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Anet A6 Test – Erfahrungen und Verbesserungen

by April 3, 2017

Die Tage der teuren „3D-Fertig-Drucker“ sind gezählt! Nun ja, nicht ganz. Trotzdem gibt es mittlerweile eine preiswerte Alternative, einen druckfähigen 3D-Drucker schon für unter 200€ zu erwerben. Die Rede ist von so genannten „3D-Printer Kits“, also ein 3D-Drucker zum selber Zusammenbauen. Eines der bekanntesten Printer Kits - den Anet A6 - haben wir für euch zusammengebaut und ausführlich getestet. Ob sich der Bausatz auch für Einsteiger eignet und ob der Drucker tatsächlich nach dem Zusammenbau saubere Drucke erzeugt, dazu mehr in diesem Testbericht!

Überblick
Hersteller

Anet

Produktbezeichnung

Anet A6

Spezifikationen

Allgemein
Modell: Anet A6
Typ: FDM-Drucker
Gehäusematerial: Acryl
Mainboard: Anet V2.0

Druckgeschwindigkeit: 40 - 120 mm/s
XY-Genauigkeit: 0.012 mm
Z-Genauigkeit: 0.004 mm

Größe: 48.00 x 40.00 x 40.00 cm
Gewicht: 9kg

Düse (Nozzle)
Typ: Single
Durchmesser: 0.4 mm
Temperatur: bis 260°C
Layerhöhe: 0.1 - 0.4 mm

Druckbett
Druckbett-Größe: 220 x 220 x 250 mm
Heizbett: Ja

Extruder
Typ: Direkt
Material: 1.75 mm ABS, HIPS, PLA uvm.

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Zum Preisvergleich

Erster Eindruck zum Anet A6

Anet gehört zu den mittlerweile bekanntesten 3D-Drucker Produzenten aus China. Neben dem etwas weniger bekannten „Anet A6″, vertreibt der Produzent auch das weitaus bekanntere Modell „Anet A8″, sowie weitere Fertig-Drucker, die sich allerdings in weitaus höheren Preiskategorien ansiedeln. Dieser Test befasst sich mit dem Anet A6. Zunächst schauen wir uns allerdings noch die wichtigsten Unterschiede der beiden preiswerten Anet-Modelle etwas näher an.

Anet A6 vs. Anet A8

Bei beiden Modellen handelt es sich um 3D-Drucker Bausätze, die sich vor allem im Detail unterscheiden. Der wohl relevanteste Unterschied des Anet A6 zum Anet A8 ist das größere Display des A6 und die Einknopf-Steuerung. Das Display des Anet A6 stellt bis zu 12864 Pixel dar, wohingegen das Display des A8 nur auf 2004 Pixel kommt. Bedient wird der Anet A8 über 5 Bedientasten. Der Anet A6 hingegen besitzt eine Einknopfbedienung mit Drehsteuerung. Das verwendete Mainboard ist bei beiden Modellen mittlerweile identisch.

Ein weiterer Unterschied ist die Führung der X-Achse. Der A8 besitzt eine vertikale Führung, beide Wellen laufen also parallel übereinander, wohingegen die Wellen-Führung des Anet A6 horizontal, also nebeneinander, verläuft. Sämtliche Halterungen des A6 bestehen aus Acryl. Halterungen des Modells A8 wurden teilweise mittels 3D-Druck erzeugt. Einen weiteren Unterschied gibt es beim Lieferumfang. Dem A6 liegt eine 500g Rolle weißes PLA Filament bei. Beim Anet A8 wurde hierauf verzichtet!

Update (16. Oktober 2017)

Mit der aktuellen Gutschein-Aktion (16. Oktober 2017 – 11 Uhr) erhältst du den Anet A8 für nur 99.44€ mit Versand aus dem UK Warenlager. Somit spart man sich den langen Versandweg aus China und kann noch früher seinen 3D-Drucker in den Händen halten. Alle Infos zur Aktion findest du in der nachfolgenden Box!

