Design und Verarbeitung
Das Xiaomi Pad 8 Pro wirkt hochwertig, schlicht und modern. Das flache Aluminiumgehäuse ist sauber verarbeitet, angenehm dünn und mit rund 485 Gramm noch leicht genug, um es etwa beim Lesen am Pool oder beim Serienmarathon im Flugzeug über längere Zeit in der Hand zu halten.

Bei der Größe ist Xiaomi eine Punktlandung gelungen. Mit seinen 11,2 Zoll bietet das Xiaomi Pad 8 Pro genügend Arbeitsfläche und ist gleichzeitig noch mobil. Es passt problemlos in einen Rucksack oder eine kleinere Tasche und lässt sich auch auf engen Flächen wie einem Flugzeugtisch gut nutzen.
Die matte Rückseite, wahlweise in Grau, Blau oder Grün erhältlich, fühlt sich gut an und wirkt unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken, kann ohne Hülle aber etwas rutschig sein. Wer sich das Tablet zulegt, sollte das passende Cover lieber gleich mitbestellen.

Auffällig bleibt das große Kameramodul auf der Rückseite, das mehr an ein Smartphone als an ein Tablet erinnert. Das Modul ragt leicht aus dem Gehäuse heraus, was auch dafür sorgt, dass das Tablet nie ganz flach liegt und beim Hinlegen leicht kippelt. Das ist zwar kein riesiges Problem, passt allerdings nicht ganz zum sonst so cleanen Design.
Display
Das 11,2 Zoll IPS-Panel mit 3.2K-Auflösung ist gestochen scharf, Texte wirken wie gedruckt und auch längere Schreib- oder Lese-Sessions sind angenehm für die Augen. Gerade beim Arbeiten an Dokumenten oder beim Surfen macht sich die hohe Pixeldichte sofort bemerkbar.
Dazu kommt die Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz, die das gesamte System spürbar flüssiger wirken lässt. Scrollen durch Webseiten, Multitasking oder das Navigieren durch Menüs läuft butterweich. Im Alltag pendelt sich das Display zwar oft eher bei 120 Hz oder darunter ein, wirklich vermisst habe ich die 144 Hz aber nicht. Die Darstellung bleibt durchgehend sehr geschmeidig.
Auch beim Medienkonsum gibt sich das Tablet stark. Serien und Filme auf Netflix sehen dank HDR-Unterstützung und kräftiger Farben richtig gut aus. Dazu passen auch die vier verbauten Lautsprecher, die für ein Tablet überraschend kräftig klingen. Stimmen sind klar verständlich, Effekte haben genug Druck und selbst bei höherer Lautstärke bleibt der Klang sauber, ohne zu verzerren. Für Serien, Filme oder YouTube reicht das völlig aus.

Die Helligkeit reicht aus, um Inhalte auch draußen am Pool oder auf dem Balkon problemlos zu erkennen, selbst wenn es mal heller wird. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung stößt das Display, typisch für ein LCD, an seine Grenzen.
Dass es sich beim Panel "nur" um ein IPS-Panel handelt, fällt übrigens kaum auf. Schwarztöne sind angenehm schwarz, sodass man nur beim direkten danebenhalten eines OLED-Displays einen wirklichen Unterschied bemerkt.
Leistung und Konnektivität
Im Xiaomi Pad 8 Pro steckt mit der Snapdragon 8 Elite Mobilplattform absolute High-End-Hardware. Der im 3-nm-Verfahren gefertigte Chip kombiniert zwei Performance-Kerne mit bis zu 4,32 GHz und sechs weitere Kerne mit bis zu 3,53 GHz. Dazu kommt die Adreno 830 GPU, die aktuell zu den leistungsstärksten Grafiklösungen im Android-Bereich zählt.
Je nach Modell stehen 8 oder 12 GB RAM zur Verfügung, wobei Xiaomi beim größeren Modell sogar auf den schnelleren LPDDR5T-Speicher setzt. Beim internen Speicher gibt es bis zu 512 GB mit schnellem UFS 4.1, was sich vor allem bei großen Apps, Spielen und Dateiübertragungen bemerkbar macht.
Im Urlaub musste das Tablet vor allem als kompakter Laptop-Ersatz herhalten. Texte schreiben, Mails beantworten, im Browser recherchieren, Bilder sichten, Dokumente öffnen und parallel Musik streamen, erledigt das Xiaomi Pad 8 Pro ohne spürbare Anstrengung. Selbst wenn mehrere Apps gleichzeitig geöffnet sind, etwa Browser, Notizen, Messenger und ein Dokumenteneditor, bleibt das System stabil und flüssig.

