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Google Pixel 3 Test – Googles neuer Alleskönner?

by 15. Dezember 2018

Wie bisher jedes Jahr, hat Google Anfang Oktober ein neues Pixel Smartphone vorgestellt. Das Google Pixel 3 verspricht ein Smartphone zu sein, das keine Wünsche offen lässt. Top aktuelle Hardware trifft dabei auf ein gepflegtes Android OS mit neuesten Google-Funktionen. Einen Monat lang hat mich das Pixel 3 als „Daily Driver“ begleitet. Mehr dazu im Testbericht.

Überblick
Hersteller

Google

Produktbezeichnung

Google Pixel 3

Spezifikationen

Prozessor und Speicher
CPU: Qualcomm Snapdragon 845
GPU: Adreno 630
RAM: 4GB (LPDDR4x)
Interner Speicher: 64GB / 128GB (UFS2.1)
Speichererweiterung: Nein

Display
Displaydiagonale: 5.5 Zoll
Displayauflösung: 2160 x 1080 Pixel
Displayschutz: Corning Gorilla Glass 5
Multitouch: 10 Finger

Kameras
Hauptkamera: 12.2 Megapixel Sony IMX363
*Blende f/1.8
*4-Achsen OIS
*AI-Modus
*Autofokus
*Dual-Tone LED Blitz
Frontkamera: 8+8 Megapixel Sony IMX355
*Bokeh
*HDR
*97° Weitwinkel

Netz
Dual-SIM: Nein
SIM-Größe: Nano SIM
eSIM: Ja

GSM: 850, 900, 1800 und 1900 MHz
UMTS: 1/2/4/5/8/9/19
FDD-LTE: 1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/29/30/32/66/71

Wireless
WiFi: 802.11 a/b/g/n/ac MU-MIMO
Bluetooth: 5.0
GPS: Ja

Sensoren
*Umgebungslichtsensor
*Beschleunigungssensor
*Näherungssensor
*Hall-Sensor
*E-Kompass
*Gyroskop
*Fingerabdrucksensor
*NFC

Akku
Akku: 2.915 mAh
Schnellladefunktion: Power Delivery
Qi-Laden: Ja
Anschluss: USB-C

Sonstige
Betriebssystem: Android 9 Pie
Größe: 145.6 x 68.2 x 7.9 mm
Gewicht: 148g

Lieferumfang

1x Smartphone
1x SIM-Nadel
1x Ladekabel
1x Ladegerät
2x Adapter
1x Kopfhörer
1x Sticker
1x Bedienungsanleitung

Vorwort: Google Pixel 3

Als Google am 09. Oktober die beiden neuen Pixel Smartphones vorstellte, war bei vielen Fans der Smartphone-Reihe die Enttäuschung groß. Das wohl umstrittenste Design-Merkmal 2018, die so genannte Notch, hat es auf das Google Pixel 3 XL geschafft. Dabei hat Google sogar noch eine Schippe draufgelegt und dem XL Smartphone keine dezente, sondern eine überdimensionierte und weit ins Display ragende Notch verpasst.

Für Unverständnis sorgt auch das hohe Preisniveau der neuen Pixel-Generation. Die Einstiegspreise liegen bei 849€ für ein Pixel 3 und 949€ für ein Pixel 3 XL! Der folgende Test befasst sich mit dem Google Pixel 3.

Design, Verarbeitung und Lieferumfang

Design

Das Google Pixel 3 ist ein überaus kompaktes Smartphone, das sich weitestgehend am Design des Vorgängers orientiert. Die Gehäuseabmessungen betragen gerade einmal 145.6 x 68.2 x 7.9 mm, bei einem Gewicht von nur 148g.

Google Pixel 3 Pixel Stand

Aufgebaut ist das Pixel 3 folgendermaßen:

Obwohl Gehäuseabmessungen des Pixel 3 sehr ähnlich zu denen des Vorgänger sind, ist die Displaydiagonale von 5 Zoll auf stolze 5.5 Zoll gewachsen. Möglich machen es der nach oben und unten hin deutlich geschrumpfte Bildschirmrahmen (Bezel). Auffällig sind die sichtbar abgerundeten Display-Ecken, die allerdings nur softwareseitig durch Ausblenden einzelner Pixel erzeugt werden. Über eine Notch müssen wir uns beim Pixel 3 keine Gedanken machen. Die hat es zur Freude der Notch-Kritiker nicht auf das kleine Pixel-Smartphone geschafft.

