vivo X300 Pro Test: Fast ein Ultra, nur günstiger

Veröffentlicht von Christian Matenar am 4. Mai 2026

Das vivo X300 Pro gehört auch Monate nach seinem Start Ende 2025 noch zur oberen Liga. Kamera und Akkulaufzeit bleiben klare Stärken, während vivos Rückkehr nach Deutschland dem Gerät neue Aufmerksamkeit verschafft. Im Test haben wir uns die günstigere Import-Version aus China näher angesehen.

9.6

Unsere Bewertung
vivo X300 Pro Review Hero

Design und Verarbeitung

Beim Design wird der Blick auch hier zunächst auf das große, runde Kameramodul mit ZEISS-Branding gelenkt. Riesige Kameramodule gehören inzwischen bei fast allen High-End-Smartphones dazu und auch das vivo X300 Pro macht hier grundsätzlich nichts anders. Im Alltag hat es die üblichen Nebenwirkungen. Auf dem Tisch liegt das Smartphone nicht komplett plan und ist leicht kippelig. Mit Hülle fällt das weniger auf, ganz vermeiden lässt es sich aber nicht.

Abseits davon hinterlässt die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Der Aluminiumrahmen wirkt stabil, die Glasrückseite ist sauber verarbeitet und angenehm matt, wodurch Fingerabdrücke kaum sichtbar sind. Gleichzeitig sorgt die Oberfläche dafür, dass das Gerät etwas rutschig sein kann, weshalb eine Hülle im Alltag durchaus sinnvoll ist.

vivo X300 Pro Rückseite
Das Smartphone gibt es in Weiß, Schwarz, Blau und Braun.

Der Rahmen ist flach gehalten und geht mit einer leichten Rundung in Vorder- und Rückseite über, was für einen angenehmen Übergang sorgt und das Handling verbessert.

Die Front wirkt modern und aufgeräumt. Die Displayränder sind gleichmäßig schmal gehalten und das Punch-Hole für die Frontkamera sitzt mittig und fällt im Alltag kaum auf. Das Display ist hier flach eingelassen, die Übergänge zwischen Rahmen und Glas gehen sauber über und fühlen sich angenehm an.

vivo X300 Pro seitlich
Mit 161,98 x 75,48 x 7,99 mm fällt das vivo X300 Pro noch schlank aus.

Die Tasten sitzen fest im Gehäuse und bieten einen klaren Druckpunkt. Neben Powertaste und Lautstärkewippe gibt es eine frei belegbare Zusatztaste, die sich etwa zum Starten der Kamera nutzen lässt. Mit 226 Gramm bringt das X300 Pro ein ordentliches Gewicht mit, das sich aber gut über das Gehäuse verteilt und im Alltag weniger schwer wirkt, als man zunächst erwartet.

Auch bei der Robustheit gibt es nichts zu bemängeln. Die IP68- und IP69-Zertifizierung sorgt dafür, dass das Gerät gegen Staub, Wasser und auch stärkere Belastungen gut geschützt ist.

Display

Das 6,78 Zoll große AMOLED-Panel mit 2800 x 1260 Pixel Auflösung liefert eine scharfe, kontrastreiche und sehr helle Darstellung mit bis zu 4500 nits.

Bei direkter Sonne bleibt das Display gut ablesbar, Farben wirken kräftig, ohne übertrieben bunt zu sein. Fotos und Videos wirken kräftig und Hauttöne bleiben meist glaubwürdig. Wer es neutraler mag, kann das problemlos anpassen, die Optionen dafür sind vorhanden.

vivo X300 Pro Display
Das Display bleibt auch bei direktem Sonnenlicht gut lesbar.

Die Bildwiederholrate passt sich dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an, ohne dass man es aktiv bemerkt. Beim Scrollen durch Social Media oder Webseiten wirkt alles flüssig, während das System im Hintergrund offenbar schnell herunterregelt, sobald weniger Bewegung im Spiel ist. Auffällig ist eher, wo es nicht perfekt läuft. In manchen Apps, vor allem im Browser, bleibt die Bildrate gelegentlich unter dem Maximum. Das fällt aber nur auf, wenn man darauf achtet.

Für Streaming und Videos ist das Panel ebenfalls gut aufgestellt. HDR wird unterstützt und sorgt bei passenden Inhalten für sichtbar mehr Dynamik. Streaming-Apps wie Netflix oder YouTube liefern Inhalte in hoher Qualität, inklusive HDR, was man in dieser Preisklasse erwarten darf.

