POCO M8 5G im Test: So viel Smartphone bekommt man für 200 Euro!

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 17. Juni 2026

Curved Displays, 120 Hertz und 5G waren vor wenigen Jahren noch Oberklasse. Das POCO M8 5G bringt all das inzwischen in die Einsteigerklasse und kostet dabei nur einen Bruchteil dessen, was man damals auf den Tisch legen musste. Wir haben uns das 200 Euro Smartphone einmal näher angesehen.

8.1

Unsere Bewertung
POCO M8 5G Review Hero

POCO M8 5G: Design und Verarbeitung

Wer sich noch an die Smartphone-Landschaft von vor einigen Jahren erinnert, dürfte Curved Displays vor allem mit teuren Flaggschiffen verbinden, schließlich gehörten gebogene Bildschirme lange zu den Merkmalen, mit denen Hersteller ihre Premium-Modelle von günstigeren Geräten abgrenzen wollten. Mittlerweile hat sich das Blatt jedoch gewendet.

Während selbst viele Oberklasse-Smartphones wieder auf flache Displays setzen, bringt POCO dieses einstige Prestige-Feature mit dem M8 5G in die Budget-Klasse. Einen echten Mehrwert bietet die Krümmung im Alltag zwar nicht, dafür wirkt das Gerät auf den ersten Blick moderner und lässt die ohnehin nicht besonders schmalen Displayränder etwas dezenter erscheinen.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt POCO auch auf der Rückseite, die sich zumindest sichtbar von dem inzwischen recht austauschbaren Design vieler günstiger Smartphones abheben soll. Statt einer einfachen Kunststofffläche kombiniert der Hersteller eine graue Mittelpartie mit seitlichen Carbonstreifen, wodurch das M8 5G einen leicht technischen, fast schon an Motorsport erinnernden Look erhält.

Dass die Rückseite letztlich dennoch aus Kunststoff besteht, lässt sich beim ersten Griff allerdings kaum übersehen. Das ist angesichts des Preises weder überraschend noch problematisch, relativiert den durchaus gelungenen Ersteindruck aber ein Stück weit.

POCO M8 5G Silber
Das POCO M8 5G in Silber.

Im Alltag hinterlässt das Gehäuse dennoch einen insgesamt stimmigen Eindruck, was nicht zuletzt daran liegt, dass das M8 5G mit 178 Gramm vergleichsweise leicht ausfällt und mit 7,35 Millimeter Dicke sehr schlank in der Hand liegt.

Gleichzeitig wirkt die Konstruktion ausreichend verwindungssteif, sodass auch bei etwas festerem Druck nichts knarzt oder nachgibt. Hinzu kommt eine IP65-Zertifizierung, die zumindest Schutz vor Staub und Regen verspricht und damit eine Eigenschaft bietet, auf die man in dieser Preisklasse längst nicht immer zählen kann.

Auffällig ist darüber hinaus, dass POCO an einigen der kleinen Xiaomi-Eigenheiten festhält, die man bei anderen Herstellern inzwischen kaum noch findet. So sitzt auf der Oberseite weiterhin ein Infrarot-Sender, über den sich etwa Fernseher oder Klimaanlagen steuern lassen, während auf der Unterseite neben dem Dual-Nano-SIM-Schacht und dem USB-C-Anschluss (USB 2.0) nach wie vor ein zweiter Lautsprecher untergebracht ist, der für Stereo-Sound sorgt.

Der unter dem Display versteckte Fingerabdrucksensor arbeitete während des Testzeitraums unauffällig und zuverlässig, was zwar kaum für Begeisterung sorgt, bei einem Alltagsgerät dieser Klasse aber letztlich genau das ist, was man erwarten darf.

POCO M8 5G: Display

Schlechte Displays haben sich glücklicherweise auch aus der Budget-Klasse weitestgehend verabschiedet. Zwar löst der 6,77 Zoll große Bildschirm "nur" in Full-HD+ (2392 x 1080 Pixel) auf, im Alltag spielt das jedoch kaum eine Rolle, da Inhalte scharf dargestellt werden und einzelne Pixel selbst aus kurzer Entfernung nicht auffallen. Wichtiger ist ohnehin, dass POCO hier auf AMOLED-Technologie setzt, was schlicht einen guten Eindruck hinterlässt.

POCO M8 5G AMOLED Display
Das Display leuchtet hell, ist scharf und durch AMOLED sind die Farben schön kräftig.

Farben wirken kräftig, ohne ständig ins Überzeichnete abzurutschen, Schwarz ist tatsächlich schwarz und nicht dunkelgrau, und auch die maximale Helligkeit (3200 Nit Peak / 800 Nit Nominal) reicht problemlos aus, um Nachrichten oder Navigation selbst an sonnigen Tagen noch ablesen zu können.

