Xiaomi 17T im Test: Fast alles drin, was zählt

Veröffentlicht von Timo Altmeyer am 27. Juni 2026

Beim Xiaomi 17T fehlen ein paar echte Flaggschiff-Extras, doch die wichtigsten Alltagsdisziplinen sitzen. Gerade Kamera, Display und Akku machen einen starken Eindruck. Mehr dazu im Test.

8.8

Unsere Bewertung
Xiaomi 17T Review Hero

Xiaomi 17T: Design, Verarbeitung und Lieferumfang

Optisch bleibt das Xiaomi 17T ein eher ruhiges Smartphone. Unser Testgerät in Violet wirkt je nach Licht mal dezent dunkel, mal deutlich auffälliger. Alternativ gibt es das Smartphone auch in Black, Opal White und Blue.

Im Vergleich zum Xiaomi 15T (hier zum Test) hat Xiaomi das Format angepasst. Statt 163,2 x 78,0 Millimetern misst das Xiaomi 17T nur noch 157,6 x 75,2 Millimeter, gleichzeitig ist es aber mit 8,17 Millimetern etwas dicker und mit 200 Gramm auch ein paar Gramm schwerer als der Vorgänger. In der Praxis fühlt es sich aber ausgewogener an als das 15T, weil die Breite reduziert wurde und das Gerät damit nicht mehr ganz so großflächig in der Hand liegt.

Xiaomi 17T Vorderseite mit Display
Flaches Display, dünne Ränder, kleine Punch-Hole-Kamera.

An die Kompaktheit des Xiaomi 17 (hier unser Test) kommt es trotzdem nicht heran. Das Flaggschiff bleibt mit seinem 6,3-Zoll-Format klar handlicher und wirkt auch hochwertiger. Beim Xiaomi 17T merkt man schneller, dass Xiaomi weiterhin Abstand zur echten Oberklasse hält. Der Rahmen besteht nicht aus Aluminium, sondern aus Kunststoff. Das nimmt dem Gerät etwas Premium-Gefühl, macht es aber nicht unbedingt billig. Die Verarbeitung ist sauber, die Tasten sitzen fest und das Gehäuse wirkt stabil.

Die matte Rückseite ist im Alltag angenehm unempfindlich. Fingerabdrücke fallen kaum auf und auch nach mehreren Fototouren durch Wien sah das Gerät nicht sofort verschmiert aus. Das Kameramodul sitzt symmetrisch auf der Rückseite und trägt den Leica-Schriftzug, der dem ansonsten nüchternen Design den wichtigsten Wiedererkennungswert gibt.

Positiv bleibt die IP68-Zertifizierung. Regen, feuchte Hände oder ein kurzer Kontakt mit Wasser sind damit kein Problem. Das Display wird von Corning Gorilla Glass 7i geschützt.

Xiaomi 17T Rückseite
Das Xiaomi 17T in Violet wirkt je nach Licht mal dezent, mal deutlich kräftiger.

Die Tasten befinden sich alle auf der rechten Seite, haben einen sauberen Druckpunkt und sind gut erreichbar. Unten sitzen USB-C, Lautsprecher, Mikrofon und der SIM-Schacht. Einen klassischen Kopfhöreranschluss gibt es schon lange nicht mehr, dafür bleibt der IR-Blaster erhalten. Der sitzt nicht sichtbar im oberen Rahmen, sondern ist im Bereich des Kameramoduls versteckt.

Dem Lieferumfang liegen neben dem Smartphone ein USB-C-Kabel, eine SIM-Nadel, eine Schutzhülle und der übliche Papierkram bei. Ein Netzteil gehört nicht dazu. Das ist inzwischen zwar üblich, bleibt bei einem Smartphone mit 67W HyperCharge aber trotzdem schade.

Xiaomi 17T: Display

Beim Display macht das Xiaomi 17T einen der stärksten Schritte gegenüber dem Vorgänger. Zwar ist die Diagonale von 6,83 Zoll beim Xiaomi 15T auf 6,59 Zoll geschrumpft, kleiner fühlt sich das Panel im Alltag aber kaum an. Stattdessen wirkt das Smartphone handlicher, ohne dass man beim Lesen, Navigieren oder Fotografieren spürbar Platz verliert.

Die Auflösung liegt bei 2756 x 1268 Pixeln, was erneut rund 460 ppi ergibt. Texte sehen sehr scharf aus, Fotos wirken detailreich und auch kleine UI-Elemente bleiben klar lesbar. Farben sind kräftig, aber nicht überzogen, Schwarz ist AMOLED-typisch tief und HDR-Inhalte profitieren von Dolby Vision und HDR10+.

