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Review

Yi M1 Testbericht – Micro Four Thirds Systemkamera

by April 20, 2017

Die Yi M1 ist die erste spiegellose Systemkamera des noch jungen Kameraherstellers „Yi Technology“. Für gerade einmal 350€ bietet die Yi M1 eine Touchscreen-Bedienung, setzt auf den Micro Four Thirds Standard mit vielzähligen Objektivmöglichkeiten und verwendet einen 20 Megapixel Sony IMX269 Bildsensor, der unter anderem in der weitaus teureren Panasonic GX8 Verwendung findet. Ob die Yi DSLM auch hält was sie verspricht, dazu mehr in diesem Testbericht!

Überblick
Hersteller

Yi Technology

Produktbezeichnung

Yi M1

Spezifikationen

Hardware
Typ: DSLM
Standard: Micro Four Thirds

Bildsensor: Sony IMX269
Display: 3 Zoll LCD mit Touchbedienung
Displayauflösung: 720x480

Kabelgebunden: Micro USB, Micro HDMI
Kabellos: WiFi (2.4G), Bluetooth BLE4.1
SD-Karte: SD/SDHC/SDXC bis 512GB

Mikrofon: Stereo
Lautsprecher: Mono
Batterie: 900mAh

Videoauflösung
3840×2160@30p
2048×1536@30p
1920×1080@60@30@24p
1280×720@60@30@24p
640×480@240p

Video-Format: MPEG-4/H.264
Audio-Format: AAC

Bildauflösung
50M
20M
16M
8M
3M
VGA

Bild-Format: RAW, JPEG

Fokus
Fokus-Typ: CDAF
Fokus-Mode: S-AF, C-AF, MF, Touch
Fokus-Punkte: 81

Sonstige
Shutter: 1/4000s~60s
ISO: 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800, 25600
Belichtungsausgleich: +-5EV
HDR: Ja

Externer-Blitz: Unterstützt
Sync-Geschwindigkeit: 1/125s

Größe: 113.5 × 64.3 × 33.6 mm
Gewicht: 300g

Lieferumfang

1x Yi M1 DSLM
1x Kameragurt
1x Reinigungstuch
1x Zoomobjektiv
1x Makroobjektiv (nur im Dual-Lens-Kit)
1x Ladeadapter
1x USB-Kabel
1x Bedienungsanleitung

Sonstige

Zum Preisvergleich

Erster Eindruck zur Yi M1

Lieferumfang

Die Yi M1 ist als „Single-Lens Kit“ und als „Dual-Lens Kit“ erhältlich. Je nachdem für welche Variante man sich entscheidet, erhält man ein „YI 12-40mm F3.5-5.6“ Zoom-Objektiv oder zusätzlich ein „YI 42.5mm F1.8“ Makro-Objektiv. Des Weiteren enthält jedes Kit einen Kameragurt, ein Reinigungstuch, ein USB-Kabel mit Micro-Anschluss, ein Ladegerät mit Typ-A Stecker, einen 900 mAh Akku sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung.

Design, Verarbeitung und Handlichkeit

Optisch erinnert die Yi M1 stark an das Design der Leica TL. Die Yi Systemkamera misst gerade einmal 113.5 × 64.3 × 33.6 mm und wiegt inklusive Akku exakt 300g. Das geringe Gewicht lässt sich vor allem durch das, zum größten Teil aus Kunststoff bestehende Gehäuse erklären. Das Bajonett und ein paar weitere Bestandteile wurden hingegen aus Metall gefertigt. Auch die Objektivgehäuse bestehen zum größten Teil aus Kunststoff. Selbst das Objektivbajonett ist hier aus Kunststoff gefertigt.

Kameragriff, Daumenablage und Auslöser sind nah beieinander platziert. Gerade mit großen Händen ist die kleine M1 etwas schwierig zu bedienen, da die Daumenablage etwas zu hoch und der Auslöser etwas zu weit rechts sitzt. Trotzdem ist die Griffigkeit nicht schlecht. Der stufige Griff ist angenehm gummiert und die Daumenablage bietet trotz des Kunststoffgehäuses durch seine genoppte Oberfläche genügend Halt.

