Design und Verarbeitung
Mit einer Akkukapazität von 2.016 Wh gehört die DJI Power Auro 2000 Elite zu den leistungsstärkeren tragbaren Powerstations. Trotzdem fällt das Gehäuse mit ungefähr 45,6 × 22,5 × 24,5 Zentimetern vergleichsweise kompakt aus, bringt aber 19 Kilogramm auf die Waage. Damit ist sie zwar noch transportabel, eignet sich aber eher für den stationären Einsatz beim Camping, im Wohnmobil oder als mobile Stromreserve zu Hause.
Optisch setzt DJI auf das typische Grau, das man bereits von den Drohnen und anderen Produkten des Herstellers kennt. Die Verarbeitung macht insgesamt einen soliden Eindruck, die Anschlüsse sind übersichtlich angeordnet und das Display lässt sich auch aus etwas größerer Entfernung gut ablesen. Lediglich die Kunststoffabdeckungen einiger Anschlüsse fallen bei genauerem Hinsehen auf, da sie für meinen Geschmack etwas zu dünn geraten sind und weniger hochwertig wirken als der Rest des Gehäuses.

Auch bei den drei 230-V-Steckdosen hätte ich mir Schutzabdeckungen gewünscht, um die Anschlüsse vor Schmutz und Staub zu schützen. Hinzu kommt die Schutzart IP30, die keinen Schutz gegen eindringendes Wasser bietet, weshalb sich die Auro 2000 Elite nur bedingt für den ungeschützten Einsatz im Freien eignet.
Anschlüsse und Ausstattung
DJI stattet die Power Auro 2000 Elite mit drei 230-V-Steckdosen, zwei USB-C-Anschlüssen mit jeweils bis zu 65 W und zwei USB-A-Anschlüssen mit jeweils bis zu 12 W aus. Ergänzt wird die Ausstattung durch zwei SDC-Anschlüsse für kompatibles DJI-Zubehör und ein integriertes USB-C-Kabel, das mit bis zu 140 W deutlich mehr Leistung bietet als die übrigen USB-Anschlüsse.

Die drei Steckdosen teilen sich eine Gesamtausgangsleistung von 2.000 W. Über die beiden SDC-Anschlüsse lassen sich unter anderem kompatible DJI-Drohnenakkus mit entsprechendem Zubehör laden. Auch der mitgelieferte Adapter für eine 12-V-Kfz-Steckdose wird über einen dieser Anschlüsse betrieben. Damit können beispielsweise passende Kühlboxen oder andere 12-V-Verbraucher angeschlossen werden.
Integriertes USB-C-Kabel
Das fest integrierte USB-C-Kabel lässt sich direkt aus dem Gehäuse herausziehen und bietet mit einer Länge von ungefähr 80 Zentimetern ausreichend Spielraum, um ein Smartphone oder Notebook neben der Powerstation zu platzieren. Nach der Verwendung wird es über den Einzugsmechanismus wieder in die dafür vorgesehene Aufnahme zurückgeführt, wobei ich empfehlen würde, den Stecker beim Einziehen mit der Hand zu führen, damit er nicht unkontrolliert gegen das Gehäuse schlägt. Sollte das Kabel trotzdem einmal beschädigt werden, sieht DJI einen Austausch des Kabelmoduls vor, ohne dass die gesamte Powerstation ersetzt werden muss.
Für mich gehört das Kabel zu den praktischsten Details der Powerstation, da es jederzeit griffbereit ist und ich zum Laden meines Smartphones oder Notebooks kein separates Kabel benötige. Mit bis zu 140 W über USB Power Delivery 3.1 lassen sich darüber auch leistungsstärkere Notebooks problemlos versorgen.

