SteelSeries Arctis Nova Pro Omni im Test: Das Schweizer Taschenmesser unter den Gaming-Headsets

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 24. Juni 2026

Wer nur gelegentlich eine Runde zockt, braucht dieses Headset vermutlich nicht. Wer aber täglich viele Stunden am PC sitzt, zwischen Geräten wechselt und in Counter-Strike 2 jeden Schritt hören will, sollte beim Arctis Nova Pro Omni genauer hinschauen!

9.0

Unsere Bewertung
SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Review Hero

Arctis Nova Pro Omni: Design, Verarbeitung und Tragekomfort

SteelSeries verzichtet auf den mittlerweile fast schon obligatorischen RGB-Zirkus und setzt stattdessen auf ein Design, das sich angenehm erwachsen anfühlt und selbst im Teams-Meeting keine Schamesröte ins Gesicht treiben dürfte. Mein Testmuster kam in Dunkelblau daher, alternativ gibt es das Headset auch in Schwarz und Weiß.

Beim Material setzt SteelSeries zwar überwiegend auf Kunststoff, der fühlt sich aber hochwertig an. Nichts knarzt, nichts wirkt dünnwandig, nichts hat diesen billigen Plastikklang, wenn man das Headset in die Hand nimmt. Der Metallbügel sorgt für Stabilität, das Kunststoffgehäuse hält das Gewicht im Rahmen. 339 Gramm sind nicht ultraleicht, aber angenehm genug für lange Tage.

Die hatte das Nova Pro Omni bei mir reichlich, denn während des Tests kam das Headset nicht nur zum Spielen zum Einsatz. Oft lief morgens Musik beim Arbeiten, tagsüber standen Meetings an und abends folgten noch ein paar Runden Counter-Strike 2 oder Battlefield. Entsprechend häufig blieb das Headset acht Stunden oder länger am Stück auf meinem Kopf.

Tragekomfort

Um das zu erreichen, hat SteelSeries einiges in den Tragekomfort investiert. Statt das gesamte Gewicht direkt auf den Kopf zu übertragen, kommt ein angenehm weiches, neoprenartiges Kopfband zum Einsatz, das sich in drei Stufen anpassen lässt und den Druck gleichmäßig verteilt.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Kopfband
Das elastische Kopfband verteilt das Gewicht gleichmäßig und lässt sich in drei Stufen anpassen.

Auch die Ohrpolster tragen ihren Teil dazu bei. Sie sind auffällig dick, weich gepolstert und mit Kunstleder überzogen. Normalerweise ist Kunstleder bei geschlossenen Headsets immer ein kleiner Warnhinweis, weil es je nach Polsterung schnell zur Ohrensauna werden kann. Beim Arctis Nova Pro Omni hatte ich damit aber überraschend wenig Probleme.

Die Polster schließen auch mit Brille gut ab, drücken nicht unangenehm und geben Wärme besser nach außen ab, als ich es erwartet hätte. Nach mehreren Stunden merkt man natürlich, dass man ein geschlossenes Headset trägt, von schwitzigen Ohren oder unangenehmem Wärmestau blieb ich aber weitgehend verschont. Bei Bedarf lassen sich die Ohrpolster unkompliziert austauschen. Sie sind lediglich angeclippt und können so ganz einfach abgenommen werden.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Ohrmuscheln gedreht
Für das Ablegen auf dem Schreibtisch lassen sich die Ohrmuscheln flach anlegen.

Die Größenverstellung erfolgt stufenlos über den äußeren Bügel. Einmal eingestellt, bleibt die Justierung auch dort. Kein langsames Zurückrutschen und kein Nachjustieren nach jedem zweiten Aufsetzen. Links und rechts sind gut sichtbar markiert, sodass man das Headset nicht versehentlich falsch herum aufsetzt.

Bedienung und Anschlüsse

Sämtliche Tasten am Kopfhörer sind logisch angeordnet und lassen sich selbst blind schnell finden.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Bedienung
Power-Taste, Lautstärkerad und Mikrofon-Stummschaltung lassen sich auch blind schnell finden.

Auf der linken Ohrmuschel befinden sich die Einschalttaste, das angenehm gerasterte Lautstärkerad sowie die Mikrofon-Stummschalttaste. Letztere habe ich im Alltag überraschend häufig genutzt, sei es während Meetings, Sprachchats oder wenn es an der Haustür klingelte. Ein kurzer Tastendruck genügt und das Mikrofon wird sofort deaktiviert. Die Bluetooth-Taste sitzt separat auf der rechten Ohrmuschel, wodurch Verwechslungen praktisch ausgeschlossen sind.

