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Xiaomi Redmi 3 Test – Das beste Low-End Smartphone!?

by 28. März 2016

Mit dem Xiaomi Redmi 3 hat der bei Import-Chinaphones wohl bekannteste Hersteller „Xiaomi“ ein preisgünstiges 5 Zoll Smartphone herausgebracht, das sich sowohl in Sachen Hardware und auch Verarbeitung nicht hinter Smartphones von Größen wie Samsung oder Huawei zu verstecken braucht. Wie sich das preiswerte Smartphone gegen die Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr in diesem ausführlichen Xiaomi Redmi 3 Test.

Überblick
Hersteller

Xiaomi

Produktbezeichnung

Xiaomi Redmi 3 (Hongmi 3)

Spezifikationen

Display: 5 Zoll IPS HD
SoC: Qualcomm Snapdragon 616 Octa-Core
GPU: Adreno 405
Speicher: 2GB RAM, 16GB Intern (erweiterbar)
OS: MIUI 7 (Android 5.1.1)
Kameras: 13 und 5 Megapixel

Sonstige: GPS, WiFi, Bluetooth 4.1
Sensoren:
Gyroskop, Näherung-, Helligkeits-, Beschleunigungs-, Infrarotsensor, E-Kompass

Netze:
2G: GSM 850/900/1800/1900MHz
3G: WCDMA 850/900/1900/2100MHz
4G: FDD-LTE 1800/2100/2600MHz

Lieferumfang

1x Xiaomi Redmi 3 Smartphone
1x Betriebsanleitung (chinesisch)
1x USB Kabel
1x Ladegerät (Typ-A)

Erster Eindruck zum Xiaomi Redmi 3

Wer ein Xiaomi Smartphone oder sonstige Produkte des Herstellers importiert, muss sich meist mit einem chinesischen Lieferumfang zufriedengeben. Geliefert wurde das Xiaomi Redmi 3 im kompakten Pappkarton zuzüglich einer chinesischen Betriebsanleitung und Service-Kärtchen, einem micro USB Daten- bzw. Ladekabel und einem Ladegerät mit Typ-A Stecker, wie er vor allem in den USA vorkommt. Beim Import legen jedoch viele Hersteller einen passenden Adapter bei oder aber man bedient sich einem herkömmlichen Smartphone Ladegerät mit USB Anschluss.

Xiaomi Redmi 3 Unboxing auf YouTube

Xiaomi Redmi 3 | Unboxing (Testbericht Teil 1) [Deutsch / German]

Ausgepackt hinterlässt das Smartphone einen sehr guten Eindruck. Das edle und zudem gut verarbeitet Unibody-Aluminiumgehäuse mit dem rückseitig gepunkteten Karomuster sieht nicht nur verdammt gut aus, das Xiaomi Redmi 3 übertrumpft damit in Sachen Hochwertigkeit und Verarbeitungsqualität auch deutlich andere Smartphones aus gleicher Preisklasse. Einziger Nachteil ist, dass bei diesem Unibody Gehäuse der Akku nicht gewechselt werden kann. Die seitlich angebrachten Bedientasten bestehen ebenfalls aus Metall und sitzen fest im Gehäuse. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Hybrid SIM-Slot (micro SIM und nano SIM / micro SD)

Rückseitig befindet sich neben der Kamera samt LED-Blitz noch der Lautsprecherausgang. Die abgerundeten Teilstück der Rückseite, sowohl oberhalb als auch unterhalb, bestehen aus Kunststoff, was vor allem einer besseren Übertragung geschuldet ist.

Vorderseitig befindet sich das 5 Zoll große HD Display. Unterhalb haben wir 3 kapazitive Tasten und eine Benachrichtigungs-LED, die so nicht zu erkennen ist. Oberhalb des Displays befinden sich die Frontkamera, die Hörmuschel und der Näherungssensor.

Interessant ist bei diesem Smartphone, dass sich am oberen Rand sowohl ein Infrarotsensor und ein kleines Mikrofon befinden. Mit dem Infrarotsensor und einer passen App lässt sich beispielsweise ein Fernseher steuern, das Mikrofon dient der Geräuschunterdrückung. Der klassische 3.5mm Kopfhöreranschluss wurde natürlich nicht vergessen und befindet sich ebenfalls am oberen Rand. Zum Auflanden bzw. zur Datenübertragung besitzt das Handheld am unteren Gehäuserand eine herkömmliche Micro-USB-Buchse. Daneben befindet sich ein weiteres Mikrofon.