Rückseitig befindet sich das 3 Zoll große LCD Farbdisplay, worüber die Kamera überwiegend bedient wird. Rechts daneben wurden zwei physische Bedientasten untergebracht, wovon eine einen schnellen Wechsel in die Galerie erlaubt und die andere je nach Aufnahmemodus unterschiedliche Funktionen, wie z.B. den Fokus oder den Zoom bedient. Auf der Gehäuseoberseite besitzt die M1 ein Rädchen zur Auswahl des Aufnahmeprogramms. Mittig davon befindet sich die Videoaufnahmetaste. Rechts daneben ist ein weiteres Auswahlrad untergebracht. Über dem Programmrad und dem Auswahlrad befindet sich die Einschaltwippe mit mittiger Auslösetaste. Der Akkuschacht mit herausnehmbaren Akku befindet sich auf der Gehäuseunterseite. Mittig der Gehäuseunterseite befindet sich zudem ein ¼ Zoll Stativgewinde. Verwendet man eine Schnellwechselplatte, wird der Zugang zum Akku versperrt. Die Anschlüsse der Yi M1 wurden auf der rechten Gehäuseseite unter eine Verschlusskappe mit Scharnier versteckt. Neben einem gut erreichbaren SD-Speicherkartenslot befinden sich links daneben eine Micro-USB-Buchse und rechts daneben eine Micro-HDMI-Buchse. Ein Sucher ist nicht vorhanden.

Die Verarbeitung ist nicht zu bemängeln. Unschöne Spaltmaße sucht man vergebens, der Akkuschacht und die Anschlussabdeckung schließen sauber und auch die im Lieferumfang enthaltenen Objektive hinterlassen einen ordentlichen Eindruck, der keine Kamera aus dem Niedrigpreissegment erwarten lässt.

Display

Als Yi Technology vergangenes Jahr die Yi M1 vorstellte habe ich gestaunt, wie groß doch das Touchdisplay ausfällt. Natürlich hatte ich zu dem Zeitpunkt nur die Renderaufnahmen des Herstellers gesehen. In der Realität fällt das Display ein gutes Stück kleiner aus als erwartet. In der Diagonale misst das Display 3 Zoll. Dementsprechend wird nicht die komplette Rückseite ausgefüllt, sondern um das Display herum befinden sich dicke schwarze Ränder, die auf den Renderaufnahmen so nicht zu sehen sind.

Das LCD Farbdisplay löst mit 720 x 480 Pixel auf. Die Darstellung ist scharf und die Farben werden präzise dargestellt. Je nach Bedarf kann die Displayhelligkeit in 6 Stufen angepasst werden. Eine automatische Helligkeitsanpassung, wie man sie von Smartphones kennt, gibt es nicht. Eingaben über den Touchscreen werden präzise erkannt.

Bedienung und Einstellungsmöglichkeiten

Nach dem Einschalten befindet man sich direkt auf dem Startbildschirm, der zugleich das Live-Bild ausgibt. Am oberen Rand befinden sich Angaben zum Aufnahmemodus, dem ISO, dem gewählten Fokus und der Messmethode. Am linken Rand des Displays werden Angaben zur Blende, der Belichtungszeit und dem Lichtwert angezeigt. Je nach Aufnahmemodus lassen sich diese durch Antippen auswählen und mit dem Auswahlrad kann der Wert individuell angepasst werden. Rechts gegenüber befindet sich ein Icon, das einen Schnellzugriff auf den Autofokus, den ISO, den Weißabgleich, die Messmethode, das Dateiformat und den Bildfolge-Modus erlaubt. Der untere Displayrand beinhaltet Angaben zum Weißabgleich, der gewählten Auflösung, dem verfügbaren Speicher, ob Bluetooth und WLAN aktiv sind, sowie Angaben zum Akkustand.

Mit einem Wisch nach links gelangt man in die Einstellungen. Auch hier sind je nach gewähltem Aufnahmemodus unterschiedliche Einstellungen möglich. Hier eine Übersicht zu den möglichen Einstellungen.

