Lexar zeigt ultradünne Muse SSD und neue KI-Speicherlösungen auf der IFA 2026

Veröffentlicht von Christian Matenar am 11. September 2026

Mit der Muse Ultra-Slim Portable SSD hat Lexar auf der IFA 2026 eine besonders flache externe SSD für Smartphones und mobile Workflows vorgestellt. Daneben zeigt der Speicherhersteller neue PCIe-Gen5-Lösungen für lokale KI-Anwendungen sowie speziell auf Elektrofahrzeuge zugeschnittene USB-Speicher.

Lexar Muse News Hero

Lexar x IFA 2026

Lexar nutzt die IFA 2026 in Berlin für einen vergleichsweise breiten Blick auf die Zukunft des Speichers. Im Mittelpunkt steht mit der Muse Ultra-Slim Portable SSD zunächst ein Produkt für Endkunden und Content Creator. Gleichzeitig beschäftigt sich der Hersteller mit der zunehmenden Bedeutung lokaler KI-Modelle und will künftig auch im B2B- und Automotive-Bereich stärker auftreten.

Die Präsentation fällt zudem in das 30. Jubiläumsjahr des Unternehmens. Lexar wurde 1996 gegründet und ist heute unter anderem mit SSDs, Arbeitsspeicher, Speicher- und CFexpress-Karten sowie externen Speicherlösungen vertreten.

Muse SSD sehr schmal

Muse Ultra-Slim Portable SSD ist nur 3,8 Millimeter dick

Optisch fällt vor allem die neue Lexar Muse Ultra-Slim Portable SSD aus dem bisherigen Portfolio heraus. Lexar bezeichnet sie als derzeit dünnste portable SSD der Welt. An ihrer stärksten Stelle misst das Metallgehäuse lediglich 3,8 Millimeter, während sich der Rand auf rund einen Millimeter verjüngt.

Das Gehäuse lässt sich über eine magnetische Hülle an kompatiblen MagSafe-Geräten befestigen. Für die Datenverbindung nutzt Lexar allerdings nicht einfach einen frei liegenden USB-C-Anschluss an der SSD, sondern eine eigene magnetische Pogo-Pin-Verbindung.

Das mitgelieferte SnapLink-Magnetkabel dockt über diese Kontakte an und stellt auf der anderen Seite die Verbindung zu USB-C-Geräten her. Für die magnetische Fixierung verwendet Lexar N52-Neodym-Magnete. Gedacht ist das System unter anderem für Smartphones, Tablets und Notebooks sowie für mobile Foto- und Video-Workflows.

Muse SSD Plus Zubehör

Bei der Geschwindigkeit bewegt sich die Muse auf dem Niveau schneller externer USB-SSDs. Lexar nennt sequenzielle Leseraten von bis zu 1.050 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 1.000 MB/s.

Interessant ist das insbesondere für Videoaufnahmen mit aktuellen iPhones. An kompatiblen Modellen kann die SSD für die direkte externe Aufzeichnung von 4K-ProRes-Material mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde verwendet werden. Voraussetzung ist ein iPhone mit USB-C ab der iPhone-15-Serie, wobei die tatsächlich verfügbaren Aufnahmemodi vom jeweiligen Gerät und den Einstellungen abhängen.

Lexar plant zunächst Varianten mit 512 GB und 1 TB Speicherplatz. Die Markteinführung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Angaben zu den Preisen für Deutschland gibt es bislang nicht.

Neuer Speicher soll lokale KI-Anwendungen beschleunigen

Deutlich technischer wird es beim zweiten großen IFA-Thema des Herstellers. Unter der Bezeichnung Lexar AI Storage Core arbeitet Lexar an einer Kombination aus neuer Speicherhardware und Softwareoptimierungen, die speziell auf lokal ausgeführte KI-Modelle zugeschnitten ist.

Dazu gehören unter anderem eine neue PCIe-Gen5-SSD sowie ein ebenfalls auf PCIe Gen5 basierender Speicher-Stick. Lexar nennt eine Bandbreite von bis zu 11 GB/s. Der Fokus liegt dabei weniger auf klassischen Gaming- oder Benchmark-Szenarien als auf der Verarbeitung größerer KI-Datenmengen.

Lexar - AI Storage Core

Lokale KI-Modelle stellen andere Anforderungen an den Speicher als typische Desktop-Anwendungen. Große Datenmengen müssen möglichst schnell nachgeladen werden, während gleichzeitig die Latenzen niedrig bleiben sollen. Besonders bei sogenannten Mixture-of-Experts-Modellen können schnelle Speicherzugriffe relevant werden, da je nach Aufgabe unterschiedliche Teile eines Modells geladen und verarbeitet werden.

Technische Grundlage der neuen Architektur ist unter anderem eine von Lexars Mutterunternehmen Longsys entwickelte Storage Processing Unit, kurz SPU. Der Controller wird laut Hersteller in einem 5-nm-Verfahren gefertigt und kommt ohne eigenen DRAM aus. Ergänzt wird die Hardware durch Lexar Luma Bridge.

Dabei handelt es sich um eine Technologie für intelligentes Workload-Management, vorausschauendes Prefetching und Cache-Verwaltung. Daten, die voraussichtlich als Nächstes benötigt werden, sollen frühzeitig bereitgestellt werden, wodurch Zugriffszeiten reduziert werden können. Lexar gibt an, dass sich dadurch bei entsprechenden KI-Workloads der benötigte DRAM-Speicher um etwa 40 Prozent reduzieren lässt.

Wie groß dieser Vorteil letztlich in realen Anwendungen ausfällt, dürfte allerdings stark vom verwendeten KI-Modell und dem jeweiligen System abhängen.

Lexar erweitert sein Geschäft um PC- und Automotive-Speicher

Neben klassischen Consumer-Produkten will Lexar sein Speicherportfolio stärker auf Geschäftskunden und spezielle Anwendungsszenarien ausrichten. Für Systemhersteller und kommerzielle PC-Anbieter zeigt das Unternehmen unter anderem Client-SSDs mit PCIe Gen3 und PCIe Gen4, die je nach Einsatzbereich unterschiedliche Anforderungen bei Leistung, Kapazität und Kosten abdecken sollen.

Ein weiterer Bereich sind Elektrofahrzeuge. Moderne Fahrzeuge erzeugen durch Dashcams, mehrere Kameras und Überwachungsfunktionen im geparkten Zustand zunehmend größere Datenmengen. Dafür hat Lexar auf der IFA eine eigene Dashcam USB Flash Drive Series vorgestellt.

Dashcam USB Flash Drive Series

Die Laufwerke sollen speziell für kontinuierliche Loop-Aufzeichnungen ausgelegt sein und sich damit von gewöhnlichen USB-Sticks unterscheiden, die nicht zwingend für dauerhafte Schreibvorgänge optimiert sind.

Lexar verspricht unter anderem eine auf hohe Haltbarkeit ausgelegte Firmware, breite Kompatibilität mit Elektrofahrzeugen, ein kompaktes und flaches Design sowie einen zuverlässigen Betrieb auch bei stärker schwankenden Temperaturen.

Quelle: Lexar Pressemeldung

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