Software und Bedienung

Statt wie früher zwischen Funtouch OS und OriginOS zu unterscheiden, setzt vivo inzwischen überall auf OriginOS. Das ist hier in Version 6 installiert, die auf Android 16 basiert. Im Vergleich zu Funtouch OS wirkt OriginOS ein Stück weit moderner, was hier sichtbar auf Effekte wie leichte Verzögerungen, Unschärfen und physikbasierte Animationen zurückzuführen ist. Animationen reagieren direkt auf Eingaben und fühlen sich einen Tick "lebendiger" an als bei vielen anderen Android-Oberflächen.

Funktionen gibt es reichlich. Dazu gehören unter anderem ein separater Bereich für private Inhalte, Dual-Apps für Messenger und ein recht umfangreiches System zur Gerätevernetzung mit PC oder anderen Smartphones. Einige Features wie das sogenannte Origin Island liefern zusätzliche Informationen rund um die Frontkamera und erweitern klassische Benachrichtigungen.

Im Alltag zeigt sich aber auch, dass das System stark auf Effizienz ausgelegt ist. Das Energiemanagement greift früh ein und beendet Apps im Hintergrund vergleichsweise aggressiv. Wer auf Push-Benachrichtigungen angewiesen ist, muss hier manuell nachhelfen und bestimmte Apps explizit freigeben.

Je nach Region kann die Benutzeroberfläche etwas anders ausgestattet sein. Trotz China-Import ist Deutsch als Systemsprache vollständig integriert und der Google Play Store ist bereits vorinstalliert. Banking-Apps oder kontaktloses Bezahlen machen keine Probleme und die meisten chinesischen System-Apps lassen sich deinstallieren oder in einem Ordner verstecken.

Performance

Im X300 Pro arbeitet der MediaTek Dimensity 9500, und der macht im Alltag kurzen Prozess mit allem, was man dem Gerät vorsetzt. Apps starten sofort, Animationen laufen sauber und auch beim schnellen Wechsel zwischen Kamera, Browser, Messenger und Bildbearbeitung kommt kein Gefühl auf, dass hier irgendwo Leistung fehlt.

Vivo kombiniert den Chip in der getesteten Version mit 16 GB RAM und 512 GB schnellem UFS 4.1 Speicher. Das ist für den Alltag mehr als üppig und sorgt dafür, dass auch größere Apps, Spiele oder Fotodateien ohne Wartezeiten geladen werden. Gerade bei einem Kamera-Smartphone ist das nicht unwichtig, weil Serienbilder, 4K-Videos und große RAW-Dateien schnell Speicher und Rechenleistung fordern.

vivo X300 Oberseite
Der Stereo-Speaker sorgt in Spielen für guten Klang.

Auch beim Spielen zeigt sich das X300 Pro stark. Anspruchsvolle Titel laufen mit hohen Details flüssig, und die GPU gehört weiterhin zur absoluten Oberklasse. Wer regelmäßig spielt, bekommt hier also genug Reserven. Trotzdem sollte man keine Wunder erwarten, wenn das Gerät über längere Zeit unter Volllast läuft. Wie viele aktuelle High-End-Smartphones drosselt auch das X300 Pro nach einigen Minuten spürbar, um Temperatur und Verbrauch im Griff zu behalten.

Im Alltag ist das kaum ein Problem, in Benchmarks und längeren Gaming-Sessions aber messbar. Das Gerät wird warm, bleibt dabei aber in einem Rahmen, der nicht unangenehm wird. Besonders der Rahmen nimmt spürbar Temperatur auf, ohne dass das Smartphone heiß wirkt.

Kamera

Vivo setzt erneut auf ein gemeinsam mit Zeiss abgestimmtes Triple-System und kombiniert es mit einer neuen Hauptkamera, einer sehr großen Telekamera und einer Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus.

vivo X300 Pro Kameramodul
vivo arbeitet auch hier wieder mit ZEISS zusammen.

Hauptkamera

Die Hauptkamera nutzt den Sony Lytia LYT-828 mit 50 MP. Der Sensor misst 1/1,28 Zoll und sitzt hinter einer lichtstarken Optik mit f/1.57 Blende und optischer Stabilisierung. Die Brennweite liegt bei 24 mm, also etwas klassischer als bei manchen Vorgängern. Im Alltag ist das eine angenehme Perspektive, weil sie weder zu weitwinklig noch zu eng wirkt. Fotos aus der Hauptkamera haben viel Detail, einen großen Dynamikumfang und eine Farbabstimmung, die vivo-typisch lebendig, aber nicht völlig überdreht ausfällt.