Für Spiele bietet das Xiaomi Pad 8 Pro ebenfalls reichlich Reserven. Anspruchsvollere Titel laufen mit hohen Grafikeinstellungen flüssig, Ladezeiten sind kurz und das große Display macht Gaming deutlich angenehmer als auf dem Smartphone. Nach längeren Sessions wird das Gehäuse zwar etwas warm, unangenehm heiß wird es im normalen Alltag aber nicht.
Unter Dauerlast kann das Tablet seine Spitzenleistung zwar nicht dauerhaft halten. Das ist bei einem so dünnen Gerät allerdings wenig überraschend und für den praktischen Einsatz auch kaum relevant. Beim Arbeiten, Streamen, Surfen und gelegentlichen Spielen zeigt sich das Pad 8 Pro durchgehend souverän.
Auch bei der Konnektivität ist das Tablet gut aufgestellt. Der USB-C-Port unterstützt USB 3.2 Gen 1, was schnelle Datenübertragungen und den Anschluss externer Displays ermöglicht. Dazu kommt modernes Wi-Fi 7, das für hohe Übertragungsraten und stabile Verbindungen sorgt, sofern ein entsprechendes Netzwerk vorhanden ist.
Was fehlt, ist eine SIM- oder eSIM-Option. Gerade im Reiseeinsatz wäre mobiles Internet ein echter Mehrwert gewesen, stattdessen bleibt nur der Umweg über Hotspot oder WLAN. Eine eher ungewöhnliche, aber durchaus praktische Ergänzung ist dagegen der integrierte Infrarot-Sender. Damit lässt sich das Tablet als Fernbedienung für Fernseher oder Klimaanlagen nutzen, was gerade im Hotelzimmer sehr nützlich sein kann.
Software und Produktivität
Auf dem Xiaomi Pad 8 Pro läuft HyperOS 3 auf Basis von Android 16. Xiaomi hat die Oberfläche sichtbar auf größere Displays optimiert und viele Funktionen integriert, die das Tablet produktiver machen sollen, darunter Split-Screen, schwebende Fenster und ein eigener Workstation-Modus.
Zwei Apps nebeneinander, dazu noch ein kleines Fenster für Messenger oder Musik klappt problemlos. Aktiviert man den PC- bzw. Workstation-Modus, verwandelt sich die Oberfläche in eine Art Desktop-Umgebung mit frei beweglichen Fenstern, wie man es beispielsweise von macOS oder Windows kennt.

In Kombination mit dem Keyboard Cover fühlt sich das tatsächlich ein Stück weit wie ein Laptop an. Apps lassen sich verschieben, skalieren und parallel nutzen. Komplett auf Laptop-Niveau kommt das Ganze aber nicht.
Die Fensterverwaltung ist nicht ganz so flexibel wie bei klassischen Desktop-Betriebssystemen, manche Apps skalieren nicht perfekt und auch kleine Dinge wie das Schließen von Fenstern über Menüs statt direkter Buttons bremsen den Workflow gelegentlich aus.
Positiv fällt die generelle Performance der Software auf. HyperOS läuft flüssig, wirkt aufgeräumt und bietet sinnvolle Zusatzfunktionen. Dazu gehören etwa geräteübergreifende Features, mit denen sich Inhalte zwischen Smartphone und Tablet teilen lassen, sowie diverse KI-Tools für Übersetzung, Transkription oder Textunterstützung.
Kamera
Die Kamera gehört bei Tablets traditionell nicht zu den wichtigsten Features. Trotzdem liefert Xiaomi hier eine überraschend solide Ausstattung mit einer 50 MP Hauptkamera auf der Rückseite und einer 32 MP Frontkamera.

