PNY RP60 1TB im Test: Robuste Outdoor-SSD mit hoher Geschwindigkeit

Veröffentlicht von Christian Matenar am 19. Oktober 2026

Die PNY RP60 1TB kombiniert hohe Übertragungsgeschwindigkeiten mit einem robusten, IP65-zertifizierten Gehäuse. In unserem Test erreicht die externe SSD bis zu 967 MB/s beim Lesen und 929 MB/s beim Schreiben über USB mit 10 Gbit/s. Wir zeigen, was der kompakte Outdoor-Datenspeicher bietet und für wen sich die Anschaffung lohnt.

8.5

Unsere Bewertung
PNY RP60 1TB Hero

Design, Verarbeitung und Schutz

Externe SSDs sind kompakt und schnell. Wer sie regelmäßig unterwegs nutzt, braucht allerdings mehr als hohe Übertragungsraten. Die PNY RP60 setzt deshalb auf ein robustes Gehäuse, das auch raueren Umgang gut wegstecken soll, etwa beim Einsatz durch Fotografen und Videografen in freier Wildbahn.

PNY RP60 1TB im ganzen mit USB Typ-C Kabel

Statt auf ein besonders elegantes oder auffällig gestaltetes Gehäuse setzt PNY auf eine schwarze, strukturierte Silikonummantelung. Diese umschließt den kompakten Datenträger und sorgt gleichzeitig für eine griffige Oberfläche. Mit Abmessungen von 100 x 60,3 x 12,4 Millimeter und einem Gewicht von gerade einmal 54,8 Gramm passt die SSD problemlos in eine Hosentasche, eine Kameratasche oder ein kleines Zubehörfach im Rucksack.

Wer beispielsweise bereits mehrere Objektive, Akkus und anderes Equipment transportiert, wird das geringe zusätzliche Gewicht zu schätzen wissen. Die Gummierung bringt allerdings auch einen kleinen Nachteil mit sich: Auf solchen Oberflächen können Staub und Fusseln leichter haften bleiben als auf glattem Metall oder Kunststoff.

Eine sinnvolle Ergänzung ist die integrierte Befestigungsöse an einer Gehäuseecke. Hier lässt sich ein kleiner Karabiner anbringen, um die SSD beispielsweise am Rucksack zu befestigen. Der USB-C-Anschluss befindet sich seitlich und wird durch eine flexible Silikonklappe geschützt. Diese hält Schmutz und Feuchtigkeit vom Anschluss fern, muss dafür aber nach jeder Verwendung wieder ordentlich verschlossen werden. Wer häufig zwischen verschiedenen Geräten wechselt, dürfte die Abdeckung auf Dauer etwas umständlich finden. Eine offen zugängliche USB-C-Buchse wäre zwar bequemer, würde allerdings nicht zum Schutzkonzept der RP60 passen.

PNY RP60 1TB Befestigung's Möglichkeit

Mit ihrer IP65-Zertifizierung ist die SSD vollständig gegen Staub sowie gegen Strahlwasser geschützt. Regen, Spritzwasser oder staubige Umgebungen sind damit kein Problem, solange die Schutzklappe am USB-C-Anschluss geschlossen bleibt. Zum Untertauchen ist die RP60 nicht geeignet, denn IP65 bedeutet ausdrücklich nicht wasserdicht im Sinne eines Unterwassereinsatzes.

Zusätzlich gibt PNY eine Sturzfestigkeit aus bis zu drei Metern Höhe an. Die Silikonummantelung soll mechanische Belastungen abfangen und empfindliche Komponenten im Inneren schützen. Dennoch sollte man diese Angabe nicht als Freifahrtschein verstehen. Untergrund, Aufprallwinkel und weitere Faktoren spielen bei einem Sturz eine entscheidende Rolle.

Anschluss, Kompatibilität und Leistung

Technisch setzt PNY bei der RP60 auf USB 3.2 Gen 2x2 mit einer maximalen Bandbreite von 20 Gbit/s. Laut Hersteller sind damit sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von bis zu 2.000 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von maximal 1.800 MB/s möglich. Vor allem umfangreiche RAW-Fotosammlungen, hochauflösende Videoaufnahmen oder große Projektdateien lassen sich bei entsprechender Hardware wesentlich schneller übertragen als mit klassischen externen Festplatten.

