DJI Dock 4 wechselt den Akku automatisch in 25 Sekunden
DJI hat mit dem Dock 4 seine erste Drohnen-Dockingstation mit automatischem Akkuwechsel vorgestellt. Das System tauscht den Akku der ebenfalls neuen Matrice 5TD innerhalb von 25 Sekunden aus. Die gesamte Zeit von der Landung bis zum erneuten Start liegt laut den technischen Daten unter Testbedingungen bei weniger als 45 Sekunden. Damit muss dieselbe Drohne nach einem Einsatz nicht erst eine längere Ladepause einlegen. Das Dock besitzt vier Akkufächer, von denen für den Wechselmechanismus höchstens drei gleichzeitig belegt sein dürfen. Zwei Akkus lassen sich parallel laden. Für eine Ladung von 15 auf 95 Prozent nennt DJI bei 25 °C eine Dauer von 27 Minuten.
Die Kombination richtet sich unter anderem an Einsatzkräfte, Betreiber kritischer Infrastruktur und Unternehmen mit regelmäßigem Inspektionsbedarf. Nach einem aus der Ferne erteilten Startbefehl kann die Matrice 5TD einen Einsatzort anfliegen und erste Livebilder übertragen. Bei sogenannten FlyTo-Aufgaben erreicht sie bis zu 21 m/s, umgerechnet rund 76 km/h. In anderen Flugmodi liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 15 m/s. Die maximale Flugzeit beträgt unter den von DJI angegebenen Testbedingungen 59 Minuten. Für die Übertragung zwischen Drohne und FlightHub-2-Cloud nennt der Hersteller eine niedrigste Latenz von 160 Millisekunden. Die tatsächliche Verzögerung hängt unter anderem von der Netzwerkverbindung ab.
Matrice 5TD mit Telekamera, Wärmebild und Nachtsicht
Die Matrice 5TD kombiniert eine Weitwinkelkamera mit zwei Telekameras und einer Wärmebildkamera. Die drei Kameras für sichtbares Licht besitzen jeweils eine Auflösung von 50 Megapixeln und decken äquivalente Brennweiten von 23,5, 70 und 252 mm ab. Die längste Brennweite entspricht einem rund 11-fachen Telezoom gegenüber der Weitwinkelkamera. DJI nennt als Einsatzbeispiele die Erfassung von Details aus bis zu 400 Metern Entfernung und die Untersuchung kleiner Defekte an Stromleitungen aus 100 Metern Abstand. Wie gut sich solche Details erkennen lassen, hängt allerdings auch von Licht, Sichtverhältnissen und Motiv ab.
Die Wärmebildkamera arbeitet mit einer nativen Auflösung von 1280 × 1024 Pixeln. Im UHR-Modus gibt sie Bilder und Videos mit 2560 × 2048 Pixeln aus. Ein 32-facher Digitalzoom sowie die punktuelle und flächenbezogene Temperaturmessung ergänzen die Ausstattung. Über die Kantenfusion und die Überlagerungsfusion lassen sich Wärmebilder mit dem sichtbaren Kamerabild kombinieren. Dadurch können beispielsweise auffällige Temperaturen leichter einem bestimmten Bauteil zugeordnet werden. Für nächtliche Einsätze bietet die Drohne außerdem eine 4K-Vollfarb-Nachtsicht. Mit dem NIR-Zusatzlicht sind Schwarz-Weiß-Nachtsichtaufnahmen möglich. Der integrierte Laserentfernungsmesser reicht unter geeigneten Bedingungen bis zu drei Kilometer weit und kann Entfernungen sowie PinPoint-Koordinaten direkt im Livebild anzeigen.
Radar, LiDAR und wetterfeste Konstruktion für den Außeneinsatz
Zur Hinderniserkennung verbindet DJI ein mmWave-Radar in drei Richtungen mit einem rotierenden LiDAR und einem visuellen Sensorsystem mit sechs Erfassungsrichtungen. Sechs für schlechte Lichtverhältnisse ausgelegte Fischaugen-Kameras unterstützen die Umfelderfassung. Die Kombination soll auch dünne Hindernisse wie Stromleitungen erkennen und Flüge in unübersichtlichen Umgebungen erleichtern, etwa zwischen technischen Anlagen eines Umspannwerks. Für schwierige Funkbedingungen lässt sich die DJI O4 Ground Station erhöht installieren, um die Verbindung beispielsweise zwischen Gebäuden oder hinter Mauern zu verbessern.
Das Dock 4 wiegt ohne Akkus und Drohne 66 kg und misst geschlossen 639 × 640 × 836 mm. Bei geöffneten Abdeckungen sind es 1750 × 640 × 550 mm. Die Maße schließen den Windmesser und die Montagehalterungen ein. Die Station ist nach IP56 geschützt und für Temperaturen von −40 bis +50 °C ausgelegt. Bei Kälte werden die Akkus automatisch vorgewärmt, bei Hitze übernimmt eine integrierte Klimaanlage die Kühlung. Die Matrice 5TD besitzt die Schutzklasse IP55 und ist ebenfalls für diesen Temperaturbereich spezifiziert. Einschließlich Akku, Propellern und microSD-Karte wiegt sie 2,6 kg. Das maximale Startgewicht beträgt 3,05 kg, womit bis zu 450 g für zusätzliche Nutzlast zur Verfügung stehen.
Als Zubehör sind unter anderem Lautsprecher, Scheinwerfer und ein Fallschirmsystem vorgesehen. Eine anpassbare Warnleuchte ist bereits in die Drohne integriert. Für Start, Flug und Landung nennt DJI eine maximale Windgeschwindigkeit von 12 m/s. Steigt die Windgeschwindigkeit während der Rückkehr zu stark an, kann die Matrice 5TD ihre Flughöhe reduzieren und den Rückflug entsprechend anpassen. Ein Flugabbruchsystem lässt sich manuell auslösen und stoppt die Propeller. Beim Überschreiten einer festgelegten Geocaging-Grenze wird es automatisch aktiviert. DJI nennt das System als wichtige technische Voraussetzung für die C6-Konformität.
KI-Objektsuche, Serviceangebote und Verfügbarkeit
Die integrierte KI der Matrice 5TD erkennt laut DJI 17 Objektarten in Echtzeit, darunter Autos, Boote und Tiere. Im virtuellen Cockpit von DJI FlightHub 2 können Anwender außerdem per Texteingabe oder Referenzbild nach bestimmten Objekten suchen. Für automatisierte Abläufe lassen sich Benachrichtigungen per SMS, E-Mail oder Plattformmeldung einrichten. Erkennt das System eine zuvor definierte Auffälligkeit, können damit Aktionen wie Fotoaufnahmen, Videoaufzeichnungen, Objektverfolgung oder Schwebeflug verknüpft werden. Auch eine KI-Auswertung laufender Livebilder ist vorgesehen.
DJI Care Enterprise Plus wird erstmals auch für die Dockingstation angeboten und umfasst innerhalb des vereinbarten Leistungsumfangs den kostenlosen Austausch anspruchsberechtigter Reparaturmaterialien. Für die Matrice 5TD nennt DJI unter anderem einen Akku-Austausch pro Jahr und einen Flyaway-Schutz. Der separate erweiterte DJI Garantieservice verlängert die Garantiezeit um ein Jahr. Das DJI Dock 4 (Link) ist über autorisierte DJI Enterprise Händler (Link) erhältlich. Einen Preis nennt DJI in der Ankündigung nicht.
Quelle: DJI Pressemeldung








