Design und Verarbeitung
Die Amazfit T-Rex 3 Pro macht ihrem Namen auch optisch alle Ehre. Das kantige Gehäuse, die markante Titan-Lünette und die vier großen seitlichen Tasten verleihen der Uhr einen ausgesprochen robusten Look. Amazfit kombiniert dabei ein Gehäuse aus faserverstärktem Kunststoff mit einer Lünette und Tasten aus Titan. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und passt zum Outdoor-Anspruch der Smartwatch.
Mit 48 × 48 × 14 Millimetern fällt die größere Variante ziemlich wuchtig aus. Gerade an schmaleren Handgelenken trägt sie deutlich auf und kann unter engen Jackenärmeln etwas stören. Wer es kompakter mag, greift besser zur 44-mm-Version mit 44,8 × 44,8 × 13,2 Millimetern. Sie wirkt weniger klobig, ohne dabei ihren Outdoor-Charakter zu verlieren.

Die vier Tasten sind gut erreichbar und erleichtern die Bedienung, wenn der Touchscreen beim Sport nicht genutzt werden soll. Die Silikonarmbänder sind angenehm flexibel und lassen sich dank Schnellwechselmechanismus austauschen. Beim Wechsel ist allerdings etwas Geduld gefragt, da die Federstege recht tief im Gehäuse sitzen.
Mit 10 ATM Wasserschutz eignet sich die T-Rex 3 Pro nicht nur zum Schwimmen, sondern unterstützt auch Frei- und Sporttauchen bis 45 Meter Tiefe.
Display mit Saphirglas

Die 48-mm-Version bietet ein 1,5 Zoll großes AMOLED-Display mit 480 × 480 Pixeln, während das kleinere 44-mm-Modell auf 1,32 Zoll mit 466 × 466 Pixeln setzt. Die Darstellung ist gestochen scharf und überzeugt mit kräftigen Farben sowie satten Schwarzwerten. Karten, Trainingsdaten und kleinere Schriften kommen darauf gut zur Geltung. Die größere Variante bietet dabei etwas mehr Platz für Karten und Trainingsinformationen.
Mit bis zu 3.000 Nits Helligkeit lässt sich das Display auch bei Sonnenschein problemlos ablesen, ohne das Handgelenk erst umständlich drehen oder mit der anderen Hand Schatten spenden zu müssen. Geschützt wird das Display durch Saphirglas. Es ist deutlich kratzbeständiger als herkömmliches Displayglas und passt damit zum robusten Charakter der Uhr. Kratzer hat das Glas während der Testphase keine abbekommen, obwohl ich hier und da mit der Uhr etwas ruppiger umgegangen bin.
System und Smartwatch-Funktionen
Bei der Software setzt die T-Rex 3 Pro auf Zepp OS 5. Die Navigation durch Menüs und Funktionen geht schnell von der Hand. Über die Zepp-App lassen sich Einstellungen anpassen, Zifferblätter wechseln und sämtliche Fitness- und Gesundheitsdaten auswerten. Allerdings wirkt die App angesichts der vielen Funktionen stellenweise etwas überladen.
Zu den Funktionen gehören Benachrichtigungen, Wetterinformationen, Musiksteuerung und Kalendererinnerungen, ebenso Bluetooth-Telefonate über den integrierten Lautsprecher und das Mikrofon. Das funktioniert allerdings nur, solange das Smartphone in Reichweite ist. Auf Nachrichten lässt sich unter Android per Tastatur oder Spracheingabe antworten, während iPhone-Nutzer etwas stärker eingeschränkt sind.
Kontaktloses Bezahlen ist über Zepp Pay möglich, allerdings werden nicht alle Banken direkt unterstützt. Wer eine nicht unterstützte Karte nutzt, kann den Umweg über den Zahlungsdienst Curve nehmen.
Mit Zepp Flow steht außerdem ein Sprachassistent zur Verfügung, über den sich verschiedene Funktionen direkt per Sprachbefehl aufrufen lassen. Das ist grundsätzlich praktisch, die Spracherkennung funktioniert allerdings nicht immer zuverlässig. Auch das App-Angebot bleibt eine Schwäche von Zepp OS 5. Im Gegensatz zur Apple Watch oder Wear OS Smartwatch lassen sich bekannte Anwendungen wie WhatsApp, Spotify oder Google Maps nicht installieren.
GPS, Offline-Karten und Navigation

