Kameras
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Review

Insta360 Air Testbericht – 360 Grad Kamera für Android Devices

by April 11, 2017

Die Insta360 Air ist eine aufsteckbare 360 Grad Kamera, die ganz ohne eigenen Akku und Speicher auskommt. Ob man dieses Gadget beim nächsten Urlaubstrip fest einplanen sollte und was die Kamera sonst so auf dem Kasten hat, dazu mehr in diesem Testbericht.

Überblick
Hersteller

Shenzhen Arashi Vision Company Limited

Produktbezeichnung

Insta360 Air

Spezifikationen

Allgemein
Typ: 360 Grad Kamera
Form: kugelförmig
Durchmesser: 37.6 mm
Gewicht: 26.5g

Hardware
Linsen: 2
Weitwinkel: 210 Grad
Blende: F2.4

Bildauflösung: 3008 x 1504
Videoauflösung: 2560 x 1280 @30

Anschlüsse: Micro-USB / USB-Typ-C

Software
OS: Android / Windows
Webcam: Ja

Lieferumfang

1x Insta360 Air
1x Silikonschutz
1x Reinigungstuch
1x Pin-Tool
1x Bedienungsanleitung

Sonstige

Zum Preisvergleich

Erster Eindruck zur Insta360 Air

Lieferumfang

Der Lieferumfang beinhaltet alles, was man für eine erste 360 Grad Aufnahme benötigt. On-The-Go wird die Insta360 Air einfach über USB verbunden und bedient sich ganz ohne eigenen Akku oder Speicher den Komponenten des Smartphones oder Tablets. Im Lieferumfang enthalten sind somit neben der Kamera samt Silikonschutz nur ein flexibles USB-Adapterkabel, ein Reinigungstuch, ein Tool zum Warten der Kamera, sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.

USB-C vs. Micro USB

Erhältlich ist die 360 Grad Kamera in zwei Ausführungen. Neben einem Modell mit dem neuen USB-Typ-C Standard gibt es die Insta360 Air auch für ältere Geräte, die nur über eine Micro USB-Buchse verfügen. Die restliche Hardware ist bei beiden Ausführungen identisch, sodass nur der Anschluss differenziert. Dieser Anschlusswirrwarr ist leider ungünstig gelöst. Verwendet man wie ich gleich zwei Smartphones, bei dem eines auf den aktuellen USB-C Standard setzt und das andere noch Micro-USB verwendet, kommt man um die Nutzung eines Dongles nicht herum. Es wäre von Vorteil gewesen, wenn der Hersteller eine Adapterlösung gleich integriert hätte oder zumindest einen eigenen Dongle dem Lieferumfang beigelegt hätte.

Design und Verarbeitung

Mit einem Durchmesser von gerade einmal 37.6 mm und einem Gewicht von 26.5g gehört die kugelförmige Insta360 Air zu den kompaktesten 360 Grad Kameras. Selbst mit dem Silikonschutz, nimmt die Größe nur marginal zu, sodass sich die Kamera problemlos transportieren und verstauen lässt.

Ausgestattet ist die Kamera mit zwei F2.4 „Fisheye“ Objektiven. Eine Einschalttaste oder sonstige Bedientasten gibt es wegen des „Plug and Play“ Designs nicht. Lediglich ein LED-Indikator weißt auf den aktuellen Kamera-Status hin. Neben dem USB Anschluss befindet sich noch ein kleines Loch, das laut Insta360 für Firmware-Updates genutzt wird. In der Bedienungsanleitung wird darauf allerdings nicht näher eingegangen. Hinsichtlich der Verarbeitung schlägt sich die Insta360 Air anstandslos.

Inbetriebnahme und Insta360 Air App

Sofern man die im Google Play Store angebotene Insta360-Air-App installiert hat, lässt sich die Kamera ganz nach dem Prinzip „Plug and Play“ verwenden. Auf das Smartphone oder Tablet aufgesteckt, wird die Kamera sofort erkannt und mit der App gestartet. Damit sich die App auch bedienen lässt und das Bild nicht auf dem Kopf steht, wird dieses automatisch von der App gedreht. Diese Funktion lässt sich natürlich auch abstellen.

