HONOR Magic V6 im Test: Dünner geht kaum!

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 5. Oktober 2026

Das HONOR Magic V6 ist absurd dünn, bringt einen 6.660 mAh Akku unter, besitzt zwei hervorragende OLED-Displays und wird vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 angetrieben. Ganz ohne Eigenheiten kommt allerdings auch das Magic V6 nicht aus.

8.8

Unsere Bewertung
HONOR Magic V6 Review Hero

HONOR Magic V6: Design und Verarbeitung

Aufgeklappt ist das Magic V6 gerade einmal rund vier Millimeter dünn und selbst geschlossen landet es bei weniger als neun Millimetern und damit in Regionen, in denen sich selbst heute noch die meisten normalen Smartphones rumtreiben. Lediglich das große Kameramodul durchbricht die ansonsten extrem flache Silhouette. Es ragt deutlich aus der Rückseite heraus und sorgt auf einem Tisch für das typische Wackeln.

Beim Gewicht bewegt sich das Foldable je nach Ausführung zwischen rund 219 und 224 Gramm, erhältlich ist es in Rot, Gold, Weiß und Schwarz.

HONOR Magic V6 in rot aufgeklappt
Besonders auffällig ist die rote Variante.

Neben der schlankeren Bauweise hat HONOR auch die Robustheit weiter verbessert. Das Magic V6 ist nach IP68 und IP69 zertifiziert und damit gegen Staub, zeitweiliges Untertauchen und kräftige Wasserstrahlen geschützt. Zusätzlich wurde das Scharnier überarbeitet. Es besteht aus einer widerstandsfähigen Metalllegierung und soll laut HONOR mehr als 500.000 Faltvorgänge überstehen.

Die typische Falz im Innendisplay ist weiterhin vorhanden, fällt jedoch nochmals dezenter aus als beim Magic V5. Bei eingeschaltetem Display ist sie aus normalem Blickwinkel kaum noch wahrnehmbar und auch beim Darüberstreichen nur noch leicht zu spüren.

HONOR Magic V6 Display Falz
Die Falz ist zwar noch sichtbar, stört im Alltag aber kaum.

Ganz ohne Nachteile bleibt die extreme Schlankheit allerdings nicht. Im geschlossenen Zustand lassen sich die beiden Gehäusehälften nur schwer voneinander lösen, da kaum Platz für die Fingerspitzen bleibt. Die kräftigen Magnete verstärken diesen Effekt zusätzlich. Eine kleine Aussparung oder Griffkante am Rahmen hätte das Öffnen spürbar komfortabler gemacht.

HONOR Magic V6: Displays

Das Innendisplay ist ein LTPO-2.0-OLED mit dynamischer Bildwiederholrate zwischen 1 und 120 Hz. Es misst 7,95 Zoll und löst mit 2.172 × 2.352 Pixeln auf. Geschlossen zeigt sich ein 6,52 Zoll großes OLED-Außendisplay mit 1.080 × 2.420 Pixeln, ebenfalls mit LTPO-Technik und bis zu 120 Hz Bildwiederholrate.

HONOR Magic V6 Außendisplay
Das Außendisplay ist praktisch so groß wie das eines normalen Smartphones.

Im Grunde ist das Außendisplay genauso groß wie bei einem herkömmlichen Smartphone und lässt sich auch genauso bedienen. Erst beim Lesen längerer Texte, beim Multitasking oder bei Videos spielt das große Innendisplay seinen eigentlichen Vorteil aus.

Farben wirken kräftig, ohne übersättigt zu erscheinen, Texte und feine UI-Elemente werden auf beiden Displays scharf dargestellt. Beide Bildschirme unterstützen zudem die Eingabe per Stylus. Einen passenden Stift legt HONOR allerdings nicht bei, und einen integrierten Einschub dafür gibt es ebenfalls nicht.

HONOR Magic V6 Innendisplay
Aufgeklappt steht fast ein Tablet-Format zur Verfügung.

