi-Generationen neigten gelegentlich dazu, Farben zu stark zu sättigen oder Schatten künstlich aufzuhellen. Beim Xiaomi 17 passiert das deutlich seltener. Die Fotos wirken erwachsener, konsistenter und näher an dem, was man sonst von den besten Kamerasystemen am Markt kennt.

Telekamera

Meine am häufigsten genutzte Kamera war die 50 MP Samsung JN5 Telekamera mit optischer Bildstabilisierung und einer äquivalenten Brennweite von 60 Millimetern. Während die Hauptkamera zeigt, wo man sich befindet, erzählt die Telekamera mit ihrer großen, natürlichen Brennweite oft die interessanteren Geschichten.

Auf den Märkten Bangkoks konnte ich einzelne Händler oder Details isolieren, ohne den Menschen mit dem Smartphone direkt vor die Nase zu halten. Auf Koh Lanta entstanden natürlichere Portraits als mit der Hauptkamera und selbst bei Landschaftsaufnahmen nutzte ich die Telekamera häufiger als erwartet, um einzelne Boote, Felsformationen oder Palmen aus der Szenerie herauszulösen.

Die 60 Millimeter Brennweite erzeugt dabei eine Perspektive, die näher an klassischen Kameras liegt als die oft eher weitwinklige Hauptkamera eines Smartphones. Gesichter wirken natürlicher, Hintergründe werden angenehmer komprimiert und Motive erhalten automatisch mehr Präsenz.

Ein Mix mit Aufnahmen der Telekamera in unterschiedlichen Brennweiten:

Sehr positiv fällt auf, wie gut die Bildqualität mit der Hauptkamera harmoniert. Farben, Kontrast und Dynamikumfang unterscheiden sich kaum. Viele Smartphones liefern zwar eine gute Hauptkamera, wechseln bei den Nebenkameras aber sichtbar die Charakteristik. Beim Xiaomi 17 passiert das erfreulicherweise nicht. Selbst beim direkten Wechsel zwischen Haupt- und Telekamera bleibt der Look weitgehend konsistent.

Eine weitere Stärke ist die Floating-Lens-Konstruktion. Sie ermöglicht nicht nur Teleaufnahmen, sondern gleichzeitig beeindruckend gute Makrofotos. Während eines Spaziergangs durch die tropischen Gärten eines Resorts auf Koh Lanta entstanden so einige meiner Lieblingsbilder der Reise. Blüten, Insekten oder kleine Details von Tempelverzierungen lassen sich mit einer Schärfe fotografieren, die man vor wenigen Jahren noch eher von einer dedizierten Kamera erwartet hätte.

Auch nachts schlägt sich die Telekamera sehr gut. Natürlich erreicht sie nicht ganz die Qualität der Hauptkamera, was aufgrund der kleineren Sensorfläche wenig überrascht. Für ein kompaktes Flaggschiff gehört die Leistung bei wenig Licht aber definitiv zur Oberklasse. Selbst in den beleuchteten Straßen Bangkoks oder auf Nachtmärkten blieben viele Aufnahmen erstaunlich detailreich und brauchbar.

Hier Aufnahmen bei Nacht:

Ultraweitwinkel

Auf dem Datenblatt liest sich die Ultraweitwinkelkamera zunächst genauso beeindruckend wie bei den beiden anderen Kameras. In der Praxis zeigt sich allerdings relativ schnell, dass Xiaomi hier die meisten Kompromisse eingehen musste. Das bedeutet nicht, dass die Kamera schlecht wäre, nur fällt der Qualitätsunterschied zur hervorragenden Haupt- und Telekamera erstmals sichtbar auf.

Wo die Hauptkamera einzelne Motive in Szene setzt, zeigt das Ultraweitwinkel die gesamte Szenerie. Gerade bei spektakulären Küstenabschnitten oder Tempelanlagen entstand so häufig das eindrucksvollere Bild.

Einmal der Vergleich zwischen Hauptkamera und Ultraweitwinkel:

Positiv fällt dabei auf, dass Xiaomi die Farbabstimmung sehr gut an die anderen Kameras angepasst hat. Der Wechsel zwischen Hauptkamera und Ultraweitwinkel gelingt meist nahtlos. Farben, Kontrast und Weißabgleich bleiben konsistent, wodurch das gesamte Kamerasystem wie aus einem Guss wirkt.