In einer kurzen Einführung werden die Funktionen der App erklärt. Die Sprachauswahl ist auf Englisch, Chinesisch und Japanisch begrenzt. Die App selbst ist übersichtlich aufgebaut. Neben einem Community Part, wo sich geschossene Aufnahmen teilen lassen, gibt es auch ein Album, worüber sich eigene Aufnahmen ansehen lassen und es gibt einen Unterpunkt zu allgemeinen Einstellungen. In den Einstellungen kann unter anderem festgelegt werden, ob die Aufnahmen in die Cloud geladen werden, es gibt Einstellungen zur Kamera selbst, wie z.B. dem Aufnahmelimit, dem Wasserzeichen oder dem Speicherort für Aufnahmen, als auch gibt es App-Einstellungen und Links zu Hilfe-Themen.

Zur Nutzung am PC muss auf das mitgelieferte Flex-Kabel zurückgegriffen werden. Zwar wird auch hier die Kamera ohne irgendeinen Treiber installieren zu müssen erkannt, um ein akkurates 360 Grad Bild darzustellen, wird jedoch die Insta360 Webcam Software benötigt.

Aufnehmen und Aufnahmequalität

Bilder nimmt die Insta360 Kamera mit einer 3008 x 1504 Pixel Auflösung auf. Videos werden maximal mit 2560 x 1280 Pixel bei 30 Bildern-pro-Sekunde aufgenommen. Angaben zum Bildsensor oder dem Bildprozessor macht der Hersteller nicht.

Update Mai 2017: Die Kamera ist mit dem neusten Firmware-Update in der Lage auch Videos bei einer Auflösung von 3008 x 1504 Pixel aufzunehmen!

Über die App kann wie bei jeder herkömmlichen Kamera-App zwischen einem Bild- und Videoaufnahmemodus gewechselt werden. Zusätzlich bietet die App auch die Möglichkeit, das Live-Bild direkt auf YouTube zu streamen. Umfängliche Aufnahmeeinstellungen gibt es nicht. Im Fotomodus lassen sich die Belichtung und die Auslösezeit einstellen. Der Videomodus bietet ebenfalls nur eine Einstellungsmöglichkeit zur Belichtung und zur Auflösung (960p oder 1280p). Um den Aufnahmen ein wenig Pepp zu verleihen, stehen insgesamt 9 Farb-Filter bereit, die sich über das Bild legen lassen. Eine weitere Funktion ist der „Beauty-Modus“, womit sich die Aufnahme in 5 Stufen weichzeichnen lässt. Ein HDR Modus ist leider nicht vorhanden.

In Sachen Aufnahmequalität sind keine Wunder zu erwarten. Eine 360 Grad Bildaufnahme auf gerade einmal 3008 x 1504 Pixel zu quetschen, führt zwangsläufig zu einem geringen Detailgrad. Hinzu kommt, dass die Insta360 Air zu den „Gut-Wetter-Kameras“ zählt, weshalb mit zunehmend schlechten Lichtverhältnissen die Details verloren gehen und das Bildrauschen rapide zunimmt. Auch die Farbechtheit ist nicht perfekt. Farben wirken besonders kräftig, weisen jedoch einen dominierenden Rotton auf. Hervorragend gelöst ist das softwareseitige Zusammenfügen der beiden Bildausschnitte. Insta360 hat den Zusammenschnitt der Bilder sogar so gut gelöst, dass eine Übergangslinie fast gar nicht zu erkennen ist.

Auch mit Videoaufnahmen kommt die Insta360 Air gut zurecht und fügt diese überwiegend übergangsfrei und flüssig zusammen. Um die Aufnahmen auch mit Ton zu versehen, bedient sich die Kamera dem Mikrofon des verbundenen Smartphones oder Tablets.

Nachbearbeitung und Exportieren

Aufnahmen werden im Format .insp (Bilder) und .insv (Videos) gespeichert. Diese Dateien lassen sich zwar mit herkömmlichen Bild- und Videobearbeitungsprogrammen öffnen, man erhält allerdings nur zwei nebeneinanderliegende Kreisbilder.