Unterstützt werden außerdem HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Hinzu kommt eine PWM-Frequenz von 4.320 Hz. Beim Displayschutz setzt HONOR auf gehärtetes NanoCrystal Shield außen und Ultra Thin Glass (UTG) innen, inklusive einer Entspiegelung, die vor allem bei Sonnenschein Reflexionen weitestgehend verhindert.

Die Displayhelligkeit erreicht im Automatikmodus rund 1.600 Nits, das Innendisplay etwas mehr als 1.200 Nits. Damit bleiben beide Bildschirme auch bei hellem Tageslicht gut ablesbar. Die beworbenen Spitzenwerte von 6.000 beziehungsweise 5.000 Nits spielen im Alltag dagegen kaum eine Rolle.

HONOR Magic V6 Video schwarze Balken
Bei Videos bleibt ein Teil des großen Innendisplays aufgrund des Formats ungenutzt.

HONOR Magic V6: Leistung und Konnektivität

Für die nötige Leistung sorgt der Snapdragon 8 Elite Gen 5, in Kombination mit 16 GB LPDDR5X-RAM und 512 GB UFS-4.1-Speicher. Andere Speichervarianten bietet HONOR in Deutschland nicht an.

Entsprechend flott gibt sich das Foldable im Alltag. Apps starten ohne Verzögerung, Animationen bleiben flüssig und auch beim Multitasking mit mehreren Fenstern reagiert es schnell. Auffällig ist allerdings, wie HONOR mit der Leistung des Prozessors umgeht.

Standardmäßig arbeitet das Magic V6 im ausgeglichenen Leistungsprofil, das die CPU deutlich stärker begrenzt als erwartet. Im Geekbench 6 Single-Core Benchmark erreicht das Gerät hier nur rund 1.570 Punkte, während es im Performance-Modus auf etwa 3.570 Punkte kommt. Auch in AnTuTu fällt der Unterschied deutlich aus, während die GPU-Leistung davon kaum betroffen ist.

Außerhalb der Benchmarks merkt man davon erstaunlich wenig, sodass genug Reserven für anspruchsvolle Apps und Spiele bleiben. Wer trotzdem die volle Leistung abrufen möchte, kann in den Einstellungen in den Leistungs-Modus wechseln. Der erhöht allerdings den Energieverbrauch und bringt die Kühlung bei längerer Volllast schneller an ihre Grenzen, wodurch die Leistung wiederum gedrosselt wird.

HONOR Magic V6 aufgeklappt flach liegend
Unter hoher Last zeigt sich, dass die schlanke Bauweise der Kühlung nur wenig Spielraum lässt.

Bei der Konnektivität ist das Magic V6 ebenfalls auf aktuellem Stand. Mobil funkt es über 5G, neben zwei physischen SIM-Karten wird auch eSIM unterstützt. Für lokale Verbindungen stehen Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 inklusive aptX HD und NFC bereit. Einen Infrarotsender, etwa zur Steuerung kompatibler Fernseher oder Klimaanlagen, hat HONOR ebenfalls verbaut.

Der Fingerabdrucksensor sitzt seitlich im Powerbutton und entsperrt das Gerät schnell und zuverlässig. Die beiden Stereo-Lautsprecher liefern einen ordentlichen, für das dünne Gehäuse überraschend vollen Klang, ohne bei den tiefen Frequenzen mit größeren Smartphones mithalten zu können.

HONOR Magic V6 Split-Screen
Der Split-Screen zeigt einen praktischen Vorteil des großen Innendisplays.

HONOR Magic V6: Software

Auf dem Magic V6 läuft MagicOS 10 auf Basis von Android 16. Optisch bleibt HONOR seiner bisherigen Linie treu, ergänzt sie aber um mehr Transparenzeffekte, weichere Übergänge und einige Elemente, die klar an iOS erinnern. Vieles davon lässt sich anpassen oder abschwächen, wenn einem der Look zu verspielt ist.

HONOR Magic V6 Floating Windows
Mit Floating Windows lassen sich Apps als frei platzierbare Fenster nutzen.

