Eine Marke für alles
Anker nutzt die IFA 2026 für einen größeren Umbau des eigenen Markenauftritts. Die bisher weitgehend getrennten Produktwelten Anker, soundcore, SOLIX und eufy sollen künftig schrittweise unter der gemeinsamen Marke Anker auftreten. Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein Portfolio deutlich. Neben neuen Ladegeräten und Audioprodukten gehören erstmals Hörhilfen, ein berührungsloses Schlaftracking-System, neue Haushaltsroboter und ein Mähroboter für sehr große Grundstücke zu den Neuheiten.
Der Übergang erfolgt nicht auf einen Schlag. Neue Produkte machen den Anfang, bestehende Serien sollen im Laufe der Zeit folgen. Garantien und Kundenservice bleiben laut Anker von der Umstellung unberührt.
Neue Ladegeräte mit Displays und aktiver Kühlung
Im klassischen Kerngeschäft zeigt Anker mehrere neue Ladeprodukte. Die Anker MagGo Power Bank 2 Pro soll Ende September für 109,99 Euro erscheinen. Laut Hersteller handelt es sich um die weltweit erste magnetische Powerbank mit aktiver Lüfterkühlung.
Kabellos lädt sie kompatible Smartphones mit bis zu 25 Watt nach Qi 2.2. Die Kühlung soll die Gerätetemperatur dabei auf maximal 36 Grad Celsius begrenzen. Über USB-C sind bis zu 45 Watt möglich. Ein integriertes Display zeigt unter anderem Ladeleistung und Temperatur an.

Ebenfalls neu ist die Anker MagStand Charging Station für 99,99 Euro. Sie kombiniert eine magnetische Qi2.2-Ladefläche mit bis zu 25 Watt, ein ausziehbares 60-Watt-Kabel und einen weiteren USB-C-Anschluss mit 30 Watt. Im sogenannten Care Mode reduziert eine aktive Kühlung die thermische Belastung des Smartphones. Das Display kann zusätzlich Uhrzeit, Wetterinformationen oder persönliche Fotos darstellen.
Beim Anker Laptop Charger Pro setzt das Unternehmen ebenfalls auf Akkuschonung. Das 100-Watt-Netzteil soll das angeschlossene Notebook erkennen und seine Ladekurve entsprechend anpassen. Für moderne Macs funktioniert die Erkennung laut Anker direkt, bei vielen Windows-Notebooks wird eine Desktop-App benötigt. Ein optionales Ladelimit von beispielsweise 80 Prozent soll die Lebensdauer des Akkus verlängern. Der Preis liegt bei 59,99 Euro.
Für Desktop-Nutzer folgt zudem ein USB-C-Hub mit zehn Anschlüssen, HDMI 2.1 und DisplayPort 1.4. Unterstützt werden bis zu 4K mit 144 Hz an einem beziehungsweise 4K mit 120 Hz an zwei Bildschirmen. Die Standardversion kostet 99,99 Euro, später soll eine VALORANT-Sonderedition für 109,99 Euro folgen.
Anker steigt in den Markt für Hörhilfen ein
Deutlich ungewöhnlicher für Anker ist der angekündigte Einstieg in den Bereich Hearing Health. Das Unternehmen arbeitet an eigenen Hörhilfen, die mit dem hauseigenen Thus-KI-Chip ausgestattet sein sollen. Details zu Preis, Marktstart und konkreten Funktionen nennt Anker bislang allerdings noch nicht.

Der gleiche Chip kommt bereits in mehreren neuen Audioprodukten zum Einsatz.
Die offenen Anker soundcore AeroClip 2 erscheinen am 22. September für 179,99 Euro. Sie sollen Stimmen bei Telefonaten mithilfe des KI-Chips gezielt von Hintergrundgeräuschen trennen. Ein 12-mm-Treiber, LDAC, Bluetooth 6.0 und bis zu acht Stunden Akkulaufzeit gehören ebenfalls zur Ausstattung. Zusammen mit dem Ladecase sollen bis zu 32 Stunden möglich sein.
Für Januar 2027 kündigt Anker zusätzlich die AeroClip 2 Pro an. Sie können Audioaufnahmen per Tastendruck starten und bis zu acht Stunden Material lokal speichern. Die Aufzeichnungen sollen sich anschließend automatisch zusammenfassen und per natürlich formulierter Suchanfrage durchsuchen lassen.
Mit den soundcore Space 2 Pro folgt außerdem ein neuer Over-Ear-Kopfhörer für 199,99 Euro. Acht Mikrofone und der Thus-Chip übernehmen die adaptive Geräuschunterdrückung. Für Telefonate werden sechs Mikrofone genutzt. Mit aktiviertem ANC gibt Anker eine Laufzeit von bis zu 30 Stunden an, ohne Geräuschunterdrückung sollen bis zu 60 Stunden möglich sein.
Sleep Earbuds und Radar-Schlaftracking
Auch das Thema Schlaf baut Anker weiter aus. Die soundcore Sleep Earbuds 4 kosten 249,99 Euro und sollen störende Geräusche insbesondere im Frequenzbereich zwischen 200 und 800 Hz stärker reduzieren als der Vorgänger.
Ein KI-System erkennt nach Angaben des Herstellers Schnarchgeräusche und versucht, diese mit angepassten Klängen zu überdecken. Gleichzeitig überwacht das Ladecase die Umgebung auf wichtige Signale wie einen Feueralarm. Wird ein solches Geräusch erkannt, soll automatisch der Transparenzmodus aktiviert werden.