Bearbeiten und betrachten lassen sich die Aufnahmen am besten direkt über die App. Bearbeiten lassen sich die Aufnahmen insofern, dass sich der weichzeichnende Beauty Modus und die Filter auch nachträglich anwenden lassen. Zum Betrachten der Aufnahmen gibt es neben dem „Default“ Modus, der das Bild mit Fischaugeneffekt darstellt, noch einen „Perspective“ Modus, der den Fischaufgeneffekt glättet, den „Little Planet“ Modus, der das Bild als sphärisches Panorama darstellt, sowie den „Crystal Ball“ Modus, der ein umgekehrtes Kugel-Panorama erzeugt. Wer seine Aufnahmen lieber durch die VR-Brille ansieht, für den hat Insta360 einen VR-Betrachtungsmodus direkt in die App integriert.

Exportieren lassen sich die Aufnahmen in sämtliche soziale Medien, in die Insta360 Cloud und auch lokal, wobei das lokale Speichern auf Bildaufnahmen begrenzt ist. Speichert man direkt in die Insta360 Air Cloud, wird der passende Panorama-Player gleicht mitgegeben, sodass sich Aufnahmen über deinen Direktlink ohne zusätzliche Software mit allen gängigen Webbrowsern ansehen lassen.

Firmware-Update Mai 2017

Das erste Firmware-Update ist erschienen. Mit der Version „m1.02_0001_PCBv1.00“ wurde eine Gyroskop-Stabilisierungsfunktion hinzugefügt, wodurch die Video- aber auch Bildqualität verbessert wird. Unebene Bewegungen bei der Aufnahme werden nun deutlich besser ausgeglichen. Ebenfalls hinzugefügt wurde die 3K Aufnahmefunktion für Videos. Diese Aufnahmefunktion wird allerdings nur von leistungsstarken Smartphones unterstützt. Vereinzelt kann es je nach Smartphone zu Einbrüchen in der Bildwiederholrate kommen. Eine weitere Neuerung ist das so genannte „Fringing“. Dadurch wird die öfters auftretende Bildunschärfe weitestgehend behoben. Auch die Galerie wurde um eine Funktion erweitert. Es lassen sich ab sofort Animationen über die Insta360 Air App teilen.

Changelog laut Insta360:

  1. Animation sharing-Adds function to share an animated walk-through of a 360 photo, with multiple viewing modes possible.
  2. Gyroscopic stabilization-Adds option to turn on gyroscopic stabilization function, which reduces unwanted shaking and improves image quality and viewing experience.
  3. 3K Video-3K 360 videotaping now supports all phone types.
  4. Fringing fix-Adds a function to fix fringing.
  5. In-app firmware update function-Adds function to enable firmware updates directly from app.

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GearBest

Positiv

►Kompaktes Design
►Gute Verarbeitung
►Plug and Play
►Umfangreiche App
►Akzeptable Aufnahmequalität
►Webcam Funktion
►Viele Exportmöglichkeiten

Negativ

►Entweder USB-C oder Micro-USB
►Aufnahmequalität bei schlechten Lichtverhältnissen
►Leichter Rotstich

Bewertung
Punkte
Erster Eindruck
8.0
Verarbeitung
8.5
Design
9.0
Funktionsumfang
9.0
Bedienbarkeit
9.0
Videoqualität
6.5
Bildqualität
7.5
App
9.0
Fazit

Macht die Insta360 Air Spaß? Ja! Alleine schon durch das mobile Design macht es einfach verdammt viel Spaß dieses kleine Gadget aus der Jackentasche zu ziehen und die Umgebung einfach mal in 360 Grad festzuhalten. Über die Insta360 Air App sind die geschossenen Aufnahmen auch blitzschnell in den sozialen Medien geteilt und können in der Insta360 Cloud sogar dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.

Was die Freude etwas trübt ist die Anschlusslösung, für die sich Insta360 entschieden hat. Entgegen dem Entweder-Oder-Prinzip wäre eine Kombination aus Micro-USB und USB-C wünschenswert gewesen. Abhilfe schafft ein kleiner Adapter, der dem Lieferumfang jedoch nicht beiliegt.

8.3
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4 Comments on "Insta360 Air Testbericht – 360 Grad Kamera für Android Devices"

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Frank
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Frank

Die ist nur für Android, oder auch für iPhone?

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