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Xiaomi Mi Pad 3 Testbericht – GĂŒnstige iPad Alternative?

by 8. November 2018
Das Xiaomi Mi Pad 3 ist bereits das dritte Tablet des chinesischen Herstellers Xiaomi, das im Gegensatz zum VorgĂ€nger jedoch als reines Android Tablet erschienen ist. Ob das 7.9 Zoll Xiaomi Tablet ein wĂŒrdiger Nachfolger ist, dazu mehr in diesem Testbericht!
Überblick
Hersteller

Xiaomi

Produktbezeichnung

Xiaomi Mi Pad 3

Spezifikationen

Prozessor und Speicher
CPU: MediaTek MT8176
GPU: PowerVR GX6250
RAM: 4GB (LPDDR3)
Interner Speicher: 64GB (eMMC5.0)
Speichererweiterung: Nein

Display
Displaytyp: IPS
Displaydiagonale: 7.9 Zoll
Displayauflösung: 2048 x 1536 Pixel
Displayschutz: Unbekannt
Multitouch: 10 Finger

Kameras
Hauptkamera: 13 Megapixel
Frontkamera: 5 Megapixel

Wireless
WiFi: 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth: 4.0
GPS: Nein

Sensoren
*Umgebungslichtsensor
*Gyroskop
*Magnetometer
*G-Sensor

Akku
Akku: 6.400 mAh
Anschluss: USB-C

Sonstige
Betriebssystem: Android 7.0 (MIUI)
GrĂ¶ĂŸe: 20 x 13.3 x 0.7 cm
Gewicht: 328g

Lieferumfang

1x Xiaomi Mi Pad 3
1x LadegerÀt
1x USB-C Ladekabel
1x Bedienungsanleitung

Erster Eindruck zum Xiaomi Mi Pad 3

Design, Verarbeitung und Lieferumfang

Xiaomi orientiert sich mit dem Mi Pad 3 am Design des VorgĂ€ngermodells. Das Aluminium-GehĂ€use ist aus einem StĂŒck, im so genannten Unibody gefertigt und ist bislang nur in der Farbe „Champagner Gold“ erhĂ€ltlich. Optisch hervorstechend sind dabei die abgerundeten Kanten des Rahmens, die nahtlos in die GehĂ€userĂŒckseite ĂŒbergehen. Die GehĂ€useabmessungen betragen 20 cm in der LĂ€nge, 13.3 cm in der Breite und dĂŒnne 0.7 cm in der Dicke bzw. Höhe. Das Gewicht liegt bei gerade einmal 328g, wodurch das Tablet auch auf Dauer in nur einer Hand gehalten werden kann. Durch die kompakte GrĂ¶ĂŸe kann das Mi Pad 3 auch unterwegs gut genutzt werden.

Die Vorderseite des Tablets bilden das 7.9 Zoll große Display, die darunterliegenden, weiß-leuchtenden kapazitiven Bedientasten und die oberhalb des Displays befindliche Frontkamera, der NĂ€herungssensor sowie eine Hinweis-LED. Die gesamte Front ist durchgĂ€ngig mit Glas ĂŒberzogen und sauber in das AluminiumgehĂ€use eingefasst. Ist das Tablet ausgeschaltet, erscheint die Vorderseite komplett in Schwarz.

Links am GehĂ€userahmen befinden sich die LautstĂ€rkewippe und die Einschalttaste. Die Tasten weisen zwar einen guten Druckpunkt auf, könnten allerdings fester im Rahmen sitzen. Bewegungen können zum Rascheln der Tasten fĂŒhren, was auf Dauer störend ist. Am unteren Teil des GehĂ€userahmens und mittig zwischen zwei deutlich sichtbaren Schrauben, befindet sich die USB-C Buchse. Der obere, linke Rahmenabschnitt ist mit einer 3.5 mm Klinke-Audiobuchse ausgestattet. Die RĂŒckseite zieren links-oben die, in das GehĂ€use eingelassene, 13 Megapixel Hauptkamera, das im unteren Drittel befindliche Mi-Logo sowie der wiederum darunter befindliche Stereo-Lautsprecher. Das gesamte Tablet ist bis auf die etwas locker sitzenden Bedientasten hervorragend verarbeitet.

Der Lieferumfang fÀllt gewohnt schlicht aus. Enthalten sind eine chinesische Kurzanleitung, ein USB-C Kabel und ein LadegerÀt mit NEMA-1 Stecker (5V 2A). Möchte man das mitgelieferte LadegerÀt nutzen, muss man einen passenden Stecker Typ-A auf Typ-C Adapter hinzukaufen. Alternativ kann aber auch jedes herkömmliche Smartphone-LadegerÀt zum Aufladen verwendet werden.