Die Außenseiten der Ohrmuscheln werden von magnetisch gehaltenen Abdeckungen verdeckt. Links verbirgt sich darunter ein USB-C-Anschluss zum direkten Laden des Headsets, rechts sitzt der wechselbare Akku. Beide Abdeckungen schließen passgenau ab und lassen sich ohne Gefummel abnehmen.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Abdeckung mit Akku
Hinter der magnetischen Abdeckung sitzt der wechselbare Akku des Arctis Nova Pro Omni.

Auf der linken Seite befindet sich außerdem ein 3,5-mm-Anschluss für die kabelgebundene Nutzung. Der dient zwar eher als Fallback, schön ist die Option trotzdem. Sichtbar sind außerdem kleine Mikrofonöffnungen an den Ohrmuscheln, die zum ANC- und Transparenzsystem gehören.

Versenkbares Mikrofon

Das versenkbare Mikrofon ist grundsätzlich clever gelöst. Es verschwindet komplett im Gehäuse, lässt sich bei Bedarf leicht herausziehen und dank flexiblem Arm sehr genau positionieren. Etwas umständlich ist lediglich der separate Popschutz. Wer ihn nutzen möchte, muss ihn vor dem Einsatz aufstecken und anschließend wieder abnehmen, damit das Mikrofon sauber im Gehäuse verschwinden kann.

Bekanntlich haben solche Kleinteile die Angewohnheit, irgendwann in der Schreibtischschublade, unter dem Mauspad oder im Paralleluniversum der verlorenen USB-Dongles zu verschwinden.

Lieferumfang

In der Verpackung liegen das Arctis Nova Pro Omni, der GameHub, zwei wechselbare Akkus, zwei USB-C-auf-USB-A-Kabel, ein Mikrofon-Popschutz, ein Transportbeutel sowie der übliche Papierkram.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Lieferumfang
SteelSeries legt alles bei, was für den kabellosen Betrieb nötig ist. Nur ein 3,5-mm-Kabel fehlt.

Dass SteelSeries direkt zwei Akkus beilegt, ist wichtig, denn nur so funktioniert das Infinite-Power-System wie gedacht. Ein Akku steckt im Headset, der andere lädt parallel im GameHub. Etwas schade ist dagegen, dass kein 3,5-mm-Kabel beiliegt. Der Anschluss ist am Headset vorhanden, wer ihn nutzen möchte, muss das passende Kabel aber selbst mitbringen.

Ohrpolster, Kopfbänder oder zusätzliche Akkus lassen sich bei Bedarf problemlos nachkaufen.

Arctis Nova Pro Omni: GameHub und Konnektivität

Der GameHub ist angenehm kompakt und nimmt auf dem Schreibtisch kaum Platz weg. Vorne sitzt ein kleines Display, daneben ein Drehregler und eine Touch-Taste zur Navigation durch das Menü. Darüber lassen sich Lautstärke, Quellen, Akkustand, EQ-Profile, Mikrofoneinstellungen und weitere Funktionen direkt steuern, ohne jedes Mal die Software öffnen zu müssen.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni GameHub von vorne
Über Display, Drehregler und Touch-Taste lassen sich viele Funktionen direkt am GameHub steuern.

Das Display zeigt je nach Situation unter anderem Akkustand, Lautstärke, aktive Quelle, Abtastrate, Bittiefe und den Mix zwischen den Quellen an. In bestimmten Spielen kann es außerdem zusätzliche Informationen einblenden. Im Test war das nett anzusehen, aber ehrlich gesagt habe ich nur selten aktiv darauf geschaut. Die wichtigsten Werte wie Lautstärke und Akku sind trotzdem nützlich, weil man sie auf einen Blick sieht.

An der Seite des GameHubs befindet sich der Ladeschacht für den zweiten Akku. Während ein Akku im Headset steckt, lädt der andere parallel in der Station.

Anschlüsse und Quellen

Auf der Rückseite des GameHubs sitzen drei USB-C-Anschlüsse, ein Line-In und ein Line-Out. USB 1 ist dabei vor allem für den PC gedacht, USB 2 und USB 3 dienen für weitere Geräte, wobei USB 3 zusätzlich für Xbox vorgesehen ist.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni GameHub von hinten
USB 1 ist für den PC vorgesehen, USB 3 unterstützt Xbox; dazu kommen Line-In und Line-Out für analoge Quellen.

