OnePlus Watch 4 im Test: Starke WearOS Smartwatch, aber wenig Fortschritt

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 4. Juni 2026

OnePlus spendiert der Watch 4 ein hochwertigeres Titan-Gehäuse, aktuelles WearOS 6 ab Werk und ein noch helleres Display. Die wichtigsten Eckdaten wie Prozessor, Akkulaufzeit und Grundfunktionen bleiben zum Vorgängermodell jedoch nahezu unverändert. Mehr dazu im Test.

8.2

Unsere Bewertung
OnePlus Watch 4 Review Hero

Design und Verarbeitung: Titan statt Edelstahl

Äußerlich orientiert sich die OnePlus Watch 4 an ihren Vorgängern, wirkt dabei aber etwas hochwertiger und moderner. Das liegt vor allem am neuen Gehäuse aus Titanlegierung, das die bisherige Kombination aus Titan-Lünette und Edelstahlgehäuse ersetzt. Das zeigt sich auch beim Gewicht, denn mit 43 Gramm ohne Armband ist die Watch 4 rund 13 Prozent leichter als die OnePlus Watch 3, die noch knapp 50 Gramm auf die Waage brachte. Auch die Gehäusedicke wurde von 11,75 auf 11 Millimeter reduziert, was allerdings kaum einen sichtbaren Unterschied macht.

OnePlus Watch 4 Verpackung
OnePlus liefert die Watch 4 mit Ladepuck und Ladekabel aus. Auf ein Netzteil wird verzichtet.

Größentechnisch gibt es die OnePlus Watch 4 aktuell nur mit 47-mm-Gehäuse, womit sie an besonders schmalen Handgelenken etwas wuchtig erscheinen kann. Da OnePlus bei der Watch 3 später noch eine kompaktere 43-mm-Version nachgereicht hat, besteht durchaus die Hoffnung, dass auch die Watch 4 künftig in einer kleineren Variante erscheint. Farblich gibt es die Uhr in Midnight Titanium mit matt schwarzem Gehäuse und Armband sowie in Evergreen Titanium mit gebürstetem Titangehäuse und dezent grünem Armband.

OnePlus Watch 4 Armband
Die OnePlus Watch 4 nutzt Standard-Armbänder mit 22 Millimeter Breite.

An der Bedienung hat OnePlus im Vergleich zu den Vorgängern nichts geändert. Auf der rechten Seite des Gehäuses sitzt eine drehbare Krone zum Scrollen durch Apps und Menüs, die mit einem sauberen Druckpunkt überzeugt. Ergänzt wird sie durch eine darunterliegende Schnellstarttaste, die direkten Zugriff auf die Trainingsfunktionen bietet.

Die gewohnt hohe Verarbeitungsqualität der Vorgängergeneration setzt OnePlus auch bei der Watch 4 fort. Für zusätzliche Widerstandsfähigkeit sorgen ein kratzresistentes Saphirglas sowie eine robuste Bauweise nach IP68, IP69 und MIL-STD-810H.

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Display und Hardware: Bekannt mit wenigen Neuerungen

Beim Display setzt OnePlus weiterhin auf ein 1,5 Zoll großes LTPO-OLED-Panel mit einer Auflösung von 466 x 466 Pixeln und einer Pixeldichte von 310 PPI. Inhalte werden scharf dargestellt, Farben wirken kräftig und die Blickwinkelstabilität gibt keinen Anlass zur Kritik.

Verbessert hat OnePlus vor allem die Helligkeit. Während die Watch 3 auf bis zu 2.200 Nits kam, erreicht die Watch 4 unter bestimmten Bedingungen nun bis zu 3.000 Nits Spitzenhelligkeit. Bei direkter Sonneneinstrahlung bleiben Inhalte sehr gut ablesbar, gleichzeitig sorgt die LTPO-Technik dafür, dass die Bildwiederholrate je nach Inhalt dynamisch angepasst wird, was wiederum den Energieverbrauch möglichst gering hält.

OnePlus Watch 4 Display
Das LTPO-OLED-Display erreicht eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits und bleibt auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar.