Google Pixel 3 Vorderseite

Oberhalb des Displays befindet sich der Hörer, der gleichzeitig auch als Frontlautsprecher agiert. Parallel dazu befindet sich unter dem Display ein weiterer Lautsprecher im gleichen Design. Weitere Designmerkmale der Vorderseite sind die beiden 8 Megapixel Frontkameras mit Weitwinkel und Telezoom, sowie der Näherungs- bzw. Helligkeitssensor. Eine Benachrichtigungs-LED ist nicht vorhanden. Entgangene Anrufe und sonstige Benachrichtigungen werden stattdessen direkt auf dem Always-On Display eingeblendet.

Google Pixel 3 Smartphone

Das Smartphone ist in den Farben „Just Black“, „Clearly White“ und „Not Pink“ erhältlich. Der Gehäuserahmen besteht aus Aluminium. Rechterhand befindet sich die Power-Taste mit der darunterliegenden Lautstärkewippe. Ein unverkennbares Designmerkmal des Pixel 3 ist die farbliche Akzentuierung der Power-Taste in Mintgrün (Cearly White) oder Orange (Not Pink). Der Nano-SIM-Slot (Single SIM) befindet sich innerhalb der Rahmenunterseite, links neben der USB-C Buchse (USB 3.1). Nach der Schutzart IP68 ist das Smartphone staubdicht und vor andauerndem Untertauchen geschützt.

Google Pixel 3 Rückseite

Die Rückseite des Pixel 3 besteht aus gehärtetem Corning Gorilla Glass 5. Das ist nicht nur kratzresistent, sondern auch besonders bruchsicher. Für eine bessere Griffigkeit ist der überwiegende Teil der Rückseite mit einer matten Beschichtung versehen. Da die Beschichtung über dem Gorilla Glass liegt, ist dieser nicht durch Kratzer geschützt. Schlüssel und Sonstiges, was man mit sich rumträgt, können die Beschichtung durchaus zerkratzen! Ein kleiner Ausschnitt oberhalb des Fingerabdruckscanners kommt ohne Beschichtung aus. Dieser umgibt die Hauptkamera, den danebenliegenden Spektral- und Flickersensor sowie den LED-Blitz.

Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität des Pixel 3 ist anstandslos. Das Smartphone ist sauber und ohne unschöne Spaltmaße zusammengesetzt. Der SIM-Slot schließt bündig und die Bedientasten sitzen mit gutem Druckpunkt fest im Gehäuse.

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist üppig und umfasst neben dem Smartphone einen Quick-Switch-Adapter von USB Typ-A (Female) auf USB Typ-C (Male), ein USB-C auf USB-C Lade- und Datenkabel, einen Pixel USB-C Kopfhörer, einen USB-C auf 3.5 mm Klinke Kopfhöreradapter, eine SIM-Nadel, Sticker und eine Kurzanleitung. Passende Schutzhüllen und Displayschutzfolien sind als optionale Zubehörteile erhältlich.

Google Pixel 3 Lieferumfang

Display

Das Google Pixel 3 ist mit einem 5.5 Zoll Display vom Typ POLED ausgestattet. Die Displayauflösung beträgt 2160 x 1080 Bildpunkte. Daraus ergeben sich wiederum eine Punktdichte von 443 PPI und ein Seitenverhältnis von 18:9. Hersteller des POLED-Panels ist LG.

Displayeinstellungen und Funktionen

Innerhalb der Displayeinstellung kann die Helligkeit manuell angepasst werden, als auch gibt es einen adaptiven Helligkeitsmodus, der die Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Ein Nachtmodus filtert blaues Licht, das als besonders Schlafstörend gilt. Dieser Modus kann manuell oder nach Zeitplan aktiviert werden. Zur Farbanpassung stehen 3 Farbprofile zur Auswahl. Es gibt einen „Natürlichen“ Farbmodus, einen Modus „Verstärkt“ für etwas sattere Farben und einen „Adaptiven“ Farbmodus, der Farben besonders satt und strahlend darstellt.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten gibt es zur Schriftgröße, der Displayausrichtung, dem Hintergrund, der Anzeigegröße, dem Bildschirmschoner und dem Inaktivitätsdisplay.

