Hinstellen, bewegen, loslegen
Die PlayPop 8 braucht nicht viel Erklärung. HDMI-Kabel rein, vor den Fernseher stellen, Spiel starten. Einen Controller braucht es nicht. Die 12-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite verfolgt den Körper an 17 Punkten und übersetzt die Bewegungen ins Spiel. Bei manchen Titeln können bis zu vier Leute gleichzeitig mitmachen.
Dabei ist die Konsole erstaunlich klein. Der Würfel misst gerade einmal 76 Millimeter pro Seite und wiegt rund 343 Gramm. Im Inneren stecken 8 GB RAM und 128 GB Speicher, dazu kommen Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.0. Für das, was die PlayPop 8 sein will, ist das mehr als ordentlich ausgestattet.

Auf der IFA funktionierte das Spielen damit tatsächlich so unkompliziert, wie Blackview es verspricht. Es braucht keine große Einrichtung und man muss auch keine komplizierte Steuerung lernen. Stattdessen wedelt man mit den Armen, macht Ausfallschritte oder springt vor dem Bildschirm herum und hofft, dass die Kamera versteht, was man gerade vorhat.
Meistens tat sie das auch. Klare Bewegungen wurden zuverlässig erkannt, bei schnelleren oder kleineren Gesten wurde es gelegentlich etwas ungenauer. Mit der Präzision eines Gamepads hat das wenig zu tun, aber das wäre auch der falsche Maßstab.

Die PlayPop 8 will nämlich gar kein Ersatz für eine PlayStation sein. Sie will, dass man aufsteht, fünf Minuten Basketball spielt und danach den Platz für die nächste Person freimacht. Für genau diese Art von "Party-Gaming" wirkt das erstaunlich stimmig.
Ein bisschen Platz braucht es doch
Ganz so simpel wie „vor den Fernseher stellen und los“ ist es allerdings nicht. Die Kamera braucht etwas Platz, um den Körper vernünftig zu sehen.
Blackview empfiehlt für eine Person etwa 1,5 Meter Abstand zur Konsole. Spielen mehrere Personen gleichzeitig, sollen es zwei bis drei Meter sein. Die PlayPop selbst sollte zwischen 40 und 140 Zentimetern über dem Boden stehen.
In einem großen Wohnzimmer ist das kein Problem. In einer kleinen Wohnung könnte es schnell enger werden. Vor allem dann, wenn vier Leute gleichzeitig springen und mit den Armen ausholen. Den Couchtisch würde ich jedenfalls vorher aus der Gefahrenzone bringen!

Fünf Spiele sind dabei, für den Rest braucht es ein Abo
Blackview legt fünf kostenlose Starterspiele bei. Thunder Ace, Chef Slash, Basketball, Mole Whack und Beat Step sollen auch offline funktionieren. Zum Start gibt es 22 Spiele aus Bereichen wie Action, Party, Sport und Puzzle. Dazu gehören unter anderem Bowling Strike, Happy Run, Speed Racer, Smash King und Candy Guard.
Wer mehr als die fünf kostenlosen Titel spielen will, braucht allerdings den GamePass. Blackview bietet ihn für drei oder zwölf Monate an. Neue Spiele und saisonale Inhalte sollen quartalsweise dazukommen.

Die Kamera lässt sich abdecken
Eine Kamera, die dauerhaft ins Wohnzimmer schaut, dürfte nicht bei jedem Begeisterung auslösen. Blackview hat deshalb einen physischen Verschluss eingebaut. Wird die PlayPop 8 nicht genutzt, lässt sich die Linse direkt am Gerät verdecken.
Laut Hersteller werden die für die Bewegungserkennung nötigen Daten lokal verarbeitet. Blackview wirbt außerdem damit, dass die Plattform ohne Werbung und ohne Inhalte für Erwachsene auskommt. Damit ist ziemlich klar, wen das Unternehmen mit der PlayPop 8 erreichen will. Familien stehen hier deutlich stärker im Fokus als klassische Konsolenspieler.
Mein Eindruck
Die PlayPop 8 hat mich auf der IFA vor allem mit ihrer Einfachheit überzeugt. Kein Controller, keine komplizierte Tastenbelegung, keine große Eingewöhnung, stattdessen stellt man sich hin und spielt.
Die Bewegungserkennung war bei meinem kurzen Test nicht perfekt, aber gut genug, dass ich nicht dauernd darüber nachgedacht habe. Offen bleibt vor allem, wie lange die Spiele motivieren und wie attraktiv der GamePass am Ende wirklich ist. Eine klassische Konsole ersetzt die PlayPop 8 selbstverständlich nicht. Als Gerät für Familienabende, Partys oder eine schnelle Runde zwischendurch kann ich mir sie aber gut vorstellen, sofern der Preis passt.







