Nothing Ear (3a) im Test: Der neue Preis-Leistungs-Tipp von Nothing?

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 19. August 2026

Mehr als zwei Jahre nach dem Ear (a) bringt Nothing mit dem Ear (3a) den Nachfolger an den Start. Am Preis von 99 Euro ändert sich nichts, technisch gibt es dafür einige Upgrades und mit Audio Snapshot sowie Call Recording zwei neue Funktionen. Ob daraus der nächste Geheimtipp wird, zeigt mein Test.

9.0

Unsere Bewertung
Nothing Ear (3a) Review Hero

Nothing Ear (3a): Design und Verarbeitung

Die Ear (3a) setzen wieder auf transparente Elemente, klare Formen und die inzwischen typische Stielbauweise. Wer den Ear (a) (hier zum Test) kennt, muss deshalb schon etwas genauer hinsehen, um die Unterschiede zu erkennen.

Mehr Auswahl gibt es dafür bei den Farben. Neben Weiß, Schwarz und Gelb gibt es die Ear (3a) erstmals auch in kräftigem Pink, das irgendwo zwischen Barbie und Telekom-Magenta liegt. Dezent ist anders, aber gerade das passt ziemlich gut zu Nothing.

Nothing Ear (3a) Earbuds vor Case
Links und rechts sind farblich klar voneinander getrennt.

Auch das Ladecase wurde leicht überarbeitet. Es ist etwas runder als beim Vorgänger, bleibt mit 40,92 Gramm aber angenehm leicht und verschwindet problemlos in der Hosentasche. Die Buds selbst bringen jeweils nur 4,53 Gramm auf die Waage.

Neu ist die LED-Anzeige an der Seite des Cases. Drei kleine Lichtpunkte zeigen den Akkustand grob an. Leuchtet nur der untere Pixel, wird es langsam Zeit zum Laden. Zwei beziehungsweise drei weiße LEDs signalisieren entsprechend mehr Restkapazität. Beim Laden füllt sich die Anzeige schrittweise von unten nach oben.

Beim Tragekomfort macht Nothing ebenfalls keine Experimente. Die Ear (3a) sitzen relativ flach im Ohr und werden mit vier Paar Silikonaufsätzen geliefert. Damit kommt gegenüber dem Ear (a) eine zusätzliche Größe hinzu, was vor allem bei kleineren Ohren hilfreich sein dürfte. Durch das geringe Gewicht machen sich die Buds auch bei längeren Sessions kaum bemerkbar und sitzen gleichzeitig sicher genug für den Sport.

Nothing Ear (3a) Eartip Größen
Mit vier Eartip-Größen lässt sich der Sitz gut anpassen.

Passend dazu sind diesmal sowohl die Earbuds als auch das Ladecase nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Schweiß beim Training oder ein Regenschauer auf dem Heimweg sind damit kein Problem.

Bei der Verarbeitung bleibt Nothing größtenteils bei Kunststoff. Das passt zur Preisklasse und wirkt insgesamt ordentlich, erreicht aber nicht ganz das hochwertige Feeling der teureren Ear (3) mit ihren Metallakzenten. Dafür bleibt das Case kompakter und leichter.

Ein Ladekabel ist diesmal nicht im Lieferumfang enthalten. Angesichts der inzwischen gut gefüllten Kabelschubladen dürfte das für die meisten kein großes Problem sein, erwähnenswert ist es trotzdem.

Nothing Ear (3a) Case geschlossen
Das Case behält die Form des Vorgängers bei, wurde im Detail aber verfeinert.

Nothing Ear (3a): Bedienung und Nothing X App

Bei der Bedienung setzt Nothing weiterhin auf druckempfindliche Bereiche an den Stielen. Das gefällt mir nach wie vor besser als klassische Touchflächen, weil ein tatsächliches Drücken deutlich weniger anfällig für versehentliche Eingaben ist.