Dazu kommt Bluetooth 5.3 direkt am Headset. Unterstützt werden SBC, LC3 und LC3+. Letztere sind vor allem mit Blick auf Bluetooth LE Audio spannend, auch wenn LC3+ aktuell noch nicht auf jedem Zuspieler selbstverständlich ist. Fürs Gaming bleibt die 2,4-GHz-Verbindung über den GameHub trotzdem die erste Wahl, weil sie latenzarm arbeitet und Hi-Res-Wireless mit bis zu 96 kHz und 24 Bit unterstützt.

Theoretisch kann das Arctis Nova Pro Omni bis zu vier Audioquellen gleichzeitig wiedergeben: USB 1, USB 2 oder USB 3, Bluetooth und Line-In.

Kompatibilität

Ich selbst habe das Headset hauptsächlich am PC genutzt und zusätzlich mit dem Smartphone gekoppelt. Am PC läuft das Spiel oder ein Meeting, parallel kommen Benachrichtigungen oder Anrufe vom Smartphone durch. Die Lautstärken lassen sich getrennt regeln, sodass man nicht jedes Mal hektisch zum Handy greifen oder die Windows-Lautstärke zerlegen muss.

Wer etwa eine PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch oder einen Gaming-Handheld nutzt, kann mehrere Systeme dauerhaft am GameHub angeschlossen lassen. Man steckt nicht ständig um, koppelt nicht ständig neu und muss auch nicht überlegen, welches Gerät gerade Priorität hat. Stattdessen läuft alles ohne Kabelsalat zentral zusammen.

SteelSeries unterstützt offiziell PC, Mac, PlayStation 5 und 4, Xbox Series X|S, Nintendo Switch und Switch 2, iPhone und Android-Geräte mit USB-C, Tablets, Handhelds sowie Meta Quest 2 und 3.

Arctis Nova Pro Omni: Software und Einstellungen

Richtig ausgereizt wird das Arctis Nova Pro Omni erst mit der Software. Am PC läuft alles über SteelSeries GG, genauer gesagt über Engine und Sonar. Engine kümmert sich um die direkten Geräteeinstellungen, Sonar ist die deutlich mächtigere Audio-Zentrale.

Die Installation lohnt sich, sofern man Windows oder macOS nutzt. Unter Windows bekommt man den vollen Funktionsumfang, inklusive Sonar. Auf dem Mac steht SteelSeries GG ebenfalls zur Verfügung, allerdings nicht mit den Sonar-Funktionen. Linux-Nutzer schauen dagegen komplett in die Röhre. Mit Blick auf Steam Deck, SteamOS, Bazzite oder CachyOS ist das schade, denn solche Headsets landen längst nicht mehr nur an klassischen Windows-PCs.

SteelSeries GG Geräteübersicht
In SteelSeries GG werden Headset, GameHub und die wichtigsten Einstellungen zentral verwaltet.

Engine und Sonar

In Engine lassen sich grundlegende Einstellungen des Headsets anpassen. Dazu gehören unter anderem ANC, Transparenzmodus, Mikrofonoptionen, Sidetone, Energiesparfunktionen, Lautstärkeverhalten und die EQ-Einstellungen für das Headset. Auch Firmware-Updates laufen über die Anwendung.

SteelSeries GG Engine
Über Engine werden grundlegende Funktionen des Arctis Nova Pro Omni konfiguriert.

Sonar geht nochmal tiefer und legt virtuelle Audiokanäle für Spielsound, Chat, Medien, Mikrofon und Aux an. Dadurch lässt sich sehr genau festlegen, welche App über welchen Kanal läuft. Discord kann also getrennt vom Spiel geregelt werden, Musik separat von Systemtönen und das Mikrofon unabhängig vom Rest. Anfangs wirkt das etwas überladen, ist aber nützlich, sobald man das Prinzip verstanden hat.

SteelSeries GG Sonar
Sonar erlaubt getrennte Audiokanäle für Spiel, Chat, Medien, Aux und Mikrofon.

Equalizer und Presets

Besonders stark ist der Equalizer. Statt nur ein paar grobe Regler für Bass und Höhen anzubieten, erlaubt Sonar sehr genaue Eingriffe in den Klang. Frequenzen lassen sich gezielt anheben oder absenken, wodurch man das Headset entweder neutraler, bassstärker oder stärker auf Schritte und Positionsdetails abstimmen kann.