Ein Tablet im ĂŒberaus ansprechenden Design, bei gleichzeitig guter Verarbeitung. Einzig zu kritisieren sind die leicht locker sitzenden Bedientasten.

Leistung

Im Gegensatz zu den aktuellen Xiaomi Smartphones, verwendet das Mi Pad 3 keinen Prozessor von Qualcomm, sondern einen MediaTek MT8176. Hierbei handelt es sich um einen Hexa-Core Prozessor, speziell fĂŒr Tablets. Die Kerne unterteilen sich dabei in 2 schnelle ARM Cortex-A72 Kerne, die mit bis zu 2.1 GHz takten und 4 stromsparende Cortex-A53 Kerne, die maximal mit 1.7 GHz arbeiten. Die Prozessorgrafik ist eine PowerVR GX6250, die unter anderem das Dekodieren von h.265 und VP9 Videomaterial auf Hardwareebene unterstĂŒtzt. Die Speicherausstattung setzt sich aus einem 4GB LPDDR3 RAM und einem 64GB eMMC5.0 Flash-Speicher zusammen.

So viel zur Hardware-Ausstattung. In der Praxis erweist sich das Mi Pad 3 als durchaus performant. Wischen und Scrollen durch die BenutzeroberflĂ€che gelingt flĂŒssig. Apps öffnen zeitnah und werden ohne grĂ¶ĂŸere Verzögerungen geladen. Auch mehrere, gleichzeitig geöffnete Apps beeinflussen die Leistung nur im geringen, kaum spĂŒrbaren Maße. Egal ob man das Tablet zum Websurfing, Streaming oder fĂŒr sonstige Office-Arbeiten einsetzt, die Performance genĂŒgt fĂŒr ein zufriedenstellendes Nutzungserlebnis.

Kommen wir noch zur Gamingtauglichkeit. Bereits anhand einzelner Grafikbenchmarks deutet sich ab, dass die PowerVR GX6250 GPU lediglich das untere Mittelfeld anfĂŒhrt. Grafikintensive Spiele wie Asphalt 8 oder N.O.V.A 3 sind zwar spielbar, allerdings kann es vereinzelt zu BildeinbrĂŒchen oder schwammigen Spielerlebnissen kommen. Im Test erreicht das Mi Pad 3 nach ungefĂ€hr einer Stunde intensivem Arbeiten und Spielen eine Temperatur von 34°C.

Obwohl der Prozessor im Vergleich zum VorgĂ€ngermodell ein Downgrade ist, ĂŒberzeugt die Leistung durch ein flĂŒssig bedienbares Nutzererlebnis. Kleinere Abstriche gibt es jedoch bei der Gamingtauglichkeit des Tablets!

Display

Das Xiaomi Mi Pad 3 verwendet ein 7.9 Zoll 2K IPS Retina-Display mit einem SeitenverhĂ€ltnis von 4:3. Die Auflösung betrĂ€gt 2048 x 1536 Pixel, wodurch eine Punktdichte von 326 DPI erreicht wird. Die Darstellung ist gestochen scharf und Farben erscheinen besonders satt, aber dennoch natĂŒrlich. Innerhalb der Displayeinstellungen kann die Farbtemperatur zusĂ€tzlich nach dem eigenen Empfinden angepasst werden. Neben einer automatischen Helligkeitsanpassung gibt es auch die Möglichkeit einer automatischen Kontrastanpassung. Die Leuchtdichte des Displays betrĂ€gt 400 cd/mÂČ. Gerade im Freien ist das Display durch die stark spiegelnde Glasfront schwer abzulesen. Das Tablet im Strandurlaub zu verwenden könnte also durchaus zum Problem werden.

Ein weiterer Nachteil der stark spiegelnden Glasfront ist die AnfĂ€lligkeit fĂŒr FingerabdrĂŒcke. Bereits nach dem Auspacken befanden sich AbdrĂŒcke auf dem Display, die unschöne Schlieren bilden und besonders bei starkem Lichteinfall die Ablesbarkeit des Displays beeintrĂ€chtigen. ErwĂ€hnenswert ist die gute BlickwinkelstabilitĂ€t. Egal wie man das Mi Pad 3 dreht, auch aus schrĂ€gen Blickwinkeln wird die Darstellung nicht beeintrĂ€chtigt. So genanntes Backlight-Bleeding, also eine ungleichmĂ€ĂŸige Ausleuchtung des Displays, tritt bei diesem Panel nicht auf. Multitouch wird mit bis zu 10 gleichzeitigen Eingaben unterstĂŒtzt. Der Touchscreen erkennt Eingaben prĂ€zise und Ghost-Touches sind innerhalb der Testphase nicht aufgetreten.