Xiaomi Redmi 3 Review auf YouTube

Xiaomi Redmi 3 | Review (Testbericht Teil 2) [Deutsch / German]

Display

Das Smartphone besitzt ein 5 Zoll großes HD IPS Display. Die Auflösung liegt bei 1280×720 Pixeln, die Punktdichte beträgt 294 PPI. Das Display ist hervorragend scharf, weshalb einzelne Pixel mit dem bloßen Auge und bei üblicher Betrachtung nicht zu erkennen sind. Die Farben sind kräftig und natürlich. Zusätzlich bietet MIUI 7 Displayeinstellungen, innerhalb derer man die Farben und den Kontrast nachträglich korrigieren kann. Die automatische Helligkeitsanpassung funktioniert gut. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das Display noch ablesen, was für eine sehr hohe Leuchtdichte spricht.

Das Display des Xiaomi Redmi 3 erwies sich im Test auch als sehr blickwinkelstabil. Eine Farbveränderung bei starker Neigung konnte ich nicht ausmachen. Schriftzeichen blieben bei jedem Betrachtungswinkel gut leserlich. Bei der Überprüfung der Multitouch Fähigkeit überrascht das Smartphone. Bei Geräten dieser Preisklasse sind 5 Finger Multitouch üblich. Das Xiaomi Redmi 3 ist allerdings 10 Finger Multitouch fähig. Sämtliche, im Laufe des Review getätigten Eingaben präzise erkannt.

Leistung

Beim hier verwendeten Prozessor bzw. SoC handelt es sich um einen Qualcomm Snapdragon 616 Octa-Core. Dieser taktet mit 4×1.2 und 4×1.5 GHz. Der RAM beträgt 2GB, der interne Speicher liegt bei 16GB. Der interne Speicher lässt sich zudem mittels einer, maximal 128GB großen, micro SD-Speicherkarte erweitern. Es handelt sich allerdings um einen so genannten „Hybrid-Slot“, bei dem entweder die Dual-SIM Funktion des Smartphones genutzt werden kann, oder man den zweiten Slot zur Speichererweiterung hergibt.

Sowohl in einzelnen Benchmark-Tests, aber auch im Alltag, kann das Xiaomi Redmi 3 in Sachen Leistung punkten. Die Benutzeroberfläche „MIUI“ lässt sich flüssig bedienen, als auch ist ein flüssiges Multitasking für dieses Smartphone kein Problem. Selbst bei anspruchsvolleren Spielen kann das Gerät noch überzeugen. Das von mir getestete Spiel „Modern Combat 5“ konnte ich durchweg ohne Ruckler spielen.

MIUI Benutzeroberfläche

Die gesamte Mi Smartphone Reihe verwendet MIUI, so auch das Redmi 3. Hierbei handelt es sich um eine hauseigene Custom ROM, die von einem reinen Stock Android schon weit entfernt ist. Das vorinstallierte MIUI 7 basiert auf Android 5.1.1.

Die Oberfläche ist überaus modern und liefert ein interessantes und zugleich optisch ansprechendes Design. Hinsichtlich des Funktionsumfanges wurde MIUI auch um zahlreiche nützliche Funktionen erweitert, die man so bei Stock Android nicht findet. Um ein paar Beispiele zu nennen, gibt es innerhalb der Einstellungen zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich des Displays, des Klanges, der Sicherheit, der Benachrichtigungs-LED und mehr, als auch wurde bereits ein eigener Theme-Manager integriert.

Der Google PlayStore war bei dem hier getesteten Xiaomi Redmi 3 bereits vorinstalliert. Sonstige Google Apps sucht man auf dem Smartphone vergebens. Diese lassen sich über den PlayStore aber nachträglich herunterladen. Da Mi Smartphones hauptsächlich auf dem asiatischen Markt vertrieben werden, ist auch ein eigener Xiaomi App Store vorinstalliert. Auch alle sonstigen System Apps, wie zum Beispiel Apps zur Musikwiedergabe, Videowiedergabe oder aber der Web Browser stammen vom Hersteller selbst.