Dass ein Smartphone dieser Preisklasse inzwischen Bildwiederholraten von bis zu 120 Hertz bietet, wirkt fast schon selbstverständlich, war vor wenigen Jahren allerdings noch ein Argument für deutlich teurere Geräte. Entsprechend flüssig wirken Animationen, Menüs und das Scrollen durch soziale Netzwerke.

Ganz frei von Kritik ist das Display dennoch nicht. Xiaomi bewirbt das Panel zwar mit HDR-Unterstützung, in der Praxis fällt der Nutzen davon überschaubar aus. Streaming-Dienste können die Fähigkeiten des Bildschirms nicht vollständig ausreizen, weshalb HDR-Inhalte kaum einen spürbaren Vorteil gegenüber herkömmlichen Videos bieten. Für die meisten dürfte das eher ein Punkt auf dem Datenblatt bleiben als ein echter Nachteil im Alltag.

Die Stereo-Lautsprecher liefern übrigens einen für diese Preisklasse ordentlichen Klang, auch wenn man bei hoher Lautstärke merkt, dass der Fokus eher auf Lautstärke als auf Klangqualität liegt.

POCO M8 5G: Leistung

Bei günstigen Smartphones zeigt sich oft schon nach wenigen Minuten, wo der Rotstift angesetzt wurde. Apps starten mit Verzögerung, Animationen ruckeln und spätestens beim Wechsel zwischen mehreren Anwendungen kommt das System ins Stocken. Das POCO M8 5G gehört erfreulicherweise nicht in diese Kategorie. Zwar sorgt der verbaute Snapdragon 6 Gen 3 nicht für Begeisterungsstürme unter Benchmark-Fans, im Alltag gibt es aber nur selten Anlass zur Beschwerde.

Das beginnt bereits beim Entsperren des Geräts und setzt sich beim Scrollen durch soziale Netzwerke, dem Wechsel zwischen Messenger, Browser und Kamera oder dem Ansehen von Videos fort. Das System reagiert meist zügig, ohne dabei den Eindruck zu erwecken, ständig an seiner Leistungsgrenze zu arbeiten. Dass hier keine Oberklasse-Hardware verbaut ist, fällt eigentlich erst dann auf, wenn anspruchsvolle Spiele ins Spiel kommen oder mehrere rechenintensive Anwendungen gleichzeitig laufen sollen.

Dazu kommt, dass POCO dem M8 5G ausreichend Reserven spendiert hat, um auch in den kommenden Jahren nicht völlig alt auszusehen. Besonders positiv fällt dabei auf, dass sich das Gerät selbst unter längerer Last kaum erwärmt. Während manche Konkurrenten bereits nach wenigen Minuten ihre Leistung drosseln müssen, bleibt das M8 5G angenehm kühl und verhält sich auch bei längeren Gaming-Sessions oder Videoaufnahmen unauffällig.

Regulär wird das Smartphone mit 8 GB Arbeitsspeicher sowie 256 oder 512 GB internem Speicher angeboten, der sich bei Bedarf per microSD-Karte um bis zu 1 TB erweitern lässt. Unser Testgerät war eine internationale Variante, die sogar mit 12 GB Arbeitsspeicher ausgestattet war. Davon profitiert vor allem das Multitasking, auch wenn der Unterschied im Alltag meist weniger deutlich ausfällt, als es die Zahlen zunächst vermuten lassen. Als Speichertechnik kommen LPDDR4X RAM und UFS 2.2 zum Einsatz.

POCO M8 5G: Software

Das Betriebssystem ist HyperOS 2 auf Basis von Android 15. Wer bereits ein Xiaomi-, Redmi- oder POCO-Smartphone genutzt hat, wird sich sofort zurechtfinden. Das gilt sowohl für die zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten als auch für die nach wie vor recht üppige Anzahl vorinstallierter Apps, von denen nicht jeder Nutzer alle benötigen dürfte. HyperOS wirkt mittlerweile deutlich aufgeräumter als die früheren MIUI-Versionen, verzichtet aber weiterhin nicht vollständig auf die eine oder andere überflüssige Anwendung.

Erfreulicher ist dagegen die Update-Politik. Während Software-Updates in der Einsteigerklasse lange Zeit eher ein Nebenthema waren, verspricht Xiaomi für das M8 5G vier große Android-Versionen sowie sechs Jahre Sicherheitsupdates. Das bedeutet zwar nicht automatisch, dass jede neue Android-Version sofort verfügbar sein wird, gibt Käufern aber zumindest die Gewissheit, dass das Smartphone nicht schon nach zwei Jahren aufs Abstellgleis geschoben wird.

POCO M8 5G: Kamera

Während mittlerweile selbst viele günstige Smartphones mit zwei, drei oder manchmal sogar vier Objektiven werben, beschränkt sich das M8 5G im Wesentlichen auf eine einzelne 50 MP Hauptkamera (Light Fusion 400, 1/2,88 Zoll, f/1,8 Blende). Die zusätzlichen Kamerasensoren werden selbst auf Xiaomis Datenblatt kaum näher erläutert und dienen in erster Linie der Unterstützung der Hauptkamera, anstatt einen spürbaren fotografischen Mehrwert zu bieten. Auf eine Ultraweitwinkelkamera verzichtet das POCO M8 5G sogar vollständig.