Auch bei der Helligkeit spielt das Xiaomi 17T weit oben mit. Xiaomi gibt bis zu 3500 cd/m² an, also etwas mehr als beim Xiaomi 15T. Bei den Testfotos in Wien, zwischen hellen Fassaden, spiegelnden Schaufenstern und direkter Sonne, musste ich die Hand nur selten schützend über das Display halten. Bildausschnitt, Fokuspunkt und Belichtung ließen sich auch im Freien zuverlässig beurteilen.

Xiaomi 17T Display bei Sonne
Das Display spiegelt zwar sichtbar, bleibt im Freien aber angenehm kontrastreich und lesbar.

Die Bildwiederholrate liegt weiterhin bei bis zu 120 Hz. Scrollen durch Webseiten, soziale Netzwerke oder die Galerie fühlt sich entsprechend flüssig an. Im Gegensatz zum Xiaomi 17 fehlt allerdings ein echtes LTPO-Panel, das besonders fein bis auf 1 Hz herunterregeln kann. Das merkt man im Alltag kaum direkt, ist aber einer der Punkte, an denen sich das T-Modell technisch weiterhin vom Flaggschiff abgrenzt.

Dafür bietet das Xiaomi 17T eine sehr hohe 480 Hz Touch-Abtastrate und reagiert angenehm direkt auf Eingaben. Auch Wet-Touch 2.0 ist wieder an Bord, sodass sich nach leichtem Regen oder mit feuchten Fingern das Display weiterhin bedienen lässt.

Für empfindliche Augen bringt Xiaomi ebenfalls einiges mit. Neben 3840 Hz PWM-Dimming gibt es DC-Dimming, mehrere TÜV-Rheinland-Zertifizierungen und Xiaomis Vision-Care-Funktionen. Bei niedriger Helligkeit wirkt das Panel angenehm ruhig, etwa beim Lesen am Abend oder beim kurzen Blick aufs Smartphone in der Bahn.

Xiaomi 17T: Leistung

Im Xiaomi 17T arbeitet der MediaTek Dimensity 8500-Ultra und damit ein direkter Nachfolger des Dimensity 8400-Ultra aus dem Xiaomi 15T. Der Sprung klingt auf dem Papier größer, als er sich im Alltag tatsächlich anfühlt. Beide Chips gehören zur oberen Mittelklasse und liefern mehr als genug Leistung für alles, was man typischerweise mit einem Smartphone macht. Apps öffnen schnell, Multitasking läuft sauber und auch größere Fotogalerien oder Bildbearbeitung bringen das Gerät nicht aus der Ruhe.

Unterstützt wird der Prozessor von 12 GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und wahlweise 256 oder 512 GB UFS-4.1-Speicher. Eine Speichererweiterung per microSD ist nicht vorgesehen. Wer viele Fotos, Videos oder Offline-Downloads speichert, sollte deshalb direkt zur größeren Variante greifen.

Im Vergleich zum Xiaomi 15T reagiert das 17T etwas geschmeidiger. HyperOS 3 wirkt etwas runder und der schnellere Arbeitsspeicher hilft bei anspruchsvollen Apps, allerdings war auch der Vorgänger bereits schnell unterwegs. Der größere Unterschied liegt eher in der Effizienz und im Zusammenspiel mit dem größeren Akku.

Zum Xiaomi 17 bleibt dagegen ein klarer Abstand. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 im Flaggschiff ist sichtbar stärker, vor allem bei dauerhaft hoher Last, aufwendigen Spielen und rechenintensiven Aufgaben wie Videoexporten. Wer maximale Leistung möchte, bekommt sie beim Xiaomi 17. Wer aber einfach ein schnelles Smartphone für Alltag, Kamera, Navigation, Social Media und gelegentliches Gaming sucht, wird beim Xiaomi 17T kaum etwas vermissen.

Auch Spiele laufen auf dem Xiaomi 17T problemlos. Anspruchsvolle Titel sind mit hohen Einstellungen spielbar, nur bei maximalen Grafikprofilen merkt man, dass hier kein echter Flaggschiff-Chip arbeitet. Das Gerät bleibt dabei angenehm kontrolliert. Die Xiaomi 3D IceLoop Kühlung verteilt die Wärme gut über das Gehäuse, sodass die Rückseite zwar warm wird, aber nicht unangenehm heiß.