Bei den Details zeigt sich allerdings der Unterschied zur Hauptkamera. Zoomt man in die Aufnahmen hinein, wirken feine Strukturen etwas weicher und weniger präzise. Das fällt auf dem Smartphone-Display kaum auf, wird am größeren Monitor aber sichtbar.

Noch deutlicher wird der Abstand bei schwierigen Lichtverhältnissen. Während die Hauptkamera auch nachts beeindruckend souverän arbeitet, verliert das Ultraweitwinkel an Details und Dynamik. Die Aufnahmen bleiben zwar absolut brauchbar, erreichen aber nicht die beeindruckende Qualität der beiden anderen Kameras.

Hier die Aufnahme bei Nacht. Lichter brennen bei der Ultraweitwinkelkamera schneller aus:

Schade ist außerdem, dass Xiaomi auf einen Autofokus verzichtet. Dadurch eignet sich die Ultraweitwinkelkamera nicht für Makroaufnahmen, die stattdessen von der Telekamera übernommen werden. Für ein sehr ambitioniertes Kamerasystem ist das eine verpasste Chance.

Frontkamera

Xiaomi verbaut eine neue 50 MP Frontkamera mit Autofokus. Der Sensor ist hier übrigens der gleiche wie beim Ultraweitwinkel, nämlich ein OmniVision OV50M, der vor allem bei Tageslicht punktet. Hauttöne wirken natürlich, die Schärfe ist hoch und Xiaomi verzichtet weitgehend auf die übertriebene Hautglättung, die asiatische Hersteller früher gerne standardmäßig aktiviert hatten. Wer möchte, kann Beauty-Filter weiterhin nutzen, sie drängen sich aber nicht mehr permanent in den Vordergrund.

Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen kann die Frontkamera mithalten. Während eines nächtlichen Spaziergangs durch Bangkoks Chinatown entstanden Selfies mit mehr Dynamik und Detailzeichnung, als man es von vielen Frontkameras gewohnt ist. Natürlich erreicht sie nicht ganz das Niveau der Hauptkamera, für Social Media, Videotelefonie oder schnelle Erinnerungsfotos reicht die Qualität aber mehr als aus.

Mindestens genauso wichtig ist die Videoqualität. Die Frontkamera zeichnet Videos in bis zu 4K mit 60 Bildern pro Sekunde auf und unterstützt sogar Dolby Vision. Wer regelmäßig Stories, Reels oder Vlogs aufnimmt, bekommt hier eine der besseren Selfie-Kameras der aktuellen Smartphone-Generation.

Video

Die Hauptkamera zeichnet Videos mit bis zu 8K bei 30 Bildern pro Sekunde auf, allerdings bleibt man meistens bei 4K hängen. Dort liefert das Smartphone seine besten Ergebnisse. Farben wirken natürlich, der Dynamikumfang ist hoch und die Leica-Abstimmung sorgt dafür, dass Videos nicht sofort nach typischem Smartphone-Look aussehen. Für ambitioniertere Videographen bietet Xiaomi darüber hinaus Log-Aufnahmen in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde an.

Bei wechselnden Lichtverhältnissen arbeitet das Xiaomi 17 ruhiger als manch anderes Flaggschiff-Smartphone. Selbst beim Wechsel zwischen schattigen Gassen und grell beleuchteten Straßen blieb die Belichtung angenehm stabil.

Auch die Kombination aus optischer und elektronischer Stabilisierung funktioniert zuverlässig, ohne dass Videos unnatürlich glattgebügelt wirken. Natürlich ersetzt das Xiaomi 17 keine Actioncam, beim Gehen durch Bangkok, auf Bootsanlegern oder beim Erkunden kleiner Gassen entstanden aber erstaunlich ruhige Aufnahmen.

Lob verdient auch der aufgenommene Ton. Die vier Mikrofone erfassen Umgebungsgeräusche sauber und reduzieren Windgeräusche effektiv. Selbst auf den oft windigen Bootsfahrten zwischen den Inseln blieben Sprachaufnahmen meist verständlich.

Wie schon bei den Fotos zeigt sich die größte Stärke aber in der Konsistenz. Die Farbabstimmung zwischen Hauptkamera, Telekamera und Ultraweitwinkel gelingt Xiaomi sehr gut. Dadurch wirken Clips beim Wechsel der Brennweiten ein Stück weit homogener als bei vielen Konkurrenten. Nachts bleibt die Hauptkamera die beste Wahl, wohingegen die Telekamera und der Ultraweitwinkel etwas an Details und Dynamik verlieren.