SteelSeries GG CS2
SteelSeries bietet eigene Spielprofile wie hier für Counter-Strike 2, die den Klang gezielt an das jeweilige Spiel anpassen.

Dazu kommen zahlreiche Presets für einzelne Spiele. Darunter finden sich Profile für Titel wie Counter-Strike 2, Valorant, Apex Legends, Call of Duty oder Fortnite. Für kompetitive Shooter sind Presets interessant, die Schritte, Nachladegeräusche und Positionshinweise stärker herausarbeiten. Bei Singleplayer-Spielen darf es dagegen gerne etwas voller und filmischer klingen.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Klangwerkzeuge
Sonar bietet zusätzliche Klangwerkzeuge wie Lautstärkeerhöhung, Spatial Audio und Smart Volume.

Mikrofon und Companion App

Auch das Mikrofon lässt sich in der Software anpassen. Neben dem Pegel stehen EQ, Sidetone und die KI-Geräuschunterdrückung zur Verfügung. Die Geräuschunterdrückung greift nicht nur am PC, sondern arbeitet direkt auf dem Headset und damit auch auf Konsolen oder am Smartphone.

Für Konsolenspieler und Nutzer ohne PC gibt es zusätzlich die Arctis Companion App für iOS und Android. Sie ist nicht ganz so mächtig wie Sonar am PC, aber deutlich praktischer als jedes Mal an den Rechner zu wechseln. Über die App lassen sich Klangprofile, Mikrofoneinstellungen und weitere Headset-Funktionen direkt vom Smartphone aus anpassen.

Arctis Nova Pro Omni: Klangqualität

Im Arctis Nova Pro Omni arbeiten 40-mm-Treiber mit Neodym-Magneten, die laut SteelSeries einen Frequenzbereich von 10 Hz bis 40 kHz abdecken.

Die Abstimmung ist dynamisch, detailreich und angenehm sauber. Der Bass hat Druck, bleibt aber meistens dort, wo er hingehört. Explosionen, Motorengeräusche und Soundtrack-Wucht kommen kräftig rüber, ohne Dialoge oder feine Details zuzuschmieren. Wer es wuchtiger oder analytischer mag, kann über den Equalizer kräftig nachhelfen.

Gaming

Am stärksten ist das Headset erwartungsgemäß beim Spielen. In Singleplayer-Titeln entsteht schnell ein angenehm breites Klangbild. In Cyberpunk 2077 wirken Night Citys Straßenschluchten lebendig, mit Stimmen, Fahrzeugen, Werbetafeln und Umgebungsgeräuschen, die sauber voneinander getrennt bleiben. In Battlefield profitieren Explosionen, Schüsse und Fahrzeuge von der guten Dynamik, ohne dass kleinere Details komplett untergehen.

Noch deutlicher fällt der Vorteil in kompetitiven Shootern auf. In Counter-Strike 2 war die Ortung erstklassig. Schritte, Nachladegeräusche und Positionswechsel lassen sich sehr genau zuordnen. Man hat teilweise wirklich das Gefühl, Gegner schon dann zu hören, wenn sie in ihrer Base losrennen. Ganz so magisch ist es natürlich nicht, aber die Richtung und Entfernung von Geräuschen vermittelt das Nova Pro Omni sehr präzise.

Gerade bei CS2 macht sich bezahlt, dass das Headset nicht einfach nur laut und basslastig abgestimmt ist. Wichtige Spielinformationen werden klar herausgearbeitet, ohne dass Granaten, Schüsse oder Umgebungsgeräusche alles überdecken. Mit dem CS2-Preset oder einer eigenen EQ-Anpassung lässt sich dieser Effekt noch verstärken.

Auch räumlich liefert das Headset stark ab. Stereo funktioniert bereits sehr gut, für unterstützte Titel stehen zusätzlich Tempest 3D Audio, Windows Sonic, SteelSeries Sonar Surround, DTS Headphone und Dolby Atmos zur Verfügung, wobei DTS und Dolby separat erworben werden müssen. Für kompetitive Spiele würde ich trotzdem nicht blind jede Raumklangsimulation aktivieren. Je nach Spiel ist sauberes Stereo oft präziser, während virtuelle Surround-Modi vor allem bei cineastischen Titeln mehr Atmosphäre liefern.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni mit GameHub
Der Klang bleibt kontrolliert und dynamisch, ohne in typisches Gaming-Headset-Dröhnen abzurutschen.

