HONOR Watch 6: Design und Verarbeitung
Im Test lag mir die HONOR Watch 6 in der Farbe Twilight Brown vor. Optisch macht die Uhr einen guten ersten Eindruck. Das Design ist schlicht, nicht zu verspielt und nicht zu stark auf Sport getrimmt. Dadurch passt sie im Alltag gut zu verschiedenen Situationen. Sie sieht weder nach reiner Fitnessuhr noch nach überladenem Technik-Gadget aus. Gerade diese Zurückhaltung gefällt mir.
Die Twilight-Brown-Version setzt auf ein Gehäuse aus 316L-Edelstahl. Die Rückseite besteht aus strapazierfähigem Polymer. Die Rückseite besteht aus strapazierfähigem Polymer. Dadurch wirkt die Uhr auf den ersten Blick wertiger als viele einfache Kunststoffmodelle. Die Shadow-Black-Variante ist etwas leichter und kombiniert einen Gehäuserahmen aus Aluminium mit einer Lünette aus Edelstahl. Beim Testgerät in Braun merkt man die wertigere Materialwahl durchaus. Die Uhr bringt ohne Armband rund 50 Gramm auf die Waage.

Am Handgelenk trägt sich die HONOR Watch 6 angenehm. Der Durchmesser von 46,5 Millimetern klingt zunächst recht groß, die Uhr wirkt im Alltag aber nicht übertrieben klobig. Auch die Bauhöhe ist gut getroffen. HONOR nennt 10,8 Millimeter, wobei dieser Wert an der dünnsten Stelle gemessen wird und den Sensorbereich nicht einschließt. Das sollte man wissen, denn real sitzt natürlich auch der Sensorboden auf dem Handgelenk. Trotzdem baut die Uhr nicht unangenehm hoch auf und ist auch nachts beim Schlaftracking angenehm zu tragen.
Die Tasten sitzen sauber im Gehäuse. Die obere Taste unterstützt zusätzlich eine Drehfunktion der Krone, womit man durch Menüs und Listen scrollen kann. An der Verarbeitung habe ich soweit nichts auszusetzen, aber eine Sache stört mich dann doch, nämlich das Lederarmband. Das fühlt sich selbst nach zwei Wochen am Handgelenk noch recht steif an und legt sich nicht so geschmeidig um das Handgelenk, wie ich es bei einem wertigen Lederband erwarten würde. Man spürt regelrecht, dass vermutlich nur der äußere Mantel aus Leder besteht und sich innen ein anderes Material, vermutlich Pappe, befindet.

Schade ist außerdem, dass HONOR keine Angaben zum verwendeten Uhrenglas macht. Da Saphirglas üblicherweise aktiv beworben wird, ist davon auszugehen, dass hier keines zum Einsatz kommt. Im zweiwöchigen Test sind allerdings keine Kratzer auf dem Display aufgetreten. Immerhin ist die Uhr IP69 zertifiziert und bis 5 ATM wasserdicht und kann daher auch beim Schwimmen getragen werden.
HONOR Watch 6: Display
Die HONOR Watch 6 nutzt ein 1,46 Zoll großes AMOLED-Display mit 464 × 464 Pixeln und 317 ppi. Die Darstellung ist scharf, Farben wirken kräftig und Inhalte lassen sich angenehm ablesen. Watchfaces, Trainingsdaten, Benachrichtigungen und Gesundheitswerte werden sauber dargestellt. Die Größe ist gut gewählt, weil genug Platz für Informationen vorhanden ist, ohne dass die Uhr am Arm übertrieben groß wirkt.
Im Alltag gehört das Display zu den besseren Seiten der Watch 6. Die Bedienung per Touch funktioniert zuverlässig. Wischbewegungen nach oben, unten, links und rechts werden sauber erkannt. Auch Tippen sowie längeres Drücken funktionieren ohne Auffälligkeiten. Das Display kann klassisch per Handgelenkbewegung aktiviert werden, alternativ steht auch ein Always-on-Display zur Verfügung, sodass Uhrzeit und weitere Informationen dauerhaft sichtbar bleiben.

