JIMMY Matrix M9 Pro: Vom Einzelgerät zum Baukastensystem
Der Matrix M9 Pro hat einen herausnehmbaren Rohwassertank, filtert das Leitungswasser per Umkehrosmose und gibt es anschließend entweder bei Raumtemperatur oder erhitzt aus. Gleiches Prinzip kennen wir bereits vom JIMMY R9 Pro, den wir vor einigen Monaten im Test hatten.
Der entscheidende Unterschied steckt seitlich am Gerät. Über das sogenannte AquaLink-System lassen sich weitere Module anschließen. Aktuell ist das vor allem der S9 für gekühltes Sprudelwasser. Zusätzlich ist mit dem I9 ein Eiswürfelmodul vorgesehen.

Großer Vorteil ist, dass man das System nach Bedarf zusammenstellen kann. Wer nur gefiltertes Wasser und Heißwasser möchte, bleibt beim M9 Pro. Wer später zusätzlich Sprudelwasser möchte, ergänzt den S9.
Allerdings braucht das Ganze entsprechend Platz. Der M9 Pro misst 278 x 310 x 366 Millimeter. Der S9 bringt weitere 198 Millimeter Breite mit. Zusammen wächst die Kombination damit auf knapp 48 Zentimeter. Das ist deutlich mehr Stellfläche als bei einem klassischen Wassersprudler oder einem einzelnen Auftischfilter.
Modular bedeutet hier also zwar flexibel, aber keineswegs kompakt.

Angebot
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Im JIMMY-Shop gibt es ebenfalls Bundles günstiger: Beim M9 Pro + S9 reduziert der Code Techreview60 den Preis um 60 Euro, beim M9 Pro + I9 spart Techreview110 insgesamt 110 Euro.
Design und Verarbeitung
Optisch gefällt uns das Matrix-System grundsätzlich gut. JIMMY setzt weiterhin auf ein modernes, weitgehend geschlossenes Gehäuse und eine aufgeräumte Front.
Im direkten Vergleich fanden wir das Bedienfeld des R9 Pro allerdings etwas gelungener. Dessen Icons waren schlichter gestaltet und wirkten dadurch insgesamt etwas stilvoller. Der M9 Pro ist keineswegs unübersichtlich, wirkt bei der Bedienoberfläche aber etwas funktionaler.

Ansonsten macht das System einen soliden und wertigen Eindruck. Der M9 Pro wiegt 7,5 Kilogramm, der S9 weitere 3,33 Kilogramm. Einmal aufgebaut steht die Kombination entsprechend stabil auf der Arbeitsplatte.
Eine Installation am Wasseranschluss ist nicht nötig. Der M9 Pro wird aufgestellt, der herausnehmbare 5-Liter-Rohwassertank mit Leitungswasser gefüllt und das Gerät mit Strom versorgt.
Filtersystem des Matrix M9 Pro
Beim Filtersystem bleibt sich JIMMY ebenfalls treu. Beworben wird eine siebenstufige Wasseraufbereitung, wobei diese Stufen auf drei Kartuschen verteilt sind.
Verbaut werden:
- ein M2S-Verbundfilter mit einer vorgesehenen Lebensdauer von etwa zwölf Monaten
- ein Q2S-Mineralisierungsfilter mit ebenfalls etwa zwölf Monaten
- eine RO-2.0S-Umkehrosmosemembran für bis zu 24 Monate

Der Verbundfilter übernimmt zunächst gröbere Partikel und Stoffe wie Chlor oder störende Gerüche. Anschließend folgt die Umkehrosmosemembran, die einen Großteil der gelösten Stoffe aus dem Wasser entfernt.
JIMMY wirbt mit einer Entfernung von bis zu 99,99 Prozent bestimmter Verunreinigungen und nennt unter anderem Schwermetalle, PFAS und Chlor. Nach der Osmose folgt die Remineralisierung. Sie soll dem weitgehend entmineralisierten Wasser wieder Mineralstoffe zuführen und gleichzeitig den Geschmack abrunden. Im Vergleich zu Leitungswasser schmeckt das gefilterte Wasser deutlich weicher und neutraler.

UV-C und TDS-Anzeige
Zur hygienischen Absicherung setzt JIMMY auf UV-C-Licht. Es soll verhindern, dass sich das bereits gereinigte Wasser im System durch längere Standzeiten wieder mit Keimen belastet.