Xiaomi 17T: Konnektivität

Bei der Konnektivität bleibt das Xiaomi 17T weitgehend auf dem Niveau, das man in dieser Preisklasse erwartet. 5G ist ebenso an Bord wie eSIM, Dual-SIM, NFC zum Bezahlen, Bluetooth 6.0 und wie bereits erwähnt ein IR-Blaster. Letzterer ist typisch Xiaomi und im Alltag immer noch praktisch, wenn im Hotel, bei Freunden oder zu Hause mal wieder keine Fernbedienung auffindbar ist. Im Grunde gibt es hier keinen signifikanten Unterschied zum Vorgänger.

Beim Navigieren findet das Smartphone schnell seine Position und hält sie auch zwischen höheren Gebäuden stabil. Unterstützt werden unter anderem GPS L1 + L5, Galileo E1 + E5a, GLONASS, BeiDou, QZSS und NavIC.

Der USB-C-Anschluss bleibt beim älteren USB 2.0 Standard. Wer regelmäßig große Videodateien auf den Rechner kopiert, merkt das. Für gelegentliche Fotos, Backups oder normale Dateiübertragungen ist es kein Drama, aber gerade bei einem Smartphone mit starker Kamera hätte ein schnellerer USB-Standard gut gepasst.

Xiaomi 17T Dual-Nano-SIM
Der SIM-Schacht nimmt zwei Nano-SIM-Karten auf, alternativ wird auch eSIM unterstützt.

Die Stereo-Lautsprecher liefern einen brauchbaren Klang. Stimmen sind klar verständlich, Videos klingen ausreichend räumlich und die maximale Lautstärke reicht locker für YouTube, Podcasts oder Navigation im Hotelzimmer. Weil der Ton hier aber nur über den unteren Lautsprecher und die Hörmuschel ausgegeben wird, fehlt etwas Balance. Hält man das Smartphone quer, klingt eine Seite etwas kräftiger als die andere. Beim Xiaomi 15T kam der Klang oben noch zusätzlich aus einer kleinen Öffnung im Rahmen, was die Verteilung etwas gleichmäßiger machte.

Beim Entsperren setzt Xiaomi auf einen Fingerabdrucksensor im Display und KI-Gesichtserkennung. Der Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig, ist aber nicht ganz so hochwertig wie der Ultraschall-Sensor im Xiaomi 17. Mit trockenen Fingern gab es im Test kaum Fehlversuche. Bei feuchten Fingern ist das Flaggschiff im Vorteil, im normalen Alltag macht der optische Sensor des Xiaomi 17T aber einen soliden Job.

Xiaomi 17T: Betriebssystem

Auf dem Xiaomi 17T läuft HyperOS 3 auf Basis von Android 16. Wer schon ein aktuelles Xiaomi-Smartphone genutzt hat, findet sich sofort zurecht. Die Oberfläche wirkt schnell, bunt und an vielen Stellen etwas stärker angepasst als ein pures Android, aber nicht mehr so überladen wie frühere MIUI-Versionen.

Der Dimensity 8500-Ultra hat mit der Oberfläche sichtbar leichtes Spiel. Animationen wirken sauber, Apps starten schnell und auch beim Wechsel zwischen Kamera, Galerie, Maps und Messenger gab es im Test keine auffälligen Ruckler oder Abstürze.

Weiter gewachsen ist Xiaomis HyperAI, die KI-Funktionen wie KI-Schreiben, Spracherkennung, Dolmetscher, Suche und dynamische Hintergrundbilder bündelt. Dazu kommen Circle to Search mit Google und Gemini. Vieles davon ist inzwischen Standard in dieser Preisklasse, aber Xiaomi integriert die Funktionen recht ordentlich in das System.

Auch die Interkonnektivität baut Xiaomi weiter aus. Wer zusätzlich ein Xiaomi-Tablet, ein Notebook oder andere Geräte aus dem Ökosystem nutzt, bekommt mehr Komfort beim Teilen von Dateien, Benachrichtigungen oder Zwischenablagen. Für Nutzer ohne weitere Xiaomi-Geräte bleibt HyperOS 3 aber ebenfalls gut nutzbar, ohne dass man sich zwangsläufig in ein geschlossenes Ökosystem gedrängt fühlt.

Vorinstallierte Apps und Werbung, die auf einem Smartphone dieser Preisklasse nicht unbedingt nötig wären, sind leider auch hier wieder vorhanden. Vieles lässt sich entfernen oder deaktivieren, trotzdem wirkt die Einrichtung dadurch weniger sauber als bei Google oder Samsung. Gerade weil das restliche System inzwischen so ausgereift wirkt, fällt dieser Punkt weiterhin unnötig auf.