Notebook, Smartphone und Lautsprecher im Praxistest
Für meinen ersten Alltagstest habe ich ein Lenovo-Notebook, ein Huawei P60 Pro und eine soundcore-Bluetooth-Box gleichzeitig an die Powerstation angeschlossen. Während das Notebook über eine der 230-V-Steckdosen versorgt wurde, habe ich Smartphone und Lautsprecher über USB-C geladen, wobei auch das integrierte Ladekabel zum Einsatz kam.
Alle drei Geräte ließen sich problemlos gleichzeitig betreiben, wobei die DJI Home App während einer Messung eine gesamte Ausgangsleistung von 91 W anzeigte. Davon entfielen 63 W auf das Notebook sowie weitere 17 W und 11 W auf die beiden USB-C-Verbindungen. Die Werte werden in der App getrennt dargestellt, sodass sich die Leistungsaufnahme der einzelnen Anschlüsse gut nachvollziehen lässt.
Rein rechnerisch würde der Akku bei dieser Belastung ungefähr 22 Stunden durchhalten, wenn die gesamte gespeicherte Energie ohne Verluste nutzbar wäre. Da bei der Umwandlung in Wechselstrom jedoch Verluste entstehen und auch die Powerstation selbst Energie benötigt, fällt die tatsächliche Laufzeit geringer aus. Geht man beispielsweise von 80 bis 90 Prozent nutzbarer Energie aus, wären unter diesen Bedingungen ungefähr 18 bis 20 Stunden realistisch. Die DJI Home App zeigte während meines Tests eine verbleibende Laufzeit von 15 Stunden und 29 Minuten an.
Positiv fiel mir dabei auch die geringe Betriebslautstärke auf. Bei dieser niedrigen Belastung war die Powerstation kaum zu hören, sodass sie selbst in einer ruhigen Umgebung nicht störte.

Haushaltsgeräte bringen die Powerstation an ihre Leistungsgrenze
Wie sich die 2.000 W Ausgangsleistung bei leistungsstarken Haushaltsgeräten schlagen, habe ich anschließend mit einem Wasserkocher, einer COSORI-Heißluftfritteuse und einer Senseo-Kaffeemaschine ausprobiert.
Bereits der Wasserkocher beanspruchte mit 1.992 W nahezu die gesamte verfügbare Ausgangsleistung, funktionierte aber problemlos und brachte das Wasser zügig zum Kochen. Dass bei dieser Belastung keine Reserven für weitere Verbraucher bleiben, war zu erwarten. Als ich zusätzlich die Heißluftfritteuse einschaltete, war ein deutliches Klacken zu hören und die Powerstation unterbrach erwartungsgemäß die Stromversorgung. Der Überlastschutz reagierte damit genau so, wie er sollte, und verhinderte eine weitere Überlastung der Ausgänge. Nach einem Neustart konnte ich die angeschlossenen Geräte wieder betreiben.
Im anschließenden Einzelbetrieb zeigte die COSORI-Heißluftfritteuse bei einer eingestellten Temperatur von 230 °C eine Leistungsaufnahme von ungefähr 1.260 W, womit noch etwas Spielraum für kleinere Verbraucher blieb. Nach 30 Minuten Betrieb zeigte die Powerstation noch 68 Prozent Akkukapazität an, ausgehend von einem vollständig geladenen Akku. Auf den zusätzlichen Betrieb der Kaffeemaschine habe ich angesichts der vorherigen Überlastung verzichtet.
Neben dem im Test erfolgreich ausgelösten Überlastschutz verfügt die Auro 2000 Elite über weitere Sicherheitsmechanismen. Es gibt 13 Temperatursensoren, welche die Wärmeentwicklung überwachen, während 40 Sicherungen beziehungsweise Schutzkomponenten und das integrierte Batteriemanagementsystem unter anderem vor Überhitzung, Überspannung und Kurzschlüssen schützen.