Sonstiges

Abseits der reinen Bildqualität bietet das Xiaomi 17 eine umfangreiche Werkzeugkiste für ambitionierte Fotografen. Neben den physischen Brennweiten stehen zusätzliche virtuelle Leica-Brennweiten wie 28, 35 und 75 Millimeter zur Verfügung, die insbesondere für Street Photography spannende Perspektiven eröffnen.

Wer mehr Kontrolle möchte, findet einen vollwertigen Pro-Modus mit manuellen Einstellungen für ISO, Belichtungszeit, Fokus und Weißabgleich. Fotos lassen sich zudem im RAW-Format speichern, wodurch bei der Nachbearbeitung mehr Reserven zur Verfügung stehen. Als nützlich erwies sich außerdem der Lightning-Burst-Modus, der mehrere Aufnahmen in kurzer Folge aufnimmt und so die Chance erhöht, den perfekten Moment einzufangen.

Xiaomi 17 Akku: Mehr Ausdauer als die Größe vermuten lässt

Trotz seines vergleichsweise kleinen Gehäuses verbaut Xiaomi einen 6.330 mAh großen Silizium-Kohlenstoff-Akku. In Thailand habe ich das Smartphone intensiv genutzt, sodass es spätestens am Abend an die Steckdose musste. An langen Tagen eine Powerbank dabei zu haben oder zwischendurch kurz nachzuladen, schadet also nicht. Wirklich kritisch wurde der Akkustand allerdings nie.

Wer sein Smartphone weniger intensiv nutzt, dürfte sogar auf rund eineinhalb Tage Laufzeit kommen. Insbesondere im Vergleich zum Xiaomi 15 (5240 mAh) macht sich der größere Akku im Alltag spürbar bemerkbar.

Xiaomi 17 Reverse Charging
Kabelgebundenes Reverse Charging wird mit 22,5W unterstützt.

Geladen wird mit bis zu 100 Watt per Kabel und 50 Watt kabellos. Während des Frühstücks im Hotel, einer kurzen Pause im Café oder beim Packen für den nächsten Ausflug sammelt das Smartphone in kurzer Zeit genug Energie für viele weitere Stunden.

Im Test benötigte das Xiaomi 17 knapp 40 Minuten für eine vollständige Ladung. Nach etwa 15 Minuten lagen bereits rund 50 Prozent an, nach einer halben Stunde meist über 80 Prozent.

Xiaomi 17

9.1

POSITIV

Kompaktes und hochwertig verarbeitetes Gehäuse

Exzellentes 6,3-Zoll-OLED-Display mit hoher Spitzenhelligkeit

Hohe Leistung dank Snapdragon 8 Elite Gen 5

Konnektivität inklusive eSIM, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0

Leica-Kamerasystem mit starker Haupt- und Telekamera

Zuverlässiger Ultraschall-Fingerabdrucksensor

Starke Akkulaufzeit trotz kompakter Abmessungen

NEGATIV

Kühlsystem stößt unter großer Hitze an Grenzen

Ultraweitwinkelkamera schwächer als Haupt- und Telekamera

Nur vier Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches

HyperOS nicht state of the art

FAZIT

Xiaomi schafft den Spagat zwischen handlichem Format und echter Flaggschiff-Ausstattung bemerkenswert gut. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 liefert Leistung im Überfluss, das 6,3 Zoll Display überzeugt mit hoher Qualität und die Akkulaufzeit fällt für diese Gerätegröße außergewöhnlich stark aus. Hinzu kommt ein vielseitiges Leica-Kamerasystem, das in nahezu jeder Alltagssituation tolle Aufnahmen liefert.

Kehrseite des kompakten Formats bleibt die Kühlung, die im Vergleich zu größeren Flaggschiffen weniger Reserven liefert. Im Test zeigte sich das insbesondere unter Thailands Sonne, als Navigation, hohe Displayhelligkeit und kabelloses Laden das Kühlsystem an seine Grenzen brachten. Darüber hinaus fällt das Update-Versprechen mit vier Android-Updates und sechs Jahren Sicherheitspatches solide aus, bleibt aber hinter den sieben Jahren Software-Support zurück, die Google und Samsung inzwischen für ihre High-End Geräte bieten.

Die Schwächen bleiben im Großen und Ganzen aber überschaubar. Wer ein kompaktes Smartphone sucht, findet aktuell nur wenige Geräte, die ein ähnlich stimmiges Gesamtpaket bieten.

PREISVERGLEICH

amazon.de
Price icon 849,00€
mediamarkt.de
849,00€

Hinterlasse hier deinen Kommentar