Beim Update-Versprechen steht das Xiaomi 17T zumindest als günstigeres T-Modell einigermaßen solide da. Xiaomi verspricht vier große Android-Versionen und sechs Jahre Sicherheitsupdates. Damit ist das Gerät deutlich besser abgesichert als ältere T-Modelle, reicht aber nicht ganz an die Update-Spitze von Google und Samsung heran. Für die meisten Nutzer dürfte der Support trotzdem lang genug sein, um das Smartphone mehrere Jahre sinnvoll zu verwenden.

Xiaomi 17T: Kamera

Auf der Rückseite sitzt erneut eine Leica-Triple-Kamera. Die Hauptkamera löst mit 50 MP auf, nutzt den Light Fusion 800 Sensor im 1/1,55-Zoll-Format, besitzt eine f/1.7-Blende und optische Bildstabilisierung. Dazu kommen eine 50 MP Periskop-Telekamera mit 115 Millimetern Brennweite, OIS und 5-fachem optischem Zoom sowie eine 12 MP Ultraweitwinkelkamera mit 120 Grad Bildwinkel.

Xiaomi 17T Kameramodul
Das Kameramodul trägt den Leica-Schriftzug und versteckt zugleich den IR-Blaster.

Xiaomi verbaut diesmal auch im normalen T-Modell ein 5x-Periskop-Teleobjektiv, das bislang nur dem Pro-Modell vorbehalten war. Der Vorgänger hatte zwar ebenfalls eine 50 MP Telekamera, diese bot aber nur eine 2-fache optische Vergrößerung mit 46 Millimetern Brennweite. Für Porträts war das praktisch, für Architektur, Details oder weiter entfernte Motive aber oft zu kurz.

Zum Xiaomi 17 bleibt trotzdem ein Abstand. Das kompakte Flaggschiff setzt auf ein insgesamt hochwertigeres Kamerasystem mit stärkerer Hauptkamera, besserer Frontkamera und einer anderen Tele-Abstimmung. Das Xiaomi 17T ist also nicht plötzlich das bessere Kamera-Smartphone. Es ist aber das deutlich spannendere T-Modell, weil es im Alltag mehr Perspektiven bietet als sein Vorgänger.

Hauptkamera

Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera scharfe, kontrastreiche und angenehm lebendige Fotos. Xiaomi bleibt dabei dem Leica-Look treu. Im Modus "Leica Vibrant" wirken Farben kräftiger und etwas moderner, während "Leica Authentic" kontrastreicher und natürlicher abgestimmt ist. Je nach Motiv lohnt sich der Wechsel. Bei Rost, Beton, Waldwegen oder gedeckten Farben wirkt Authentic oft stimmiger, während Vibrant bei Essen, Pflanzen oder farbigen Straßenszenen mehr Leben ins Bild bringt.

Der Dynamikumfang ist gut. Helle Bereiche brennen nicht sofort aus und dunklere Bildteile behalten meist genug Zeichnung. Gerade bei Motiven mit starken Kontrasten, etwa hellen Himmelspartien über dunklen Industrieanlagen oder Waldszenen mit Lichtflecken zwischen den Bäumen, macht das Xiaomi 17T einen sicheren Job.

Ganz auf dem Niveau des Xiaomi 17 ist die Hauptkamera aber nicht. Das kompakte Flaggschiff arbeitet mit dem größeren Light Fusion 950 Sensor und hat dadurch mehr Reserven, vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen. Trotzdem ist die Hauptkamera des Xiaomi 17T sehr zuverlässig und für die meisten Alltagssituationen mehr als stark genug.

Bei Nacht macht das Xiaomi 17T ebenfalls eine gute Figur. Straßenlaternen, Schaufenster, beleuchtete Gebäude oder dunklere Innenbereiche werden ordentlich kontrolliert, ohne dass die Kamera jede Szene künstlich hellzieht. Das Bildrauschen bleibt moderat und Farben kippen nicht sichtbar ins Unnatürliche. In sehr dunklen Bereichen verliert die Hauptkamera zwar etwas Struktur, doch insgesamt wirken die Aufnahmen stimmig und brauchbar.