Gerade bei Tageslicht macht die Hauptkamera wenig falsch. Feine Strukturen bleiben gut erhalten, Hauttöne wirken natürlich und der Weißabgleich gelingt meistens zuverlässig. Auffällig ist, dass vivo nicht so hart nachschärft wie manche Konkurrenten. Dadurch sehen Bilder etwas organischer aus, besonders bei Texturen wie Pflanzen, Mauerwerk oder Stoffen. Wer direkt ins Bild hineinzoomt, sieht trotzdem genug Details.

Auch der 2-fach-Zoom über die Hauptkamera ist brauchbar. Er ersetzt keine echte zusätzliche Brennweite, liefert aber im Alltag ordentliche Ergebnisse, wenn man etwas näher an ein Motiv heran möchte. Bei gutem Licht bleiben die Fotos sauber und detailreich, bei wenig Licht lässt die Qualität erwartungsgemäß schneller nach.

Bei Nacht hat die Hauptkamera helle Lichtquellen gut im Griff und zeichnet Schatten sauber durch. In Szenen mit warmen Lichtquellen kann die Farbsättigung allerdings etwas hoch ausfallen.

Telekamera

Vivo verbaut hier einen 200 MP Sensor, der als Samsung Isocell HPB geführt wird und im 1/1,4 Zoll Format arbeitet. Die Optik entspricht einer 85 mm Brennweite, bietet eine f/2.67 Blende, optische Stabilisierung und unterstützt 3,7-fachen optischen Zoom.

Besonders bei Porträts spielt die Telekamera ihre Stärke aus. Gesichter wirken weniger verzerrt als mit der Hauptkamera, der Hintergrund löst sich natürlicher vom Motiv und die Schärfe sitzt zuverlässig. Der Porträtmodus legt auf Wunsch zusätzliche Unschärfe darüber, nötig ist das aber nicht immer, weil die optische Trennung bereits ordentlich ist. Vivo bietet außerdem verschiedene Zeiss-Stile, wodurch man den Look etwas anpassen kann. Der Zeiss-Modus wirkt meist etwas wärmer und weniger hart im Kontrast, was gerade bei Menschen gut passt.

Es gibt auch höhere Zoomstufen. Bei 7-fach liefert das X300 Pro noch überraschend gute Ergebnisse, vor allem bei ausreichend Licht. 10-fach ist ebenfalls nutzbar, wobei die Software sichtbar stärker eingreift.

Ultraweitwinkelkamera

Die Ultraweitwinkelkamera arbeitet ebenfalls mit 50 MP, nutzt aber einen kleineren Samsung JN1 Sensor im 1/2,76 Zoll Format. Die Brennweite liegt bei 15 mm, der Bildwinkel ist also angenehm weit. Autofokus ist vorhanden, was nicht nur für Gruppenbilder oder Landschaften hilfreich ist, sondern auch bei Nahaufnahmen zusätzliche Flexibilität bringt.

Bei Tageslicht liefert die Ultraweitwinkelkamera gute Farben und einen ordentlichen Dynamikumfang. Sie wirkt sichtbar schwächer als Haupt- und Telekamera, fällt aber nicht zu sehr ab. Bei wenig Licht sieht man dem kleineren Sensor seine Grenzen stärker an. Details werden weicher, feine Strukturen gehen schneller verloren und Rauschen wird sichtbarer.

Frontkamera

Die Frontkamera nutzt einen 50 MP Sensor mit Autofokus und einer recht weiten 20 mm Optik. Der Autofokus macht im Alltag einen Unterschied, weil Selfies sowohl aus kurzer Distanz als auch mit ausgestrecktem Arm sauber scharf werden. Hauttöne sind angenehm, die Dynamik ist gut und Gruppen-Selfies gelingen einfacher. Bei weniger Licht nimmt die Detailzeichnung sichtbar ab, aber das gilt in dieser Klasse für fast alle Frontkameras.

vivo X300 Pro Frontkamera
Frontkamera

Videos

Alle Kameras können 4K mit 30 und 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, inklusive Frontkamera. Haupt- und Telekamera schaffen zusätzlich 4K mit 120 Bildern pro Sekunde. Die Hauptkamera unterstützt außerdem 8K mit 30 Bildern pro Sekunde. Wer mehr Kontrolle möchte, findet im Pro-Modus zusätzliche Bildraten, Log-Aufnahme und eine Vorschau mit LUT. Dolby Vision HDR ist ebenfalls an Bord, allerdings nicht in allen Kombinationen.

