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Review

Vorke V1 Plus Testbericht – Mini-PC

by 1. Oktober 2017
Der Vorke V1 Plus ist ein Mini-PC, der zumindest auf dem Datenblatt einen arbeitstauglichen Eindruck hinterlĂ€sst. Wie sich der Mini-PC in der Praxis schlĂ€gt und fĂŒr welche Einsatzgebiete er sich eignet, dazu mehr in diesem Testbericht!
Überblick
Hersteller

Vorke

Produktbezeichnung

Vorke V1 Plus

Spezifikationen

Leistung
CPU: Intel Celeron J3455
GPU: Intel HD Graphics 500
RAM: 4GB DDR3 RAM
Interner Speicher: 64GB SSD
Speichererweiterung: SATA III, Micro-SD, USB

AnschlĂŒsse
2x USB 3.0 (Typ-A)
2x USB 2.0 (Typ-A)
1x HDMI 2.0a
1x VGA
1x 3.5mm Audio
1x RJ45 (Gigabit)
1x Micro-SD
1x DC

Sonstige
OS: Windows 10 / Ubuntu 16.04
WiFi: 802.11 a/b/g/n/ac (Intel-3165)
Bluetooth: BT 4.2
Infrarot: Sender

GrĂ¶ĂŸe: 15.3 x 15.x x 4.4 cm
Gewicht 390g

Lieferumfang

1x Vorke V1 Plus
1x Netzteil
1x Netzkabel
1x Festplatten-Einbaurahmen

Erster Eindruck zum Vorke V1 Plus

Lieferumfang

Der Lieferumfang rund um den Vorke V1 Plus beschrĂ€nkt sich auf den Mini-PC, ein Netzteil samt Netzkabel, einen Festplatten-Einbaurahmen mit passenden Schrauben sowie eine englischsprachige Bedienungsanleitung. Überraschen konnte das mitgelieferte Netzteil, welches unter anderem TÜV-SĂŒd geprĂŒft ist und den europĂ€ischen Richtlinien entspricht. Gleiches gilt fĂŒr das Netzkabel samt SchuKo-Stecker, das qualitativ ebenfalls ĂŒberzeugt. EnttĂ€uschend ist hingegen der Festplatten-Einbaurahmen, der keinen besonders hochwertigen Eindruck hinterlĂ€sst und völlig verbogen mitgeliefert wurde. QualitĂ€tskontrolle sieht anders aus!

Design und Verarbeitung

Das Design fĂ€llt ĂŒberwiegend schlicht aus, wodurch sich der Mini-PC weitestgehend unauffĂ€llig platzieren lĂ€sst. Hervorstechend ist lediglich der „Vorke“-Schriftzug samt der großen Einschalttaste. Das GehĂ€use besteht aus matt-schwarzem Kunststoff und misst 15.3 x 15.x x 4.4 cm. Das Gewicht liegt bei 390g.

Die Anschlussmöglichkeiten befinden sich an der Front- und RĂŒckseite des GehĂ€userahmens. Die Frontseite bilden zwei USB 2.0 Buchse, ein Micro-SD Speicherkarteneinschub sowie ein IR-EmpfĂ€nger. Bei den rĂŒckseitigen AnschlĂŒssen handelt es sich um den DC-Stromeingang, einen VGA Ausgang, zwei USB 3.0 Buchsen, einen 3.5 mm Audioausgang, einen HDMI Ausgang sowie eine Ethernet-Buchse.

Vorke V1 Plus AnschlĂŒsse

Wie zu erwarten gewesen, wird der Vorke V1 Plus nicht passiv gekĂŒhlt, sondern ĂŒber einen kleinen LĂŒfter. Die weiteren GehĂ€userahmenseiten dienen der BelĂŒftung. Auf der linken Seite wird frische Luft angesaugt, durch den PC geleitet und rechts wieder abgegeben. Die Einschalttaste samt LED-Indikator befindet sich unĂŒbersehbar auf der GehĂ€useoberseite.

Über die Unterseite lĂ€sst sich der Vorke V1 Plus ĂŒber einen Drehmechanismus samt Schraubbefestigung ohne Probleme öffnen. Es ist sogar vorgesehen den Mini-PC zu öffnen, um eine zusĂ€tzliche Festplatte zu installieren oder sonstige Hardwaremodule auszutauschen. Über einen Garantieverlust muss man sich somit keine Gedanken machen. Gleichzeitig ist die abnehmbare Unterseite mit einem rutschfesten Gummipad versehen. Die VerarbeitungsqualitĂ€t des Mini-PC ist dem Preis entsprechend und ĂŒberzeugt bis auf den mitgelieferten Festplatten-Einbaurahmen.