Teleobjektiv

Der eigentliche Fortschritt sitzt aber im Teleobjektiv. Motive, die mit dem Vorgänger nur digital vergrößert und entsprechend weich aussahen, lassen sich nun sauber heranholen. Besonders bei Details macht das Spaß, sodass sich Rohre, Stahlträger, Fassaden, Schilder, Tiere in einiger Entfernung oder einzelne Pflanzen im Wald verlustfrei fotografieren lassen, ohne direkt davorstehen zu müssen.

Auch für Porträts ist die Telekamera spannend, allerdings nicht in jeder Situation. Die 115 mm Brennweite erzeugt ein schönes Bokeh und trennt Motive angenehm vom Hintergrund. Man braucht aber auch mehr Abstand als beim klassischen 2x-Tele des Xiaomi 15T. Für enge Innenräume oder schnelle Schnappschüsse ist die Brennweite manchmal zu lang. Draußen funktioniert sie dafür umso besser.

Qualitativ überzeugt das Teleobjektiv bei gutem Licht mit hoher Schärfe, kräftigem Kontrast und einer Farbabstimmung, die gut zur Hauptkamera passt. Selbst 10x-Zoom bleibt bei Tageslicht erstaunlich brauchbar. Natürlich ist das dann bereits digital unterstützt, doch die Ergebnisse fallen deutlich besser aus als beim Xiaomi 15T.

Bei wenig Licht hält sich die Telekamera ebenfalls ordentlich, solange noch genug Restlicht vorhanden ist. In sehr dunklen Szenen wird die Hauptkamera sichtbar stärker, aber das Teleobjektiv bleibt deutlich nützlicher, als man es von vielen Geräten dieser Klasse kennt.

Ultraweitwinkelkamera

Die Ultraweitwinkelkamera ist dagegen der unspektakulärste Teil des Kamerasystems. Sie bietet 12 MP, f/2.2, 120 Grad Bildwinkel und 15 mm Brennweite. Bei Tageslicht entstehen ordentliche Aufnahmen mit guter Farbabstimmung und brauchbarem Dynamikumfang. Für breite Plätze, enge Gassen, Innenräume oder große Landschaftsausschnitte ist sie praktisch. Im direkten Vergleich zur Haupt- und Telekamera sieht man aber weniger Details und weichere Ränder.

Schade bleibt der fehlende Autofokus. Dadurch eignet sich die Ultraweitwinkelkamera nicht für Makroaufnahmen, was schon beim Xiaomi 15T ein Kritikpunkt war, beim Xiaomi 17T aber weniger ins Gewicht fällt. Wer nahe Motive fotografieren möchte, nutzt einfach das Teleobjektiv.

Frontkamera

Die Frontkamera löst mit 32 MP auf und sitzt als Punch-Hole im Display. Selfies sehen bei gutem Licht ordentlich aus, mit angenehmen Hauttönen und ausreichender Schärfe. Wunder sollte man aber nicht erwarten. Der feste Fokus limitiert die Kamera weiterhin, wenn der Abstand nicht ideal ist. Für Videotelefonie, Social Media und schnelle Selfies reicht sie völlig aus, an die stärkere 50 MP Autofokus-Frontkamera des Xiaomi 17 kommt sie aber nicht heran.

Video

Die Hauptkamera und das neue 5x-Teleobjektiv nehmen in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf, während Ultraweitwinkel und Frontkamera bei 4K mit 30 Bildern pro Sekunde bleiben. 8K oder 4K120 wie bei teureren Modellen gibt es nicht.

Die Hauptkamera liefert bei Tageslicht scharfe, kontrastreiche und gut stabilisierte Videos. Die Kombination aus optischer und elektronischer Stabilisierung hält Bewegungen beim Gehen ordentlich ruhig, ohne das Bild zu stark glattzubügeln. Perfekt gimbalartig wirken die Clips nicht, kleinere Schritte und Schwenks werden aber zuverlässig abgefangen.

Auch das Teleobjektiv überzeugt und macht das 17T beim Filmen deutlich vielseitiger als das Xiaomi 15T. Gerade entfernte Motive lassen sich damit deutlich schärfer einfangen.

Bei wenig Licht bleibt die Hauptkamera die beste Wahl. Das Teleobjektiv ist noch brauchbar, solange genug Restlicht vorhanden ist, während die Ultraweitwinkelkamera sichtbar früher an Qualität verliert. HDR10+, LOG-Video, ShootSteady und Pro-Video-Funktionen ergänzen die Videofähigkeiten des Xiaomi 17T.