POCO M8 5G Kameras
Drei Kameras angedeutet, doch im Grunde gibt es nur eine 50 MP Hauptkamera. Unten rechts befindet sich der LED-Blitz.

Hauptkamera

Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Hauptkamera brauchbare Ergebnisse, die mit einer guten Detailwiedergabe, natürlichen Farben und einer insgesamt gefälligen Abstimmung überzeugen. Die Bilder wirken dabei nicht übermäßig künstlich nachgeschärft, was inzwischen durchaus als Kompliment verstanden werden darf. Gelegentlich neigt die Kamera zwar dazu, helle Bereiche etwas zu großzügig zu belichten, im Großen und Ganzen bewegt sich die Bildqualität für diese Preisklasse aber auf einem erfreulich hohen Niveau.

Weniger überzeugend fällt die Flexibilität aus. Wer gerne Landschaften fotografiert oder in engen Innenräumen möglichst viel aufs Bild bekommen möchte, wird die fehlende Ultraweitwinkelkamera schnell bemerken. Auch der zweifache Zoom basiert letztlich auf einem Ausschnitt des Hauptsensors und kann mit einem echten Teleobjektiv naturgemäß nicht mithalten. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht das aus, Wunder sollte man nicht erwarten.

Sobald die Sonne untergeht, zeigt sich dann die übliche Realität günstiger Smartphone-Kameras. Die Aufnahmen bleiben zwar brauchbar und profitieren von einer stimmigen Farbwiedergabe, feine Details gehen jedoch zunehmend verloren und Bildrauschen wird sichtbar. Das ist kein spezielles Problem des POCO M8 5G, sondern eher eine Erinnerung daran, dass gute Nachtfotografie nach wie vor zu den Bereichen gehört, für die man meist deutlich mehr Geld ausgeben muss.

Frontkamera

Positiv fällt dagegen die Frontkamera auf. Selfies gelingen bei ausreichend Licht zuverlässig und wirken weder übermäßig weichgezeichnet noch künstlich nachbearbeitet. Für Videotelefonate, soziale Netzwerke oder die gelegentliche Story liefert die Kamera mehr als ausreichend Qualität.

Videos

Für Videoaufnahmen stehen maximal 4K bei 30 Bildern pro Sekunde zur Verfügung, allerdings unterstützt die Bildstabilisierung maximal Full-HD. Wer also in 4K filmt, sollte möglichst ruhige Hände mitbringen oder das Smartphone auf einem Stativ abstellen. Die eigentliche Bildqualität kann sich sehen lassen, da Farben und Dynamikumfang überzeugen, die fehlende Stabilisierung macht das Smartphone für Videos jedoch weniger attraktiv.

POCO M8 5G: Akku

Mit 5.520 mAh fällt der Akku des POCO M8 5G großzügig aus, auch wenn es inzwischen Geräte gibt, die mit 6.000 oder sogar 7.000 mAh noch größere Energiereserven bieten. Während des Testzeitraums brachte das Smartphone selbst an intensiveren Tagen zuverlässig durch den Tag und ließ am Abend meist noch ausreichend Reserven übrig. Wer hauptsächlich Nachrichten schreibt, durch soziale Netzwerke scrollt oder Videos streamt, dürfte häufig sogar erst am zweiten Tag wieder nach einem Ladegerät suchen müssen.

Dazu trägt nicht nur die Akkukapazität bei, sondern auch die effiziente Hardware. Der Snapdragon 6 Gen 3 gehört zwar nicht zu den leistungsstärksten Chips seiner Klasse, geht dafür aber vergleichsweise sparsam mit Energie um. Geladen wird mit bis zu 45 Watt, womit das POCO M8 5G nach rund einer Stunde wieder vollständig einsatzbereit ist. Umgekehrtes Laden anderer Geräte per Kabel wird mit bis zu 18 Watt unterstützt.

M8 5G

8.1

POSITIV

Helles 120-Hz-AMOLED-Display mit Curved-Design

Solide Alltagsleistung ohne größere Schwächen

Speicher per microSD erweiterbar

Vier Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheitsupdates

Gute Akkulaufzeit und 45-Watt-Schnellladen

NEGATIV

Keine Ultraweitwinkelkamera

4K-Aufnahmen ohne Stabilisierung

FAZIT

In der Preisklasse um 200 Euro gehört das POCO M8 5G zu den ausgewogeneren Angeboten. Das Curved Display, die lange Software-Unterstützung, die gute Akkulaufzeit und die umfangreiche Ausstattung heben es von vielen Konkurrenten ab, während die Kamera und die Kunststoffmaterialien die sichtbarsten Zugeständnisse an den Preis bleiben.

PREISVERGLEICH

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