HONOR nennt eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits. Solche Werte liegen in der Praxis nicht dauerhaft in jeder Situation an, dennoch bleibt das Display auch im Freien und bei direkter Sonneneinstrahlung meist gut ablesbar. Die leicht spiegelnde Glasoberfläche kann die Ablesbarkeit je nach Blickwinkel und Lichteinfall allerdings etwas beeinträchtigen.
Nützliches Feature ist außerdem die Wasser-Touch-Steuerung. Damit lässt sich das Display auch bei Regen, Schweiß oder nassen Händen gut bedienen.
HONOR Watch 6: Bedienung und OS
Die Bedienung der HONOR Watch 6 ist einfach gehalten. Über die obere Krone gelangt man in das App-Menü oder scrollt durch Inhalte. Die zweite Taste kann für Schnellzugriffe genutzt werden. Dazu kommen die bekannten Wischgesten auf dem Display. Alles funktioniert soweit ordentlich und ohne große Eingewöhnung. Im Betrieb reagiert die Uhr recht flott. Menüs öffnen sauber, Gesundheitsdaten sind schnell erreichbar und Trainings lassen sich ohne Umwege starten.

Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Watch 6 ihr eigenes Ökosystem mitbringt und deshalb anders funktioniert als eine Wear-OS-Smartwatch. Man nutzt im Wesentlichen die Funktionen, die HONOR bereitstellt. Für Benachrichtigungen, Gesundheitsdaten und Sporttracking reicht das völlig aus.
Wer aber gerne zusätzliche Apps installiert oder mehr aus seiner Smartwatch herausholen möchte, wird die Einschränkungen schnell bemerken. Schade ist dabei, dass sich die Uhr trotz des langen Abstands zu früheren HONOR-Watches kaum neu anfühlt. Nach mehreren Jahren hätte ich mir hier etwas mehr Entwicklung und neue Ideen gewünscht.

HONOR Watch 6: Funktionen
HONOR Health App
Die HONOR Health App (Android und iOS) dient als zentrale Anlaufstelle für die Watch 6. Gesundheitsdaten, Trainingswerte, Schlafanalysen, Geräteeinstellungen und Watchfaces sind schnell erreichbar. Die Bedienung ist übersichtlich, sodass man sich ohne lange Einarbeitung schnell zurechtfindet.
Die Auswahl an Watchfaces ist groß und reicht von schlichten bis hin zu auffälligeren Designs. Weniger gelungen ist die Darstellung innerhalb der App. Kostenlose und kostenpflichtige Watchfaces werden oft gemischt angezeigt, sodass man häufig erst nach dem Öffnen eines Designs sieht, ob dafür Geld fällig wird.
Gesundheitsfunktionen
Bei den Gesundheitsfunktionen bietet die Watch 6 das übliche Paket aus Herzfrequenzmessung, SpO₂, Schlaftracking, Stressmessung, HRV und weiteren Gesundheitswerten. Ein EKG gehört allerdings nicht zum Funktionsumfang.
Besonders interessant finde ich die Körperenergie-Anzeige, die Belastung und Erholung in einem Wert zusammenfasst. Die Funktion ist zwar nicht neu und von Garmin, Amazfit und anderen Herstellern bekannt, wurde von HONOR aber gut umgesetzt. Da ich Gesundheitsdaten aufgrund persönlicher Vorerkrankungen besonders aufmerksam verfolge, achte ich auf solche Werte genauer. Im Test lagen die Ergebnisse der Watch 6 oft nah an denen anderer parallel genutzter Wearables und wirkten insgesamt plausibel statt geschönt.
Wie bei den meisten Smartwatches gilt aber auch hier, dass die Watch 6 kein Medizinprodukt ist und weder ärztliche Untersuchungen noch Diagnosen ersetzt. Als Werkzeug zur Beobachtung von Trends und Veränderungen kann sie dennoch hilfreich sein, insbesondere bei Schlaf, Erholung und allgemeiner Belastung liefern die Daten einen guten Überblick über die eigene Tagesform.
Schlaftracking
Das Schlaftracking der HONOR Watch 6 ist übersichtlich aufgebaut und erfasst Schlafdauer, Schlafphasen sowie ergänzende Werte. Die Darstellung in der App ist verständlich und nicht unnötig kompliziert. Man bekommt schnell einen Eindruck davon, wie erholsam die Nacht war.
Im Test wurden Schlafzeiten zuverlässig erkannt. Auch die Einschätzungen zur Erholung passten grob zu meinem eigenen Gefühl. Natürlich muss man bei Schlafphasen vorsichtig bleiben. Keine Smartwatch erkennt Tiefschlaf, REM-Schlaf oder leichte Schlafphasen so exakt wie ein medizinisches Messsystem. Es geht auch hier viel mehr um Trends und Muster.
Sport und Training
Die HONOR Watch 6 kommt mit über 120 Sportmodi, darunter klassische Aktivitäten wie Laufen, Gehen, Radfahren oder Schwimmen, aber auch speziellere Modi wie Trailrunning, Fußball und Badminton. Bei den spezielleren Modi wie Badminton werden unter anderem Smash-Geschwindigkeit und Ballwechsel erfasst und beim Fußball stehen Heatmaps sowie Laufweganalysen im Vordergrund.
Dazu kommen Funktionen wie ein KI-Laufcoach, Outdoor-Tracking, Steigungs- und Distanzdaten, Routenabweichungs-Warnungen, Laktatschwellen-Herzfrequenz, Haltungsanalyse und 3D-Distanzmessung. Spezialisierte Sportuhren von Garmin, Polar oder COROS bieten allerdings noch mehr Tiefe.
Für die Ortung setzt HONOR auf Dual-Band-GPS (L1+L5) sowie die Unterstützung mehrerer Satellitensysteme. Die Positionsbestimmung erfolgte im Test zügig und die Streckenaufzeichnung bei Outdoor-Aktivitäten war ohne größere Abweichung. Alle gesammelten Trainingsdaten lassen sich am Trainingsende mit der Health App synchronisieren oder extern an Strava und Google Health Connect übermitteln.