Konnektivität

Trotz China-Import funktioniert das vivo X300 Pro in deutschen Netzen weitgehend problemlos. Alle wichtigen LTE- und 5G-Bänder sind vorhanden, inklusive Band 20 und Band 28, was gerade außerhalb von Städten relevant ist. Im Test gab es weder im Vodafone- noch im Telekom-Netz Auffälligkeiten bei Empfang oder Datenrate.

Beim Thema SIM gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied zur globalen Version. Das China-Modell bietet zwei Nano-SIM-Slots, unterstützt aber keine eSIM. Wer auf eSIM angewiesen ist, muss zur offiziell in Europa erhältlichen Variante greifen.

vivo X300 Pro Unterseite
Mittig USB-C, links der Dual-Nano-SIM-Slot.

Auch bei WLAN ist das Gerät auf aktuellem Stand. Wi-Fi 7 wird unterstützt, was im Moment noch eher Zukunftsmusik ist, aber in passenden Netzwerken bereits für sehr hohe Übertragungsraten sorgt. Bluetooth 5.4 ermöglicht eine verlustfreie Audioübertragung und eine stabile Verbindung zu Wearables.

Zur Ausstattung gehört außerdem ein Ultraschall-Fingerabdruckscanner, der das Smartphone sehr schnell und zuverlässig entsperrt. Gegenüber optischen Lösungen hat er den Vorteil, auch mit leicht feuchten Fingern noch gut zu arbeiten.

Akku und Laufzeit

Beim Akku wird das X300 Pro etwas widersprüchlich. Auf dem Papier sieht es nach einem klaren Vorteil aus, zumindest bei der hier getesteten China-Version mit 6510 mAh. In Europa fällt die Kapazität dagegen deutlich kleiner aus und liegt bei rund 5440 mAh. Technisch dürfte es sich um denselben Akku handeln, der in der EU allerdings mit engeren Ladegrenzen betrieben wird.

Im Test kommt man mit gemischter Nutzung problemlos durch zwei Tage, ohne bewusst auf den Akkustand achten zu müssen. Selbst bei intensiver Nutzung mit viel Kamera, Streaming und Navigation bleibt am Abend oft noch genug Reserve übrig.

Beim kabelgebundenen Laden setzt vivo auf FlashCharge mit bis zu 90 Watt. Nach rund 15 Minuten liegt der Akkustand bei etwas über der Hälfte, eine vollständige Ladung dauert knapp unter 30 Minuten. Kabelloses Laden wird mit bis zu 40 Watt unterstützt, sofern ein passendes Ladegerät verwendet wird. Zusätzlich gibt es Reverse Charging, sowohl kabellos als auch per Kabel, um etwa Kopfhörer oder andere Smartphones mit Energie zu versorgen.

X300 Pro

9.6

POSITIV

Großes, helles AMOLED-Display

Top-Performance im Alltag

OriginOS 6 (Android 16)

Sehr starke Kamera

Unterstützung deutscher Mobilfunkfrequenzen

Wi-Fi 7, Infrarot, NFC

Großer 6510 mAh Akku

NEGATIV

Aggressives RAM-Management

Bloatware der China-Firmware (kann man aber deaktivieren oder Löschen)

Keine eSIM beim China-Import

FAZIT

Das Vivo X300 Pro ist auch 2026 noch ein starkes Flaggschiff. Kamera, Display und Performance liefern ab, die Telekamera gehört weiterhin zu den besten am Markt und die Akkulaufzeit ist in der China-Version klar überdurchschnittlich.

Richtig spannend wird das Gerät aber beim Preis. Während vivo in Deutschland rund 1.399 Euro aufruft, startet die Import-Version teils schon unter 700 Euro. Für weniger als die Hälfte bekommt man praktisch die gleiche Hardware, in Punkte wie dem Akku sogar die bessere. Der einzige echte Nachteil der China-Version bleibt die fehlende eSIM. Wer darauf verzichten kann, bekommt mit dem chinesischen X300 Pro ein Flaggschiff zum halben Preis.

PREISVERGLEICH

tradingshenzhen.com
Price icon 677,00€

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