Für die Positionsbestimmung verwendet die Amazfit T-Rex 3 Pro Dualband-GNSS und unterstützt sechs Satellitensysteme. Bei der Streckenaufzeichnung liefert die Uhr insgesamt überzeugende Ergebnisse. Die aufgezeichneten Distanzen sind präzise, auch wenn die GPS-Spur gelegentlich Kurven etwas abschneidet oder zwischen Gebäuden leicht abweicht. Weniger überzeugend ist die Geschwindigkeit beim Verbindungsaufbau. Während das GPS-Signal häufig schnell gefunden wird, kann es gelegentlich auch deutlich länger dauern. Möchte man direkt mit dem Training starten, kann das durchaus nervig sein.
Gelungen sind dagegen die kostenlosen Offline-Karten. Die Karten sind zwar nicht ganz so detailliert wie bei einer Garmin Fenix, für Wanderungen und Radtouren sind sie aber vollkommen ausreichend.
Nur die Einrichtung gestaltet sich etwas umständlich. Zunächst muss ich den gewünschten Kartenausschnitt in der Zepp-App auswählen und herunterladen, anschließend die Übertragung auf der Uhr bestätigen. Einmal gespeichert, stehen die Karten dann aber auch ohne Internetverbindung zur Verfügung.
Für die Routenführung lassen sich GPX-Strecken importieren, Abbiegehinweise werden direkt auf der Uhr angezeigt und über die Rücknavigation findet man wieder zum Ausgangspunkt. Wenn man die geplante Strecke verlässt, gibt es eine entsprechende Warnung.
Sport und Trainingsauswertung
Mit insgesamt 187 Sportmodi deckt die T-Rex 3 Pro praktisch alles ab, was man im Alltag benötigt. Neben Klassikern wie Laufen, Radfahren, Schwimmen und Wandern gibt es auch spezielle Profile für Krafttraining, Triathlon und HYROX. Die Auswahl ist riesig, wobei sich viele Sportarten bei den erfassten Daten kaum unterscheiden.
Für das Lauftraining gibt es unter anderem Intervalltraining, eine Pace-Funktion und einen Track-Run-Modus. Trainingsvorlagen lassen sich über die Zepp-App erstellen. Zepp Coach ergänzt das Angebot um Trainingspläne, während PeakBeats Belastung und Trainingsstatus auswertet. Beim Krafttraining nennt Amazfit die automatische Erkennung von 25 Bewegungen, hinzu kommt die Erkennung von acht Sportaktivitäten. Externe Sensoren erweitern die Möglichkeiten. Die Uhr unterstützt beispielsweise Herzfrequenzgurte sowie Leistungs-, Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensoren.
Nach dem Training liefert die Zepp-App jede Menge Informationen zu Belastung, Trainingsfortschritt und Erholung. Auch die Verbindung zu Strava und komoot ist möglich. Die Datenfülle ist umfangreich, allerdings wirkt die Auswertung stellenweise etwas unübersichtlich.
Gesundheit, Schlaf und Erholung
Der integrierte BioTracker-6.0 misst rund um die Uhr die Herzfrequenz und erfasst zusätzlich Blutsauerstoff, Stresslevel und Hauttemperatur. Bei gleichmäßiger Belastung liefert die Uhr zuverlässige Werte, bei schnellen Belastungswechseln kann der optische Sensor allerdings etwas verzögert reagieren.
Beim Schlaftracking zeichnet die Uhr nicht nur die Schlafdauer auf, sondern unterscheidet auch zwischen verschiedenen Schlafphasen und erfasst die nächtliche Herzfrequenzvariabilität (HRV). Die Auswertung in der Zepp-App ist umfangreich und zeigt recht anschaulich, wie erholsam die Nacht gewesen sein soll. Allerdings sollte man die erkannten Schlafphasen nicht zu genau nehmen. Wie bei anderen Smartwatches handelt es sich um Schätzungen, die nicht immer mit dem tatsächlichen Schlafempfinden übereinstimmen.
Interessant ist vor allem die BioCharge-Funktion. Sie kombiniert Schlaf, Belastung und Erholung zu einem Energiewert, der im Tagesverlauf sinkt oder sich nach Ruhephasen erholt. Dafür muss die Uhr allerdings auch nachts getragen werden, was aufgrund des klobigen Gehäuses gerade bei der 48-mm-Version nicht besonders angenehm ist.
Akku und Laufzeit
Die 48-mm-Version besitzt einen 700-mAh-Akku, der laut Hersteller bis zu 25 Tage durchhalten soll. Das kleinere 44-mm-Modell kommt mit 500 mAh auf bis zu 17 Tage.
Mit regelmäßiger Herzfrequenzmessung, Benachrichtigungen und mehreren GPS-Trainingseinheiten pro Woche hielt die größere Variante im Test rund zwei Wochen durch. Mit aktiviertem Always-on-Display verkürzt sich die Laufzeit auf etwa eine Woche.
Auch bei längeren Outdoor-Aktivitäten zeigt sich die T-Rex 3 Pro ausdauernd. Im präzisen GPS-Modus verspricht Amazfit bis zu 38 Stunden bei der großen und 26 Stunden bei der kleinen Variante. Für ausgedehnte Wanderungen und mehrtägige Touren sind das genügend Reserven.
Taschenlampe und weitere Outdoor-Funktionen

Ein praktisches Extra der Amazfit T-Rex 3 Pro ist die integrierte LED-Taschenlampe. Anders als bei vielen Smartwatches dient hier nicht das Display als Lichtquelle, sondern eine echte LED. Sie leuchtet überraschend hell und ist besonders beim Camping oder auf dunklen Wegen hilfreich. Neben einstellbarem weißem Licht stehen ein Rotlichtmodus, eine Boost-Funktion und ein SOS-Signal zur Verfügung.
Auch bei den übrigen Outdoor-Funktionen ist die T-Rex 3 Pro gut aufgestellt. Kompass, barometrischer Höhenmesser, Sturmwarnungen sowie Informationen zu Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Gezeiten runden die Ausstattung sinnvoll ab.











