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Realme Buds Air Test – Wireless Kopfhörer mit Game-Mode

by 23. April 2020
Die junge Marke „Realme“ möchte den europĂ€ischen Markt nicht nur mit Smartphones fĂŒr sich gewinnen, sondern bringt auch gleich die passenden Accessoires mit. Dazu gehören auch die Realme Buds Air, sogenannte True-Wireless Kopfhörer, die nicht nur klanglich, sondern auch funktional die Konkurrenz ĂŒbertreffen wollen. Ob das gelingt, verrĂ€t dieser Test.
Überblick
Hersteller

Realme

Produktbezeichnung

Realme Buds Air

Spezifikationen

Allgemein
Treiber: Dynamischer Treiber
GrĂ¶ĂŸe: 12 mm

Frequenzbereich: Unbekannt
Impedanz: Unbekannt
Empfindlichkeit: Unbekannt

Bluetooth
Standard: 5.0 BLE
Reichweite: bis 10 Meter

Profile:
*HSP
*HFP
*A2DP
*AVRCP

Codec:
*SBC
*AAC

Sonstige
Mikrofon: Ja (CVC)
Bedienung: Touch
Akku: 2-3 Stunden

GrĂ¶ĂŸe: 41 x 16 x 15 mm
Gewicht: 4g je Ohrhörer

Lieferumfang

1x Realme Buds Air
1x Ladebox
1x USB-C Ladekabel
1x Bedienungsanleitung

Design, Verarbeitung und Lieferumfang

GĂ€be es ein Ranking fĂŒr Apple AirPods Klone, dann wĂŒrden die Realme Buds Air sehr weit vorne liegen. Bis auf kleine Abweichungen im Detail, ist das Design dem teuren Markenkopfhörer nachempfunden. Die aus Kunststoff gefertigten Realme Buds Air gibt es in Weiß, Schwarz und in Gelb. Ein einzelner Ohrhörer bringt leichte 4 Gramm auf die Waage. Der Ohrhörerkopf ist ergonomisch geformt und verzichtet auf austauschbare OhrpassstĂŒcke.

Links der Earbuds, rechts das Ladecase.

Der Ohrhörerkopf ist kein reiner Lautsprecher, sondern beinhaltet auch einiges an Sensorik. So befindet sich seitlich der NÀherungssensor zur TrÀgererkennung. Nimmt man die Earbuds aus dem Ohr, pausiert die Musikwiedergabe automatisch.

Die Touchbedienung erfolgt ĂŒber die Außenseite des Ohrhörerkopfes. Dieser geht schließlich in einen schlanken Schaft ĂŒber, bei dem sich im oberen Teil ein gerĂ€uschreduzierendes Mikrofon befindet. Das Ende des Schafts bilden die zwei Ladepunkte und ein weiteres Mikrofon. Die Realme Buds Air besitzen keine IP-Zertifizierung und sind auch in sonstiger Weise nicht wasserdicht.

Das Ladecase ist ebenfalls sehr kompakt gehalten und lĂ€sst sich problemlos in der Hosentasche verstauen. Das Gewicht des Case samt Ohrhörer betrĂ€gt 42 Gramm. Die Earbuds halten magnetisch im Ladecase. Gleiches gilt fĂŒr den Deckeln, der magnetisch schließt. Innerhalb der Unterseite des Ladecase befindet sich die USB-C Buchse, worĂŒber das Case geladen wird. Die Vorderseite ziert ein dezenter Pairing-Knopf mit darĂŒberliegender Status-LED.

Realme Buds Air Lieferumfang mit Earbuds und Ladekabel.

Die VerarbeitungsqualitĂ€t der Ohrhörer ist mittelmĂ€ĂŸig. Ein Kritikpunkt ist die Naht, des aus zwei Teilen zusammengesetzten Ohrhörers. Diese ist nicht nur unschön anzusehen, in ihr sammelt sich auch sehr schnell Schmutz an. Die VerarbeitungsqualitĂ€t des Ladecase ist wiederum nicht zu beanstanden. Der Lieferumfang umfasst die Earbuds, das Ladecase, ein USB-C Ladekabel und eine Kurzanleitung.

Tragekomfort

Die Realme Buds Air fallen unter die Kategorie „Semi-In-Ear“. Im Gegensatz zu herkömmlichen In-Ear Kopfhörern, sitzen die Earbuds nur leicht im Gehörgang. Wie gut die Realme Buds Air im Ohr halten, hĂ€ngt stark vom jeweiligen TrĂ€ger ab. Wegen der fehlenden OhrpassstĂŒcke gibt es keine individuelle Anpassungsmöglichkeit. Stattdessen gibt es nur eine EinheitsgrĂ¶ĂŸe, die laut Realme zumindest den meisten TrĂ€gern keine Probleme bereitet.