Ein USB-C-Anschluss bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch die maximale Geschwindigkeit der SSD zur Verfügung steht. Zahlreiche Computer, Notebooks und Tablets unterstützen lediglich USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbit/s oder USB 3.2 Gen 1 mit 5 Gbit/s. Selbst ein moderner USB4- oder Thunderbolt-Anschluss garantiert nicht zwangsläufig die Unterstützung von USB 3.2 Gen 2x2. Die RP60 funktioniert auch an langsameren Anschlüssen, passt ihre Geschwindigkeit aber an die verfügbare Verbindung an.

PNY RP60 1TB USB Typ-C Anschluss

Für unseren Test kam ein NiPoGi Pinova E3B Mini-PC mit AMD Ryzen Embedded V2748, 16 GB Arbeitsspeicher und Windows 11 Pro zum Einsatz. Als Benchmark-Software verwendeten wir CrystalDiskMark 9.0.3 mit drei Testdurchläufen und einer Testgröße von 1 GiB. Die SSD wurde dafür direkt mit dem USB-C-Anschluss des Mini-PCs verbunden. Dieser unterstützt USB 3.2 Gen 2 mit maximal 10 Gbit/s, weshalb die verfügbare Bandbreite gegenüber dem von PNY vorgesehenen 20-Gbit/s-Betrieb halbiert ist.

Unter diesen Bedingungen erreichte die PNY RP60 im sequenziellen Test mit Q8T1 eine Lesegeschwindigkeit von 967,48 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 929,30 MB/s. Auch bei Q1T1 zeigte sich mit 873,20 MB/s beim Lesen und 845,96 MB/s beim Schreiben eine hohe Übertragungsleistung. Damit bewegt sich die SSD nahe am praktisch erreichbaren Maximum der verwendeten USB-Schnittstelle.

Bei zufälligen 4K-Zugriffen erreichte die RP60 mit Q32T1 160,22 MB/s lesend und 197,00 MB/s schreibend. Beim weniger stark parallelisierten Q1T1-Test lagen die Werte bei 32,95 MB/s und 76,70 MB/s. Dass die Geschwindigkeit bei kleinen, verstreut gespeicherten Datenblöcken deutlich geringer ausfällt, ist bei externen SSDs nicht ungewöhnlich. Hier spielen neben der Schnittstellenbandbreite auch die Zugriffszeiten und die Verarbeitung einzelner Dateioperationen eine Rolle. Für typische Anwendungen wie das Sichern von Fotos, den Transport größerer Videodateien oder die Übertragung umfangreicher Projektordner sind vor allem die sequenziellen Datenraten von Bedeutung.

PNY RP60 1TB CrystalDiskMark

Die maximalen Herstellerangaben konnten wir aufgrund der 10-Gbit/s-Schnittstelle unseres Testsystems nicht vollständig überprüfen. Ein Blick auf unabhängige Leistungsmessungen mit entsprechend ausgestatteten 20-Gbit/s-Systemen zeigt allerdings, dass die RP60 bei sequenziellen Übertragungen durchaus in die Nähe der beworbenen Werte kommt. Dort werden Lesegeschwindigkeiten um 2.000 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten im Bereich von etwa 1.700 bis 1.800 MB/s erreicht. Unsere eigenen Ergebnisse bestätigen zumindest, dass die SSD die vorhandene 10-Gbit/s-Verbindung sehr gut ausnutzt.

Bei der Bewertung der Leistung sollte man außerdem zwischen kurzen Benchmarks und dauerhaft hohen Schreiblasten unterscheiden. Wie bei vielen anderen externen SSDs können schnelle Schreibpuffer dabei helfen, hohe Übertragungsraten zu erzielen. Werden sehr große Datenmengen ohne Unterbrechung übertragen, kann die Schreibrate nach Auslastung eines solchen Puffers abnehmen. Für die Sicherung einzelner Videoaufnahmen oder größerer Fotosammlungen sind die hohen Übertragungsraten ein klarer Vorteil. Wer hingegen regelmäßig mehrere Hundert Gigabyte am Stück verschiebt, sollte berücksichtigen, dass die maximale Schreibgeschwindigkeit nicht zwangsläufig über die gesamte Datenmenge gehalten wird.

Software und Ausstattung

Bei der Ausstattung konzentriert sich PNY auf das Wesentliche. Zum Lieferumfang gehört ein kurzes, flaches USB-C-auf-USB-C-Kabel, das für die schnelle Datenübertragung vorgesehen ist. Durch seine Bauform lässt es sich platzsparend verstauen, bietet allerdings weniger Bewegungsfreiheit als ein längeres Kabel. Einen Adapter auf USB-A legt PNY nicht bei. Wer die RP60 an einem älteren Computer mit ausschließlich USB-A-Anschlüssen betreiben möchte, benötigt deshalb entsprechendes Zubehör. Dabei sollte man darauf achten, dass Kabel oder Adapter die gewünschte Übertragungsgeschwindigkeit unterstützen.