ISO: AUTO, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12800, 25600

Weißabgleich: AWB, Sonne, Schatten, Wolken, Glühlampe, Kelvin (2000 – 11500)

Messmethode: Mehrfeld-Messung, Spot-Messung, Mittenbetonte Messung

Fokus-Modus: Einzel-AF, Kontinuierlicher AF, Manuelle Fokussierung, Manuelle Fokussierung + Fokus-Peak-Anzeige

Touch-Auslösung: On, Off

Gesichtserkennung: On, Off

HDR: On, Off

Bildfolge-Modus: Einzelbild, Kontinuierlich, 2s Auslöseverzögerung, 10s Auslöseverzögerung

Verbindungseinrichtung: Auto, Off

Zeitraffer: Intervallzeit 0.5s – 60s, Serienbelichtungsdauer 30 Minuten – 24 Stunden, Videoauflösung

Videoeinstellungen: 3840×2160@30, 2048×1536@30, 1920×1080@60@30@24, 1280×720@60@30@24, 640×480@240

Grundeinstellungen: Datum und Uhrzeit, Sprache, Verschlusston, Funktionston, Ruhe-Modus, Auto. Abschaltung, Farbraum (sRGB / AdobeRGB), LCD-Helligkeit, Werkseinstellungen

Belichtungsreihe: AE / WB Belichtungsreihe (3F 2S, 3F 4S, 3F 6S,)

Dateiformat: JPG-S, JPG-M, JPG-L, RAW

Bildformat: 4:3 – 5184×3888, 3:2 – 5184×3456, 16:9 – 5184×2920, 1:1 – 3888×3888

Bildqualität: 50MP, 20MP, 16MP, 8MP, 3MP, VGA

Blitz: Blitz: Auto, On, Off

Karteneinrichtung: Fotos löschen, Speicherkarte formatieren

AF-Hilfslicht: On, Off

Autom.-Bildanzeige: Off, 0.5-5 Sekunden

Anzeige-Raster: Off, Trichotomie

Bildstabilisierung: On, Off

Firmware-Info

Aufnahmemodi

Die Yi M1 besitzt verschiedene Aufnahmemodi, die sich in einen Vollautomatikmodus, die Belichtungsprogramme PASM, einen Panoramamodus, einen Szenenmodus und einen Motivmodus unterteilen.

Automatikmodus

In diesem Modus nimmt die Kamera Einstellungen zur Blende, der Verschlusszeit und zum Lichtwert automatisch vor, sodass man nur noch den Auslöser betätigen muss. Im Test erwies sich der Vollautomatikmodus als zuverlässig und speziell für Schnappschüsse als ausreichend.

PASM

PASM steht für insgesamt 4 Belichtungsprogramme, die sich in eine „Programmautomatik“, eine „Aperture Priority“, eine „Shutter Priority“ und einen „Manuellen Modus“ unterteilen. Je nach Programm haben die Blende, die Verschlusszeit oder der Lichtwert Vorrang. Im manuellen Modus können sämtliche Werte individuell festgelegt werden. Die Verschlusszeit reicht von 1/4000 bis 60 Sekunden.

Panoramamodus

Wer den Panoramamodus eines Smartphones kennt, wird auch mit dem Panoramamodus der YI M1 zurechtkommen. Durch eine Schwenkbewegung nach rechts wird vollautomatisch ein Panorama berechnet. Tiefgreifende Aufnahmeeinstellungen sind in diesem Modus nicht möglich. Im Test konnten nur mit sehr ruhiger Hand bzw. mit einem Stativ, saubere Panoramaaufnahmen erstellt werden. Kleinste Ungleichmäßigkeiten in der Bewegungen führten zu ungenauen Bildübergängen. Lobenswert ist hingegen die schnelle Berechnung der Panoramaaufnahmen.

Szenenmodus

Der Szenenmodus erlaubt die Wahl von 9 vorgegebenen, auf die jeweilige Situation abgestimmten Motivprogrammen. Neben einem herkömmlichen Porträt oder Landschaftsmodus gibt es auch spezielle Modi für Sportaufnahmen, einen Modus zur Aufnahme eines Sonnenuntergangs, oder eines Feuerwerks, sowie einen Modus für Aufnahmen am Strand oder im Schnee.

