Design und Verarbeitung

Der DJI Osmo Mobile 8P bringt inklusive Smartphone-Klemme und Fülllicht rund 405 Gramm auf die Waage. Zusammengeklappt misst der Gimbal etwa 190 x 95 x 46 Millimeter, ausgeklappt sind es ungefähr 288 x 197 x 99 Millimeter. Besonders kompakt ist das System damit zwar nicht, allerdings steckt inzwischen deutlich mehr Technik darin als in einem einfachen Smartphone-Gimbal. Beim Gehäuse setzt DJI überwiegend auf hochwertig wirkenden Kunststoff. Eine gummierte Rückseite verbessert den Halt, was sich gerade mit eingesetztem Smartphone und zusätzlichem Zubehör positiv bemerkbar macht.
Zur Ausstattung gehört ein integrierter Verlängerungsstab, mit dem sich eine Gesamtlänge von bis zu 503 Millimetern erreichen lässt. Damit sind dann auch Selfies und ungewöhnliche Kameraperspektiven möglich. Am oberen Ende lässt sich der Winkel verändern, sodass beispielsweise Aufnahmen aus einer niedrigeren Position möglich sind. Nach der Verwendung verschwindet die Verlängerung wieder im Gehäuse und muss nicht separat transportiert werden.
Verbesserter Standfuß für flexible Aufnahmen

Eine sinnvolle Verbesserung gegenüber dem Vorgänger betrifft den integrierten Standfuß. Dieser wurde länger und stabiler ausgeführt, wodurch der Gimbal auf ebenen Flächen sicherer steht. Vorteile ergeben sich beim automatischen Tracking, wenn niemand hinter der Kamera steht. Alternativ lässt sich der Osmo Mobile 8P über das vorhandene 1/4-Zoll-Gewinde auf einem größeren Stativ befestigen. Für kurze Aufnahmen auf einem Tisch reicht die integrierte Lösung häufig aus, während ein separates Stativ bei längeren Aufnahmen oder schwierigeren Untergründen zusätzliche Sicherheit bietet.
Einrichtung und Bedienung mit DJI Mimo
Die Ersteinrichtung erfolgt über die DJI Mimo App, zu der unter anderem ein QR-Code führt. Nach der Verbindung zwischen Smartphone und Gimbal stehen verschiedene Aufnahme- und Steuerungsfunktionen zur Verfügung. Neben der klassischen Stabilisierung bietet die Anwendung zusätzliche Aufnahmeprogramme. Dazu gehört beispielsweise der sogenannte Split Shot, bei dem automatisiert kurze Aufnahmen mit einer Länge von jeweils fünf Sekunden erstellt werden.
Der große Funktionsumfang verlangt allerdings eine gewisse Einarbeitungszeit. Gerade am Anfang muss man sich zunächst mit der Tastenbelegung und dem Zusammenspiel zwischen Fernbedienung, KI-Modul und App vertraut machen, was anfangs etwas knifflig wirken kann. Wer bislang nur einfache Smartphone-Gimbals verwendet hat, sollte deshalb etwas Zeit für die Einrichtung und Bedienung einplanen.
Abnehmbare Fernbedienung mit eigenem Display

Eine der interessantesten Neuerungen ist die abnehmbare Fernbedienung mit integriertem Display. Statt den Gimbal ausschließlich direkt am Griff bedienen zu müssen, lässt sich die Steuereinheit entfernen und aus einiger Entfernung verwenden. Darüber können unter anderem Zoom, Schwenkbewegungen und Tracking kontrolliert werden. Gleichzeitig ermöglicht das Display eine Bildkontrolle, ohne unmittelbar neben dem Smartphone stehen zu müssen.
Wer beispielsweise Produktvorstellungen, Tutorials oder Social-Media-Videos alleine aufnimmt, kann den Bildausschnitt kontrollieren und wichtige Einstellungen verändern, ohne ständig zur Kamera zurücklaufen zu müssen. Die Fernbedienung besitzt einen eigenen Akku mit einer Laufzeit von rund 4,5 Stunden und lässt sich direkt über den Gimbal laden.
Video Review
Wie sich der DJI Osmo Mobile 8P in der Praxis schlägt, zeigt euch unser Teammitglied Philipp in seinem Video auf dem techreviewer YouTube-Kanal. Dort stellt er den Gimbal und seine Funktionen ausführlich vor.
KI-Tracking mit Gesichtserkennung und Gestensteuerung
Neben der Fernbedienung gehört das KI-Tracking zu den wichtigsten Funktionen des Osmo Mobile 8P. Das zusätzliche Modul verfügt über eine eigene Gesichtserkennung und sorgt dafür, dass eine erkannte Person automatisch vom Gimbal verfolgt wird. Die Motivverfolgung lässt sich per Gestensteuerung aktivieren und deaktivieren. Grüne Lichtstreifen signalisieren den aktuellen Tracking-Status und erleichtern die Kontrolle während der Aufnahme.
Besonders praktisch ist, dass für solche Aufnahmen die Hauptkamera des Smartphones verwendet werden kann. Diese liefert bei vielen Geräten eine bessere Bildqualität als die Frontkamera. Während die Hauptkamera auf die Person gerichtet ist, übernimmt das KI-Modul die Erkennung und hält das Motiv im Bild. Die Reaktionsgeschwindigkeit lässt sich zwischen langsam, mittel und schnell einstellen. Dadurch kann die Bewegung des Gimbals an ruhigere Präsentationen oder dynamischere Aufnahmen angepasst werden.
Integriertes Fülllicht für unterschiedliche Lichtverhältnisse