PNY RP60 1TB Produkt im ganzen

Software braucht die RP60 nicht. Einfach anschließen und Dateien übertragen. Das funktioniert nicht nur an Windows-PCs und Macs, sondern auch an kompatiblen Smartphones und Tablets. Das Gerät muss allerdings externe USB-Speicher unterstützen und genug Strom liefern. Beim Tempo kommt es auf den USB-Anschluss an, denn einige Smartphones sind trotz USB-C noch auf USB 2.0 beschränkt.

Zusätzlich bietet PNY mit Acronis True Image Data Protection eine Softwarelösung für die Datensicherung an. Damit lassen sich beispielsweise Backups erstellen und Daten im Bedarfsfall wiederherstellen. Das ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber keine durchdachte Backup-Strategie. Wer wichtige Fotos, Videos oder Arbeitsdokumente transportiert, sollte zumindest eine weitere Kopie an einem unabhängigen Speicherort aufbewahren. Auf eine integrierte Hardware-Verschlüsselung verzichtet PNY dagegen.

Für wen lohnt sich die RP60?

Preislich ist die RP60 nicht unbedingt ein günstiger Massenspeicher. Die getestete Variante mit 1 TB wird im deutschen Handel derzeit zu Preisen ab rund 190 Euro angeboten. Damit bewegt sich die SSD in einem Bereich, in dem auch leistungsfähige Alternativen von Samsung, Crucial oder anderen Herstellern erhältlich sind. Eine Samsung T9 oder Crucial X10 Pro bietet beispielsweise ebenfalls hohe Übertragungsraten über USB 3.2 Gen 2x2. Die RP60 setzt dem vor allem ihr geringes Gewicht, die kompakte Bauweise und den zusätzlichen Schutz durch das gummierte Gehäuse entgegen.

Ob sich der Aufpreis gegenüber einer einfacheren externen SSD lohnt, hängt deshalb stark vom vorgesehenen Einsatz ab. Wer lediglich gelegentlich Dokumente sichert oder überwiegend an einem USB-Anschluss mit 5 Gbit/s arbeitet, benötigt die hohe Schnittstellenleistung nicht unbedingt. Wer dagegen regelmäßig große Foto- und Videodateien verarbeitet und sein Speichermedium auch außerhalb geschützter Innenräume nutzt, erhält mit der RP60 ein interessantes Gesamtpaket aus Geschwindigkeit, Mobilität und Widerstandsfähigkeit. Abgerundet wird die Ausstattung durch eine eingeschränkte Herstellergarantie von drei Jahren.

RP60

8.5

POSITIV

Hohe Übertragungsgeschwindigkeiten

Robustes Gehäuse mit IP65-Schutz

Sturzfestigkeit bis 3 Meter laut Hersteller

Kompakt und leicht

Griffige Silikonummantelung

Praktische Befestigungsöse

Acronis-Backupsoftware

NEGATIV

Volle Leistung nur mit USB 3.2 Gen 2x2

Keine Hardware-Verschlüsselung

Kein USB-A-Adapter enthalten

Kurzes Anschlusskabel

Schutzklappe etwas umständlich

Relativ hoher Verkaufspreis

FAZIT

Die PNY RP60 1TB macht vor allem unterwegs eine gute Figur. Sie ist klein, leicht und dank Silikonhülle, IP65-Schutz und einer Sturzfestigkeit von bis zu drei Metern auch für rauere Einsätze gerüstet. Gerade für Fotografen und Videografen ist das praktisch.

Auch beim Tempo gibt es wenig zu meckern. In unserem Test waren über USB 3.2 Gen 2 bis zu 967 MB/s beim Lesen und 929 MB/s beim Schreiben drin. Wer die beworbenen 2.000 MB/s erreichen möchte, braucht allerdings einen USB-Anschluss mit 20 Gbit/s.

Schade sind das kurze Kabel, der fehlende USB-A-Adapter und die nicht vorhandene Hardware-Verschlüsselung. Wer seine SSD oft mitnimmt und Wert auf ein robustes Gehäuse und ordentlich Tempo legt, macht mit der RP60 wenig falsch.

PREISVERGLEICH

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