Filme und Serien

Bei Filmen macht das Arctis Nova Pro Omni ebenfalls eine gute Figur. Action-Szenen haben genug Wucht, Stimmen bleiben klar verständlich und Effekte wandern sauber durch den Raum. Gerade große Produktionen wie Dune, Top Gun: Maverick oder The Batman profitieren von der Kombination aus kräftiger Dynamik und ordentlicher Räumlichkeit.

Das Headset ersetzt natürlich keine gute Soundbar oder ein richtiges Heimkino, kommt dem Gefühl aber näher, als man es von vielen Gaming-Headsets erwarten würde. Besonders nachts ist das praktisch, weil man viel Atmosphäre mitbekommt, ohne den Rest der Wohnung gleich mit zu beschallen.

Musik

Bei Musik zeigt sich das Nova Pro Omni vielseitig, aber nicht völlig neutral. Pop, elektronische Musik, Hip-Hop und Soundtracks funktionieren sehr gut, weil der Bass kontrolliert schiebt und die Höhen genug Details liefern. Stimmen stehen sauber im Mix, Instrumente lassen sich ordentlich voneinander trennen und auch längeres Hören bleibt angenehm.

Wer sehr analytisch hört oder ein dediziertes HiFi-Setup gewohnt ist, wird trotzdem merken, dass es sich weiterhin um ein geschlossenes Wireless-Gaming-Headset handelt. Die Bühne ist nicht so offen wie bei guten offenen Kopfhörern, und die Abstimmung bleibt eher auf Vielseitigkeit als auf maximale Natürlichkeit ausgelegt. Für den Alltag aus Arbeit, Musikstreaming, Videos und Spielen passt dieser Kompromiss aber sehr gut.

Je nach Musikgeschmack lohnt sich der Griff zum Equalizer. Etwas mehr Wärme für akustische Stücke, mehr Bass für elektronische Tracks oder zurückgenommene Höhen für lange Hörsessions sind schnell eingestellt. Die schnelle Anpassbarkeit ist eine der größten Stärken des Headsets.

Mikrofonqualität

Das ClearCast-Pro-Mikrofon liefert eine klare und gut verständliche Stimme. Für Discord, Teamspeak, Ingame-Chat und Videokonferenzen reicht die Qualität völlig aus. Die Stimme klingt sauber, direkt und weniger dünn, als man es von vielen Headset-Mikrofonen kennt.

An ein gutes separates USB- oder XLR-Mikrofon kommt es erwartungsgemäß nicht heran. Dafür ist es zu klein, zu stark auf Alltagstauglichkeit ausgelegt und sitzt in einem Gaming-Headset, nicht in einem Studio-Setup. Für seinen Einsatzzweck macht es aber einen sehr guten Job.

Mikrofon-Testaufnahme ohne Geräuschreduzierung

Mikrofon-Testaufnahme mit Geräuschreduzierung

Mikrofon-Testaufnahme mit ClearCast AI Noise Cancellation

Besonders überzeugend ist die Geräuschunterdrückung. Tastaturklappern, Lüftergeräusche und andere Umgebungsgeräusche werden effektiv reduziert, ohne die Stimme komplett zu zerlegen. Viele Noise-Cancelling-Lösungen lassen Sprache schnell künstlich oder abgehackt wirken. Beim Nova Pro Omni bleibt die Verständlichkeit hoch, was gerade in Voice-Chats und Meetings wichtiger ist als ein möglichst "studioartiger" Klang.

ANC und Transparenzmodus

SteelSeries setzt auf ANC mit vier Mikrofonen, das vor allem gleichmäßige Störgeräusche zuverlässig reduziert. PC-Lüfter, leises Straßenrauschen, Klimaanlagen oder ein dauerhaftes Hintergrundbrummen treten deutlich in den Hintergrund. Auch Tastaturgeräusche werden gedämpft, verschwinden aber nicht vollständig. Wer mit einer besonders lauten mechanischen Tastatur arbeitet, hört sie weiterhin, nur eben weniger präsent.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Mikrofon-Array
Die kleinen Mikrofonöffnungen an den Ohrmuscheln erfassen Umgebungsgeräusche für ANC und Transparenzmodus.

Stimmen filtert das ANC weniger konsequent heraus. Das ist bei Noise Cancelling normal und im Alltag nicht unbedingt schlecht, weil man im Homeoffice nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist. Sobald Musik, Spielsound oder ein Film laufen, werden Hintergrundgespräche aber deutlich weniger störend. Der Transparenzmodus macht das Gegenteil und lässt Umgebungsgeräusche gezielt durch.