Mit dem großen Innendisplay geht die Software recht gut um. Apps lassen sich nebeneinander oder in schwebenden Fenstern öffnen, die Aufteilung kann flexibel angepasst werden. Mit Multi-Flex können drei Apps gleichzeitig geöffnet und durchgescrollt werden, zusätzlich ist noch ein schwebendes Fenster möglich. Für Mail, Browser, Notizen und Messenger funktioniert das im Alltag gut.

Dazu kommen die bekannten HONOR-Funktionen wie Magic Portal, das markierte Inhalte erkennt und passende Aktionen anbietet, etwa Teilen, Suchen oder Ablegen in einer Notiz. HONORs umfangreiche Sammlung an KI-Funktionen, darunter Live-Untertitel, Übersetzungen für Gespräche und Telefonate, Texterkennung in Bildern sowie KI-Werkzeuge in der Galerie, ist auch vorhanden.

Ausgebaut hat HONOR zudem die Zusammenarbeit mit Apple-Geräten. Über HONOR Connect lassen sich Dateien zwischen dem Magic V6 und iPhone beziehungsweise Mac übertragen. Auch Benachrichtigungen können synchronisiert werden, und über die Workstation-App lässt sich das Smartphone mit macOS verbinden. Ganz ohne zusätzliche Software und HONOR-Konto funktioniert das allerdings nicht.

Für die europäische Version nennt HONOR sieben Jahre Software- und Sicherheitsupdates. Damit ist das Magic V6 auch bei der Update-Versorgung langfristig ordentlich aufgestellt.

HONOR Magic V6: Kamera

Bei den Kameras setzt HONOR weitgehend auf die gleiche Hardware wie beim Magic V5. Auf der Rückseite sitzen eine 50 MP Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung, eine 64 MP Telekamera mit 3-fach optischem Zoom und OIS sowie eine 50 MP Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus. Hinzu kommen zwei 20-MP-Frontkameras, jeweils eine im Außen- und Innendisplay.

HONOR Magic V6 Kameramodul
Das auffällige Kameramodul ragt deutlich aus der Rückseite heraus.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht detailreiche Aufnahmen mit kräftigen Farben, hohem Kontrast und großem Dynamikumfang. Die Abstimmung ist eher gefällig als neutral, wirkt aber nicht überzogen. Auch der 2-fach-Zoom der Hauptkamera schlägt sich gut und liefert noch ausreichend Details für kleinere Ausschnitte oder Porträts.

Hier einige Testaufnahmen mit der Hauptkamera:

 

Stärker fällt die Telekamera auf. Bei 3-facher Vergrößerung sind die Aufnahmen scharf und detailreich, auch 6-fach bleibt bei gutem Licht noch brauchbar. Für Porträts ist die längere Brennweite ebenfalls von Vorteil, da Gesichter natürlicher wirken und die Freistellung zuverlässig arbeitet.

Hier einige Testaufnahmen mit der Telekamera:

Die Ultraweitwinkelkamera hält farblich gut mit den beiden anderen Kameras mit und liefert draußen viele Details. Bei weniger Licht werden Schatten und feine Strukturen allerdings schneller weich. Dank Autofokus eignet sie sich gleichzeitig für Nahaufnahmen, wobei auch Haupt- und Telekamera vergleichsweise kurze Fokusdistanzen erlauben.

Hier ein Vergleich zwischen Ultraweitwinkel, Hauptkamera und der Telekamera:

Bei Nacht bleibt die Hauptkamera die verlässlichste Wahl. Sie hält Rauschen gut im Zaum und bewahrt viele Details, auch die Telekamera liefert noch ordentliche Ergebnisse. Die Ultraweitwinkelkamera fällt bei wenig Licht sichtbar ab und produziert weichere, teils rauschigere Aufnahmen.

Für Selfies muss man sich nicht auf die beiden 20 MP Kameras verlassen. Durch das Außendisplay lässt sich auch die rückseitige Hauptkamera als Selfie-Kamera nutzen, was sichtbar bessere Ergebnisse liefert.