Noch einen Schritt weiter geht das für Anfang 2027 angekündigte Anker SleepLab Pro. Ein ausfahrendes 60-GHz-Radarsystem soll Schlafphasen, Atmung, Herzfrequenz und Bewegungen erfassen – ohne Smartwatch, Ring oder anderen Sensor am Körper.
Aus den erfassten Daten erstellt das System anschließend einen Schlafbericht und passt Licht- und Klangprogramme an. Anker spricht unter anderem von „Personalized Acoustic Beats“, die den Schlaf unterstützen sollen. Wie gut die Analyse und die versprochenen Effekte in der Praxis funktionieren, wird sich allerdings erst in unabhängigen Tests zeigen müssen.
Mähroboter für bis zu 15.000 Quadratmeter
Bei der Robotik fällt vor allem der neue Anker eufy Mähroboter S2 Max auf. Er wurde laut Anker vollständig intern entwickelt und benötigt weder Begrenzungskabel noch RTK-Basisstation.

Ein automatisch ausfahrender Mäharm soll die Rasenfläche bis an die Kanten bearbeiten. Hinzu kommen Allradantrieb und eine angegebene Steigfähigkeit von bis zu 38 Grad.
Ungewöhnlich ist vor allem die maximale Flächengröße: Der S2 Max soll Grundstücke von bis zu 15.000 Quadratmetern kartieren und mähen können. Der Marktstart ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Einen Preis nennt Anker noch nicht.
MindBase soll zum lokalen KI-Gehirn des Smart Homes werden
Mit Anker MindBase kündigt der Hersteller zudem einen lokalen KI-Hub für das Smart Home an. Geräte sollen darüber miteinander kommunizieren und Entscheidungen möglichst direkt im eigenen Netzwerk treffen. Persönliche Daten sollen dabei lokal gespeichert werden.

Der integrierte TrueSmart Agent setzt auf spezialisierte KI-Agenten und kann laut Anker mit bis zu 48 TB lokalem Speicher erweitert werden. Über EasyOmni Link werden neben Anker-Produkten auch Matter-kompatible Geräte anderer Hersteller eingebunden.
Als erstes konkretes Produkt ist ein MindBase Security Kit mit neuer TrackLight Cam S1, Video-Türklingel S4 und einem radarbasierenden Smart Security Shield vorgesehen. Preis und Veröffentlichungstermin stehen noch aus.
Zwei neue Saug- und Wischroboter mit 35.000 Pascal
Für den Haushalt bringt Anker außerdem zwei neue eufy-Saugroboter mit.
Der eufy C30 Edge soll Ende September für 699 Euro erscheinen und erreicht laut Datenblatt eine Saugleistung von bis zu 35.000 Pascal. Zwei rotierende Wischpads arbeiten mit einem angegebenen Anpressdruck von 10 Newton und können bis zu 76 Millimeter ausfahren, um näher an Kanten und Möbeln entlang zu reinigen.

Ebenfalls 35.000 Pascal bietet der eufy Hydrojet E35 für 999 Euro. Sein HydroJet-System reinigt den Boden mit einer kontinuierlich rotierenden Wischrolle, die während der Fahrt mit Frischwasser versorgt und gleichzeitig von Schmutz befreit wird.
Nach der Reinigung übernimmt die Basisstation unter anderem das Waschen der Rolle mit heißem Wasser, die Entleerung des Staubbehälters und das Nachfüllen von Reinigungsmittel. Türschwellen von bis zu 30 Millimetern soll der Roboter selbstständig überwinden können.
eufyMake Fabric Printer bedruckt Kleidung und Transferfolien
Mit dem eufyMake Fabric Printer wagt sich Anker schließlich in ein weiteres Produktsegment. Der für das erste Quartal 2027 geplante Textildrucker unterstützt sowohl Direct-to-Garment- als auch Direct-to-Film-Druck.

Damit lassen sich Kleidungsstücke direkt bedrucken oder Transfers für unterschiedliche Materialien produzieren. Zu den angekündigten Funktionen zählen ein CMYK+WW-Sechsfarbsystem, eine integrierte Hitzepresse mit 160 Grad Celsius sowie mehr als zehn Spezialeffekte, darunter Glitzer- und Puff-Druck. Einen Preis hat Anker noch nicht bekannt gegeben.
Quelle: Anker Pressemeldung