Auch softwareseitig werden rund um das Display interessante Funktionen geboten. Im Lesemodus wird blaues Licht gefiltert, sodass die Augen auch bei lĂ€ngerer Benutzung geschont werden. Aktivieren lĂ€sst sich der Modus auf Knopfdruck, als auch durch einen Timer. Wie stark blaues Licht gefiltert werden soll, kann stufenlos eingestellt werden. Ein weiterer Modus ist der so genannte Monochrom-Modus. SĂ€mtliche Farben werden durch eine Schwarz-Weiß-Darstellung ersetzt. Dadurch soll einerseits die Lesetauglichkeit des Mi Pad 3 verbessert werden, als auch wird gleichzeitig der Akkuverbrauch reduziert.

Das Display des Mi Pad 3 ĂŒberzeugt durch eine gestochen scharfe Darstellung, eine satte, als auch gleichzeitig natĂŒrliche Farbwiedergabe und einen prĂ€zisen Touchscreen. Zu kritisieren ist die AnfĂ€lligkeit fĂŒr FingerabdrĂŒcke, die besonders bei starkem Leichteinfall die Ablesbarkeit des Displays beeintrĂ€chtigen.

Kamera

Das Xiaomi Mi Pad 3 ist vorderseitig mit einer 5 Megapixel Frontkamera und rĂŒckseitig mit einer 13 Megapixel Hauptkamera ausgestattet. NĂ€here Angaben zum verwendeten Bildsensor macht der Hersteller nicht. Bekannt ist lediglich, dass die Hauptkamera auf eine f/2.2 Blende und die Frontkamera auf eine f/2.0 Blende setzt.

Hauptkamera

Tablets aus China sind nicht dafĂŒr bekannt, mit guten Kameras ausgestattet zu sein. Die Hauptkamera des Mi Pad 3 ist im Vergleich zu anderen China-Tablets dem High-End Bereich zuzuordnen. Dennoch kann die AufnahmequalitĂ€t nicht mit aktuellen Smartphone-Kameras mithalten. Bildaufnahmen ĂŒberzeugen zwar durch eine gute Farbwiedergabe, schwĂ€cheln jedoch bei den Details. Mit zunehmender Verschlechterung der LichtverhĂ€ltnisse nimmt auch das Bildrauschen zu und Details gehen immer mehr verloren. Gleiches gilt fĂŒr Videos, die maximal in Full HD aufgenommen werden können.

Der Funktionsumfang der MIUI Kamera-App ist im Vergleich zum Smartphone-Pendant ebenfalls stark beschnitten. Zwar stehen verschiedene Filter zur Auswahl, umfangreiche Aufnahmemodi oder Kamera-Einstellungen gibt es jedoch nicht.

Frontkamera

Die Frontkamera eignet sich zur Videotelefonie. Wer gerne Selfies schießt, wird auch hier bei der AufnahmequalitĂ€t zurĂŒckstecken mĂŒssen. Bildaufnahmen fehlen die Details und Farben wirken eher blass.

Hinsichtlich der Kameras ist das Xiaomi Mi Pad 3 im Vergleich zu anderen China-Tablets deutlich besser ausgestattet. Im Vergleich zu aktuellen Smartphones ist die AufnahmequalitÀt allerdings nur der unteren Mittelklasse zuzuordnen.

BenutzeroberflÀche

Auch beim Mi Pad 3 setzt Xiaomi auf das hauseigene MIUI in der Version 8, welches bereits auf Android 7 basiert. MIUI ist im Vergleich zu Stock Android ein stark modifiziertes System, das dennoch ĂŒbersichtlich aufgebaut und einfach zu bedienen ist. Im Gegensatz zum VorgĂ€nger, dem Mi Pad 2, gibt es das aktuelle Xiaomi Tablet nicht als Windows Version!

Vorteile von MIUI sind die regelmĂ€ĂŸigen Updates die Xiaomi ausliefert, als auch die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten und nĂŒtzlichen Zusatzfunktionen. Einen App-Drawer gibt es bei MIUI nicht. Alle installierten Apps werden direkt auf dem Startbildschirm abgelegt. Des Weiteren ist das MIUI des Mi Pad 3 im Vergleich zum MIUI fĂŒr Smartphones etwas beschnitten. Unter anderem fehlt der umfangreiche Theme-Launcher, sodass sich die BenutzeroberflĂ€che nicht individuell anpassen lĂ€sst. Auch Funktionen, wie z.B. der „Split-Screen“ Modus stehen nicht zur Auswahl.

Die BenutzeroberflĂ€che ĂŒberzeugt durch eine einfache und schnelle Bedienung. Im Gegensatz zum MIUI, das auf aktuellen Xiaomi Smartphones zu finden ist, ist das Tablet-MIUI funktional etwas beschnitten. Unter anderem fehlt der umfangreiche Theme-Launcher.