Motivmodus

Ebenfalls wählbar ist ein Motiv- bzw. Porträtmodus, der einem fotografischen Laien Porträtaufnahmen erleichtern soll. Auch hier kann aus vorgegebenen Motiven gewählt werden. Jedes Motiv stellt eine Person in unterschiedlichen Haltungen dar. Je nach Wahl werden die Umrisse der Person virtuell auf das Display gezaubert, sodass man die Kamera nur noch nach Vorlage auf die aufzunehmende Person ausrichten muss. Einstellungen zur Blende oder dem Lichtwert können dabei manuell vorgenommen werden. Insgesamt sind 9 solcher Vorlagen vorinstalliert. Weitere Vorlagen können über die Yi Mirrorless App heruntergeladen werden.

Aufnahmequalität

Die Yi M1 ist mit einem aktuellen Sony IMX269 Bildsensor ausgestattet, der nativ mit 20 Megapixel auflöst und normalerweise in deutlich teureren Kameramodellen, wie z.B. der Panasonic GX8 zu finden ist. Videos werden maximal in 4K aufgenommen. Bilder nimmt die Kamera mit bis zu 50 Megapixel auf.

Videoqualität

Videos werden mit maximaler 4K Auflösung bei 30 Bildern-pro-Sekunde aufgenommen. Mit einer Auflösung von 1080p sind immerhin bis zu 60 Bilder-pro-Sekunde möglich. Möchte man ein Video Aufnahmen, muss man lediglich die Videoaufnahmetaste drücken, ohne zusätzlich den Modus separat auszuwählen. Nach einer minimalen Verzögerung startet die Videoaufnahme, was zusätzlich durch einen Signalton bestätigt wird. Negativ aufgefallen ist der Randbeschnitt, der sich erst nachdem die Aufnahme gestartet wurde, bemerkbar macht. Was tatsächlich im Bild ist, sieht man so erst im Nachhinein. Ein umfänglicher Randbeschnitt ist jedoch nur bei 4K Videoaufnahmen aufgetreten.

Die Videoqualität ist nicht zu bemängeln. Videos werden im Format MP4 aufgenommen und erreichen eine solide, durchschnittliche 85.000 kBit/s Bitrate. Auch der elektronische Bildstabilisator verrichtet gute Dienste und ermöglicht selbst bei 2K Videoaufnahmen noch ein weitestgehend wackelfreies Bild. Mit ausgewählten 4K steht der Bildstabilisator jedoch nicht zur Verfügung. Optimierungsbedarf gibt es beim Auto-Fokus. Selbst nach einigen Firmware-Updates, die den C-AF im Videomodus bereits um einiges verbesserten, besteht gerade bei der Schnelligkeit, aber auch der Genauigkeit des C-AF noch immer Verbesserungsbedarf.

Auch als „Vlogging“ Kamera ist die Yi M1 eher ungeeignet. Neben den minimalen Fokusmöglichkeiten fehlt der Kamera auch die Möglichkeit ein externes Mikrofon oder einen Kopfhörer anzuschließen. Das integrierte Mikrofon verrichtet eine gute Arbeit und ist für normale Ansprüche völlig ausreichend.

Bildqualität

Gerade bei Bildaufnahmen ist die Yi DSLM sehr einsteigerfreundlich. Im Test erwies sich der Vollautomatikmodus als zuverlässig und selbst bei spontanen Schnappschüssen konnte eine durchaus gute Aufnahmequalität erzielt werden. Bildaufnahmen werden entweder als JPEG oder als RAW im Format DNG gespeichert. Eine simultane Aufnahme von JPG und RAW ist leider nicht möglich. Zu kritisieren ist wiederum der träge Autofokus und die vergleichsweise hohe Auslösezeit. Zunehmend verbessert wurde der Burst Modus, der mit aktueller Firmware 2.0 deutlich schneller arbeitet, als noch mit früheren Firmware-Versionen. Nicht unterstützt wird eine TTL-Blitzmessung als auch fällt die Blitzsynchronzeit mit 1/125 Sekunden vergleichsweise hoch aus.

