Design und Verarbeitung

Mein Testgerät kommt in Blau. Der helle Farbton erinnert je nach Licht etwas an Himmelblau und bringt Farbe auf den Schreibtisch, ohne aufdringlich zu wirken. HUAWEI bietet das MatePad außerdem in Space Gray an. Die blaue Variante besitzt eine Rückseite mit einem wellenförmigen Lichteffekt, der abhängig vom Blickwinkel unterschiedlich hervortritt. Das gefällt mir gut und passt zum insgesamt hochwertigen Eindruck. Das Vollmetallgehäuse ist sauber verarbeitet, die Kanten fühlen sich angenehm an und das Tablet liegt gut in der Hand.
Mit 4,7 Millimetern Dicke und einem Gewicht von etwa 454 Gramm ist das MatePad Pro angenehm dünn und leicht. Ohne Zubehör fällt das beim Anheben direkt auf. Trotzdem würde ich ein Gerät dieser Preisklasse mit einer Hülle verwenden. Wenn mir Farbe und Verarbeitung gefallen, möchte ich beides möglichst lange erhalten. Zu meinem Testpaket gehörte eine weiße Tastaturhülle. Bei Weiß denke ich zunächst an Flecken und sichtbare Gebrauchsspuren, bisher ist die Hülle aber sauber geblieben. Nach anderthalb Wochen lässt sich daraus noch keine Aussage zur langfristigen Schmutzbeständigkeit ableiten. Meine anfängliche Sorge hat sich während dieser Zeit jedoch nicht bestätigt.
Display

Das Display gehört für mich zu den Stärken des MatePad Pro. HUAWEI verbaut ein zwölf Zoll großes, flexibles OLED-Panel mit PaperMatte-Oberfläche. Die Auflösung beträgt 3.036 × 1.952 Pixel bei einer Pixeldichte von 302 ppi. Dazu kommen laut Hersteller eine Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz, der große P3-Farbraum und eine Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits.
Die schmalen Rahmen lassen dem Bildschirm viel Platz, womit ein Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 93 Prozent erreicht wird. Im Alltag gefällt mir vor allem die klare Darstellung. Schrift ist scharf, Bilder wirken detailreich und die Farben machen Freude.

Die PaperMatte-Oberfläche soll störende Spiegelungen durch ihre Oberflächenstruktur reduzieren. Gerade beim Lesen und Schreiben ist das ein interessanter Ansatz, weil sich Lichtquellen auf einem Tablet schnell bemerkbar machen können. Mir gefällt auch das Schreibgefühl mit dem Stift. Ob man eine matte Oberfläche oder glattes Glas bevorzugt, bleibt allerdings Geschmackssache. Die maximale Helligkeit habe ich nicht messtechnisch überprüft, und auch die 144 Hz stehen nicht zwangsläufig in jeder Anwendung zur Verfügung. HUAWEI weist ausdrücklich darauf hin, dass die Bildwiederholrate von der jeweiligen App abhängt.
Bedienung, Speicher und Anschlüsse
Während meiner bisherigen Nutzung lief das MatePad Pro flüssig und ohne störende Ruckler. Eingaben werden unmittelbar umgesetzt, und auch beim Schreiben mit Tastatur oder Stift bleibt die Bedienung angenehm. Wenn ich einen Text verfasse oder etwas handschriftlich festhalte, möchte ich mich auf den Inhalt konzentrieren. Verzögerungen würden dabei schnell stören. Solche Probleme sind mir im bisherigen Alltagstest nicht aufgefallen. Meine Einschätzung bezieht sich auf diese Nutzung; umfangreiche Spieletests oder längere Belastungsmessungen habe ich in dem kurzen Zeitraum nicht durchgeführt.
Die getestete Ausstattung umfasst 12 GB Arbeitsspeicher und 512 GB internen Speicher. HUAWEI bietet außerdem eine Variante mit 256 GB Speicher an. Zum genauen Prozessor nennt die deutsche Spezifikationsseite weiterhin keine Bezeichnung. Neu bestätigt ist dagegen die Ausstattung des USB-C-Anschlusses mit USB 3.1 Gen 1 und DisplayPort 1.2. Damit unterstützt das Tablet auch die kabelgebundene Bildausgabe an einen geeigneten Bildschirm. Für die höhere USB-Datengeschwindigkeit ist ein entsprechendes Kabel erforderlich: Das mitgelieferte Kabel unterstützt laut HUAWEI lediglich USB 2.0. Wer größere Dateien überträgt, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.
Tastatur und Touchpad