Arctis Nova Pro Omni: Reichweite und Akku

Für die eigentliche Gaming-Verbindung nutzt das Arctis Nova Pro Omni den GameHub und funkt über 2,4 GHz. Das ist auch die Verbindung, die man für Spiele verwenden sollte, weil hier die Latenz am niedrigsten ist und Hi-Res-Wireless mit bis zu 96 kHz und 24 Bit unterstützt wird. Bluetooth 5.3 ist eher die Zusatzverbindung für Smartphone, Tablet oder andere mobile Geräte.

Reichweite

In meiner rund 75 m² großen Wohnung konnte ich mich mit dem Headset frei bewegen, ohne dass die Verbindung abriss. Vom Schreibtisch ins Wohnzimmer, in die Küche oder in den Flur blieb die Verbindung stabil, ohne Knacken, Aussetzer oder hörbare Qualitätssprünge. Auch mehrere Wände zwischen GameHub und Headset waren kein Problem und selbst von der laufenden Mikrowelle, die für kabellose Funkverbindungen gerne der Endgegner ist, ließ sich das Arctis Nova Pro Omni nicht beeindrucken.

Bluetooth habe ich parallel mit dem Smartphone genutzt. Anrufe, Benachrichtigungen und Medienwiedergabe kamen zuverlässig durch, während die Hauptverbindung zum PC über den GameHub bestehen blieb.

Akku

Beim Akku setzt SteelSeries auf das Infinite-Power-System mit zwei wechselbaren Akkus. Einer steckt im Headset, der andere lädt seitlich im GameHub. Wird der Akku im Headset leer, nimmt man die magnetische Abdeckung der rechten Ohrmuschel ab, zieht den Akku heraus, setzt den geladenen Akku ein und schaltet das Headset wieder ein. Der Wechsel dauert nur wenige Sekunden, unterbricht die Nutzung aber kurz, weil das Headset dabei ausgeht.

SteelSeries Arctis Nova Pro Omni Akku neben Gamehub
Der zweite Akku lädt direkt im GameHub, während der andere im Headset steckt.

Bei mir hielt der Akku meist zwei bis drei Tage, wobei das Headset wie oben bereits erwähnt mehr als acht Stunden täglich lief. SteelSeries selbst nennt bis zu 30 Stunden pro Akku über 2,4 GHz ohne ANC, bis zu 50 Stunden über Bluetooth ohne ANC und bis zu 19 Stunden pro Akku, wenn 2,4 GHz, Bluetooth und ANC gleichzeitig aktiv sind. Mit beiden Akkus zusammen sind also bis zu 60 Stunden drin.

Sollten ausgerechnet beide Akkus leer sein, gibt es noch Schnellladen. 15 Minuten Ladezeit entsprechen bis zu vier Stunden Nutzung. Wirklich gebraucht habe ich das im Test kaum, weil der zweite Akku normalerweise geladen im GameHub wartet.

Arctis Nova Pro Omni

9.0

POSITIV

Erwachsenes, unaufdringliches Design ohne RGB-Zirkus

Hervorragender Tragekomfort auch über viele Stunden

Dicke, bequeme und austauschbare Ohrpolster

Dynamischer, detailreicher Klang mit guter Anpassbarkeit

Präzise Ortung in Shootern wie Counter-Strike 2

Bluetooth 5.3 parallel zur Gaming-Verbindung nutzbar

Breite Kompatibilität mit PC, Konsolen, Smartphones und Handhelds

Effektives ANC und sinnvoller Transparenzmodus

Gute Mikrofonqualität für Voice-Chat, Calls und Meetings

Wechselakku-System verhindert längere Ladepausen

NEGATIV

Kein 3,5-mm-Kabel im Lieferumfang

Aktuell keine Software-Unterstützung für Linux

SteelSeries GG / Sonar benötigt etwas Einarbeitung

Hoher Preis

FAZIT

Das SteelSeries Arctis Nova Pro Omni ist ein starkes Premium-Headset für Gamer, die nicht nur eine Plattform bedienen. Es sitzt bequem, klingt beim Zocken präzise, unterdrückt störende Geräusche gut und löst mit GameHub, Bluetooth und Wechselakkus viele Alltagsprobleme auf einmal. Wer täglich zwischen PC, Smartphone, Konsole oder Handheld wechselt, bekommt ein verdammt praktisches Rundum-Paket. Wer nur am Wochenende eine Runde spielt, zahlt dagegen für viel Luxus, den er vermutlich nie ausreizt.

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