ROMO P2 und ROMO A2 im Überblick
Die zweite ROMO-Generation besteht zunächst aus dem ROMO P2 und dem günstigeren ROMO A2. Beide Modelle saugen mit bis zu 36.000 Pa, erkennen Hindernisse über zwei Fisheye-Kameras und mehrere LiDAR-/ToF-Sensoren und sollen nun auch sehr dünne Kabel sowie transparente Gegenstände wie Glas zuverlässiger erfassen.
Neu ist außerdem der LiDAR-geführte Wischarm, der um bis zu 123° ausschwenkt und dadurch weiter unter Möbel sowie dichter an Kanten und Tischbeine gelangt. Mechanische Beine helfen dabei, einzelne Schwellen bis 4 cm und zweistufige Hindernisse bis insgesamt 8,5 cm zu überwinden.
Der ROMO P2 ist das Topmodell. Gegenüber dem A2 ergänzt er unter anderem den Floor Deodorizer, UV-Licht im Bereich des Staubbeutels und zusätzliche Trocknungsfunktionen der Station.

DJI ROMO P2: Design und Verarbeitung
Meine Freundin nennt die transparenten ROMO-Modelle inzwischen nur noch „Space Taxi“ und ganz falsch liegt sie damit nicht, denn auch der ROMO P2 sieht wieder deutlich futuristischer aus als die klassisch weißen oder schwarzen Saugroboter.

Im Vergleich mit dem Vorgänger wirkt der P2 etwas zurückhaltender. Hartes Grau und die auffälligen orangefarbenen Akzente wurden etwas reduziert und durch hellere Weißtöne ergänzt. Das grundlegende Design mit sichtbarem Innenleben bleibt nahezu unverändert.
Schade ist, dass DJI einen meiner Kritikpunkte vom Vorgänger nicht angegangen ist. Das schwarze Kaltgerätekabel der Basisstation, von dem DJI gleich drei Ausführungen für EU, UK und Australien mitliefert, hängt weiterhin ohne vernünftige Führung auf der Rückseite herunter.
Bei einem gewöhnlichen Haushaltsgerät würde mich das kaum stören. Bei einem Produkt, das sein Design so stark in den Vordergrund stellt, fällt das frei baumelnde schwarze Kabel umso mehr auf.

Der Roboter selbst ist weiterhin 9,8 Zentimeter hoch. Es gibt mittlerweile deutlich flachere Premium-Saugroboter, in meiner Wohnung war die Höhe aber kein Problem. Wer viel IKEA-Mobiliar zuhause stehen hat, dürfte mit der knapp unter zehn Zentimeter liegenden Bauhöhe ebenfalls meist gut zurechtkommen. Bei sehr niedrigen Sofas oder Schränken können am Ende jedoch wenige Millimeter entscheiden.

DJI ROMO P2: Einrichtung und DJI Home App
Nach dem Einschalten wird der ROMO P2 von der DJI Home App schnell erkannt und verständlich durch die einzelnen Schritte geführt.
Während viele Saugroboter nach wie vor ausschließlich mit 2,4-GHz-Netzen kommunizieren, unterstützt der ROMO P2 zusätzlich 5 GHz. Das übliche Herumfummeln am Router oder das vorübergehende Abschalten des 5-GHz-Netzes entfällt dadurch.
Die App selbst bleibt übersichtlich aufgebaut und bietet die bekannten Funktionen für Raumreinigung, Zonen, Sperrbereiche und mehrere Karten.
Für Haushalte mit Haustieren gibt es zusätzlich eigene Einstellungen. So lassen sich Haustierbereiche markieren, die Hindernisvermeidung anpassen sowie eine verstärkte Reinigung für Partikel wie Katzenstreu aktivieren. Auch Absaugfrequenz und Wartungshinweise können an eine höhere Menge an Tierhaaren angepasst werden.
Etwas träger als beim Vorgänger reagierte in meinem Test die Videofunktion. Verbindungsaufbau und Übertragung wirkten teilweise leicht verzögert. Getestet wurde allerdings mit einer Beta-Version der DJI Home App, weshalb ich das aktuell noch nicht dem Roboter selbst ankreiden würde.
Der Kamerazugriff ist diesmal nicht einfach nur über eine PIN geschützt, sondern verlangt eine Passwortabfrage. Für Ende 2026 kündigt DJI außerdem einen lokalen Datenmodus an, bei dem die App ohne Internetverbindung genutzt werden kann und Daten lokal bleiben sollen.
DJI ROMO P2: Kartierung und Navigation
Wenn DJI eines besonders gut kann, dann ist es räumliche Orientierung. Der ROMO P2 erstellt seine Karte schnell und erstaunlich akkurat. Raumgrenzen erkennt er besser als praktisch jeder andere Saugroboter, den ich bislang getestet habe.