Unbearbeitete JPEG Bildaufnahmen mit der Yi M1

In Sachen Rauschintensität schlägt sich die Yi M1 zumindest bei dem Standard-ISO von 200 ordentlich. Selbst mit einem ISO von 400 kommt die Yi DSLM gut zurecht. Ab einem ISO von 800 gehen Details zunehmend verloren. Mit einem ISO von 1.600 und größer nimmt die Unschärfe ebenfalls deutlich zu. Enttäuscht hat die Kamera auch bezüglich der Einstellungsmöglichkeiten zum Weißabgleich. Neben einem automatischen Weißabgleich, vorgegebenen Profilen und einer Korrektur nach Kelvin, gibt es keine Möglichkeit den Weißabgleich manuell anhand einer Graukarte vorzunehmen. Die Farbechtheit konnte im Test dennoch überzeugen. Gerade bei Sonnenschein besticht die Yi Systemkamera durch eine angenehmen Farbtreue.

Panoramaaufnahme mit der Yi M1

Kit-Objektive

Das Single-Lens Kit beinhaltet ein YI 12-40mm F3.5-5.6 Zoom-Objektiv. Im Dual-Lens Kit ist zusätzlich ein YI 42.5mm F1.8 Makro-Objektiv enthalten, das nicht separat erhältlich ist. Hersteller beider Objektive ist „Tamron“.

Die Qualität beider Kit-Objektive könnte unterschiedlicher nicht sein. Bildaufnahmen mit dem Standard Zoom-Objektiv zeigen je nach Brennweite einen sichtbaren Schärfeabfall zu den Bildrändern hin. Insgesamt kann das Objektiv nicht überzeugen. Das Makro-Objektiv überrascht hingegen durch einen minimalen Schärfeabfall und keinerlei Bildfehler. Was dem Objektiv allerdings fehlt ist ein Fokusring.

Bearbeitete RAW Bildaufnahmen mit der Yi M1

Yi Mirrorless App und Firmware

Ein weiteres Feature ist die Fernbedienung via App. Hierfür stellt Yi Technology die so genannte „Yi Mirrorless“ App im Google PlayStore und Apple Appstore bereit. Mit einem Smartphone oder einen Tablet kann die Yi M1 über die App ferngesteuert werden. Zusätzlich hat man einen direkten Zugriff auf die Bilder, die sich auf der Speicherkarte befinden. Hergestellt wird die Verbindung über WiFi.

Die App konnte in der Praxis weniger überzeugen und ist vielmehr eine nette Spielerei, als dass man auf sie angewiesen wäre. Der Aufbau ist strukturiert und übersichtlich. Auch der Verbindungsaufbau funktionierte im Test problemlos und die Verbindung wurde auf Dauer stabil gehalten. Ein Manko ist allerdings, dass sich mit aktiver App-Verbindung die Kamera nur noch über die App bedienen lässt und nicht mehr „direkt“ verwendet werden kann. Einige der Einstellungsmöglichkeiten und Aufnahmemodi können nicht über die App vorgenommen werden, sodass man für jede dieser Einstellungen die Verbindung trennen, an der Kamera vornehmen und neu verbinden muss.

Die einerseits praktische Galeriefunktion der App enttäuscht dahingehend, dass sich nur Bilder im Format JPEG anzeigen lassen. RAW Bilder oder Videos lassen sich nicht übertragen. Eine Möglichkeit nachträglich die SSID sowie das Passwort des Kamera-WiFi zu ändern fehlt.

Praktisch ist hingegen, dass Firmware Updates automatisch über die App auf die Kamera übertragen werden. Somit bleibt man ständig auf dem neusten Stand und muss die Updates nicht manuell herunterladen. Allerdings gilt das auch nur für die Firmware Updates der Kamera selbst. Updates der einzelnen Objektive müssen manuell installiert werden. Die Update Politik seitens Yi Technology ist lobenswert. Innerhalb der zweimonatigen Testphase sind bereits 3 Kamera-Updates erschienen, die deutliche Verbesserungen beinhalteten.

Akku

Der im Lieferumfang enthaltene Akku bietet eine Kapazität von 900 mAh. Produziert wird der Yi M1 Akku von der „Dongguan Amperex Technology Limited“, die unter anderem auch Akkus für den Drohnenhersteller DJI, Apple und BMW produziert. Aufgeladen wird der Akku direkt über die USB-Buchse der Kamera. Eine Ladestation ist als separates Zubehörteil erhältlich. Die Ladezeit liegt im Schnitt bei einer Stunde und 25 Minuten. Hat man die Yi M1 mit einem herkömmlichen Ladeadapter über USB verbunden, kann die Kamera auch während des Aufladens genutzt werden. Schließt man die Kamera jedoch an ein Datenübertragungsgerät an, aktiviert sich automatisch der Datenübertragungsmodus, der manuell nicht abgeschaltet werden kann. In diesem Modus ist die Kamera nicht aktiv nutzbar!