KonnektivitÀt und Klang

SensorenDas Mi Pad 3 ist zu den WiFi-Protokollen 802.11a/b/g/n/ac kompatibel und kann somit im 2.4G und 5G Netz verwendet werden. In der Praxis ĂŒberzeugte das Tablet durch eine signalstarke Verbindung bei gleichzeitig guter Reichweite und hoher Datendurchsatzrate. Mobil lĂ€sst sich das Tablet nur mit Hotspots verwenden. Ein SIM-Slot fĂŒr eine Datenverbindung ins Mobilfunknetz fehlt!

Bluetooth wird mit Version 4.0 unterstĂŒtzt. Auch hier ĂŒberzeugt das Xiaomi Tablet durch eine durchschnittliche und stabile Verbindungsreichweite. Die sensorische Ausstattung belĂ€uft sich auf einen Umgebungslichtsensor, ein Gyroskop, einen Magnetometer und einen G-Sensor. Das Tablet besitzt kein GPS Modul!

Auf der RĂŒckseite befinden sich zwei Stereo-Lautsprecher, die auch bei hoher LautstĂ€rke einen klaren Klang liefern. Zu kritisieren ist jedoch die Position der Lautsprecher. Durch die Platzierung im unteren GehĂ€usedrittel, werden die Lautsprecher gerne beim Halten des Tablets verdeckt. Was dem Klang typischerweise fehlt, ist der Bass!

Überzeugen konnte auch die KlangqualitĂ€t ĂŒber die 3.5 mm Kopfhörerbuchse, weshalb sich das Tablet bestens zum Musikhören oder Filmeschauen eignet. Übrigens sind auch die aktuellen Xiaomi ANC Kopfhörer mit USB-C Anschluss kompatibel.

Das Xiaomi Mi Pad 3 ist im WLAN schnell angebunden. Die sensorische Ausstattung ist nicht zu beanstanden. Die MobilitĂ€t des Tablets wird leider durch den fehlenden SIM-Slot und das fehlende GPS eingeschrĂ€nkt. Die KlangqualitĂ€t ĂŒber den Stereo-Lautsprecher, als auch die 3.5 mm Kopfhörerbuchse, ĂŒberzeugt.

Akku

Der nicht austauschbare Akku besitzt eine KapazitĂ€t von 6400 mAh. Im Alltag erreicht man mit dem Mi Pad 3 eine durchschnittliche Screen-On-Time zwischen 7 und 8 Stunden. Im Benchmark waren sogar mehr als 8 Stunden möglich. Von Quick-Charge keine Spur – die Ladezeit des Akkus betrĂ€gt mit dem mitgelieferten LadegerĂ€t etwa 4 Stunden und 15 Minuten.

Preisvergleich

Preisentwicklung

Aktuelle Preise

Banggood
10-30 Werktage
202,48€
Gearbest
10-30 Werktage
361,19€

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Preise zuletzt aktualisiert am: 21. Februar 2020 22:03

Testergebnis

Bewertung
Positiv

Schönes Design
Gute Verarbeitung
Scharfes und farbtreues 2K Display
Alltagsperformance
BenutzeroberflÀche
Akzeptable KameraqualitÀt
Klang der Lautsprecher
Schnelles WiFi
Gute Akkulaufzeit

Negativ

Etwas lockere Bedientasten
Lautsprecherposition
Keine Speichererweiterung
Gamingperformance
Stark spiegelnde Glasfront
Kein GPS
Akkuladezeit

Erster Eindruck
8.5
Verarbeitung
8.0
Design
9.0
Display
8.5
Leistung
8.0
BenutzeroberflÀche
8.0
Kamera
7.0
KonnektivitÀt
7.5
Audio
8.0
Akku
7.5
Fazit

Das Xiaomi Mi Pad 3 ist in Anbetracht des Preises ein gut ausgestattetes Tablet, das sich zum Web-Browsen, Filmeschauen und gelegentlichem Spielen eignet. Verzichten muss man jedoch auf eine zusĂ€tzliche Speichererweiterung, einen SIM-Slot und ein GPS Modul, wodurch gerade die MobilitĂ€t des Tablets eingeschrĂ€nkt wird. Überzeugen konnten vor allem das hochauflösende 2K Display, das flĂŒssig bedienbare MIUI und die Laufzeit des Akkus.

8.0
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Mark

Sehr schöner Review. Weißt du zufĂ€llig ob ein GPS Dongle erkannt wird? MĂŒsste doch ĂŒber OTG funktionieren oder ĂŒbersehe ich da etwas?