Einmal drücken startet oder pausiert die Wiedergabe. Zweimal drücken springt einen Titel weiter, dreimal zurück. Durch längeres Drücken lässt sich beispielsweise zwischen ANC und Transparenzmodus wechseln oder die Lautstärke regeln. Welche Aktion auf welcher Geste liegt, kann in der Nothing X App angepasst werden.

Dazu kommen Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair, wodurch die erste Verbindung mit kompatiblen Geräten schnell erledigt ist. Dual Connection verbindet die Ear (3a) gleichzeitig mit zwei Geräten. Ganz nützlich ist das beispielsweise, wenn man am Notebook Musik hört und zwischendurch einen Anruf auf dem Smartphone bekommt.

Auch ein Low-Lag-Modus für Spiele und Videos ist wieder dabei. Bei normalem Streaming spielt die Verzögerung ohnehin kaum eine Rolle, bei mobilen Games kann die reduzierte Latenz aber durchaus hilfreich sein.

Nothing Ear (3a) Case geöffnet
Auch geöffnet bleibt das Case dem bekannten Layout des Vorgängers treu.

Deutlich besserer Equalizer

Den größten Sprung macht die Nothing X App beim Equalizer. Beim alten Ear (a) war die Klanganpassung noch ziemlich rudimentär. Die Ear (3a) bekommen nun zusätzlich einen erweiterten 8-Band-EQ, mit dem sich einzelne Frequenzbereiche wesentlich gezielter anpassen lassen.

Wer tiefer einsteigen möchte, kann sogar mit dem Q-Faktor arbeiten und damit festlegen, wie breit oder schmal eine Anpassung rund um eine bestimmte Frequenz greift.

Eigene EQ-Profile lassen sich speichern und mit anderen Nutzern teilen. Wer keine Lust auf Frequenzkurven hat, kann weiterhin auf die einfachere Ansicht und vorgefertigte Presets zurückgreifen.

Spatial Audio bleibt Geschmackssache

Neu dabei ist auch statisches Spatial Audio. Dabei wird die Stereobühne künstlich verbreitert, um Musik und Filme räumlicher wirken zu lassen. Headtracking gibt es allerdings nicht.

Der Effekt ist hörbar, wirkt aber schnell etwas künstlich. Stimmen rücken weiter weg und bei Musik geht teilweise die Direktheit verloren. Für Filme oder Serien kann Spatial Audio durchaus Spaß machen, beim normalen Musikhören ist klassisches Stereo mit einem gut eingestellten EQ für meinen Geschmack die bessere Wahl.

Audio Snapshot und Call Recording

Neu bei den Ear (3a) sind Audio Snapshot und Call Recording. Beide Funktionen nutzen den internen 32-MB-Speicher der Earbuds und lassen sich direkt über die Pinch-Gesten starten.

Mit Audio Snapshot lässt sich ein kurzer Ausschnitt von dem speichern, was gerade über die Earbuds läuft. Ein Snapshot kann bis zu 60 Sekunden lang sein und optional werden sogar die 30 Sekunden vor dem Auslösen mitgesichert.

Call Recording zeichnet dagegen laufende Telefonate und Online-Meetings auf. Eine Aufnahme kann bis zu zwei Stunden lang sein und wird zunächst direkt auf den Earbuds gespeichert. Anschließend landet sie in der Nothing X App, wo sie abgespielt, exportiert und transkribiert werden kann.

Für die Transkription gibt es zwei Wege. Die Standard-Transkription läuft lokal auf dem Smartphone und funktioniert damit auch offline. Die Pro-Transkription nutzt dagegen cloudbasierte KI-Modelle und soll unter anderem bessere Ergebnisse, Sprechererkennung und Zusammenfassungen liefern. Beim Kauf sind drei Monate Pro enthalten, jeweils mit 120 Minuten pro Monat.

Ganz heimlich soll Call Recording nicht funktionieren. Beim Start einer Anrufaufnahme wird ein nicht abschaltbarer Hinweis abgespielt, der den Gesprächspartner auf die Aufnahme aufmerksam macht.