16€ Gutschein - Anet A8

Der Anet A8 3D-Drucker mit Versand aus dem UK Warenlager für 99.44€. Stückzahl ist auf 30 Stück begrenzt!
(Gültig ab 16.10 - ab 11 Uhr)

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Zum Anet A6  Zum Anet A8

Lieferumfang

Geliefert wird der Anet A6 Bausatz mit allen notwendigen Bauteilen. Neben den Gehäuseteilen liegen auch die benötigten Schrauben, Gurte, Wellen, Führungsstangen usw. bei. Auch das zum Zusammenbau benötigte Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten, sodass auch diejenigen, die kein entsprechendes Werkzeug zur Hand haben, das Printer Kit problemlos zusammenbauen können. Selbst eine 500g Rolle weißes PLA Filament legt der Hersteller jedem Anet A6 Kit bei. Nach dem Zusammenbau steht einem ersten Druckversuch somit nichts im Wege.

Design und Verarbeitung

Der Anet A6 entstand in Anlehnung an das Prusa-Design von Josef Prusa und ist maßgeblich der RepRap-Szene („Rapid Prototyping und Rapid Manufacturing“) zuzuordnen. Durch das quelloffene Design wäre es möglich, den Anet A6 auch ohne das fertige Printer Kit zu reproduzieren.

Die Verarbeitung des Druckers ist dem Preis entsprechend gut. Bei dem getesteten Kit mussten keine Teile nachbearbeitet werden, als auch ließen sich die Teile passgenau zusammenstecken und verschrauben. Die enthaltenen Stahlwellen waren gerade und ließen sich problemlos verbauen. Trotzdem sind diese DIY Printer Kits aus China immer mit Vorsicht zu genießen. Die Bauteile unseres Testkits waren zwar astrein, es ist aber durchaus keine Seltenheit auch ungenaue Wellen, ein verzogenes Heatbed oder sonstige, schlecht verarbeitete Teile zu erwischen!

Hardware

Der Druckraum des Anet A6 misst 220 x 220 x 250 mm. Der Extruder ist vom Typ „Direct Drive“, bei dem sich der Extruder direkt über dem Hotend befindet und somit zu einem erhöhten Gewicht auf der X-Achse führt. Die Düse bzw. Nozzle besitzt einen Durchmesser von 0.4 mm. Die druckbare Layerhöhe liegt zwischen 0.1 und 0.2 mm. Unterstützt wird 1.75 mm Filament aus unterschiedlichen Materialien (genannt sind ABS / PLA / HIPS). Die Genauigkeit der X und Y-Achse gibt Anet mit 0.012 mm an. Die der Z-Achse liegt bei 0.004 mm. Bei den eingesetzten Motoren handelt es sich um nicht näher bezeichnete NEMA17 Schrittmotoren. Das Mainboard ist vom Typ Anet V2.0.

Zusammenbau des Anet A6

Nanu, wo ist denn die Bauanleitung? Eine Bauanleitung in Druckform liegt dem Anet A6 Kit nicht bei. Stattdessen legt Anet einen USB-Kartenleser in Form eines Sticks mit passender 16GB Micro SD-Speicherkarte bei. Neben der bebilderten Bauanleitung befinden sich auf der Speicherkarte auch das Slicer-Programm „Cura“, die passenden Drucker-Treiber und Testdateien, die auf den A6 abgestimmt sind und sich direkt nach dem Zusammenbau drucken lassen.

Die mitgegebene Bauanleitung ist zwar überwiegend bebildert, dennoch ist es gerade für Einsteiger ratsam der Video-Anleitung auf YouTube zu folgen. Der Schritt zum Z-Endstopp wurde in der bebilderten Anleitung sogar komplett weggelassen, was am Ende des Zusammenbaus sicherlich zu viel Frustration geführt hätte. Aber auch auf die Video-Anleitung des Herstellers sollte man sich nicht 1:1 verlassen. Der Träger des Heatbeds wird in beiden Anleitungen falsch herum montiert, wodurch der Gurt nicht parallel verläuft.

Den Zusammenbau unseres Testexemplars könnt ihr euch in diesem Video ansehen.

