Hochwertiges Titangehäuse mit angenehmem Tragekomfort

Die Amazfit Cheetah 2 Pro richtet sich an ambitionierte Läufer, die neben umfangreichen Trainingsfunktionen auch Wert auf eine hochwertige Verarbeitung legen. Beim Gehäuse setzt Amazfit auf Titan der Güteklasse 5, während das Display durch kratzfestes Saphirglas geschützt wird. Die Materialwahl macht sich unmittelbar bemerkbar. Die Uhr fühlt sich stabil und wertig an und hinterlässt einen deutlich hochwertigeren Eindruck als viele Sportuhren mit reinem Kunststoffgehäuse. Mit rund 46 Gramm ohne und etwa 60 Gramm inklusive Silikonarmband bleibt das Gewicht trotz der robusten Konstruktion angenehm niedrig. Das gelochte Silikonarmband sorgt beim Sport für eine gute Belüftung und verhindert, dass sich übermäßig viel Feuchtigkeit unter dem Band sammelt. Mit einer Breite von 20 Millimetern fällt es für das 48 Millimeter große Gehäuse allerdings etwas schmal aus. An mittleren und größeren Handgelenken sitzt die Uhr sicher und bequem, auch bei längeren Laufeinheiten. Bei schmaleren Handgelenken macht sich dagegen die Gehäusegröße stärker bemerkbar, wozu auch der leicht hervorstehende Sensorbereich auf der Unterseite beiträgt.
Eine wesentliche Veränderung gegenüber der ursprünglichen Cheetah Pro betrifft das Bedienkonzept. Statt einer drehbaren Krone kommen vier physische Tasten zum Einsatz, die den Touchscreen ergänzen. Gerade beim Laufen ist diese Entscheidung sinnvoll, denn die Tasten lassen sich auch mit verschwitzten Fingern oder bei Regen zuverlässig bedienen. Die Uhr ist nach 5 ATM gegen Wasser geschützt und damit auch für Schwimmtraining geeignet. Praktisch ist zudem die integrierte LED-Taschenlampe mit weißem und rotem Licht. Sie erleichtert die Orientierung bei Dunkelheit und bietet mit einem Boost- und SOS-Modus zusätzliche Funktionen.
Helles AMOLED-Display mit guter Ablesbarkeit

Auf der Vorderseite sitzt ein 1,32 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 466 x 466 Pixeln. Die Pixeldichte beträgt 353 PPI, wodurch Texte, Trainingswerte und Kartendarstellungen angenehm scharf erscheinen. Besonders beeindruckend ist die Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits. Im Test blieb das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung sehr gut ablesbar. Gerade bei Outdoor-Aktivitäten ist das ein großer Vorteil, da sich Geschwindigkeit, Distanz oder Herzfrequenz ohne langes Hinsehen erfassen lassen.
Im Vergleich zur ursprünglichen Cheetah Pro mit ihrem 1,45 Zoll großen Display fällt die Anzeigefläche allerdings kleiner aus. Dadurch wirkt der Rand um das Display etwas großzügiger, als es bei einer Uhr dieser Preisklasse notwendig wäre. Im Alltag stört das kaum, bei der Kartennavigation wäre etwas mehr Platz jedoch durchaus willkommen. Der Always-On-Modus ermöglicht es, wichtige Informationen dauerhaft anzuzeigen, erhöht allerdings den Energieverbrauch.
Präzises Dualband-GPS bei Lauftraining und Outdoor-Aktivitäten
Bei der Positionsbestimmung setzt Amazfit auf Dualband-GPS mit Unterstützung für sechs Satellitensysteme. Diese Kombination soll insbesondere in schwierigen Umgebungen für eine zuverlässige Standortbestimmung sorgen. Im Praxistest zeigte sich die Satellitenortung von ihrer guten Seite. Der GPS-Fix erfolgte zügig, sodass die Uhr bereits nach kurzer Wartezeit für den Trainingsstart bereit war. Auch bei der anschließenden Aufzeichnung lieferte die Cheetah 2 Pro überzeugende Ergebnisse. Auf offenen Laufstrecken, Waldwegen und leichteren Trails stimmten die aufgezeichneten Routen weitgehend mit den Ergebnissen der verwendeten Referenzuhren überein.
Sowohl die zurückgelegte Distanz als auch der Streckenverlauf wurden zuverlässig erfasst. Selbst bei längeren Trainingseinheiten blieb die Positionsaufzeichnung stabil. Lediglich in dicht bebauten Straßenzügen oder unter besonders geschlossenem Blätterdach waren vereinzelt leicht geglättete Kurven erkennbar. Solche kleineren Abweichungen bewegen sich jedoch in einem Bereich, der auch bei anderen Sportuhren vorkommen kann. Insgesamt hinterlässt die GPS-Leistung einen sehr guten Eindruck. Besonders für Läufer, die regelmäßig zwischen unterschiedlichen Umgebungen wechseln, ist die zuverlässige Streckenaufzeichnung ein wichtiger Vorteil.
Offline-Karten und Navigation mit umfangreichen Funktionen