Aus eigener Erfahrung, liegen die Buds Air angenehm leicht im Ohr. Ein gewisser Halt ist vorhanden, allerdings fehlt das GefĂŒhl von Sicherheit. Gerade ruckartige Bewegungen fĂŒhren sehr schnell dazu, dass die Ohrhörer verrutschen und man nachjustieren muss. Dabei wird nicht selten die Touchbedienung ausgelöst, die dann die Musikwiedergabe unterbricht oder den Smartphone Assistenten startet.

Inbetriebnahme

Die Realme Buds Air sind Google Fast Pair kompatibel. Das erleichtert den Verbindungsvorgang mit einem Android GerĂ€t. Zum Koppeln muss man lediglich das Ladecase öffnen. Umliegende GerĂ€te erhalten anschließend die Fast Pair Anfrage, die sich durch bloßes antippen annehmen lĂ€sst. Der Verbindungsaufbau erfolgt automatisch, ohne dass man das GerĂ€t in den Bluetooth-Einstellungen suchen muss.

Der Verbindungsvorgang ohne Google Fast Pair ist ebenfalls unkompliziert. Ladecase öffnen, den Pairing-Knopf fĂŒr 3 Sekunden gedrĂŒckt halten und die Realme Buds Air in den Bluetooth-Einstellungen auswĂ€hlen. Die grĂŒn-blinkende Status-LED gibt zu erkennen, ob sich der Kopfhörer im Pairing-Modus befindet.

Realme Buds Air im Apple AirPods Look.

 

KlangqualitÀt

Jeder Ohrhörer hat einen 12 mm Treiber mit FlĂŒssigkristallpolymer-Membran verbaut. Angaben zum Frequenzgang, der Impedanz und der Empfindlichkeit gibt es leider nicht.

Tiefen, Mitten und Höhen

Wie gut ein Kopfhörer sitzt, beziehungsweise im Falle von In-Ear Kopfhörern den Gehörkanal versiegelt, hat entscheidende Auswirkungen auf den Klang. Die Semi-In-Ear Bauweise der Realme Buds Air ist, gerade was die Isolierung betrifft, nicht die beste Wahl.

Das macht sich vor allem im Tieftonbereich bemerkbar, dem gewissermaßen der „Wumms“ fehlt. Um dem entgegenzuwirken hat Realme den Tiefton angehoben (Dynamic Bass Boost). Trotzdem erreichen die Realme Buds Air kein solides Bassfundament. Es mangelt an Tiefgang und den BĂ€ssen fehlt es hörbar an PrĂ€zision.

Die Mitten werden angenehm warm abgebildet. Gerade Vocals kommen gut zur Geltung. Auf hoher LautstĂ€rke erscheint der Mittenbereich etwas zu harsch. Die Ortung einzelner Instrumente ist bis zu einem gewissen Grad möglich. Passiert zu viel auf einmal, sind die Realme Buds Air schnell ĂŒberfordert und neigen dazu, zu verwaschen.

Der Hochtonbereich ist etwas abgeschwĂ€cht und es fehlt ein klein wenig die Brillanz. Trotz der vielen kleinen Baustellen, sind die Realme Buds Air insgesamt keine schlecht klingenden In-Ear Kopfhörer. Eine gewisse Dynamik wird vermittelt und es entsteht eine angenehme Raumabbildung mit stabiler Ortbarkeit. FĂŒr Hörspaß im Alltag ist durchaus gesorgt. Gehobenen AnsprĂŒchen werden die Realme Buds Air jedoch nicht gerecht.

Der 12 mm Treiber der Realme Buds Air.

Bluetooth

Der Audioprozessor trĂ€gt die Bezeichnung „Realme R1“. Der Chip unterstĂŒtzt den aktuellen Bluetooth 5.0 Verbindungsstandard und zeichnet sich durch eine besonders geringe Latenz von nur 120 Millisekunden aus. Hochauflösende Audio-Codecs, wie z.B. aptX, werden nicht unterstĂŒtzt. Stattdessen muss man sich AAC / SBC zufriedengeben. Die stabile Übertragungsreichweite liegt zwischen 8 und 10 Metern.

Die geringe Latenz der Realme Buds Air ist nachvollziehbar. HÀufig haben Bluetooth Kopfhörer mit Verzögerungen bei der Bild-Ton-SynchronitÀt zu kÀmpfen. Auf die Realme Earbuds trifft das nicht zu. Bild und Ton verlaufen synchron, weshalb sich der Kopfhörer auch zum Filmeschauen eignet.

Gaming Mode

Um eine möglichst geringe Latenz zu erreichen, bieten die Realme Buds Air einen speziellen Gaming Modus. Zum Aktivieren muss das Touchfeld beider Earbuds fĂŒr wenige Sekunden berĂŒhrt werden. Den aktiven Gaming Modus erkennt man am GerĂ€usch eines startenden Motors. Klangliche Unterschiede zwischen dem Musik Modus und dem Gaming Modus sind kaum vorhanden. Im Gaming Modus können jedoch vereinzelt Tonaussetzer auftreten.

Die Realme Earbuds mit ovalem Lautsprecher und NĂ€herungssensor.