Weniger Bewegung gibt es dagegen bei der Hardware. Im Inneren arbeitet erneut die bekannte Dual-Chip Kombination aus Qualcomm Snapdragon W5 und BES2800-Chip, die schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber trotzdem gut performt. Apps starten schnell, Menüs reagieren ohne spürbare Verzögerungen und auch zwischen verschiedenen Anwendungen wechselt die Watch 4 zügig. Einen Leistungssprung gegenüber den Vorgängermodellen gibt es aufgrund der nahezu unveränderten Hardware nicht. Vor allem mit Blick auf zukünftige Wear-OS-Funktionen und KI-Anwendungen hätte ein aktuellerer Chip der Uhr mehr Reserven für die kommenden Jahre verschafft.

Ebenfalls unverändert bleibt die Konnektivität. Bluetooth 5.2, Dualband-GNSS mit Unterstützung für GPS, Galileo, GLONASS, Beidou und QZSS, WLAN im 2,4- und 5-GHz-Bereich sowie NFC für Google Wallet gehören weiterhin zur Ausstattung. Auf eine LTE- beziehungsweise eSIM-Variante verzichtet OnePlus auch bei der vierten Generation. Die Smartwatch bleibt damit für viele Funktionen auf die Verbindung zum Smartphone angewiesen. Wer häufiger ohne Smartphone unterwegs ist und dennoch telefonieren, Nachrichten empfangen oder Musik streamen möchte, findet bei Samsung, Google oder teilweise auch Huawei die flexibleren Alternativen.

Software, Gesundheit und Sport: Solide Kost mit Gemini

Softwareseitig gehört die OnePlus Watch 4 zu den ersten Smartwatches, die bereits ab Werk mit Wear OS 6 ausgeliefert werden. Darüber legt OnePlus seine eigene Oberfläche OxygenOS Watch 8, die optisch weitgehend dem bekannten Erscheinungsbild der Vorgängermodelle entspricht. Unklar bleibt derzeit die langfristige Software-Unterstützung. Während OnePlus für die Watch 2 und Watch 3 drei Jahre Software- und Sicherheitsupdates zugesichert hat, nennt der Hersteller für die Watch 4 bislang keine konkrete Update-Garantie.

Die Bedienung der Benutzeroberfläche wirkt insgesamt flüssig und aufgeräumt, während Google-Dienste wie Maps, Wallet oder der Play Store nahtlos integriert sind. Als neue Funktion bewirbt OnePlus vor allem die Gemini-Integration. Über den Sprachassistenten lassen sich Nachrichten verfassen, Termine anlegen, Fragen beantworten oder Erinnerungen erstellen, ohne das Smartphone in die Hand nehmen zu müssen. Das funktioniert recht gut, setzt aber weiterhin die Verbindung zu einem kompatiblen Android-Smartphone voraus.

OnePlus Watch 4 Sensorik
Die Sensor-Einheit erfasst rund um die Uhr Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, SpO2 und Hauttemperatur.

Bei den Gesundheitsfunktionen bietet die OnePlus Watch 4 nahezu das volle Programm. Neben der kontinuierlichen Überwachung von Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Handgelenkstemperatur unterstützt die Smartwatch auch EKG-Messungen. Ergänzt wird das Ganze durch die sogenannte "60-Sekunden-Wellness-Übersicht", die innerhalb einer Minute verschiedene Gesundheitswerte sammelt und übersichtlich zusammenfasst. Zur Sensorenausstattung zählen neben Herzfrequenz- und SpO2-Sensor auch ein Temperatur-, Beschleunigungs-, Gyroskop-, Barometer- und Umgebungslichtsensor.

Auch bei den Sportfunktionen präsentiert sich die OnePlus Watch 4 vielseitig. Mehr als 100 Sportmodi stehen zur Verfügung, darunter spezielle Analysen für Disziplinen wie Laufen, Tennis, Badminton, Schwimmen oder Skifahren. Gerade Läufer profitieren von erweiterten Trainingsmetriken wie Schrittfrequenz, Bodenkontaktzeit, vertikaler Bewegung oder Laufleistung, die einen deutlich tieferen Einblick in die eigene Performance ermöglichen als klassische Fitness-Tracker.

OnePlus Watch 4 Workouts
Trainings lassen sich direkt über die Schnellstarttaste oder das Workout-Menü starten.

Dennoch bleibt die OnePlus Watch 4 in erster Linie eine Smartwatch und keine spezialisierte Sportuhr. Im Vergleich zu Modellen von Garmin, Coros oder Polar fallen die Trainings- und Regenerationsanalysen weniger umfangreich aus. Auch Funktionen wie native GPX-Navigation, Offline-Karten oder eine besonders tiefgehende Trainingsplanung sucht man vergeblich.