Das KI-Modul übernimmt gleichzeitig die Funktion eines kleinen Fülllichts. Die integrierte LED erreicht eine Beleuchtungsstärke von 40 Lux und kann insbesondere bei Selfie-Aufnahmen oder schwächeren Lichtverhältnissen für eine bessere Ausleuchtung sorgen. Eine größere Videoleuchte kann das kompakte Modul allerdings nicht ersetzen, dafür befindet sich die Beleuchtung direkt am Gimbal und muss nicht separat transportiert werden.
Die Farbtemperatur lässt sich zwischen 2500 und 6500 Kelvin einstellen, wodurch warme als auch kühlere Lichtstimmungen möglich sind. Ein Wert um 4500 Kelvin bietet sich als neutraler Ausgangspunkt an. Weniger gelungen ist allerdings, dass bereits vorgenommenen Einstellungen nicht behalten werden. Nach dem Ausschalten müssen Helligkeit und Farbtemperatur erneut angepasst werden. Bei regelmäßigen Aufnahmen unter ähnlichen Bedingungen ist das auf Dauer etwas lästig.
Drahtloses Mikrofon für die Tonaufnahme

Ein Bestandteil des Kreativ Kits ist das drahtlose DJI Mic Mini 2, das die Tonqualität deutlich verbessert. Die Laufzeit liegt bei rund zehn Stunden, eine vollständige Ladung benötigt rund zwei Stunden.
Das Mikrofon lässt sich magnetisch an der Kleidung befestigen. Wechselbare Platten ermöglichen eine optische Anpassung und für Außenaufnahmen liegt ein Windschutz bei. Der zugehörige Empfänger wird direkt mit dem Smartphone verbunden und besitzt einen zusätzlichen Anschluss, über den das Smartphone während der Verwendung geladen werden kann. Übrigens passt das neue Mic Mini 2 nicht in die Ladeschale älterer Modelle, wie z.B. dem DJI Mic 1. Wer bereits älteres DJI Zubehör besitzt, sollte deshalb die Kompatibilität vorab prüfen.
Unterschiede zwischen Android und iPhone
Bei der Smartphone-Integration gibt es Unterschiede zwischen Android und iOS. Besonders komfortabel fällt die Verbindung mit einem iPhone aus, da eine Apple-Docking-Funktion zur Verfügung steht. Das iPhone erkennt den Gimbal und zeigt ein entsprechendes Pop-up an. Dadurch lassen sich einige Funktionen direkt mit der nativen Kamera-App von Apple verwenden. Vollständig ersetzt wird DJI Mimo dadurch allerdings nicht. Beispielsweise kann über die Gimbal-Tasten innerhalb der normalen Apple-Kamera nicht zwischen Foto- und Videomodus gewechselt werden.
Unter Android ist die Abhängigkeit von DJI Mimo noch etwas größer. Viele erweiterte Funktionen setzen die Anwendung voraus, weshalb Android-Nutzer stärker an das DJI-Ökosystem gebunden sind. Das bedeutet nicht, dass der Gimbal unter Android grundsätzlich schlechter funktioniert. Die Integration in das Betriebssystem fällt beim iPhone jedoch komfortabler aus.
Akkulaufzeit und Smartphone-Ladefunktion

Im Osmo Mobile 8P steckt ein Akku mit einer Kapazität von 3350 mAh. Die Laufzeit liegt auch hier bei rund zehn Stunden. Vollständiges Aufladen dauert ungefähr 2,5 Stunden, was auch für längere Aufnahmen reicht.
Der Gimbal kann außerdem das Smartphone wie eine Powerbank laden. Dafür steht am Fülllicht-Modul ein USB-C-Anschluss zur Verfügung. Dadurch verkürzt sich zwar dessen eigene Laufzeit, unterwegs entsteht aber ein zusätzlicher Sicherheitspuffer.