Das HUAWEI Glide Keyboard gehörte zu meinem Testpaket und ist für mich eine sinnvolle Ergänzung. Auf der Tastatur lässt sich angenehm schreiben. Die Tasten reagieren sofort und vermitteln ein angenehmes Tippgefühl. Für längere Texte würde ich sie der Bildschirmtastatur jederzeit vorziehen. HUAWEI nennt eine Scherenmechanik und einen Tastenhub von 1,5 Millimetern. Zur Ausstattung gehört außerdem ein Touchpad. Die Verbindung erfolgt über NearLink, während die Tastatur ihren Strom über die Kontakte zum Tablet erhält. Ein separates Ladekabel für die Tastatur muss deshalb nicht angeschlossen werden.
Mit etwa 399 Gramm bringt das Zubehör fast so viel Gewicht mit wie das Tablet selbst. Zusammen ergeben die angegebenen Einzelgewichte rund 853 Gramm ohne Stift. Das sollte man berücksichtigen, wenn man das MatePad hauptsächlich wegen seines niedrigen Gewichts kaufen möchte. Für mich ist der zusätzliche Komfort beim Schreiben den Gewichtszuwachs wert. Wer das Tablet dagegen überwiegend zum Lesen oder für Videos nutzt, wird die Tastatur möglicherweise seltener benötigen.
Einen Punkt vermisse ich dennoch, die Tasten sind nämlich nicht beleuchtet. Ich habe die Funktionstasten ausprobiert, dabei aber keine entsprechende Beleuchtung gefunden. Auch das bereitgestellte Datenblatt führt keine Tastenbeleuchtung auf.
M-Pencil Pro und Stiftablage

Neben der Tastatur lag meinem Testpaket auch der HUAWEI M-Pencil Pro bei. Mit ihm lässt sich angenehm schreiben. Ich nutze Eingabestifte je nach Gerät unterschiedlich intensiv, beim MatePad Pro gefällt mir das Zusammenspiel mit dem Bildschirm aber gut. HUAWEI nennt für den Stift über 10.000 Druckempfindlichkeitsstufen und zusätzliche Funktionen wie Drücken und Drehen. Welche Möglichkeiten verfügbar sind, hängt auch von der jeweiligen Anwendung ab. Für mich stand im kurzen Test vor allem das normale Schreiben im Vordergrund. Ausführliche Zeichenversuche mit sämtlichen Werkzeugen sind damit nicht verbunden.

Der M-Pencil Pro lässt sich magnetisch am oberen Rahmen befestigen und dort kabellos laden. Dadurch hat er einen festen Platz, und zum Aufladen braucht man kein zusätzliches Kabel. Die Tastaturhülle bietet hinter dem aufgestellten Tablet außerdem eine magnetische Stiftmulde. Dort ist der Stift beim Arbeiten aus dem Weg, und die Hülle lässt sich auch mit eingelegtem Pencil vollständig zusammenklappen. HUAWEI bestätigt in den Shop-FAQs, dass das integrierte Stiftfach ebenfalls kabelloses Laden unterstützt. Damit dient die Mulde sowohl zur Aufbewahrung als auch zum Aufladen. Unterstützt wird neben dem M-Pencil Pro auch der M-Pencil der dritten Generation.
HarmonyOS, Apps und Updateversorgung

Das MatePad Pro wird mit HarmonyOS 4.3 angeboten. Für Notizen steht HUAWEI Notes zur Verfügung, für Zeichnungen und andere kreative Arbeiten die GoPaint-App. HUAWEI bewirbt unter anderem eine Verbesserung der Handschrift und zusätzliche Zeichenwerkzeuge. Solche Funktionen können Schülern, Studenten oder kreativen Nutzern helfen, ihre tatsächliche Eignung hängt aber von den eigenen Aufgaben ab. Eine konkrete Zusage gibt es inzwischen auch zur Softwarepflege: Laut den deutschen Shop-FAQs stellt HUAWEI fünf Jahre ab Kaufdatum Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und Funktionsupdates bereit. Das ist eine Supportzusage, keine Ankündigung von fünf großen Betriebssystem-Upgrades.
Bei der App-Auswahl ist die AppGallery die erste Anlaufstelle. Zusätzlich ermöglicht der Aurora Store den Bezug von Anwendungen aus Google Play. Für Google-Funktionen kommt auf unterstützten Geräten microG hinzu. Anwendungen wie YouTube, Gmail und Google Maps lassen sich auf entsprechend eingerichteten HUAWEI-Geräten nutzen. Auch vertraute Apps wie WhatsApp, Instagram und Facebook sind erreichbar. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit HUAWEI-Geräten sind viele gewöhnliche Alltagsanwendungen dadurch gut abgedeckt. Duolingo nutze ich beispielsweise selbst noch auf meinem älteren HUAWEI-Tablet von 2021. Diese Erfahrungen ersetzen allerdings keinen vollständigen Test aller Apps auf dem neuen MatePad.
Einige Unterschiede bleiben bestehen. Besonders bei Banking- und TAN-Apps sollte man die konkrete Anwendung prüfen. Bereits bei Google Play gekaufte Apps können über Aurora mit dem passenden Google-Konto heruntergeladen werden, Lizenzprüfungen und die Wiederherstellung von In-App-Käufen können dennoch Einschränkungen verursachen. Auch kontaktloses Bezahlen mit Google Wallet sollte man nicht voraussetzen. Für Schule, Studium und Beruf würde ich deshalb vor dem Kauf gezielt prüfen, ob die benötigten Anwendungen samt Anmeldung und wichtigen Funktionen laufen. Zu speziellen Lernplattformen kann ich aus diesem Test keine allgemeine Aussage treffen. Bei Fragen helfen der HUAWEI-Support und spezialisierte Communitys wie HUAWEI.blog.
An dieser Stelle möchte ich auf die Kollegen von Allround-PC verweisen. Sie haben eine hilfreiche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einrichtung von Aurora Store und microG auf HUAWEI-Geräten veröffentlicht. Darin erklären sie auch, welche Berechtigungen erforderlich sind und wo Einschränkungen bestehen. Die Anleitung findet ihr hier: Aurora Store und microG auf HUAWEI-Geräten installieren.
Kameras