Displaymessung

Die Displaymessungen erfolgten mit Hilfe eines Spyder5 Kolorimeters und der CalMAN Analysesoftware. Displaymessungen ergaben eine maximale Leuchtdichte von 428 cd/m² und eine minimale Leuchtdichte von 3 cd/m². Der gemessene Schwarzwert liegt erwartungsgemäß bei 0 cd/m² (0 Lux), was wiederum der POLED Displaytechnologie zu verdanken ist. Ein POLED-Display zeichnet sich dadurch aus, dass das Display keiner Hintergrundbeleuchtung bedarf, sondern jeder Pixel eigenständig leuchtet. Soll Schwarz dargestellt werden, bleiben die Pixel einfach ausgeschaltet! Einer der Vorteile ist ein nahezu unendlicher Kontrast (0 Lux).

Helligkeitsverteilung des Pixel 3 Displays

Helligkeitsverteilung des Displays

Die Ausleuchtung des Displays ist weitestgehend gleichmäßig, ohne sichtbare Unregelmäßigkeiten. Die Leuchtdichte-Abweichung liegt bei maximal 23 cd/m², mit der höchsten Leuchtdichte am unteren Displayrand und der niedrigsten am oberen Displayrand. Den sRGB Farbraum hält das Pixel 3 im Natürlichen-Farbmodus noch am ehesten ein. Der Farbabstand liegt durchschnittlich bei einem Delta E von 3.3 und maximal bei 5.7. In den Graustufen ist ein leicht erhöhter Blauanteil zu erkennen.

Display im Alltag

Im Alltag hinterlässt das Display des Pixel 3 einen guten Eindruck. Die 3 Farbprofile bieten für jeden Geschmack die passende Farbdarstellung. Trotz vergleichsweise niedriger Leuchtdichte bleibt das Display im Freien, insbesondere bei Sonnenschein, gut lesbar. Flache Betrachtungswinkel führen zu keinen gravierenden Farb- oder Helligkeitsverfälschungen. Erwähnenswert ist die Dimmbarkeit des Displays. Mit stark reduzierter Displayhelligkeit ist das Display auch im Dunkeln besonders angenehm lesbar.

Touchscreen

Der Touchscreen reagiert zuverlässig und erkennt bis zu 10 gleichzeitige Eingaben. Berührungen werden präzise und ohne Eingabeverzögerung erkannt. Die Displayoberfläche ist angenehm gleitfähig und durch das verwendete Corning Gorilla Glass 5 besonders kratz- und bruchsicher.

Leistung

Qualcomm Snapdragon 845

Wie fast jedes 2018er High-End Smartphone, das nicht von Samsung oder Huawei stammt, nutzt auch das Google Pixel 3 das leistungsstarke Qualcomm Snapdragon 845 System-on-Chip. Die CPU setzt sich aus 8 Kryo 385 Prozessorkernen zusammen, die sich wiederum in einen Leistungscluster und einen Energiesparcluster unterteilen. Die maximal mögliche Taktrate schöpft der Snapdragon 845 des Pixel 3 nicht aus. Die Taktrate des Leistungscluster hat Google von 2.8 auf 2.5 GHz gesenkt, die des Energiesparclusters von 1.8 GHz auf 1.6 GHz.

Der Grafikprozessor (GPU) ist eine Adreno 630 GPU. Bezüglich der Speicherausstattung hat sich Google für einen 4GB LPDDR4X Arbeitsspeicher und einen wahlweise 64GB oder 128GB UFS2.1 Datenspeicher entschieden. Eine zusätzliche Erweiterung des Datenspeichers mittels MicroSD-Speicherkarte ist nicht vorgesehen.

Benchmark

Trotz reduzierter Taktrate schneidet das Pixel 3 in den einzelnen Benchmarks akzeptabel ab. Im AnTuTu Benchmark werden im Schnitt 282.000 Punkte erreicht, womit das Pixel 3 mit anderen Snapdragon 845 Geräten gleichzieht. Auch in Geekbench schneidet das Smartphone sowohl im Songle-Core, als auch Multi-Core Test nur geringfügig schlechter ab. Die gemessene RAM-Geschwindigkeit erreicht 15.700 MB/s. Die Schreibgeschwindigkeit des Datenspeichers beträgt im Schnitt 184 MB/s, die gemessene Lesegeschwindigkeit erreicht 760 MB/s.