Küche, Badezimmer und Schlafzimmer wurden im Test automatisch korrekt erkannt und entsprechend benannt. Bei spezielleren Räumen wird die Sache naturgemäß schwieriger. Esszimmer und Arbeitszimmer musste ich noch selbst umbenennen, was schnell erledigt war.
Während der Fahrt zeigt sich eine weitere Veränderung, die sich im Datenblatt kaum ausdrücken lässt. Der P2 bewegt sich geschmeidiger als die erste Generation. Die Antriebsrollen lassen sich mit deutlich weniger Widerstand bewegen und das typische elektrische Motorgeräusch beim Fahren ist beinahe verschwunden. Auf Holzboden hört man dadurch stärker das eigentliche Abrollgeräusch des Roboters, während der Antrieb selbst akustisch kaum noch auffällt.

An der grundsätzlichen Präzision musste DJI ohnehin kaum etwas ändern. Der Roboter fährt weiterhin sehr dicht an Möbel, Fußleisten und andere Hindernisse heran, ohne permanent mit dem Bumper dagegenzuklopfen.
Türschwellen nimmt der ROMO P2 mit seinen mechanischen Beinen deutlich souveräner. Bis zu 4 Zentimeter sollen bei einzelnen und 8,5 Zentimeter bei zweistufigen Hindernissen möglich sein. Der Vorgänger schaffte im Vergleich gerade einmal 2,5 Zentimeter. Meine normalen und damit eher flachen Türschwellen nahm der P2 im Test mit links.
DJI ROMO P2: Hinderniserkennung
Die Dual-Fisheye-Kameras arbeiten jetzt mit mehreren LiDAR- beziehungsweise ToF-Sensoren zusammen, wodurch selbst sehr dünne und neuerdings auch transparente Objekte besser erkannt werden sollen.
Im Alltag funktioniert die Hinderniserkennung ausgesprochen gut. Klassische Problemfälle wie helle Kabel erkannte der ROMO P2 im Test genauso zuverlässig wie herumliegende Socken oder eine auf den Boden gefallene Wäscheklammer.

Ganz unfehlbar ist aber auch DJIs aufwendige Sensorik nicht. Unter meiner wandhängenden Toilette versuchte sich der ROMO P2 wiederholt hindurchzuquetschen. Durch die nach hinten abfallende Form wird der Abstand zum Boden immer geringer, bis der Roboter mit seiner Oberseite an der Kunststofffläche entlangschrammen würde. Den Bereich musste ich zwangsläufig als No-Go-Zone markieren.
Das Problem ist allerdings nicht spezifisch für DJI. Auch Saugroboter anderer Hersteller haben an genau dieser Stelle bereits Schwierigkeiten gehabt. Die Geometrie solcher Sanitäranlagen ist für die rein nach vorne gerichtete Sensorik schlicht ungünstig.
Abgesehen davon musste ich den P2 während des gesamten Tests kein einziges Mal retten. Er fand zuverlässig zur Station zurück und blieb ansonsten nirgendwo hängen.
Für bessere Sicht im Dunkeln sorgt die Umpositionierung des LED-Scheinwerfers. Beim Vorgänger saß die zusätzliche LED gut sichtbar an der Vorderseite direkt unterhalb der Kamera. Beim ROMO P2 ist sie nach unten gewandert und mit bloßem Auge praktisch nicht mehr zu sehen.

Das Licht wird nun sehr flach über den Boden verteilt. Im Dunkeln sieht man schön, wie die Fläche direkt vor und seitlich unter dem Roboter gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Gerade bei feinen Partikeln und dunklen Kabeln soll das der Sensorik zusätzliche Informationen liefern.
Saug- und Wischleistung
Mit maximal 36.000 Pascal legt DJI bei der Saugleistung auf dem Papier ordentlich nach. Der Vorgänger kam noch auf 25.000 Pascal. Im direkten Alltagseinsatz fällt der Unterschied allerdings deutlich weniger spektakulär aus, denn auch die erste Generation war schon ausgesprochen saugstark.

Sowohl ROMO P als auch ROMO P2 reinigen Hartböden und Teppiche bei mir sehr gründlich. Einen klar sichtbaren Vorteil des P2 konnte ich bei gewöhnlichen Verschmutzungen nicht ausmachen. Neu ist, dass er seine Reinigungsstrategie stärker an die erkannte Verschmutzung anpasst.
Auf Teppichen reagiert der P2 extrem schnell. Praktisch mit dem Auffahren erkennt er den Untergrundwechsel und wechselt direkt in den verstärkten Teppichmodus.