Ich habe über die Jahre viele HUAWEI-Geräte genutzt und war früher auch als Moderator in der HUAWEI-Community aktiv. Die Kameras der Marke haben mich dabei oft begeistert. Entsprechend interessiert mich auch beim MatePad Pro 12", was HUAWEI aus einer Tablet-Kamera herausholt. Auf der Rückseite sitzt eine 50-Megapixel-Kamera mit f/1.8 und Autofokus, ergänzt durch einen LED-Blitz. Die maximale Fotoauflösung beträgt laut Hersteller 8.192 × 6.144 Pixel. Vorne kommt eine 12-Megapixel-Kamera mit f/2.4 und festem Fokus zum Einsatz. Für rückseitige Videos nennt die deutsche Spezifikationsseite maximal Full HD mit 1.920 × 1.080 Pixeln. Leider keine Bildstabilisierung.
Meine bisherigen Aufnahmen haben einen positiven Eindruck hinterlassen. Ein zwölf Zoll großes Tablet ist beim Fotografieren zwar weniger bequem als ein Smartphone, eine brauchbare Kamera ist dennoch sinnvoll, wenn man gerade nur das MatePad zur Hand hat und etwas festhalten möchte, oder einen Videocall abhalten möchte. Fotowunder sollte man nicht erwarten, für Studium und Schule ist die Qualität aber mehr als ausreichend. Hier einige Beispielaufnahmen:
Akku, Laden und Verbindung unterwegs
Die deutsche beziehungsweise europäische Version besitzt einen Akku mit 9.760 mAh typischer Kapazität. HUAWEI bestätigt jetzt eine kabelgebundene Ladeleistung von bis zu 66 Watt. Dafür werden ein passender HUAWEI-SuperCharge-Adapter und ein geeignetes Kabel benötigt. Ein Netzteil gehört in der EU nicht zum Lieferumfang. Zusätzlich unterstützt das MatePad kabelgebundenes Reverse Charging mit bis zu 40 Watt, um kompatible Geräte mit Strom zu versorgen.
Für lokale Videowiedergabe nennt HUAWEI rund 14 Stunden. Die Produktseite spricht von 13,7 Stunden, die Shop-FAQs von 13,9 Stunden. Auf der Produktseite werden unter anderem 200 Nits Displayhelligkeit und festgelegte Testbedingungen genannt; eine entsprechende Laufzeit habe ich selbst nicht nachgemessen.
Bei der Verbindung unterwegs ist die bisher offene Frage inzwischen geklärt: Das MatePad Pro 12″ ist ein reines WLAN-Tablet ohne SIM-Kartenschacht. Außerhalb eines verfügbaren WLANs lässt es sich über den Hotspot des Smartphones verbinden. Zur weiteren Ausstattung gehören Bluetooth 6.0 und vier Lautsprecher mit HUAWEI SOUND.
Preis und Lieferumfang
Im deutschen HUAWEI Store (link zum Produkt) werden zum Verkaufsstart zwei Pakete angeboten. Die graue Variante mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher inklusive Folio-Hülle kostet aktuell 999 Euro; der hinterlegte reguläre Preis beträgt 1.099 Euro. Das blaue Modell mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher inklusive deutscher Glide-Tastatur wird für 1.199 Euro angeboten, gegenüber einem regulären Preis von 1.299 Euro. Damit unterscheiden sich die Pakete sowohl beim Speicher als auch beim Zubehör. Die aktuellen Preise sind eine Momentaufnahme zum Verkaufsstart und können sich ändern.
Zum grundlegenden Lieferumfang gehören das Tablet, ein USB-C-Kabel, eine Schnellstartanleitung und ein Poliertuch. Hülle beziehungsweise Tastatur richten sich nach der gewählten Ausstattung. Der M-Pencil Pro gehört nicht zum dauerhaften Standardumfang. Zum Verkaufsstart bewirbt der HUAWEI Store ihn allerdings als Gratiszugabe. Wer das Tablet später kauft, sollte deshalb das jeweils aktuelle Angebot prüfen. Für die getestete Tastaturversion ist das besonders relevant, weil der Stift das Paket zum Schreiben und für handschriftliche Notizen sinnvoll ergänzt.