Nothing Ear (3a): Klang

Technisch hat Nothing ordentlich aufgerüstet. Statt eines 11-mm-Treibers wie beim Ear (a) steckt nun ein dynamischer 12-mm-Treiber in jedem Bud. Die Membran besteht aus einem steifen PMI-Mittelteil und einem flexiblen TPU-Rand. Der Frequenzbereich reicht von 20 Hz bis 40 kHz.

Bei den Codecs werden SBC, AAC und LDAC unterstützt. Letzterer ermöglicht auf kompatiblen Android-Geräten hochauflösendes Streaming und ist in dieser Preisklasse weiterhin ein Pluspunkt. Die Verbindung läuft erstmals über Bluetooth 6.0.

Nothing Ear (3a) im Ohr
Im Ohr wirken die Ear (3a) trotz Stieldesign angenehm kompakt.

Bass können sie

Schon nach den ersten Minuten wird klar, wohin Nothing mit der Abstimmung möchte. Die Ear (3a) spielen deutlich kräftiger und wärmer als der Ear (a). Vor allem im Tiefbass schieben sie ordentlich an.

Elektronische Musik, Hip-Hop oder Pop profitieren davon. Kickdrums kommen mit Druck, Basslines haben ordentlich Fundament und insgesamt wirken die Ear (3a) sehr lebendig. Wer bei seinen In-Ears gerne etwas mehr Wumms hat, wird an der Abstimmung wahrscheinlich schnell Gefallen finden.

Teilweise meint es Nothing mit dem Bass aber etwas zu gut. Bei ohnehin basslastig gemischten Songs rückt der Tiefton stark in den Vordergrund und kann Stimmen und Instrumente in den unteren Mitten etwas überdecken. Neutral ist das definitiv nicht.

Nothing Ear (3a) transparente Innenseite
Auf der Innenseite zeigen sich die Ear (3a) gewohnt transparent.

Genau hier zahlt sich der neue Equalizer aus. Nimmt man den Bass ein Stück zurück und hebt die Mitten leicht an, wird das Klangbild deutlich ausgewogener.

Die Mitten lösen ordentlich auf und Stimmen stehen sauber im Raum, sofern der Bass ihnen genügend Platz lässt. Instrumente lassen sich gut voneinander trennen und auch bei komplexeren Arrangements fällt das Klangbild nicht sofort in sich zusammen.

In den Höhen gehen die Ear (3a) eher auf Nummer sicher. Sie liefern genügend Details und wirken nicht dumpf, vermeiden aber unangenehme Schärfe. Gegenüber den teureren Ear (3) fehlt es ein wenig an Feinzeichnung und Luftigkeit. Die Ear (3) spielen insgesamt offener und souveräner, was bei dem Preisunterschied allerdings keine Überraschung ist.

Nothing Ear (3a): ANC und Transparenzmodus

Auch bei der aktiven Geräuschunterdrückung hat Nothing nachgebessert. Das adaptive ANC soll Geräusche um bis zu 45 dB reduzieren und arbeitet in einem Bereich von 40 bis 5.000 Hz.

Wie schon beim Ear (a) lässt sich die Geräuschunterdrückung in mehreren Stufen regeln oder automatisch an die Umgebung anpassen. Vor allem gleichmäßige tieffrequente Geräusche werden effektiv abgeschwächt. Das Brummen einer Klimaanlage, Verkehrslärm oder das monotone Rattern in Bus und Bahn treten deutlich in den Hintergrund.

Nothing Ear (3a) Mikrofone
Die Mikrofonöffnungen sind direkt am Gehäuse sichtbar.

Bei Stimmen, Tastaturgeklapper und anderen plötzlichen Geräuschen kommt weiterhin mehr durch. Das ist für die meisten In-Ears aber völlig normal. Für 99 Euro ist die Leistung der Ear (3a) sehr ordentlich und für Pendeln, Büro oder Reisen mehr als ausreichend.