Kalibrierung des Anet A6

Bevor man überhaupt losdrucken kann, muss der Drucker noch kalibriert werden. Die Z und X-Achse müssen parallel verlaufen, das Heatbed der Y-Achse muss einerseits im Blei sein und auch der Abstand zwischen Düse und Heizbett muss angepasst werden. Über vier Gewindeschrauben mit Flügelmuttern lässt sich die Höhe des Heizbettes korrigieren. Der maximale Abstand zur Nozzle sollte nicht mehr als 0.1 mm betragen. Um diesen Abstand zu erreichen nimmt man ein Blatt Papier und legt es auf das Heizbett. Fährt man mit der Düse darüber, sollte man einen leichten Druck auf dem Blatt spüren können. Sämtliche Gurte des Druckers sollten ausreichend gespannt sein, da es sonst zu ungenauen Druckergebnissen kommt.

Ein weiterer Schritt ist das Einführen des Filaments. Um erste Erfahrungen zu sammeln, kann man sich bedenkenlos dem mitgelieferten Filament bedienen. Eingeführt wird das Filament direkt in den Extruder. Dazu wird die metallene Feder-Wippe heruntergedrückt und das Filament durch die kleine Öffnung geschoben. Anschließend muss man mit etwas Gefühl das Filament am Transportrad vorbei durch eine weitere Öffnung direkt in die Düse einführen. Ob das Filament korrekt eingeführt wurde, sieht man daran ob flüssiges Filament aus der Düse kommt. Natürlich sollte man die Düse vorher auf ungefähr 200°C vorheizen! Entfernen lässt sich das Filament indem man wenige Zentimeter durch die vorgeheizte Düse drückt, die Wippe herunterdrückt und mit Schwung das Filament nach oben herauszieht.

Zur besseren Veranschaulichung hier nochmals ein Video zur Kalibrierung des Anet A6

 

Erste Druckversuche

Hat man die oben genannten Schritte korrekt durchgeführt, steht einem ersten Druck nichts mehr im Wege. Für Anfänger empfiehlt es sich, als erstes die auf der SD-Karte mitgegebenen Druckdateien zu drucken. Zum Drucken wird die SD-Speicherkarte in den entsprechenden Slot auf dem Mainboard gesteckt. Anschließend schaltet man den Anet A6 ein und wählt die SD-Speicherkarte als Druckmedium aus. Alternativ lässt sich auch über einen verbundenen Computer drucken. Eine Verbindung zwischen Computer und Drucker wird über die USB Schnittstelle des Mainboards hergestellt. Die benötigten Treiber befinden sich ebenfalls auf der SD-Speicherkarte.

Hat man einen Druckauftrag gestartet, werden sich das Heizbett und die Düse auf die in der GCODE Datein mitgegebene Temperatur erhitzen. Die aktuelle Temperatur kann über das Display abgelesen und überwacht werden. Die Temperatur des Heizbettes liegt üblicherweise zwischen 50°C und 60°C. Die Temperatur der Düse ist vom jeweiligen Filament abhängig. Die allermeisten Filament-Hersteller geben die passenden Drucktemperaturen mit. Auch auf dem mitgelieferten Anet Filament sind die Drucktemperaturen angegeben. Aber auch hier gilt ausprobieren! Bei unseren ersten Druckversuchen war das Heizbett standardmäßig auf 50°C und die Düse auf 200°C eingestellt. Bessere Druckergebnisse erreichten wir mit dem Anet Filament allerdings bei 60°C und 210°C. Ein empfehlenswerter, erster Druckversuch wäre der „XYZ-Calibration-Cube“. Dieser kleine Würfel ist schnell gedruckt und die Genauigkeit des Drucks lässt sich mit einer Schieblehre nachmessen.

Unsere ersten Druckerfahrungen mit dem Anet A6 sind mehr als positiv. Beachtet man alle Schritte zur Inbetriebnahme, kann auch der erste Druckversuch gelingen und ein akkurates Ergebnis liefern. Verglichen mit weitaus teureren Fertig-Druckern, steht das Druckergebnis des Anet A6 diesen in keinster Weise nach.

Einen auf den Anet A6 abgestimmen GCODE zum XYZ-Calibration-Cube könnt ihr hier herunterladen: https://www.dropbox.com/s/u5dtx1a989sivrw/AA_xyzCalibration_cube.gcode

CAD und Slicer

Eigene 3D-Modelle erstellt man mit sogenannten „CAD-Programmen“. Eines der einsteiger-freundlichsten ist „TinkerCAD“, ein „browserbasiertes 3D-Entwurfs- und -Modellierungswerkzeug“. Hier könnte ihr ohne überhaupt eine Software herunterladen zu müssen direkt los-modellieren und euer fertiges 3D-Modell als STL Datei exportieren. Fortgeschrittene Nutzer sollten einen Blick auf „SketchUp“ werfen. Dieses kostenfreie 3D-Programm ist zwar komplexer, bietet aber auch ein deutliches Mehr an Modelliermöglichkeiten.