Zusätzlich überwacht der M9 Pro den TDS-Wert des Rohwassers und des gefilterten Wassers.
TDS steht für „Total Dissolved Solids“, also die Summe der gelösten Stoffe im Wasser. Der Wert sagt zwar nicht direkt aus, ob Wasser gesund oder ungesund ist, eignet sich bei einer Umkehrosmoseanlage aber gut, um nachvollziehen zu können, wie stark die Membran die gelösten Bestandteile reduziert.
5-Liter-Tank und 3:1-Abwasserverhältnis
Der Rohwassertank fasst 5 Liter und lässt sich zum Befüllen komplett aus dem Gerät nehmen.

Wie bei jeder Umkehrosmose entsteht während des Filterprozesses ein Konzentrat, in dem sich die zurückgehaltenen Stoffe sammeln. Der M9 Pro erreicht laut Hersteller ein Verhältnis von 3:1 zwischen Reinwasser und Konzentrat.
Für ein Auftischgerät ist das ein guter Wert. Das Konzentrat wird nicht direkt in einen Abfluss geleitet. Dadurch benötigt das Gerät schließlich auch keinen festen Wasseranschluss. Stattdessen verbleibt das stärker konzentrierte Wasser im Rohwassertank, der regelmäßig entleert und frisch befüllt werden muss.
Heißwasser in wenigen Sekunden
Eine der praktischsten Funktionen des R9 übernimmt der Matrix M9 Pro unverändert: den integrierten Durchlauferhitzer.
Mit 2.200 Watt Leistung erhitzt er nur die Wassermenge, die tatsächlich ausgegeben wird. Ein kompletter Tank muss also nicht permanent warmgehalten werden.
Zur Auswahl stehen sieben Temperaturstufen: Raumtemperatur, 45, 55, 65, 75, 85 und 98 °C. Bei der Wassermenge kann zwischen 60, 150, 240 und 450 Millilitern gewählt werden.

In der Praxis ist genau diese Kombination weiterhin ein großes Komfortplus. Für Tee lassen sich beispielsweise direkt 85 oder 98 °C wählen, während 45 °C unter anderem für die Zubereitung von Babynahrung interessant sind.
Das Wasser steht nach wenigen Sekunden bereit. Einen separaten Wasserkocher kann der M9 Pro damit in vielen Haushalten tatsächlich ersetzen.
Matrix S9: Sprudel als Erweiterungsmodul
Interessanter wird das neue Matrix-Konzept mit dem S9. Der 198 x 310 x 402 Millimeter große Zusatzblock wird über AquaLink mit dem M9 Pro verbunden und kann nicht eigenständig betrieben werden. Das benötigte Wasser kommt also direkt aus dem Filtersystem des M9 Pro.

Statt Leitungswasser mit einem separaten Sodastream aufzusprudeln, landet bereits gefiltertes und remineralisiertes Wasser direkt im Sprudler, der einen 0,75 Liter großen Kaltwassertank bereithält.
Die Zieltemperatur gibt JIMMY mit 10 bis 15 °C an. Das beschreibt auch unseren Praxiseindruck ziemlich gut, denn das Wasser ist angenehm kühl, aber nicht wirklich eiskalt, wie etwa aus dem Kühlschrank.
Kohlensäure: Sodastream bleibt kräftiger
Beim eigentlichen Aufsprudeln arbeitet der S9 zuverlässig, benötigt für denselben Kohlensäuregehalt allerdings etwas mehr Geduld als beispielsweise ein Sodastream.
Mit drei Sprühstößen landet das Ergebnis bei uns ungefähr im Bereich „Medium“. Wer kräftiges Classic-Sprudelwasser bevorzugt, benötigt eher sechs Stöße. Bei einem Sodastream erreichen wir vergleichbare Ergebnisse schneller.
Positiv ist dagegen die CO₂-Kompatibilität. JIMMY verwendet keine exotischen proprietären Kartuschen, sondern unterstützt gewöhnliche CO₂-Zylinder mit Schraubgewinde. Entsprechende Kartuschen gibt es in vielen Supermärkten, Drogerien oder Getränkemärkten.

Ein Zylinder soll laut JIMMY für bis zu 60 Liter Sprudelwasser reichen. Wie immer hängt die tatsächliche Menge stark davon ab, wie viel Kohlensäure man bevorzugt.
Zwei Trinkflaschen inklusive
Zum Lieferumfang des S9 gehören zwei wiederverwendbare Kunststoffflaschen mit jeweils 500 Millilitern Fassungsvermögen.

Bei der Reinigung ist allerdings Vorsicht angesagt. Die Kunststoffflaschen sind nicht hitzebeständig und sollten deshalb keinesfalls mit kochendem Wasser gereinigt werden.
Sehr heißes Wasser kann den Kunststoff verformen oder beschädigen. Für die normale Reinigung reicht warmes Wasser mit etwas Spülmittel vollkommen aus. Ersatzflaschen gibt es im Online-Shop von JIMMY zur UVP von 29,99 Euro.