MIUI 7 ist auf Deutsch verfügbar, allerdings wurde die Benutzeroberfläche nur teilweise übersetzt. Vereinzelt findet man noch englischsprachige Passagen. Die vorinstallieren Apps sind ebenfalls nur spärlich übersetzt. Man sollte immer noch beachten, dass Xiaomi hauptsächlich für den asiatischen Markt produziert und die Arbeit an angepassten ROM’s auf die Community überträgt. Wegen der Größe der Mi-Community erscheinen allerdings regelmäßig verbesserte Versionen des original China-MIUI. Auch das offizielle „Global MIUI“ wird mit jeder Version besser, weshalb sich erahnen lässt, welchen Weg der Hersteller in Zukunft gehen wird.

Großer Vorteil des MIUI sind die regelmäßigen Updates. Diese erhält man OTA (Over The Air) auf das Smartphone. Aufgrund der großen Beliebtheit der Mi-Phones und der sehr großen Entwicklercommunity werden auch stetig andere bekannte ROMs wie CyanogenMod auf Mi Geräte portiert.

Kamera

Xiaomi hat dem Redmi 3 bei der rückseitigen Hauptkamera einen 13 Megapixel Bildsensor mit einer f/2.0 Blende, einer 5P Linse und einem schnellen PDAF (Phase Detection Autofocus) verpasst. Die genaue Bezeichnung des Bildsensors ist leider nicht bekannt.

Die Kamera-App ist ebenfalls aus eigenem Hause. Dieses bietet zahlreiche Foto- und Videoeinstellungen, unterstützt aber auch zahlreiche Foto-Modi, die vom bekannten Panoramamodus bis hin zu verschiedenen Szene-Modi reichen. Eine weitere interessante Funktion der App sind die Filter mit Live Vorschau. Hiermit lässt sich beispielsweise das Bild spiegeln, oder aber man verpasst der Aufnahme einen Vintage Touch.

Bei guten Lichtverhältnissen produziert die Hauptkamera brauchbare Aufnahmen, die durch ein geringes Bildrauschen, schärfe und eine natürliche Farbgebung überzeugen können. Der Autofokus des Smartphones fokussiert äußerst schnell und auch die Auslösezeit ist als sehr gering zu beurteilen. In Anbetracht des Preises hat das Smartphone eine wirklich hervorragende Kamera verbaut.

Die Frontkamera löst mit 5 Megapixel auf. Der Blendenwert liegt bei f/2.2. Auch diese Kamera produziert gute Aufnahmen und eignet sich zur Videotelefonie, aber auch für durchaus ansehnliche Selfies.

Xiaomi Redmi 3 Hauptkamera

Telefonie, WLAN und Bluetooth

Alle gängigen Netzstandards von 2G über 3G bis 4G werden unterstützt. Leider wird auch bei diesem Smartphone des Herstellers auf LTE Band 20 verzichtet, weshalb sich LTE nur eingeschränkt nutzen lässt. Wer in einer ländlichen Gegend wohnt, wird wohl oder übel auf LTE verzichten müssen.

Die Sprachqualität ist in beide Richtungen gut. Im Test konnte ich sowohl meinen Gesprächspartner bestens verstehen, als auch konnte er mich klar und deutlich verstehen. Interessant ist das zusätzliche Mikrofon, das extra zur Geräuschunterdrückung verbaut wurde. Auch über den Lautsprecher des Smartphones sind sowohl die Klangqualität, als auch die Sprachqualität sehr klar und verständlich.

Die Reichweite und die Verbindungsstabilität des WiFi sind ebenfalls sehr gut. Dual Band WiFi unterstützt das Xiaomi Redmi 3 allerdings nicht. Die Verbindung zu meiner Bluetooth Freisprecheinrichtung war stabil und die Übertragungsqualität kann sich sehen lassen.

GPS und Sensoren

Ein GPS Fix wurde innerhalb weniger Sekunden gefunden. Navigieren kann man mit diesem Smartphone problemlos. Durch den zusätzlich verbauten E-Kompass ist das Gerät auch zur „Fußgängernavigation“ nutzbar. Bemerkenswert ist die Stabilität und Genauigkeit des verbauten GPS Sensors. Auf dem Land war das Signal durchgehend stabil und genau. Aber auch in städtlicher Gegend, mit zahlreichen Häuserschluchten, hat das Xiaomi Redmi 3 das Signal gehalten und solide navigiert.

Zusätzliche Sensoren sind ein Näherungssensor, ein Gyroskop, ein Helligkeitssensor und ein Beschleunigungssensor. Ein Infrarotsensor wurde ebenfalls verbaut. Mit der passenden Mi TV App lässt sich fast jeder Fernseher über das Smartphone bedienen. Alle Sensoren arbeiten recht genau.