Die Wischmopps legt die neue Generation zwar noch immer nicht in der Station ab, allerdings werden sie weit genug angehoben, sodass die Fasern trocken bleiben. Beim ersten ROMO konnten die Spitzen der Mopps auf hohem Flor teilweise noch leicht über den Teppich streifen. Hier passiert das nicht.
Auch mit langen Haaren kommt der P2 gut zurecht. Nach mehreren Wochen hatten sich weder an der Hauptbürste noch an den Seitenbürsten erwähnenswerte Haare verfangen. Die Hauptrolle ist in der Mitte geteilt und an den äußeren Bereichen mit einem weichen Faserbesatz versehen, sodass Haare sauber in Richtung Ansaugung geführt werden, anstatt sich um die Achsen zu wickeln.
Der neue Schwenkarm macht den Unterschied
Die für mich größte Verbesserung steckt im Wischen. Schon der erste ROMO konnte seinen rechten Wischmopp nach außen fahren und dadurch sehr dicht an Fußleisten reinigen. Beim P2 sitzt der Mopp nun an einem deutlich beweglicheren Schwenkarm mit eigenem LiDAR-Sensor. Dieser schwenkt um bis zu 123 Grad und fährt bis zu 12,4 Zentimeter nach außen. Das sind 7,8 Zentimeter mehr als beim Vorgänger.

Fährt der Roboter an einer Wand entlang, bewegt sich der Wischmopp millimetergenau bis an die Kante und passt seinen Abstand kontinuierlich an. Man kann regelrecht dabei zusehen, wie der Arm der Kontur folgt.
Besonders schön zeigte sich das an meinem Kühlschrank. Zwischen Boden und Kühlschranktür befindet sich nur ein schmaler Spalt. Der Roboter selbst kommt dort natürlich nicht hinein, den ausgefahrenen Wischmopp schob er aber einfach unter die Tür und reinigte den Bereich trotzdem.

Um Tisch- und Möbelbeine arbeitet der Arm sehr genau. Nur in scharf rechtwinkligen Ecken bleibt gelegentlich etwas liegen. Gegen die runde Grundform des Roboters kommt letztlich auch ein ausfahrbarer Wischmopp nicht vollständig an.
Beim eigentlichen Wischergebnis konnte ich ansonsten keine großen Unterschiede zum Vorgänger feststellen. Der ROMO P2 wischt mit gleichmäßiger Befeuchtung und kommt mit normalen Verschmutzungen gut zurecht. Über hartnäckige Flecken muss er entsprechend häufiger drüberfahren und bei ganz hartnäckigen Fällen hilft letztendlich nur noch die Handarbeit mit dem Wischmopp.

Dabei verbrauch er aber relativ zügig Wasser. Bei größeren Flächen und häufigen Wischdurchgängen muss der Frischwassertank entsprechend oft nachgefüllt werden, teilweise schon nach nur einem Reinigungsdurchgang.
Flüssigkeiten erkennt der P2 ebenfalls zuverlässig. Die Software kann solche Bereiche separat behandeln, damit der Roboter nicht einfach mit Bürsten und Rädern durch die Flüssigkeit fährt und sie weiter verteilt.
DJI ROMO P2: Station und Wartung
Nach mehreren Wochen fast täglicher Nutzung blieb der Bereich um die Bodenwanne erstaunlich sauber. Laut DJI setzt die neue Bodenwanne auf eine "nanokristalline Oberfläche", an der Verschmutzungen schlechter haften sollen. Vier Hochdruckdüsen spülen den Bereich durch, während ein vergrößerter Ablauf das Schmutzwasser, Haare und gröbere Partikel abführt.

Damit soll der Waschbereich laut DJI bis zu 365 Tage ohne manuelle Reinigung auskommen. Gemeint ist damit aber nur die Bodenwanne selbst. Frischwasser nachfüllen, Schmutzwasser leeren und Verbrauchsmaterialien wechseln bleibt natürlich weiterhin nötig.
Mit der Zeit bildete sich lediglich ein leichter Film, vereinzelt blieben auch kleine Staubkrümel liegen. Das war beim Vorgänger ähnlich und lässt sich mit wenigen Handgriffen unter dem Spülbecken beseitigen.
Nach dem Wischen reinigt die Station die Mopps automatisch und trocknet sie anschließend. Bei mir dauert die Trocknung ungefähr drei Stunden. Unangenehme Gerüche konnte ich selbst nach mehreren Wochen nicht feststellen. Die automatische Absaugung des Staubbehälters ist genauso laut wie beim Vorgänger.

DJI ROMO P2: Akkulaufzeit
Meine Wohnung hat rund 75 Quadratmeter. Für einen kompletten Durchgang im Standardmodus benötigt der Roboter ungefähr 90 Minuten. Danach steht der Akku noch bei etwa 50 Prozent. Für größere Wohnungen bleibt damit Reserve für mindestens einen kompletten Durchgang am Stück.
Geladen wird mit bis zu 55 Watt, womit eine vollständige Ladung rund zweieinhalb Stunden dauert. Zusätzlich lädt der P2 jedes Mal etwas nach, wenn er während einer Reinigung zur Station zurückkehrt, um seine Wischmopps zu waschen.