Netzladung und Akkumanagement
Beim Aufladen über eine normale Steckdose unterstützt die Auro 2000 Elite eine maximale Eingangsleistung von 2.000 W. Unter optimalen Bedingungen lässt sich der Akku in ungefähr 60 Minuten auf 80 Prozent und innerhalb von 75 Minuten vollständig aufladen. Wie schnell geladen wird, lässt sich zusätzlich über die App zwischen 200 und 2.000 W anpassen, was vor allem dann praktisch ist, wenn man die Powerstation an einer schwächer abgesicherten Steckdose betreibt oder den Ladevorgang bewusst langsamer gestalten möchte.
Im Inneren verwendet DJI Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LiFePO4, für die der Hersteller nach 4.000 Ladezyklen noch mehr als 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität angibt. Bei einer vollständigen Ladung und Entladung pro Tag entspräche das theoretisch knapp elf Jahren Nutzung, wobei die tatsächliche Alterung natürlich auch von Temperatur, Lagerung und Ladeverhalten beeinflusst wird.
Wer mehr als die integrierten 2.016 Wh benötigt, kann die Auro 2000 Elite mit bis zu fünf kompatiblen Erweiterungsakkus auf eine Gesamtkapazität von ungefähr 12 kWh ausbauen. Allerdings nutzt die Auro-Serie ein eigenes Erweiterungssystem und ist nicht mit der DJI Power Expansion Battery 2000 kompatibel. Wer bereits Erweiterungsakkus für eine ältere DJI-Powerstation besitzt, kann diese deshalb nicht einfach weiterverwenden.
Die DJI Home App im Praxiseinsatz

Über die DJI Home App lässt sich die Power Auro 2000 Elite weitgehend konfigurieren, wobei mir besonders die umfangreichen Möglichkeiten zum Energiemanagement gefallen haben. Neben der AC-Ladeleistung lassen sich individuelle Lade- und Entladegrenzen festlegen, automatische Abschaltzeiten einstellen und Zeitpläne für Lade- und Entladevorgänge erstellen. Letzteres kann insbesondere bei dynamischen Stromtarifen interessant sein, wenn die Powerstation bevorzugt zu günstigeren Zeiten geladen werden soll.
Darüber hinaus bietet die App eine Kabelwiderstandsprüfung, die automatische Wiederherstellung zuvor eingeschalteter AC-Ausgänge nach einem Neustart sowie die Möglichkeit, die Ausgangsfrequenz zwischen 50 und 60 Hz umzustellen.
Die App führt darüber hinaus Statistiken zum Energieverbrauch. Neben Tages- und Wochenwerten stehen auch Monatsübersichten zur Verfügung, sodass sich der Energieverbrauch auch rückblickend nachvollziehen lässt. Die Bedienung ist überwiegend übersichtlich, ganz fehlerfrei ist die deutsche Oberfläche allerdings nicht. Auf unserem Smartphone wurden mehrere längere Menübezeichnungen abgeschnitten, unter anderem bei den Einstellungen zur Energieoptimierung.
Solarladung und Stromversorgung im Fahrzeug
Über die beiden SDC-Anschlüsse lassen sich kompatible Solarmodule mit einer Gesamtleistung von bis zu 1.200 W anschließen, wobei jeder Eingang maximal 600 W unterstützt. Unter optimalen Bedingungen kann der Akku damit innerhalb von ungefähr 2,7 Stunden vollständig geladen werden.
Interessanter ist die Fahrzeugladung, für die DJI bereits ein entsprechendes Lademodul integriert hat. Mit dem separat erhältlichen Anschlusskabel lässt sich die Powerstation direkt über die Fahrzeugbatterie laden, wobei an 12-V-Systemen bis zu 400 W und an geeigneten 24-V- oder 48-V-Systemen bis zu 600 W möglich sind. Gegenüber dem Laden über eine gewöhnliche 12-V-Fahrzeugsteckdose verkürzt sich die Ladezeit damit erheblich.
Im Vergleich zur älteren DJI Power 2000 entfällt bei beiden Lademethoden die Notwendigkeit zusätzlicher externer Lademodule, da der MPPT-Solarladeregler und die Fahrzeugladetechnik bereits im Gehäuse untergebracht sind. Passende Anschlusskabel werden allerdings weiterhin benötigt und müssen separat erworben werden.
Preis und Verfügbarkeit
Die DJI Power Auro 2000 Elite ist ab sofort für 1.099 Euro im offiziellen DJI Online Store sowie bei autorisierten Händlern erhältlich. Zubehör wie Solarpanels und passende Anschlusskabel wird separat angeboten.
Wer weniger Akkukapazität benötigt, findet mit der DJI Power 1000 Mini eine kompaktere Alternative, die ich ebenfalls bereits getestet habe.