Praxistest

Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme des Vorke V1 Plus gestaltet sich als unkompliziert. Schaltet man den Mini-PC ein, wird man bereits von Windows 10 Home begrĂŒĂŸt, das bereits ab Werk vorinstalliert ist und nur noch eingerichtet werden muss. Praktischerweise ist Windows 10 bereits nach der Einrichtung aktiviert, sodass man keinen eigenen Produkt-Key benötigt. Dieser ist im BIOS hinterlegt und bleibt auch nach einer Windows Neuinstallation erhalten. Alternativ ist es auch möglich Ubuntu zu installieren. Welche Schritte hierfĂŒr notwendig sind, wird in der mitgelieferten Bedienungsanleitung erklĂ€rt.

Vorke V1 Plus Windows 10

Hardware

Hardwareseitig ist der Vorke V1 Plus mit einem Intel Apollo Lake J3455 Prozessor, 4GB DDR3 RAM und einer 64GB SSD ausgestattet. Der im 3. Quartal 2016 erschienene Prozessor gehört der Intel Celeron Serie an und ist im 14nm Verfahren gefertigt. Insgesamt vier Kerne mit je 4 Threads takten im Grundtakt mit 1.5 GHz und erreichen im Burst eine Taktrate von 2.3 GHz. Die Thermal Design Power (TDP) gibt Intel mit 10 Watt an. Bei der Prozessorgrafik handelt es sich um eine Intel HD Graphics 500 GPU.

Die Speicherausstattung enttĂ€uscht ein wenig. Unter anderem wĂ€re der Vorke V1 Plus auch in der Lage gewesen, DDR4 RAM zu unterstĂŒtzten. Um die Kosten möglichst klein zu halten, hat sich der Hersteller vermutlich fĂŒr DDR3 Speicher entschieden. Auch die SSD fĂ€llt mit nur 64GB etwas schmal aus und erreicht keine ĂŒberragenden Schreib- und Lesegeschwindigkeiten. Knapp 25GB nimmt bereits Windows 10 ein, sodass im Endeffekt nur noch 39GB Speicher zur VerfĂŒgung stehen. Ein Wehrmutstropfen ist hingegen die Erweiterbarkeit des Vorke V1 Plus. Über den zusĂ€tzlichen SATA III Port, kann eine zusĂ€tzliche 2.5 Zoll SSD angeschlossen werden. Auch die bereits verbaute mSATA SSD kann problemlos gegen eine grĂ¶ĂŸere SSD getauscht werden. Eine Erweiterungsmöglichkeit des Arbeitsspeichers ist im Vergleich zum Vorke V1 ohne Plus-Zusatz nicht vorgesehen.

Arbeitstauglichkeit

Ich habe den Vorke V1 Plus wĂ€hrend der Testphase hauptsĂ€chlich als zusĂ€tzlichen Arbeitsplatz verwendet. Windows 10 war dabei durchweg flĂŒssig bedienbar und leistungstechnisch ĂŒberzeugte der Mini-PC durch angenehme Ladezeiten. Word, Excel und etwas Bildbearbeitung mit GIMP stellten im Test kein Problem dar, wobei GIMP den V1 Plus bereits ins Schwitzen brachte. Auch mit gleichzeitig geöffneten Tabs im Chrome Browser, die bekanntermaßen sehr Speicherhungrig sind, kam der Mini-PC gut zurecht. WofĂŒr sich der Vorke V1 Plus hingegen kaum bzw. gar nicht eignet ist das Arbeiten mit Photoshop und Videoschnittprogrammen. HierfĂŒr reicht die Leistung des Apollo Lake Prozessors einfach nicht aus, was sich durch einen gestörten Arbeitsfluss mit zahlreichen BildhĂ€ngern bemerkbar macht. Im Idle betrĂ€gt die Kerntemperatur ungefĂ€hr 50°C. Unter Vollast kann die Temperatur an die 85-90°C erreichen. Leider hat der kleine und ziemlich laute LĂŒfter die KĂŒhlung des Mini-PC nicht ganz im Griff, weshalb es unter Volllast zum so genannten „Thermal-Throttling“ kommt. Zur Temperaturregulierung wird dabei die Prozessorleistung gedrosselt.