Leistung im Alltag

Das Google Pixel 3 ist selbst komplexen Aufgaben gewachsen. Wie performant die Hardware ist, zeigt sich bereits anhand des Systemstarts, der nur wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Das System läuft überaus flüssig und Apps öffnen zeitnah. Einen Kritikpunkt gibt es dennoch. Apps werden zu schnell aus dem Speicher geworfen. Bereits nach wenigen, gleichzeitig geöffneten Apps greift das rabiate Speichermanagement. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn man im Hintergrund einen Streaming-Dienst laufen hat und das Öffnen einer anderen App diesen beendet. Google ist sich dem Problem bewusst und hat bereits einen Fix in Aussicht gestellt.

Gaming

Mit der Adreno 630 GPU ist das Pixel 3 allen aktuellen Mobile-Games gewachsen. Spiele wie z.B. PUBG Mobile sind auf höchsten Einstellungen ohne Ruckler spielbar. So genanntes Thermal Throttling tritt während des Spielens nicht auf. Die unter Last gemessene Temperatur erreicht an der heißesten Stelle maximal 40°C.

Google Pixel 3 PUBG Mobile

Benutzeroberfläche

Geht es um neue Android-Versionen, stehen Google Pixel-Smartphones an erster Stelle. Das Google Pixel 3 wird mit Android 9.0 Pie ausgeliefert. System- und Sicherheitsupdates garantiert Google bis 2021. Nervige Drittanbieter-Apps sind bei „Pure Android“ nicht zu finden. Das System ist sauber und aufgeräumt.

Kamera

Die Hauptkamera des Google Pixel 3 Smartphones verwendet einen Sony IMX363 Bildsensor, der mit 12.2 Megapixel (1,4 µm pro Pixel) auflöst. Dieser Bildsensor kommt mit einer f/1.8 Blende und einem PDAF + LDAF (Autofokus) daher. Aufnahmen werden optisch (OIS) und elektronisch (EIS) stabilisiert. Ein Dual-LED Blitz unterstützt die Hauptkamera im Dunkeln.

Die Frontkamera wiederum nutzt einen eher unbekannten Sony IMX355 Bildsensor. Einer der Sensoren ist ein 8 Megapixel Sensor mit f/2.2 Blende, 97° Weitwinkel und Fixfokus. Der weitere Sensor löst ebenfalls mit 8 Megapixel auf nutzt eine f/1.8 Blende, einen Autofokus und einen 75° Weitwinkel.

Praxistest der Hauptkamera

Fotomodus

Obwohl das Google Pixel 3 „nur“ mit einer Single-Sensor Hauptkamera ausgestattet ist, lassen sich hervorragende Landschafts- und Porträtaufnahmen damit anfertigen. Im Fotomodus werden Motive detailreich, farbkräftig und bis zu den Bildrändern hin scharf abgelichtet.

Der Dynamikumfang überzeugt. In hellen Bildbereichen kommt es zu keinen gravierenden Detailverlusten und dunkle Bildbereiche werden gut ausgeleuchtet dargestellt. Besonders feine Strukturen sind sehr gut erkennbar. Abbildungsfehler in Form chromatischer Aberration treten nicht auf. Der Dual-Pixel-Phase-Detection Autofokus fokussiert präzise und schnell.

Nachtmodus

Seine Stärke zeigt die Pixel 3 Hauptkamera bei schlechten Lichtverhältnissen bzw. im Dunkeln. Aktiviert man den Nachtmodus, zaubert die Kamera-AI auch im Dunkeln besonders detailreiche, scharfe und farbenfrohe Aufnahmen. Selbst wenn mit bloßem Auge so gut wie gar nichts mehr zu erkennen ist, bringt das Pixel 3 Licht ins Dunkel. Matschige Bildartefakte oder starkes Bildrauschen Fehlanzeige! Aus mehreren Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung entsteht eine Aufnahme. Die Aufnahmezeit variiert zwischen 1 und 7 Sekunden.

Bokeh

Beeindruckend ist auch der Bokeh-Modus des Pixel 3. Die Trennung zwischen scharfem Vordergrund und unscharfem Hintergrund erfolgt vollautomatisch durch die Kamera-AI. Zur Berechnung der Tiefenschärfe wird kein Zweitsensor benötigt.

Objekte und Personen extrahiert das Pixel 3 sauber. Selbst mit schwierigen Konturen kommt das Smartphone gut zurecht. Innerhalb der nachträglichen Bildbearbeitung kann der Unschärfegrad angepasst werden.