Videos nehmen alle drei rückseitigen Kameras mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde auf. Die Stabilisierung arbeitet zuverlässig, vor allem mit Haupt- und Telekamera. Die Videos wirken teilweise etwas kontrastreich, insgesamt ist die Qualität aber gut. Für manuelle Aufnahmen steht zudem ein Pro-Modus mit Log-Aufzeichnung zur Verfügung.

HONOR Magic V6: Akku

Trotz des dünnen Gehäuses steckt im Magic V6 ein 6.660 mAh großer Silizium-Kohlenstoff-Akku. Gegenüber dem Magic V5 mit 5.820 mAh ist das ein deutlicher Sprung und einer der größten Fortschritte der neuen Generation.

Das zeigt sich auch bei der Laufzeit. Mit dem großen Innendisplay kommt das Magic V6 in den Messungen auf rund 15 Stunden aktive Nutzung, mit dem Außendisplay sind es gut 18 Stunden. Das reicht problemlos für einen langen Tag, selbst wenn das Innendisplay häufiger zum Einsatz kommt. Wer überwiegend das Coverdisplay nutzt, kommt entsprechend länger hin.

HONOR Magic V6 USB-C
Der USB-C-Port ist zentral an der Unterseite des schlanken Gehäuses platziert.

Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 80 Watt, kabellos sind 66 Watt möglich. Mit einem passenden Netzteil erreicht der Akku nach 15 Minuten rund 37 Prozent, nach 30 Minuten etwa 70 Prozent. Eine vollständige Ladung dauert aufgeklappt knapp 58 Minuten.

Zusätzlich unterstützt das Magic V6 Reverse Wireless Charging sowie kabelgebundenes Rückwärtsladen. Ladegrenzen bei 70, 80 oder 90 Prozent und ein intelligenter Nachtlademodus sollen den Akku langfristig schonen.

HONOR Magic V6 Schutzhülle
Eine passende Schutzhülle mit ausklappbarem Ständer liegt bei.

Ein Ladegerät legt HONOR der europäischen Version allerdings nicht bei. Im Karton befinden sich lediglich das Smartphone, ein USB-C-Kabel und eine passende Schutzhülle.

Magic V6

8.8

POSITIV

Sehr dünnes Gehäuse

Sehr gute Verarbeitung

IP68- und IP69-Schutz

Helles, scharfes Innen- und Außendisplay

120 Hz und LTPO auf beiden Displays

Gute Kamera mit starkem 3-fach-Zoom

Lange Akkulaufzeit

66 Watt kabelloses Laden

Sieben Jahre Software- und Sicherheitsupdates

NEGATIV

Falz weiterhin sichtbar und spürbar

CPU im Standardmodus deutlich gedrosselt

Kühlung unter längerer Volllast am Limit

MagicOS nicht überall ausgereift

FAZIT

Noch vor wenigen Jahren waren faltbare Smartphones vor allem dick, schwer und voller Kompromisse. Davon ist beim Magic V6 nicht mehr viel übrig.

Geschlossen ist es nicht wesentlich dicker als ein normales Smartphone, der Akku hält lange durch und auch bei Display, Kamera oder Verarbeitung muss man nur noch wenige Abstriche machen. Viel dünner müsste es für meinen Geschmack inzwischen gar nicht mehr werden, zumal die schlanke Bauweise bei leistungsstarken Prozessoren schon heute die Kühlung einschränkt.

Ganz am Ziel ist HONOR trotzdem noch nicht. Die Falz bleibt weiterhin sichtbar, bei der Software gibt es noch Luft nach oben und vor allem der Preis bleibt ein Thema. Wer aber genau den Mehrwert aus Smartphone und kleinem Tablet sucht, bekommt mit dem Magic V6 eines der derzeit überzeugendsten Foldables.

PREISVERGLEICH

honor.com
Price icon 2.299,90€

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