Die Positionsbestimmung über das Dualband-GPS arbeitet insgesamt zuverlässig, auch wenn die aufgezeichneten Strecken vereinzelt kleinere Abweichungen zeigen können. Die meisten spezialisierten Sportuhren arbeiten hier genauer. Für alltägliche Trainingsläufe, Radtouren oder Wanderungen ist die Genauigkeit aber vollkommen ausreichend. Viel Neues gegenüber der OnePlus Watch 3 bietet die Watch 4 allerdings auch in diesem Bereich nicht.

Akkulaufzeit: Weiterhin eine der größten Stärken

Die Akkulaufzeit gehörte bereits bei der OnePlus Watch 2 und OnePlus Watch 3 zu den größten Stärken und daran ändert sich auch bei der Watch 4 nichts. Verantwortlich dafür ist erneut die Kombination aus Snapdragon W5 und BES2800-Chip, die je nach Nutzung zwischen Smartwatch-Betrieb und besonders energieeffizienten Hintergrundprozessen wechselt.

Laut Hersteller sind bis zu fünf Tage Laufzeit im Smart-Modus beziehungsweise bis zu 16 Tage im Energiesparmodus möglich. Diese Werte entsprechen nahezu exakt denen der OnePlus Watch 3.

Im Test waren bei aktivem Always-on-Display, kontinuierlicher Gesundheitsüberwachung und mehreren aufgezeichneten Trainingseinheiten pro Woche problemlos drei bis vier Tage Laufzeit möglich. Sowohl die Google Pixel Watch 4 als auch viele Galaxy-Watch-Modelle müssen in der Regel bereits nach ein bis zwei Tagen wieder an das Ladegerät.

Ist der Akku dennoch einmal leer, lässt sich die Smartwatch innerhalb von rund 50 Minuten vollständig aufladen. Dank Schnellladefunktion reichen bereits wenige Minuten auf dem Ladepuck aus, um genug Energie für einen weiteren Tag zu gewinnen.

Watch 4

8.2

POSITIV

Hochwertiges und leichtes Titan-Gehäuse

Robuste Bauweise nach IP68, IP69 und MIL-STD-810H

Helles LTPO-OLED-Display mit bis zu 3.000 Nits

Wear OS 6 mit voller Google-Integration

Flüssige Bedienung ohne spürbare Verzögerungen

Umfangreiche Gesundheitsfunktionen inklusive EKG

Über 100 Sportmodi mit erweiterten Laufmetriken

Hervorragende Akkulaufzeit für eine Wear-OS-Smartwatch

Schnelles Aufladen in unter einer Stunde

NEGATIV

Aktuell nur eine Gehäusegröße (47 mm) verfügbar

Weiterhin derselbe Snapdragon-W5-Chip wie bei den Vorgängern

Keine LTE- bzw. eSIM-Variante

Langfristige Update-Versorgung bislang nicht offiziell kommuniziert

FAZIT

Die OnePlus Watch 4 gehört zu den besseren Wear-OS-Smartwatches, die man aktuell kaufen kann. Sie überzeugt mit guter Verarbeitung, langer Akkulaufzeit, einem starken Display und einer gelungenen Integration von Googles Diensten.

Wer allerdings eine spezialisierte Fitness- oder Sportuhr sucht, wird bei Garmin, Coros oder Polar weiterhin die umfangreicheren Trainings- und Navigationsfunktionen finden. Die OnePlus Watch 4 versteht sich in erster Linie als Smartwatch für den Alltag, die Fitness- und Gesundheitsfunktionen sinnvoll ergänzt, sie aber nicht in den Mittelpunkt stellt.

Gleichzeitig fällt der Generationssprung erstaunlich klein aus. Gegenüber der OnePlus Watch 3 bringt die Watch 4 kaum spürbare Verbesserungen mit. Das neue Titan-Gehäuse und einige Detailoptimierungen sind willkommen, ändern grundsätzlich jedoch wenig an der Uhr. Schade ist außerdem, dass OnePlus weiterhin auf eine LTE- beziehungsweise eSIM-Variante verzichtet. Gerade für eine Smartwatch, die den Alltag möglichst unabhängig vom Smartphone begleiten soll, wäre das ein längst überfälliger Schritt gewesen.

PREISVERGLEICH

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