Top-Foto und Pixel Shift

Mit dem Google Pixel 3 neu eingeführt wurden das Top-Foto Feature und Pixel Shift. Top-Foto schlägt dem Nutzer das beste Bild einer Bildfolge vor. Bei Gruppenfotos oder Selfies wird z.B. das Bild ausgewählt, auf dem keiner blinzelt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Motion-Funktion der Kamera aktiviert ist. Im Test funktionierte Top-Foto ziemlich gut und die gemachten Vorschläge waren allesamt nachvollziehbar. Zu kritisieren ist allerdings, dass sich nur die von Google gemachten Vorschläge in hoher Qualität speichern lassen. Alle sonstigen Fotos der Bildfolge sind lediglich in 0.8 Megapixel abrufbar.

Das Pixel 3 macht sich das Pixel Shift Verfahren zunutze. Dadurch wird die Auflösung eines Bildes durch mehrere, minimal verschobene Aufnahmen erhöht. Die Kamera nimmt also mehrere Bilder gleichzeitig auf und kombiniert diese zu einem Bild. Durch die Überlagerung mehrerer Aufnahmen bleiben mehr Details erhalten, als auch wird die Aufnahme zusätzlich geschärft. Was in der Theorie gut klingt, konnte in der Praxis weniger beeindrucken. Gerade im Vergleich zu anderen High-End Smartphones sind die Aufnahmen des Pixel 3 keineswegs schärfer oder detailreicher.

Zoom

Einen optischen Zoom gibt es mangels Zoomobjektiv nicht. Es wird abermals komplett auf softwareseitige Algorithmen zurückgegriffen. Beim Super-Res-Zoom rechnet das Pixel 3 mehrere Bilder zu einer Aufnahme zusammen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, konkurriert aber nicht mit anderen Smartphones, die auf ein Zoomobjektiv setzen.

Videomodus

Im Videomodus überzeugt das Pixel 3 ebenfalls durch eine ordentliche Aufnahmequalität. Das Bild überzeugt wie auch schon im Fotomodus durch einen hohen Detailgrad, kräftige Farben und eine angenehme Schärfe. Was dem Videomodus allerdings fehlt, ist ein 4K 60 FPS Modus. Wer gerne mit smoothen 60 FPS aufnimmt muss sich mit 1080p zufriedengeben. Durch die optische Bildstabilisierung wird auch freihändiges Filmen zum Klacks. Im Test weniger überzeugt hat die Tonqualität. Der aufgenommene Ton ist leise und dünn.

Praxistest der Frontkamera

Dank der zwei Sensoren mit unterschiedlichem Weitwinkel eignet sich die Frontkamera des Pixel 3 sowohl für Single-, als auch Gruppen-Selfies. Bokeh-Shots mit unscharfem Hintergrund meistert das Smartphone im Normalen- und im Weitwinkel-Modus. Die Aufnahmequalität der Frontkamera kann sich sehen lassen und überzeugt durch natürliche Hauttöne sowie einen angenehmen Detailgrad.

Konnektivität

Für hiesiges LTE ist das Google Pixel 3 bestens gerüstet. Die in Deutschland üblichen LTE Bänder sind allesamt vorhanden. Wer gerne verreist, muss sich auch im Ausland keine Gedanken um den Mobilfunk machen. Das Pixel 3 ist weltweit nutzbar. Folgende Frequenzen und Bänder werden unterstützt:

  • GSM: 850, 900, 1,800 und 1,900 MHz
  • UMTS: 1/2/4/5/8/9/19
  • FDD-LTE: 1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/29/30/32/66/71

Die Übertragungsraten im Mobilfunk sind erstklassig. Das Cat 16 LTE-Modem ermöglicht Geschwindigkeiten mit bis zu 1 Gbit/s. Auf Dual-SIM verzichtet Google leider. Stattdessen muss man sich mit einer Nano-SIM oder eSIM begnügen. Telefonate lassen sich mit dem Pixel 3 hervorragend führen. Die Sprachqualität ist in beide Richtungen ausgezeichnet. VoLTE und HD Voice werden unterstützt.

WLAN und Bluetooth

Das Smartphone kommt mit 2.4 GHz und 5 GHz WiFi Netzen zurecht. Dual-AC ermöglicht besonders schnelle und stabile Übertragungsraten. Die im WLAN gemessenen Geschwindigkeiten liegen bei maximal 650 Mbit/s im Download und 550 Mbit/s im Upload. Ein weiterer kabelloser Verbindungsstandard ist Bluetooth 5.0.