Der Transparenzmodus macht das Gegenteil und leitet Umgebungsgeräusche über die Mikrofone ans Ohr weiter. Stimmen wirken dabei vergleichsweise natürlich und man kann sich unterhalten oder eine Durchsage verstehen, ohne die Earbuds herausnehmen zu müssen. Ganz so, als hätte man nichts im Ohr, klingt es zwar nicht, störend künstlich ist der Effekt aber ebenfalls nicht.

Nothing Ear (3a): Mikrofon und Telefonie

Für Telefonate sitzen in jedem Earbud drei MEMS-Mikrofone, insgesamt also sechs. Ein ENC-Algorithmus soll Umgebungsgeräusche erkennen und die eigene Stimme hervorheben.

Die Sprachqualität gehört zu den stärksten Seiten der Ear (3a). In ruhiger Umgebung kommt die Stimme klar und verständlich beim Gesprächsteilnehmer an. Auch gleichmäßige Hintergrundgeräusche werden ordentlich herausgefiltert.

Bei starkem Wind oder sehr lauter Umgebung wird die Stimme naturgemäß etwas stärker verarbeitet und verliert an Natürlichkeit. Für Telefonate unterwegs reicht die Qualität aber locker aus und ist für diese Preisklasse überdurchschnittlich gut.

Nothing Ear (3a): Akku

Mit AAC und ausgeschaltetem ANC gibt Nothing bis zu 10 Stunden Wiedergabe mit den Earbuds an. Mit Case steigt die Gesamtlaufzeit auf bis zu 42 Stunden. Schaltet man ANC ein, sinken die Werte auf 6 beziehungsweise 25 Stunden.

Mit LDAC sieht es deutlich anders aus. Ohne ANC sind noch bis zu 6 Stunden mit den Buds beziehungsweise 28 Stunden inklusive Case drin. Mit ANC bleiben maximal 4,5 Stunden pro Ladung und insgesamt 20 Stunden mit dem Case.

Nothing Ear (3a) Lade LED Case
Die neue Drei-Pixel-LED zeigt den Ladestand jetzt deutlich genauer an.

Wer LDAC aktiviert und gleichzeitig ANC nutzt, verzichtet gegenüber AAC also auf einen guten Teil der Laufzeit. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn eine längere Reise ansteht.

Jeder Earbud besitzt einen 55-mAh-Akku, im Ladecase stecken 500 mAh. Eine vollständige Ladung per USB-C dauert rund 70 Minuten. Schnellladen ist ebenfalls dabei. Fünf Minuten im Case reichen für ungefähr eine Stunde Wiedergabe. Kabelloses Laden wird, wie schon beim Vorgänger, nicht unterstützt.

Ear (3a)

9.0

POSITIV

Leichte und bequem sitzende Earbuds

LDAC und Bluetooth 6.0

Kräftiger, dynamischer Klang

8-Band-Equalizer

Starkes ANC für die Preisklasse

Pinch- statt Touch-Steuerung

Dual Connection

Gute Mikrofon- und Sprachqualität

Call Recording

NEGATIV

Für manche Geschmäcker zu basslastig

Spatial Audio wenig überzeugend

Kein Qi-Charging

FAZIT

Bass können sie, ANC können sie und mit dem 8-Band-Equalizer lässt Nothing diesmal richtig viel Spielraum beim Klangtuning. Auch sonst stimmt das Paket und mit LDAC, Bluetooth 6.0 sowie Dual Connection fehlt es bei der Ausstattung an wenig.

Von den neuen Aufnahmefunktionen konnte ich mich im Test eher mit Call Recording anfreunden. Für Interviews oder wichtige Telefonate kann das durchaus nützlich sein. Audio Snapshot bleibt für mich dagegen eher ein nettes Extra.

Qi-Charging fehlt leider noch immer und Spatial Audio darf für meinen Geschmack getrost ausgeschaltet bleiben. Viel mehr gibt es aber kaum zu meckern, womit der Geheimtipp von gestern einen ziemlich überzeugenden Nachfolger bekommt.

PREISVERGLEICH

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