Hat man ein 3D-Modell erstellt und im STL Format gespeichert, benötigt man ein so genanntes „Slicer-Programm“ um daraus einen druckbaren GCODE zu erstellen. Der bekannteste freeware 3D-Slicer ist „Cura“. Hat man Cura heruntergeladen und installiert, muss man ein neues 3D-Drucker Profil mit den passenden Anet A6 Parametern anlegen. Einsteiger können auch auf das fertige Profil von „maciekish“ zurückgreifen. Das 3D-Modell im Format STL wird nun in Cura importiert. Anschließend lassen sich vielzählige Druckparameter einstellen. Neben den Geschwindigkeiten können unter anderem auch die Layerhöhe, der Infill und weitere Parameter als GCODE mitgegeben werden. Zusätzlich erhält man eine Vorschau, wie der Druck ablaufen wird, welche Zeit er in Anspruch nehmen wird und wie viel Filament verbraucht wird. Exportieren lässt sich der GCODE auf die SD-Speicherkarte oder aber man druckt direkt über Cura, sofern Cura über die USB-Schnittstelle mit dem Anet A6 verbunden ist.

Cura3D

Cura3D

Anet A6 Verbesserungen

Ein DIY 3D-Drucker ist oftmals ein umfangreiches Bastelprojekt, bei dem man gerne Teile austauscht um noch bessere Druckergebnisse zu erzielen. Einerseits gibt es druckbare Verbesserungen, die vergleichsweise einfach umzusetzen sind, es gibt aber auch umfangreiche Modifikationen, die den einstigen Anet A6 umfänglich verändern. Eine Übersicht zu möglichen Modifikationen erhaltet ihr anbei. Viele der hier aufgeführten Verbesserungen haben wir schon selbst ausführlich getestet.

Druckbare Verbesserungen

Fan-Duct (Lüfter): Diese Verbesserung sorgt für eine gleichmäßige Abkühlung des Filaments und gehört zu den wohl wichtigsten, druckbaren Verbesserungen.

Fan Duct by Paclanc @Thingiverse

Y-Belt Tensioner (Gurtspanner): Damit der Gurt der Y-Achse immer schön straff sitzt, empfiehlt es sich diesen Gurtspanner zu drucken.

Y-Belt Tensioner by Photograaf16 @Thingiverse

X-Belt Tensioner (Gurtspanner): Auch der Gurt der X-Achse sollte keinesfalls locker sitzen. Eine gute Lösung liefert dieser Gurtspanner.

X-Belt Tensioner by vernierroger @Thingiverse

Table Nut Cover (Heizbett-Schrauben): Mit dieser Verbesserung ist das Heizbett noch einfacher zu kalibrieren.

Tablet Nut Cover by AndrewUsov @Thingiverse

Filament Guide (Filament-Führung): Damit sich das Filament nicht verheddert gibt es diesen praktischen Filament Guide, der das Filament gleichmäßig zum Extruder führt.

Tablet Filament Guide by CanalVap @Thingiverse

Austauschbare Verbesserungen

Igus Gleitlager (RJ4JP-01-08): Eine unserer ersten, nicht-druckbaren Verbesserungen war der Austausch der originalen Kugellager gegen die Igus Gleitlager RJ4JP-01-08. Die Vollkunststoff-Gleitlager bestehen aus einem speziellen iglidur® Kunststoff, der besonders verschleißfest und auch selbstschmierend ist. Vorteil der Igus Gleitlager gegenüber den von Werk aus eingesetzten LM8UU Linearlagern, ist die reduzierte Lautstärke und Wartungsfreiheit. Zum Umrüsten auf die Igus RJ4JP-01-08 benötigt man insgesamt 8 solcher Gleitlager, die schon ab 2€ pro Stück erhältlich sind.