Bedienung und Headset

Touchsteuerung

Innerhalb der Außenseite des Ohrhörerkopfes befindet sich ein Touchsensor, der BerĂŒhrungen registriert. Je nach BerĂŒhrungsmuster lĂ€sst sich die Musikwiedergabe (play, pause, skip) steuern, Anrufe lassen sich annehmen oder ablehnen oder der Smartphone-Assistent lĂ€sst sich aufrufen. Die Steuerung der LautstĂ€rke ist nicht möglich.

Im Test erwies sich die Touchsteuerung trotz kleiner BerĂŒhrungsflĂ€che als zuverlĂ€ssig. In 9 von 10 FĂ€llen wurde die BerĂŒhrung erkannt und korrekt umgesetzt.

Mikrofon

Jeder Earbud ist mit zwei Mikrofonen ausgestattet. Das am unteren Ende platzierte Mikrofon ist das Hauptmikrofon. Das im Übergang zwischen Schaft und Ohrhörerkopf befindliche Mikrofon ist fĂŒr die StörgerĂ€uschreduzierung zustĂ€ndig.

Die SprachqualitÀt ist gut und StörgerÀusche werden effektiv gefiltert. Ein leicht blecherner bzw. dumpfer Klang ist je nach Situation zwar wahrnehmbar, hÀlt sich jedoch weitestgehend in Grenzen.

Links der Earbuds, rechts das geöffnete Ladecase.

Akku

In Sachen Akku gibt es gute und schlechte AnsÀtze. Gelungen ist die schnelle Ladezeit der Realme Buds Air. Nur 15 Minuten ins Ladecase und die Earbuds sind bereits um 60 Prozent geladen. Ein kompletter Ladevorgang dauert ungefÀhr 25 Minuten. Mit einem vollen Ladecase lassen sich die Earbuds bis zu viermal laden.

Die Kehrseite ist die Laufzeit. Hier erreichen die Realme Buds Air gerade einmal 2 Âœ bis 3 Stunden Musikwiedergabe am StĂŒck. Damit liegen sie im Vergleich zu anderen TWS Kopfhörern am unteren Ende.

Das Ladecase lĂ€sst sich per USB-C (USB 2.0) oder sogar kontaktlos laden (Qi). Der Ladevorgang dauert per USB-C ungefĂ€hr 80 Minuten und kontaktlos 130 Minuten. Der LED-Indikator leuchtet je nach Ladestand in rot (leer), gelb oder grĂŒn (voll).

Preisvergleich

Preisentwicklung

Aktuelle Preise

Edwaybuy
1-5 Werktage
54,99€

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Preise zuletzt aktualisiert am: 31. Mai 2020 23:01

Testergebnis

Bewertung
Positiv

Kompaktes Design
HĂ€ngt leicht im Ohr
Google Fast Pair
Klang mit warmem Charakter
Geringe Latenz
Touchbedienung
Ladezeit der Ohrhörer

Negativ

VerarbeitungsqualitÀt der Earbuds
Schlechte AußengerĂ€uschisolierung
Schlechte TrĂ€geranpassung wegen fehlender OhrpassstĂŒcke
Wenig Tiefgang
Schnell ĂŒberforderte Mitten
Unterdurchschnittliche Akkulaufzeit

Erster Eindruck
7.0
Verarbeitung
7.5
Design
6.5
Klang
6.0
Tragekomfort
5.0
Funktionsumfang
7.5
Akkulaufzeit
7.0
Fazit

Das Design von Semi-In-Ears muss man mögen. Egal ob teures Markenmodell oder Realme Buds Air, die spezielle Form der Earbuds bringt Nachteile mit sich. Fehlende OhrpassstĂŒcke heißt auch fehlende Anpassungsmöglichkeit an den TrĂ€ger. Das wirkt sich nachteilig auf den Tragekomfort und sogar den Klang aus. Im Gegensatz zum herkömmlichen In-Ear, der meist den Gehörgang ausfĂŒllt, entstehen beim Semi-In-Ear LĂŒcken, die das gesamte Klangbild beeintrĂ€chtigen.

So fehlt es den Realme Buds Air eindeutig an Tiefgang, den auch der beworbene Dynamic Bass Boost nicht ausgleicht. Die Mitten klingen wiederum angenehm warm und fĂŒllig, den Höhen fehlt es etwas an Brillanz.

Ein interessanter Ansatz ist die Touchbedienung. Im Test funktionierte diese ĂŒberraschend gut und zeigte eine durchweg hohe Erkennungsgenauigkeit. Die SprachqualitĂ€t des Mikrofons ĂŒberzeugt.

Gute und schlechte AnsĂ€tze gibt es beim Akku. Mit nur 25 Minuten Gesamtladezeit sind die Earbuds vergleichsweise schnell aufgeladen. DafĂŒr hĂ€lt der Akku aber auch nur 3 Stunden. Einen Pluspunkt gibt es fĂŒr die Qi-Lademöglichkeit des Ladecase.

6.6
Unsere Bewertung
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