Xiaomi 17T: Akku

Statt 5500 mAh wie beim Xiaomi 15T verbaut Xiaomi nun einen 6500 mAh großen Silizium-Kohlenstoff-Akku. Bei aktiver Nutzung mit Kamera, Messenger, Social Media, Musikstreaming und Navigation kommt man entspannt durch den Tag. An ruhigeren Tagen sind auch anderthalb bis zwei Tage Laufzeit realistisch. Wer viel unterwegs fotografiert oder das Smartphone regelmäßig als Navi nutzt, bekommt hier mehr Reserven als noch beim Xiaomi 15T.

Auch im Vergleich zum Xiaomi 17 muss sich das 17T nicht verstecken. Das kompakte Flaggschiff besitzt zwar ebenfalls einen sehr großen Akku für seine Größe, das Xiaomi 17T hat mit 6500 mAh aber sogar etwas mehr Kapazität und mit dem Dimensity 8500-Ultra den weniger leistungshungrigen Chip.

Innerhalb der neuen T-Serie bleibt das Xiaomi 17T trotzdem nicht die Ausdauer-Spitze. Das Xiaomi 17T Pro legt mit 7000 mAh noch einmal 500 mAh obendrauf. Dafür ist das Pro-Modell aber auch größer und mit 219 Gramm deutlich schwerer.

Xiaomi 17T Handlich trotz Akku
Im Vergleich zum Xiaomi 15T ist das 17T handlicher geworden, obwohl der Akku deutlich gewachsen ist.

Geladen wird weiterhin mit bis zu 67 Watt per Kabel, also kein Fortschritt gegenüber dem Xiaomi 15T. Schneller lädt nur das Xiaomi 17T Pro mit 100W HyperCharge. Trotzdem genügt auch beim Xiaomi 17T eine kurze Ladepause, um wieder viele Stunden Laufzeit nachzutanken.

Kabelloses Laden fehlt ebenfalls und ist dem Pro-Modell vorbehalten. Immerhin unterstützt das Xiaomi 17T kabelgebundenes Reverse Charging mit bis zu 22,5 Watt, falls Kopfhörer oder ein anderes Gerät unterwegs Strom brauchen.

Ein Netzteil liegt wie anfangs erwähnt nicht im Karton. Wer die volle Ladeleistung nutzen möchte, braucht also ein passendes Xiaomi-Netzteil oder ein kompatibles Netzteil mit PPS-Schnellladung.

Xiaomi 17T

8.8

POSITIV

Handlicher als das Xiaomi 15T

IP68-Zertifizierung

Sehr gutes, helles AMOLED-Display

Leistung reicht locker für Alltag, Multitasking und Gaming

HyperOS 3 läuft schnell und flüssig

Gute Hauptkamera mit Leica-Abstimmung

5x-Telekamera ist ein echtes Upgrade

Starke Akkulaufzeit dank 6500 mAh

NEGATIV

Kunststoffrahmen wirkt weniger hochwertig

USB-C nur mit USB 2.0

HyperOS weiterhin mit Bloatware

Kein kabelloses Laden

FAZIT

Das Xiaomi 17T ist für mich das erste normale T-Modell seit Langem, bei dem ich nicht ständig zum Pro schielen würde. Nicht, weil Xiaomi plötzlich keine Kompromisse mehr macht, sondern weil die richtigen Stellen besser geworden sind.

Den größten Unterschied zum Vorgänger macht die Telekamera aus. Die neuen Brennweiten holen deutlich mehr aus der Leica-Kamera heraus und machen den Zoom endlich zu etwas, das man nicht nur ausprobiert, sondern regelmäßig nutzt. Statt Motive einfach digital näherzurücken, liefert das 17T sauberere Detailaufnahmen, bessere Distanzfotos und spannendere Bildausschnitte als noch beim Xiaomi 15T.

Der Rest passt dazu. Das Display ist sehr gut, der Akku hält lange durch und die Leistung reicht locker für alles, was abseits von Benchmark-Vergleichen wichtig ist. Mit Kunststoffrahmen und ohne kabelloses Laden fühlt sich das 17T zwar weiterhin nicht wie ein echtes Flaggschiff an, aber genau dort zieht Xiaomi die Grenze zum 17T Pro und zum Xiaomi 17.

Am Ende ist das Xiaomi 17T handlicher, ausdauernder und fotografisch deutlich spannender als sein Vorgänger. Wer maximale Leistung, kabelloses Laden und die bessere Hauptkamera will, greift zum 17T Pro. Wer ein kompakteres Premium-Modell sucht, nimmt das Xiaomi 17. Für alle anderen ist das Xiaomi 17T die vernünftigere Wahl. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung.

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