Im Test reichte ein vollgeladener Akku für eine einstündige 4K Videoaufnahme und ungefähr 70 Bilder. Nach dem CIPA Standard verspricht Yi Technology insgesamt 380 Bilder mit einer Akkuladung aufnehmen zu können. Um den Akku zu schonen gibt es einen automatischen Ruhemodus, der sich auf 30 Sekunden oder 1, 3, 5 und 10 Minuten festlegen lässt. Zum Aufwecken der Kamera muss lediglich die Auslösetaste gedrückt werden. Mit der Funktion „automatische Abschaltung“ lässt sich die Kamera komplett ausschalten. Zur Auswahl steht eine automatische Abschaltung nach 10 und 30 Minuten oder nach 1er und 4 Stunden.

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*Die Preise beziehen sich auf das Single-Lens-Kit mit einem Objektiv!

GearBest

Positiv

►Einsteigerfreundlich
►Kompaktes Design
►Micro Four Thirds
►Top Sony Bildsensor
►Sehr gutes Makro-Objektiv
►Ordentliche Aufnahmequalität
►Regelmäßige Firmware Updates

Negativ

►Viel Kunststoff
►Display kleiner als erwartet
►Langsamer CDAF
►Kein manueller Weißabgleich
►Unschärfe bei Kit Zoom-Objektiv
►Rauschintensität und Unschärfe bei hohem ISO
►JPEG und RAW Aufnahme nicht simultan möglich
►Spärliche Funktionen der App

Bewertung
Punkte
Erster Eindruck
7.0
Verarbeitung
7.5
Design
8.5
Display
7.0
Funktionsumfang
7.0
Einsteigerfreundlichkeit
8.5
Bedienbarkeit
6.5
Videoqualität
8.0
Bildqualität
8.5
App
5.0
Akkulaufzeit
7.0
Fazit

Die Yi M1 überrascht und enttäuscht zugleich. Gerade bei der Aufnahmequalität liefert die Yi Systemkamera ordentliche Ergebnisse ab und kann sogar mit den Großen mithalten. Auch im Bereich der Einsteigerfreundlichkeit kann die M1 überzeugen. Young Innovators möchte mit dieser Kamera gezielt junge Leute ansprechen, die sonst nur mit einem Smartphone fotografieren bzw. filmen. Aufgrund dessen erinnert auch die Benutzeroberfläche mit den spielerischen Motivvorlagen vielmehr an das Setting einer Smartphone-App, als an eine professionelle Systemkamera. Einige Einstellungsmöglichkeiten, wie z.B. zum Weißabgleich, wurden dadurch vernachlässigt.

Betreffend des Autofokus liefert die Yi M1 ebenfalls keine Glanzleistung ab. Trotz bereits erschienener Firmware-Updates sind die AF Funktionen im Videomodus eher spärlich und auch sonst erscheint der CDAF eher träge und zum Teil ungenau. Lobenswert ist hingegen die Update-Politik des Herstellers, der regelmäßig neue Firmware Updates abliefert und auf Wünsche der Community eingeht.

7.3
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5 Comments on "Yi M1 Testbericht – Micro Four Thirds Systemkamera"

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DAngel
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DAngel

Danke für das gelungene Review. Wirklich schöne Bilder und Videos die du mit der M1 aufgenommen hast. Ich wollte mir die Kamera für YouTube Videos zulegen, aber dass sich kein Mic anschließen lässt schreckt mich etwas ab. Könnte man nicht über die USB Schnittstelle ein Mic anschließen? LG

Franz M.
Guest
Franz M.

Hallo, ich habe noch ein paar Fragen zur Kamera. Ist eine TTL-Messung möglich? Kannst du Angaben zur Blitzsynchronzeit machen? Sehe ich richtig, dass es keinen Sucher gibt? Wäre super wenn du mir das beantworten könntest. Grüße

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