Akku

Der Akku hat eine Kapazität von 4.100mAh. Dieser lässt sich mit einem Schnellladegerät in etwa 2 ½ Stunden aufladen. Die Laufzeit des Akkus ist hervorragend, was auch dem gut optimierten MIUI zu verdanken ist. Bei normaler Nutzung lässt sich das Smartphone mit einer Ladung gut 2 Tage verwenden. Im Standby ist der Akkuverbrauch des Xiaomi Redmi 3 sehr gering. Schätzungsweise 10% Punkte verbraucht das Smartphone bei einer Standby Zeit von 2 Tagen.

Positiv

►Sehr Gute Verarbeitung
►Gutes Display
►Optimiertes MIUI 7
►Schnelles Multitasking
►Gute Hauptkamera
►Hohe Akkulaufzeit

Negativ

►MIUI 7 Übersetzung
►Hybrid SIM-Slot
►Eingeschränktes LTE

Bewertung
Punkte
Erster Eindruck
9.0
Verarbeitung
9.0
Design
9.0
Display
9.0
Leistung
8.5
Benutzeroberfläche
8.0
Kamera
8.5
Konnektivität
8.0
GPS & Sensoren
8.5
Audio
8.0
Akku
9.5
Fazit

Das Xiaomi Redmi 3 ist ein hervorragendes Smartphone und mein klarer Favorit in der Preisklasse bis 200€. Die Verarbeitung und das Design sind top, die Kameras schießen sehr schöne Bilder und auch in Sachen Leistung konnte mich das Redmi 3 durchweg überzeugen. Das 5 Zoll HD Display ist scharf, die Farben kräftig und der Blickwinkel stabil. Ebenfalls ein Higlight des Xiaomi Redmi 3 ist der 4100mAh große Akku, der eine überdurchschnittliche Laufzeit garantiert.

MIUI 7 ist ein sehr gut optimiertes und erweitertes Android, das gerade durch die zahlreichen zusätzlichen Funktionen glänzt. Die teilweise fehlerhafte oder gar fehlende Übersetzung als Kritikpunkt zu sehen wäre etwas zu harsch, da sich jeder Käufer eines Xiaomi Smartphones im Klaren sein sollte, dass diese hauptsächlich für den chinesischen Markt bestimmt sind.

8.6
Punkte
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Moritz
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Moritz

Hallo,

sehr schöner Testbericht, hat mir gut gefallen. An sich hört sich das Smartphone als Einsteigergerät wirklich nicht schlecht an. Aber dass die UI nicht komplett übersetzt ist würde mich eher stören. Wie stufst du das Gerät denn im Vergleich zu einem OnePlus 2 ein? Wäre da das Xiaomi Mi3 eine Alternative (auch für Smartphoneneulinge)? Mich würde außerdem interessieren, wie sich das Xiaomi Mi5 schlägt. Hast du dazu auch einen Test geplant? Mir gefällt nämlich die Ausstattung des neuen Flaggschiffs, welcher mit OnePlus sicherlich konkurrieren kann.

Viele Grüße

Moritz

Robin
Gast
Robin

Hallo, wie sieht es mit der Sprachqualität bzw. der Qualität des Tons aus, bei einer Freisprecheinrichtung im Auto über Bluetooth wenn man zwei Sim-Karten drin hat? Musste heute mehrmals feststellen, dass die Qualität da ziemlich bescheiden bis manchmal gar nicht zu verstehen ist. Mein Gesprächspartner hört mich allerdings super. Solche Probleme hatte ich vorher noch nicht, deswegen vermute ich, das es am Ende liegt. Weiterhin würde mich interessieren ob es beim MIUI 8 eine Möglichkeit gibt, Benachrichtigungs- und Anruflautstärke getrennt voneinander zu regeln? Weiterhin fehlt mir die Einstellungsmöglichkeit der generellen Vibrationsstärke. Am besten auch separat einstellbar. An sich würde ich Xiaomi als Smartphone jedem empfehlen. Die Ausstattungen der Xiaomi Redmi Serie kann sich generell sehen lassen. Ein super Gerät, vor allem Preis-Leistungsmäßig. Was allerdings das UI angeht würde ich als Einsteiger vielleicht eher zu anderen Geräten raten. Es sei denn man beschäftigt sich wirklich gerne mit der Materie, dann ist… Weiterlesen »