Vorke V1 Plus PCMark Benchmark

PCMark Benchmark

Gamingtauglichkeit

Auch beim Gaming sollte man keine hohen Erwartungen an den Mini-PC stellen. Zwar liefen im Test Spiele Ă€lterer JahrgĂ€nge durchaus flĂŒssig, möchte man hingegen aktuelle Titel spielen, ist der Vorke V1 Plus schlichtweg ĂŒberfordert. Ein gutes Beispiel wĂ€ren die Valve Titel Half-Life, Dota 2 und CS:GO. Das alte Half-Life und Counter-strike 1.6 sind wie zu erwarten kein Problem fĂŒr den Mini-PC. Die aktuelleren Source-Engine Titel Dota 2 und CS:GO laufen zwar ebenfalls noch auf niedriger Auflösung und geringeren Grafikdetails einigermaßen flĂŒssig, ein unbeeintrĂ€chtigter Spielspaß kam im Test dennoch nicht auf. Gerade bei effektvollen Spielereignissen brach die Bildwiederholrate deutlich ein, was in einer regelmĂ€ĂŸigen Ruckelpartie resultierte.

Vorke V1 Plus AnTuTu Benchmark

AnTuTu Benchmark

Heimkinotauglichkeit

Überraschend gut schlĂ€gt sich der Vorke V1 Plus im Heimkinobereich. Hier zeigt vor allem die Intel HD Graphics 500, dass sie mit der hardwareseitigen Dekodierung von H.265 bzw. HEVC kodiertem Videomaterial bestens zurechtkommt. Durch den HDMI 2.0a Videoausgang ist selbst 4K Videomaterial mit 60 Hz flĂŒssig abspielbar. Der Dolby Digital und DTS Pass-Through funktioniert. Nicht unterstĂŒtzt wird hingegen TrueHD und DTS HD. Was dem Mini-PC ebenfalls leider fehlt ist ein S/PDIF Ausgang. Was das Heimkinoerlebnis mit dem Vorke V1 Plus jedoch am meisten stört, ist der vergleichsweise laute LĂŒfter. Gerade bei der 4K Wiedergabe dreht dieser besonders hoch und stört das Filmerlebnis. FĂŒr ein zufriedenstellendes Heimkinoerlebnis ist eine passiv-gekĂŒhlte TV Box auf Dauer die eindeutig bessere Wahl.

KonnektivitÀt

Das Wireless-Modul trĂ€gt die Bezeichnung Intel Wireless-AC 3165. Hierbei handelt es sich unter anderem um ein Dual-Band AC WiFi-Modul, das sich sowohl mit 2.4 GHz und 5 GHz Netzen versteht. Die theoretisch maximale Geschwindigkeit liegt bei 433 Mbps. Gleichzeitig unterstĂŒtzt das Modul Bluetooth mit Version 4.2.

Im WLAN eingebunden liefert der Mini-PC akzeptable Ergebnisse. Die SignalstĂ€rke und der Datendurchsatz sind nicht zu beanstanden, sofern sich der WLAN Access Point im gleichen Raum befindet. Weitere Entfernungen meistert der Vorke V1 Plus eher mittelmĂ€ĂŸig. Gerade durch WĂ€nde hinweg sinkt der Datendurchsatz vergleichsweise stark, weshalb 4K Streaming zum Problem werden kann. Die SignalqualitĂ€t ĂŒber Bluetooth ist nicht zu beanstanden. Die durchschnittliche Reichweite von 10 Metern ist fĂŒr den Mini-PC kein Problem.

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Preise zuletzt aktualisiert am: 1. April 2020 05:02

Testergebnis

Bewertung
Positiv

Schlichtes Design
Zahlreiche Anschlussmöglichkeiten
ZusÀtzlicher SATA-Anschluss
Aktiviertes Windows 10
Ubuntu UnterstĂŒtzung
Arbeitstauglichkeit
Heimkinotauglichkeit

Negativ

QualitÀtskontrolle
Kein S/PDIF
Langsamer Speicher
Thermal-Throttling
Lauter LĂŒfter

Erster Eindruck
8.0
Verarbeitung
7.0
Design
8.5
Leistung
7.0
KonnektivitÀt
8.5
Stromverbrauch
8.5
Fazit

Der Vorke V1 Plus ist ein solider Mini-PC, dessen Leistung der gebotenen Hardware entspricht. AlltĂ€glichen Office-Arbeiten ist der Mini-PC gewachsen und auch nicht allzu fordernde Spiele stellen kein Problem dar. Als Media-Zentrale liefert der V1 Plus zwar ebenfalls ĂŒberaus gute Ergebnisse, was in einer flĂŒssigen 4K Wiedergabe resultiert, ein großer Nachteil ist jedoch der sehr laute LĂŒfter, der das Filmerlebnis ungemein beeintrĂ€chtigt. HauptsĂ€chlich zu kritisieren ist das Thermal-Throttling, das sich zwar nur unter andauernder Volllast bemerkbar macht, die Systemleistung jedoch deutlich reduziert.

7.9
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