Im Alltag reicht die Hauptkamera problemlos für typische Tablet-Aufgaben. Dokumente scannen, schnell etwas fotografieren oder ein paar Eindrücke festhalten funktioniert zuverlässig. Die Bilder sind scharf genug, Farben wirken natürlich und auch die Auslösezeit ist angenehm kurz. Für ernsthafte Fotografie greift man aber weiterhin lieber zum Smartphone, gerade weil die Bilder teilweise etwas flach wirken und nicht ganz die Dynamik moderner Handy-Kameras erreichen.
Videocalls (1080p) über die Frontkamera sind klar und ordentlich belichtet, der Bildwinkel ist ausreichend weit und auch die Position an der Längsseite ist sinnvoll gewählt. Für Meetings oder Calls unterwegs ist das Xiaomi Pad 8 Pro eine sehr gute Wahl.
Keyboard Cover und Stift
Richtig interessant wird das Xiaomi Pad 8 Pro erst mit dem passenden Zubehör. Ohne Keyboard und Stift bleibt es ein sehr gutes Tablet, mit beidem wird es erst zum Arbeitsgerät.
Das Keyboard Cover ist schnell angebracht und hält magnetisch sicher. Die Tastatur bietet einen ordentlichen Druckpunkt und ausreichend große Tasten, sodass auch längere Texte problemlos möglich sind. Für Mails, Artikel oder Notizen unterwegs reicht das absolut aus. Natürlich kommt das Tippgefühl nicht ganz an ein vollwertiges Notebook heran, für ein Cover ist es aber überraschend komfortabel.

Je nach Variante ist auch ein Touchpad integriert, das die Bedienung deutlich erleichtert. Gerade im Workstation-Modus wirkt das System damit wesentlich näher an einem klassischen Laptop. Cursorbewegungen sind präzise, Gesten funktionieren zuverlässig und man greift deutlich seltener zum Touchscreen.
Im Alltag zeigt sich aber auch der größte Nachteil, denn mit Keyboard Cover wird das Tablet deutlich schwerer und weniger "tablet-typisch". Zum Arbeiten ist das völlig in Ordnung, zum Lesen am Pool oder Serien schauen im Flugzeug nimmt man es aber fast automatisch wieder ab.
Auch der Focus Pen Pro ist eine sinnvolle Ergänzung. Für handschriftliche Notizen, schnelle Skizzen oder das Kommentieren von Dokumenten ist der Stift ideal. Eingaben werden präzise erkannt, die Verzögerung ist gering und das Schreiben fühlt sich direkt an.

Die neue, buttonlose Steuerung mit Gesten braucht allerdings etwas Eingewöhnung. Wer klassische Stift-Tasten gewohnt ist, muss sich hier umstellen. Hat man sich daran gewöhnt, funktioniert das System aber gut und bietet zusätzliche Flexibilität.
Akku und Laufzeit
Je nachdem wie man das Xiaomi Pad 8 Pro nutzt, hält der 9.200 mAh Akku einen bis mehrere Tage durch. Wer täglich damit arbeitet, spielt und streamt, kommt ungefähr auf 1 bis 1 1/2 Tage Laufzeit. Wer sparsam damit umgeht, kann auch mehr rausholen, denn im Standby verbraucht das Tablet erfreulich wenig.
Wenn es doch an die Steckdose geht, überzeugt das schnelle Laden. Mit bis zu 67 Watt ist der Akku in gut über einer Stunde wieder voll. Kurze Ladepausen reichen oft schon aus, um mehrere Stunden zusätzliche Nutzung herauszuholen.