GPS und Sensoren

Zur Positionsbestimmung werden GPS, Glonass, Galileo und BeiDou genutzt. Ein GPS-Fix erfolgt binnen weniger Sekunden und ist bis auf wenige Meter genau. Beim Navigieren mit Google Maps gibt sich das Pixel 3 zuverlässig. Das Signal ist konstant und ohne Abweichungen.

Die Sensorik umfasst unter anderem ein NFC-Modul. Mobiles Bezahlen per Google Pay oder anderen Banking Apps ist problemlos möglich. Ein Fingerabdruckscanner auf der Rückseite des Smartphones entsperrt dieses schnell und sicher. Weitere Sensoren sind ein 3-Achsen Gyroskop, ein 3-Achsen Beschleunigungssensor, ein Näherungssensor, ein Umgebungslichtsensor und ein E-Kompass.

Akku

Die Kapazität des Akkus beträgt 2915 mAh. Im Vergleich zu anderen Top-Modellen ist das zwar nicht sonderlich viel, das Pixel 3 ist aber vergleichsweise sparsam in Energieverbrauch. Mit etwas Telefonie, Surfen im Web und YouTube kommt man gut über den Tag. Zusätzliches Mobile Gaming zieht den Akku deutlich schneller leer, sodass bereits nach 2 ½ Stunden Schluss ist.

Vollständig aufgeladen ist das Pixel 3 nach etwa 105 Minuten. Eine Ladung um 50% benötigt nur 40 Minuten. Voraussetzung ist allerdings, dass man das mitgelieferte 18 Watt Schnellladegerät nutzt. Der Schnellladestandard ist USB Power Delivery. Trotz Qualcomm Prozessor wird kein Qualcomm Quick Charge unterstützt. Optional kann das Pixel 3 auch per kabelloser Qi-Ladefunktion geladen werden. Der Google Pixel Stand lädt das Smartphone in knapp 145 Minuten.

Preisvergleich

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788,32€
Preise zuletzt aktualisiert am: 17. Juli 2019 17:15
Positiv

►Handliches Design
►Gute Verarbeitungsqualität
►Leistungsstarke Hardware
►Aktuelles Android OS mit Updategarantie
►Außergewöhnliches Display mit Loch-Notch
►Gute Kameraausstattung mit Nachtmodus
►Gute Empfangsqualität (Cat 16 LTE)
►Präzises GPS
►NFC mit mobiler Bezahlmöglichkeit

Negativ

►Kratzanfälligkeit der matten Rückseite
►Rabiates Speichermanagement
►Keine Benachrichtigungs-LED
►Kein Dual-SIM
►Keine Speichererweiterung
►Keine 4K60 Videofunktion
►Tonqualität in Videoaufnahmen

Bewertung
Punkte
Erster Eindruck
8.5
Verarbeitung
9.0
Design
8.0
Display
8.5
Leistung
7.5
Benutzeroberfläche
9.0
Kamera
8.0
Fingerabdruckscanner
8.0
Konnektivität
9.0
GPS & Sensoren
8.5
Audio
7.0
Akku
7.5
Fazit

Auch das Google Pixel 3 ist und bleibt ein Nischen-Smartphone, das bei den gewöhnlichen Konsumenten höchstwahrscheinlich nicht ankommen wird. Im Vergleich zu den vielen anderen High-End Smartphones ist das Pixel 3 nur eines von vielen. Größere Innovationen sucht man leider vergebens.

Wer sich dennoch für ein Pixel 3 entscheidet, erhält ein überaus kompaktes Smartphone mit aktueller Hardware und einer „Pure Android Experience“. Dass ein Smartphone nicht unbedingt 2, 3 oder 4 Kamerasensoren benötigt, zeigt die Artificial Intelligence des Pixel 3, die durch saubere Bokeh-Shots, einen hervorragenden Nachtmodus und Features wie Top-Foto glänzt. Pluspunkte sammelt das Pixel 3 auch durch seine hervorragende Mobilfunkunterstützung, seine schnelle WLAN-Anbindung, NFC und die Qi-Ladefunktion.

Größere Kritikpunkte sind die kratzanfällige Beschichtung der Rückseite, das rabiate Speichermanagement, dem sich Google bereits in einem Software-Update widmen möchte, sowie die fehlende Dual-SIM und Speichererweiterungsfunktion.

8.2
Punkte
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