Neben der reinen Streckenaufzeichnung bietet die Amazfit Cheetah 2 Pro umfangreiche Navigationsmöglichkeiten. Offline-Karten lassen sich kostenlos herunterladen und anschließend unabhängig von einer aktiven Internetverbindung verwenden. Vorbereitete Strecken können beispielsweise über Komoot oder als GPX-Datei importiert werden. Während der Navigation stehen Abbiegehinweise und Warnungen bei Abweichungen von der geplanten Route zur Verfügung. Gerade beim Trailrunning oder auf unbekannten Wanderwegen erweist sich diese Kombination als hilfreich. Im Praxistest funktionierten die Routendarstellung und das Vergrößern der Karten überwiegend flüssig. Die hohe Displayhelligkeit erleichtert dabei die Orientierung, da auch bei direkter Sonneneinstrahlung Details gut zu erkennen bleiben.

Lediglich beim manuellen Verschieben größerer Kartenabschnitte kam es gelegentlich zu kurzen Verzögerungen. Diese fallen zwar auf, beeinträchtigen die eigentliche Navigation aber kaum. Die automatische Routenführung und die Abbiegehinweise funktionierten zuverlässig. Trotz der vergleichsweise kleinen Displayfläche bietet die Cheetah 2 Pro ein gelungenes Navigationspaket. Besonders die Möglichkeit, Strecken im Voraus zu planen und anschließend ohne Smartphone abzulaufen, macht die Uhr für Outdoor-Sportler interessant. Wer allerdings häufig größere Kartenbereiche durchsuchen möchte, wird sich gelegentlich etwas mehr Bildschirmfläche wünschen.
Trainingsfunktionen und Herzfrequenzmessung im Praxistest
Die Amazfit Cheetah 2 Pro unterstützt mehr als 170 Sportmodi und konzentriert sich insbesondere auf die Anforderungen von Läufern. Neben klassischen Laufeinheiten stehen unter anderem Trailrunning, Bahnlauf, Intervalltraining und Ultramarathon zur Auswahl. Für die Trainingsanalyse erfasst die Uhr zahlreiche Leistungsdaten, darunter VO₂max, Trainingsbelastung, Trainingseffekt, Laufleistung und Bodenkontaktzeit. Mit dem Zepp Coach lassen sich zudem strukturierte Trainingspläne erstellen, die auf individuelle Ziele abgestimmt werden können. Für die Gesundheitsüberwachung verwendet Amazfit den BioTracker 6.0 PPG-Sensor. Bei gleichmäßigen Dauerläufen und moderatem Ausdauertraining lieferte die optische Herzfrequenzmessung im Test sehr überzeugende Ergebnisse. Die Werte blieben stabil und reagierten nachvollziehbar auf Veränderungen der Belastung. Für klassisches Grundlagentraining und längere Laufeinheiten ist die Messgenauigkeit damit gut geeignet.
Weniger überzeugend fällt die Reaktionsgeschwindigkeit bei schnellen Belastungswechseln aus. Bei intensiven Intervallen, HIIT-Einheiten oder beim Radfahren mit stärkeren Erschütterungen benötigte der Sensor gelegentlich etwas länger, um Veränderungen der Herzfrequenz korrekt abzubilden. Besonders kurze Belastungsspitzen wurden dadurch nicht immer unmittelbar erfasst. Für ambitionierte Sportler, die ihre Trainingseinheiten möglichst exakt anhand der Herzfrequenz steuern möchten, empfiehlt sich deshalb die Verwendung eines externen Bluetooth-Brustgurts. Ergänzend zur Herzfrequenzmessung erfasst die Uhr unter anderem die Blutsauerstoffsättigung, Schlafdauer, Schlafphasen und Herzfrequenzvariabilität. Diese Informationen fließen in verschiedene Auswertungen zur körperlichen Belastung und Regeneration ein. Mit BioCharge und HybridCharge bietet Amazfit zusätzliche Funktionen, die Trainingsintensität, Erholung und alltägliche Belastungen miteinander verknüpfen.
Integrierte LED-Taschenlampe als praktische Hilfe bei Dunkelheit

Die Amazfit Cheetah 2 Pro verfügt über eine integrierte LED-Taschenlampe, die sowohl weißes als auch rotes Licht erzeugen kann. Was zunächst wie eine kleine Zusatzfunktion wirkt, erweist sich besonders bei Dunkelheit als nützlich. Die Beleuchtung lässt sich direkt über die Uhr aktivieren. Helligkeit und Lichtfarbe können anschließend über die seitlichen Tasten angepasst werden.