Zu den Igus RJ4JP-01-08 Gleitlagern

Igus Präzisions-Aluminiumwelle (AWMP-08): Die im Anet A6 Printer-Kit enthaltenen Stahlwellen sind nicht von besonderer Qualität. Wer eine preisgünstige Alternative sucht, dem empfiehlt sich ein Blick auf die Igus Präzisions-Aluminiumwellen zu werfen. Diese anodisierten Voll-Aluwellen gibt es direkt bei Igus ab 8.65€ pro Meter. Natürlich könnt ihr euch die Wellen auch direkt auf die passende Größe zuschneiden lassen. In unserem Test wurden die Wellen der X-Achse gegen zwei AWMP-08 und vier Igus RJ4JP-01-08 ausgetauscht. Der Schlitten gleitet zwar insgesamt schwergängiger auf der X-Achse, dafür ist die reduzierte Lautstärke deutlich wahrnehmbar. Auch das Druckergebniss erscheint gefühlt akkurater.

Zu den Igus AWMP-08 Wellen

GT2 Zahnriemen und Scheiben: Eine lohnenswerte Verbesserung ist der Austausch der originalen Zahnriemen und Pulleys. Leider hat Anet einen sehr steifen Zahnriemen verwendet, der mit zunehmender Spannung vergleichsweise schnell nachlässt. Interessant ist auch ein Wechsel auf Pulleys mit 20 Zähnen. Pulleys mit mehr Zähnen ermöglichen eine höhere Druckgeschwindigkeit. Ein Pulley mit weniger Zähnen ermöglicht hingegen ein präziseres Druckergebnis.

Zum Set GT2 Zahnriemen mit Pulleys

E3D-V6 Bowden: Interessant ist auch ein Umbau des Direct Extruders auf den E3D-V6 Bowden Extruder. Vorteil eines Bowden-Umbaus ist das geringere Gewicht auf der X-Achse, wodurch akkuratere Prints, bei einer höheren Druckgeschwindigkeiten erreicht werden können. Gleichzeitig wird aber die Strecke zwischen Extruder und Nozzle erhöht, wodurch gerade sehr weiche Filamente mit einem Bowden Set-up nur sehr schwer zu drucken sind. Wer gerne wechseln möchte, für den empfiehlt sich ein E3D-V6 Bowden Extruder Nachbau, der schon ab 7€ erhältlich ist. Natürlich muss auch der Schlitten der X-Achse entsprechend auf Bowden umgebaut werden. Ein sehr gutes Design mit dem schönen Namen „Frankenstein“ gibt es auf Thingiverse.

Zum E3D-V6 Bowden Extruder

Induktiver / Kapazitiver Näherungssensor: Ständig das Heatbed neu auszurichten kann auf Dauer schnell frustrierend werden. Abhilfe schafft ein kapazitiver oder induktiver Näherungssensor, der den Z-Endstopp ersetzt. Der Näherungssensor wird direkt am Extruder-Schlitten befestigt. Ein manuelles Korrigieren der Abstandshöhe zwischen Nozzle und Heatbed ist anschließend nicht mehr notwendig. Damit ein solcher „Autolevel“ Umbau allerdings gelingt, muss eine andere Firmware auf das Mainboard des Anet A6 geflasht werden. Die wohl bekannteste, alternative Firmware für die Anet A6 und Anet A8 Druckerreihe ist die so genannte „SkyNet 3D“ Firmware. Auch bei den Sensoren selbst gibt es einiges zu beachten. Einen kapazitiven Sensor wählt man am besten, wenn man auf eine Glasoberfläche druckt, da ein induktiver Sensor kein Glas erkennt. Ein induktiver Sensor arbeitet hingegen meist genauer, erkennt aber hauptsächlich metallische Objekte. Man sollte auch darauf achten, mit welcher Spannung der Näherungsschalter betrieben wird. Meistens werden die Sensoren mit 6 bis 36 Volt betrieben. Vereinzelte Sensoren lassen sich auch mit nur 5 Volt betreiben, allerdings sind dann Messfehler keine Seltenheit. Damit der Sensor vom Anet Mainboard korrekt erkannt wird, empfiehlt es sich einen Optokoppler dazwischen zu setzen, damit beim Schalten keine Restspannung übrig bleibt.