Telefonie und NFC
Telefonate sind über das integrierte Mikrofon und den Lautsprecher möglich, sofern die Uhr mit dem Smartphone verbunden ist. Das funktioniert für kurze Gespräche recht ordentlich, gerade wenn das Smartphone nicht griffbereit ist.
NFC ist vorhanden, wie so oft bei geschlossenen Ökosystemen, wird jedoch kein Google Wallet unterstützt. Stattdessen verwendet HONOR den Zahlungsdienstleister Fidesmo Pay, der in Deutschland nur wenige ausgewählte Banken, wie etwa die Sparda, Consors und Volksbanken, unterstützt. Zum Testzeitpunkt war die Bezahlfunktion noch nicht integriert, soll aber im Juli per Update nachgereicht werden.
HONOR Watch 6: Akkulaufzeit
HONOR verbaut einen 980 mAh Akku und spricht von bis zu 35 Tagen Laufzeit im Langzeitmodus beziehungsweise bis zu 17 Tagen bei typischer Nutzung. Für meinen Test waren durchgängige Herzfrequenzmessung, Schlaftracking, Stressmessung, Benachrichtigungen und weitere Gesundheitsfunktionen dauerhaft aktiviert.
Unter diesen Bedingungen lag die Laufzeit bei rund 14 Tagen und damit deutlich über dem, was die meisten WearOS Uhren liefern.
Preis und Verfügbarkeit
Die HONOR Watch 6 ist in Deutschland ab dem 18. Juni 2026 im HONOR Online-Store verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 249,90 Euro. Zum Marktstart bietet HONOR allerdings ein deutlich attraktiveres Launch-Angebot an. Im Zeitraum vom 18. Juni bis zum 17. Juli 2026 kostet die Shadow-Black-Version mit schwarzem Sportarmband 169,90 Euro. Die von mir getestete Twilight-Brown-Version mit braunem Lederarmband liegt im Aktionszeitraum bei 189,90 Euro.
Zusätzlich gibt es beim Kauf im Aktionszeitraum wahlweise die HONOR CHOICE Earbuds Clip in Schwarz oder die HONOR CHOICE Headphones Pro in Schwarz als Gratis-Beigabe dazu. Das Angebot gilt laut HONOR ausschließlich für Newsletter-Abonnenten.





