Bei unserem abendlichen Praxistest zeigte sich, dass die weiße LED den unmittelbaren Bereich vor dem Handgelenk gut ausleuchtet. Sowohl Pflastersteine als auch angrenzende Grünflächen waren im Lichtkegel erkennbar. Das rote Licht bietet eine weniger grelle Alternative und kann beispielsweise hilfreich sein, wenn man sich bei Dunkelheit orientieren möchte, ohne eine helle weiße Lichtquelle einzuschalten. Eine richtige Taschenlampe ersetzt die Uhr zwar nicht, für kurze Wege oder einen schnellen Blick auf den Boden ist die Funktion aber durchaus praktisch.
Zepp OS und die Zepp-App im Alltag
Als Betriebssystem kommt Zepp OS zum Einsatz. Die zugehörige Zepp-App dient als zentrale Anlaufstelle für Trainingsdaten, Gesundheitswerte und die Konfiguration der Uhr. Hier lassen sich zurückgelegte Strecken analysieren, Trainingsbelastungen verfolgen und individuelle Einstellungen vornehmen. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich aufgebaut und bietet zahlreiche Möglichkeiten, Trainingsdaten nachträglich auszuwerten. Neben den klassischen Sportfunktionen unterstützt das System auch Benachrichtigungen, Musiksteuerung und verschiedene Alltagswerkzeuge.
Bei der Anbindung externer Trainingsplattformen hat Amazfit sein Angebot erweitert. Zu den unterstützten Diensten zählen Strava, TrainingPeaks, Runna und intervals.icu. Auch eine Synchronisierung mit Apple Health und Google Fit ist möglich. Dadurch lassen sich aufgezeichnete Aktivitäten in bestehende Trainingsabläufe integrieren, ohne ausschließlich auf die Zepp-App angewiesen zu sein. Trotz des umfangreichen Funktionsangebots bleibt Garmin Connect insbesondere für datenorientierte Sportler ein wichtiger Vergleichsmaßstab. Garmin bietet ein über Jahre gewachsenes Ökosystem mit zahlreichen spezialisierten Auswertungen und Funktionen zur langfristigen Trainingsplanung. Amazfit deckt viele wesentliche Bereiche ab und dürfte damit für einen großen Teil der Freizeitsportler ausreichend sein.
Akkulaufzeit und Ladegeschwindigkeit im Test

Im Inneren der Cheetah 2 Pro steckt ein Akku mit einer Kapazität von 540 mAh. Amazfit gibt eine Laufzeit von bis zu 20 Tagen bei typischer Nutzung an. Bei intensiver Verwendung reduziert sich dieser Wert laut Hersteller auf bis zu zehn Tage. Mit aktiviertem Always-On-Display sollen noch bis zu acht Tage möglich sein. Wie üblich hängen diese Angaben stark von den aktivierten Funktionen und dem persönlichen Nutzungsverhalten ab. Im Praxistest erreichte die Cheetah 2 Pro bei gemischter Nutzung eine Akkulaufzeit von etwa acht bis zwölf Tagen. Dabei waren unter anderem Schlaftracking, regelmäßige Benachrichtigungen und die üblichen Smartwatch-Funktionen aktiviert. Damit liegt die tatsächliche Laufzeit zwar unter der maximalen Herstellerangabe, fällt für eine leistungsfähige Sportuhr mit hellem AMOLED-Display aber weiterhin sehr ordentlich aus.
Auch bei längeren GPS-Aufzeichnungen zeigte sich der Akku ausdauernd. Mit kontinuierlich aktiviertem Dualband-GPS waren Laufzeiten zwischen 25 und 30 Stunden realistisch. Für ausgedehnte Wanderungen, lange Trainingseinheiten oder mehrstündige Trailrunning-Touren stehen damit ausreichende Reserven zur Verfügung. Wer besonders lange unterwegs ist, kann durch angepasste GPS-Einstellungen zusätzliche Laufzeit gewinnen. Das Aufladen erfolgt über den mitgelieferten magnetischen Ladeadapter. Im Test dauerte es ungefähr 60 Minuten, um den Akku von rund zehn auf 85 Prozent aufzuladen. Damit lässt sich die Uhr bereits während einer längeren Pause wieder mit ausreichend Energie für mehrere Tage versorgen. Insgesamt gehört die Akkulaufzeit zu den Stärken der Cheetah 2 Pro.
Preis und Verfügbarkeit im Überblick
Die Amazfit Cheetah 2 Pro ist in Deutschland zum regulären Preis von 449,90 Euro erhältlich. Angeboten wird die Laufuhr in der Farbvariante Titanium mit Silikonarmband. Weitere Informationen zur Ausstattung und den verfügbaren Kaufoptionen gibt es direkt auf der offiziellen Amazfit-Produktseite.
Mit diesem Preis positioniert sich die Cheetah 2 Pro im gehobenen Segment der Laufuhren. Die Kombination aus Titan, Saphirglas, Offline-Karten und langer Akkulaufzeit ist attraktiv. Gleichzeitig muss sich Amazfit in dieser Preisklasse gegen etablierte Modelle von Garmin und Polar behaupten. Der Kaufentscheidung sollte deshalb nicht nur die Hardware zugrunde liegen, sondern auch die Frage, welche Trainingsfunktionen und Auswertungsmöglichkeiten tatsächlich benötigt werden.