LJC18A3-H-Z/BX (Kapazitiv)  LJ18A3-8-Z/BX (Induktiv)

Glasplatte als Druckfläche: Möchte das Filament nicht richtig halten, oder mag man das Bluetape nicht ständig wechseln müssen, empfiehlt sich ein Umstieg auf Glas als Druckfläche. Eine passende Glasscheibe (215 x 215 mm) kann man sich bei den meisten Fachhändlern zurechtschneiden lassen. Alternativ kann man sich auch eine bereits zurechtgeschnittene Borosilikatglas-Platte kaufen. Der Vorteil von Glas ist der sehr gute Halt, dass es einfach zu reinigen ist und dass man ein sehr glattes Druckergebnis erhält. Sollte der Druck auf Glas nicht direkt haften, kann man mit etwas Haarspray nachhelfen, wodurch eine bessere Bodenstruktur erzeugt wird. Wenn das Filament selbst dann noch nicht haften sollte, hilft es die Glasfläche mit einer dünnen Schicht UHU-Stic zu überziehen. Jedes noch so schwierig anhaftende Filament hält damit garantiert!

Zur Borosilikatglas-Platte

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Positiv

►Gute Druckqualität
►Große Druckfläche
►Hohes Modifikationspotential
►Preis

Negativ

►Qualitätskontrolle
►Fehlerhafte Bauanleitung

Bewertung
Punkte
Erster Eindruck
8.5
Verarbeitung
7.0
Design
7.5
Einsteigerfreundlichkeit
5.5
Bedienbarkeit
7.0
Druckqualität
8.5
Drucklautstärke
7.0
Modifizierbarkeit
9.5
Fazit

Hinstellen und losdrucken ist mit dem Anet A6 nicht drin. Bei diesem 3D-Drucker muss man selber Hand anlegen, denn man erhält gerade einmal die Bauteile, die für den Zusammenbau eines druckfähigen 3D-Druckers benötigt werden. Die Einsteigerfreundlichkeit ist mittelmäßig. Die Bauanleitung ist zum Teil fehlerhaft und man sollte sich in das Thema "Anet A6" zunächst ausführlich einlesen. Auch nachdem man den 3D-Drucker nach Stunden endlich zusammengebaut hat, heißt es noch kalibrieren und justieren um saubere Druckergebnisse zu erzielen.

Wer allerdings gerne bastelt und Spaß am DIY Hobby hat, für den ist der Anet A6 eine der preiswertesten Möglichkeiten einen druckfähigen 3D-Drucker zusammenzubauen. Würde man sämtliche Einzelteile separat erwerben, würde man am Ende vermutlich teurer wegkommen, wie wenn man gleich das Anet A6 Print-Kit erwirbt. Die Printer-Kits Anet A6 und A8 werden gerade kostendeckend hergestellt. Dafür verzichtet Anet aber auch auf den Support und leider leidet auch die Qualitätskontrolle darunter. Obwohl man Glück haben kann und alle Teile passgenau geliefert werden, ist es durchaus möglich auch ein Kit mit z.B. verbogenen Wellen, fehlerhaften Gewinden oder einem krummen Heatbed zu erwischen.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass sich das Anet A6 Printer-Kit lohnt. Das Modifikationspotential ist grenzenlos und auch die Druckqualität überzeugt. Wer günstig in den 3D-Druck einsteigen möchte, sollte auf jeden Fall das Anet A6 Printer-Kit in Betracht ziehen!

7.6
Punkte
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5 Kommentare An "Anet A6 Test – Erfahrungen und Verbesserungen"

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seb
Gast
seb

In deinen Videos hast du eine Glasplatte auf dem Druckbett. Welche ist das und wo bekommt man die? Danke

Markus
Gast
Markus

Hallo, hast du schon SkyNet mit dem Anet A6 ausprobiert? Ich habe mir gestern den Sensor bestellt, weiß aber nicht was ich da genau machen muss. Kann ich den direkt anklemmen oder brauche ich einen Optokoppler, wie du schreibst?

Peter Markwart
Gast
Peter Markwart

Auf den Punkt! Wirklich vielen Dank für diesen ausführlichen Anet A6 Test. Ich habe mir den Drucker eben bei Gearbest bestellt und bin schon ganz aus dem Häuschen. Wie lange denkt ihr, dauert der Versand?

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